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Archive for 17. Dezember 2017


30.09.: Alle Welt fährt nach Wladimir

Die Schülergruppe, die mit uns schon am Nürnberger Flughafen durch die Sicherheitskontrolle gingen, stand nun am Anschlußflug nach Moskau in Frankfurt schon wieder da! Ein kurzes Gespräch am Gepäckband in Domodjedowo schaffte Gewißheit – wir sind nicht die einzigen, die gerade von Erlangen nach Wladimir unterwegs sind, und nicht die einzige Gruppe, die sich im 5 Uhr morgens verschlafen in die Schlange vorm Lufthansaschalter einreihte. Während unsere Mitreisenden direkt in den Bus nach Wladimir einstiegen, wurde unser eigener Trupp aus sechs neuen Rußlandabenteurern und zwei alten Hasen am Flughafen von drei freudig winkenden Studenten unserer Partnergruppe in Empfang genommen. Unseren Plan, das Gepäck am Bahnhof zu lassen und die paar Stunden zwischen Flug und Zugfahrt nach Wladimir mit einer Schnelltour durch Moskau zu füllen, konnten wir mit unseren begrenzten Sprachmöglichkeiten einigermaßen kommunizieren, und so führte unser erster Weg direkt auf den Roten Platz zum ersten Selfie vor der Basilius-Kathedrale. GUM, Lenin, Kreml von außen, Ewiges Feuer, Christ-Erlöser-Kathedrale von Innen, nächtlicher Blick von der Brücke über die Moskwa, Spaziergang zum Gorkij-Park – kaum sechs Stunden im Land, den Ohrwurm von „Wind of Change“ leise summend und philosophierend über die russisch-englisch-deutschen Wikipedia-Erklärungen unserer um ein paar Freunde unserer Moskauer Freunde erweiterten Tourigruppe, sind wir schon längst angekommen, mittendrin und herzlich willkommen in Rußland.

Jutta Schnabel

Auf dem Roten Platz

01.10. Oktober: Besuch bei den Kosaken

Den ersten Tag, bei unseren Austauschpartnern in Wladimir begannen wir mit lustigen Kennenlernspielen in der großen Gruppe. Nach diesem Einstieg machten wir uns auf den Weg in die Stadt, um dort einen katholischen Gottesdienst zu besuchen, schließlich war ja Sonntag.

Danach fuhren wir zu einem kleinen Dorf außerhalb von Wladimir, das von Kosaken geführt wird. Der Ort wird von einer großen Kirche dominiert. Diese war das erste, was uns vorgeführt wurde. Innen sagte uns der Priester, die Akustik sei hier sehr gut. Daraufhin fing er laut an zu singen, um das zu beweisen. Er hatte recht.

Wer wollte, durfte auch selber Lärm machen. Der Priester führte uns auf den Kirchturm, der neben einer weiten Aussicht auch mehrere verschiedene Glocken hat. Nach einer kurzen Demonstration drückte der Priester uns die Glockenseile in die Hand.

Jetzt begann das eigentliche Kennenlernen der Kosaken und derer Kultur. Uns wurde erklärt, was einen Kosaken ausmacht und welche Aufgaben er hat. Besonders einprägsam war die Beziehung eines Kosaken zu seiner Waffe. Ein Kosake wächst schon ab dem Säuglingsalter mit einem Säbel auf, mit viel Erfahrung kann er dann eine Wasserflasche mit Schwung zerhacken. Nach dieser Vorführung durften wir uns selber in der Waffenkunst erproben. Leider nur mit Holzschwertern.

Ein Kosake ist kein echter Kosake ohne sein Pferd. Gegen Ende des Besuches wurde uns noch gezeigt, welche Kunststücke die Männer auf dem Rücken der Pferde beherrschen. Das war sehr beeindruckend.

Am Ende des Tages haben uns unsere russischen Freunde noch mit einem sehr guten Schaschlik-Essen überrascht. Eine schöne Willkommens-Geste.

