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Archive for 20. Januar 2018


Gestern pfiff das Wladimirer Restaurant „Blackwood“ das Projekt „Foodball“ an. Was wie eine gesuchte Assonanz klingen mag, ist in Wirklichkeit gastronomisches Marketing. Erlangens Partnerstadt trägt nämlich während der Fußballweltmeisterschaft von Mitte Juni bis Mitte Juli offiziell den Titel „Kulturhauptstadt“. Wie viele Fans tatsächlich aus den Stadien in Moskau, Sankt Petersburg, Nischnij Nowgorod, Kasan, Rostow am Don, Wolgograd, Jekaterinburg, Samara, Saransk, Sotschi und Kaliningrad  eigens an den Goldenen Ring kommen, um sich beschaulich den Musen zu widmen, weiß noch niemand zu sagen. Eines ist aber schon klar: Der Mensch lebt nicht von Musik und Kunst allein, schon gar nicht von der vorgeblich „schönsten Nebensache der Welt“. Es ist denn auch das Brot, das die Römer vor die Spiele setzten, und Wladimir setzt dabei auf die eigene regionale Küche.

Cheftrainer

Und auf viel Phantasie – sowohl was die Speisekarte als auch das Ambiente angeht. Da gibt es dann Gerichte wie Waller am Spieß, der als „Cheftrainer“ firmiert, scharf angerichtete Rinderrippchen unter dem Namen „Rote Karte“, 25 geräucherte Krebse mit dem Pseudonym „Fanblock“ oder sechs Lachspelmeni, die sich als „Strafbank“ ausgeben.

Jewgenij Durnjew, Cheftrainer von Torpedo Wladimir, rechts im Bild

Auch an den Durst ist gedacht. Eine ganze Serie von Cocktails erproben derzeit die Barkeeper, und sogar ein 200-Mann-Zelt soll mitten in der Stadt aufgestellt werden, wo man sich bei jedem Wetter vor, nach und natürlich während der Spiele stärken kann bis zum Abwinken.

In jedem Fall eine große Chance für Wladimir, sich touristisch aller Welt zu präsentieren. Bleibt nur zu hoffen, daß die internationalen Medien davon Notiz nehmen und die Fans nicht nur an den Austragungsorten bleiben, die natürlich auch ihre eigenen Trümpfe ausspielen werden und ihre Gäste halten wollen. Mal sehen, noch rollen ja weder Ball noch Rubel.

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