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Archive for 21. Januar 2018


Die Statistik ist schonungslos: Das Monatseinkommen von 14% aller Arbeitnehmer in der Region Wladimir übersteigt die 10.000-Rubel-Marke nicht und liegt im besten Fall beim Existenzminimum. Die Agentur „RIA-Rating“ kommt zu dem Ergebnis, das Gouvernement liege damit im Vergleich mit den anderen 84 Subjekten der Russischen Föderation auf Platz 61.

Landesweit werden folgende Angaben gemacht: Nur 4,13% der Bevölkerung verdienen mehr als 100.000 Rbl. im Monat, in absoluten Zahlen also 3.160.000 Menschen bei – laut Angaben des Staatlichen Amtes für Statistik – insgesamt 76.600.000 Erwerbsfähigen. Demgegenüber sind es gemittelt 11,3% aller Beschäftigten, die mit weniger als 10.000 Rbl. entlohnt werden, immerhin 8.650.000 Menschen. Der Median bei Gehältern und Löhnen steht im Land bei der Marke 24.700 Rbl. im Monat. Entschieden höher liegen diese Kennziffern in den fernöstlichen und nördlichen Gebieten, wo die harten Arbeitsbedingungen mit mehr Geld ausgeglichen werden. Auch in Moskau herrschen andere Bedingungen: In der Hauptstadt – freilich auch bei wesentlich höheren Lebenshaltungskosten – verdienen 17% der Beschäftigten mehr als 100.000 Rbl. im Monat. In den Armenhäusern der Russischen Föderation, Kabardino-Balkarien, Adygeja oder Dagestan – erreicht gerade einmal ein halbes Prozent dieses Niveau.

Doch zurück nach Wladimir, in eine Region, die eigentlich auch bei der Einkommensentwicklung durch die Nähe zu Moskau profitieren sollte. Doch nicht einmal ein Prozent, ganze 7.000 Personen, hat am Monatsende mehr als 100.000 Rbl. auf dem Gehaltszettel, und der Mittelwert der Einkommen beträgt 20.400 Rbl., also geringfügig mehr als das Doppelte des Existenzminimums.

Das Problem in unserem Land besteht nicht darin, daß wir die Armen nicht durchfüttern könnten, sondern darin, daß die Reichen den Hals nicht vollbekommen.

Aber auch das nimmt der Russe mit Humor und sagt sich: „Wenn du das Ohr an deine leere Geldbörse hältst, hörst du das Rauschen der Regierung…“ Oder man zitiert die Bibel und sagt sich mit Mose: „Es werden allezeit Arme sein im Lande; darum gebiete ich dir und sage, daß du deine Hand auftust deinem Bruder, der bedrängt und arm ist in deinem Lande.“

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