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Archive for 7. März 2018


Zwei Dutzend unterschiedliche Winde identifizieren und benennen die Meteorologen am Baikal, und keiner weht wie das himmlische Kind, alle sind sie Berserker und Gesetzeslose, die alle packen und schütteln, die, aus ihren Schluchten herabbrausend, über alle, die sich ihnen entgegenstellen, herfallen, sie zum Zweikampf fordern… Der verhängnisvolle Sack des Äolus ist wahrscheinlich doch nicht im Mittelmeer, sondern unmittelbar über dem Baikal geöffnet worden. Allesamt bestimmt uneheliche Söhne des Boreas.

Wegweiserinnen zum Marathon

Das klang noch freundlicher um die Mittagszeit bei der Abholung am Flughafen Irkutsk, wo die letzten angehenden Eisheiligen des gut 120köpfigen internationalen Felds (viele aus Frankreich und Deutschland) im Laufe des Tages eintrafen und auch das „Team Erlangen“, nun schon leider in der Einzahl und dem Motto getreu „jeder macht seinen Lauf“, dazustieß. Im letzten Kleinbus der Organisatoren ging es darauf immer in Richtung Ulan-Ude, der Hauptstadt der Teilrepublik Burjatien, durch alpine Landschaften bis hinunter zum Südzipfel des Baikals, wo es dieser Tage – und vor allem Nächte – zehn Grad unter der ohnehin nicht eben behaglichen Normaltemperatur hat. In Zahlen will man das lieber nicht ausdrücken, vor allem nicht in gefühlten bei dem unbarmherzig angesagten Nordostwind gleich welchen Namens und sonstiger Provenienz.

Wegweiser nach Moskau und Wladiwostok

Nur noch für alle, die in Erdkunde nie so recht aufmerkten. Der morgige Start findet in Tanchoje statt, ungefähr auf halber Stecke zwischen Moskau und Wladiwostok, an der Transsibirischen Eisenbahn gelegen und von besagten und beklagten Winden an die Ostküste des Sees der Seen gedrückt.

Nichts vergessen? Ob das reicht?

Die Organisatoren versprechen sieben Labestationen auf der Strecke, wo das Solo-Team aus Erlangen hofft, bei Kilometer 21 ohne massive Unterkühlung und Entkräftung anzukommen und ohne Hilfe in ein Luftkissenfahrzeug steigen zu können, das auch die „halben Portionen“ bis ins Ziel bei Listwjanka am gegenüberliegenden Ufer bringt. „Der Kurs ist schwierig diesmal“, gibt der Veranstalter durch. Da sei all jenen, die einen Schwächeanfall erleiden oder Wind und Kälte nicht länger trotzen wollen, die Stärke gegeben, sich über die angegebenen Mobilnummern Hilfe zu holen. Obwohl: Gekommen sind sie ja alle von so weit her, um ihr sportliches Trotzdem zu beweisen. Es möge auch allen gelingen.

 

 

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