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Archive for 13. Januar 2018


So viel ist noch bei keinem Pausenverkauf in der Heinrich-Kirchner-Schule zusammengekommen, wie im Advent vergangenen Jahres: sage und schreibe 300 Euro. Nicht von ungefähr. Einer der Schüler der Klasse 4a verrät, wie sehr man sich angestrengt hat. „Wir haben dann auch noch in der zweiten Pause weiter verkauft und sind zu den anderen hingegangen und haben die Reste für die Hälfte verkauft. Bis nichts mehr übrig war.“

Der Geldbrief

Überhaupt diese Aktion von Christine Delfs – https://is.gd/1Sgmo1 – für das Kinderkrankenhaus Wladimir, die nun in das 19. Jahr geht. Einfach fabelhaft! Unter all den Fragen, die gestern in der ersten Unterrichtsstunde die Kinder – übrigens auch auf Russisch – an den Partnerschaftsbeauftragten stellten, sie hier nur eine wiedergegeben: „Was gefällt Ihnen am besten bei Ihrer Arbeit?“ – Welch eine Freude, darauf zu antworten: „Zu Euch in die Schule zu kommen und zu sehen, wie Ihr kranken Kindern in Wladimir helft…“

Christine Delfs mit Inessa und Anastasija

Aber dabei soll es heuer, im 35. Jahr der Partnerschaft, nicht bleiben. Die Kinder wollen das Schuljahr mit einer künstlerischen Aktion abschließen und mit ihren eigenen Bildern zeigen, wie sie sich Wladimir vorstellen, und aus dem Krankenhaus in der Partnerstadt kommen dann bestimmt auch kleine Kunstwerke, die man dann gemeinsam in der Heinrich-Kirchner-Schule zeigen kann. Auf diese Weise hätten wir dann auch etwas, das bisher im Programm des Jubiläumsjahrs und der Russisch-Deutschen Wochen noch fehlte: ein Kinderfest.

Die Klasse 4a mit Christine Delfs

Eine Frage sei aber doch noch nachgereicht. Ein Junge wollte wissen, worin sich denn die russischen Kinder unterscheiden. Das wäre ja auch einmal ein Thema für ein Partnerschaftsseminar in diesem Jahr. Einstweilen aber die Erinnerung an den Roman „Der Idiot“ von Fjodor Dostojewskij, der gestern vor 150 Jahren in Fortsetzungen zu erscheinen begann, und in dem man schon auf den ersten Seiten auf vorbehaltliche Unterschiede trifft, die bis heute zu gelten scheinen:

… Unter anderem erzählte er auch, als Antwort auf eine dieser Fragen, daß er allerdings schon längere Zeit, über vier Jahre, nicht in Rußland gewesen sei, und daß man ihn krankheitshalber – er sprach von einer sonderbaren Nervenkrankheit, ähnlich einer Epilepsie oder dem Veitstanz, die in Krämpfen und Zitteranfällen auftrat – ins Ausland gebracht habe. Der Schwarzhaarige lächelte mehrmals auffallend spöttisch, während der andere erzählte, und er lachte laut auf, als jener auf seine Frage, ob er denn dort auch geheilt worden sei, ganz offen antwortete: „Nein, ich bin nicht geheilt worden.“ – „Haha! Das konnt‘ ich mir denken, daß Ihr Euer Geld umsonst fortgeworfen habt! Und wir hier trauen denen immer noch!“ bemerkte der Schwarzhaarige gehässig. – „Da haben Sie ein wahres Wort gesagt!“ mischte sich ein schlecht gekleideter Herr ein, der neben ihm saß. Er mochte etwas von der Art eines im Amts- und Gerichtsschreibertum erfahrenen und gerissenen Beamten sein, vierzig Jahre zählen, war von kräftiger Statur, hatte eine rote Nase und ein finniges Gesicht. „Ein wahres Wort! Sie ziehen nur das ganze russische Geld zu sich hinüber, und wir haben das Nachsehen!“ – „Oh, was meinen Fall betrifft, so irren Sie sich sehr“, versetzte der in der Schweiz nicht geheilte Kranke in ruhigem und versöhnlichem Ton. „Natürlich kann ich Ihnen nicht grundsätzlich widersprechen; denn so genau kenne ich die Verhältnisse nicht. Mein Arzt jedoch hat mir von seinen geringen Mitteln noch das Geld zur Reise gegeben, und außerdem hat er mich dort fast zwei Jahre lang auf seine Rechnung unterhalten.“

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