Michael Flebsen

Vor Mariä Schutz und Fürbitt an der Nerl

… zu viel zu erzählen…

Würden wir mit dieser Genauigkeit weitererzählen wollen, könnten wir wohl ein ganzes Buch über die Begegnung schreiben, die, wie jedes Mal, so voll von Erlebnissen war, daß in der Erinnerung schon fast die Tage verschwimmen. Da gab es den Besuch des Deutschunterrichts an der Universität, bei dem sich vor allem die Frage stellte: Wie kann man an dem Austausch teilnehmen, um seine Deutschkenntnisse zu verbessern? Dann führte unser Vormittag als Voluntäre uns zu verschiedenen “Veteranen der Arbeit”, alten Menschen, die Unterstützung zu Hause brauchen, wo wir uns bei allerlei Hilfsstellungen nützlich machen konnten. Anderentags  wurden alle Deutschen bei dem „Rent-a-German-Tag“ sozusagen “vermietet”, eine Aktion, angefüllt mit besonderen Erlebnissen zwischen Kochen in der Stundentenbude und Tagesausflug zu den nahen Verwandten. Banja, Karaokeabend, Schlittschuhfahren – keine wache Stunde blieb übrig, in der nicht etwas los war. So nahmen wir auch gefühlt zwei Abende lang Abschied von Wladimir und, viel wichtiger, von unseren Freunden.

Jutta Schnabel

Zeit zum Spielen in Wladimir

07.10.: Der letzte Tag in Wladimir

Am Samstag besuchten wir, in Gruppen aufgeteilt, die Innenstadt von Wladimir. Begleitet wurden Ernie und ich von Denis und Wiktoria, die manchmal Halt machten, um uns ein paar geschichtliche Fakten von den Gebäuden zu erzählen. Die ersten Gassen führten uns, an einem kleinen Flohmarkt vorbei, zu einem Geschäft, in dem handgefertigte Lederwaren, wie zum Beispiel kleine Beutel und Taschen, angeboten wurden. Der Verkäufer begrüßte uns freundlich, konnte ein wenig Deutsch und erzählte davon, wie er einmal im Europa-Park für kurze Zeit gearbeitet habe. Auf dem Weg durch die Stadt begegneten wir ein paar der in Wladimir aufgestellten Skulpturen wie dem Apotheker und dem Maler, mit denen wir uns gemeinsam ablichten ließen. Vorbei kamen wir auch an einem Platz, von dem aus man eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt hat. Wir besuchten eine kleine Schmiede, welche für Touristen kleine Souvenirs (zum Beispiel Hufeisenmagnete) von Hand fertigt. Zum Mittagessen lud uns unser neuer Freund Denis zu sich ins orthodoxe Kloster ein. Dieses hatte, wie das in Susdal, eine Kirche, einen Pavillon und einen Glockenturm im Innenhof. Drinnen in der Kantine gab es (landestypisch) eine Suppe als Vorspeise, zum Hauptgang Hähnchen mit (dem hier üblichen) Buchweizen und Gemüse als Beilage. Gegessen wurde alles mit einem Löffel. Alles war einfach, aber sehr lecker. Danach kauften wir für Ernie eine Mütze im Stil der Kosaken. Diese patriotische Reitereinheit half früher bei der Verteidigung der Grenzen. Nachdem wir Postkarten gefunden und abgeschickt hatten, war der Nachmittag auch leider schon vorbei und wir trafen uns mit den restlichen Austauschleuten im Café.

Barbara Heller

Blockade-Museum in Sankt Petersburg

Ein letztes „Do swidanija“ in Piter

Gemeinsam mit unseren russischen Freunden ging es schließlich noch im Schlafwagen nach Sankt Petersburg, im Volksmund „Piter“ genannt, wo uns Teilnehmer aus dem Vorjahr, die inzwischen an der Newa leben, eine “besondere Tour” durch die Hinterhöfe der Stadt versprachen. Und es wurde etwas Spezielles, denn jenseits von Eremitage und Isaaks-Kathedrale wanderten wir einen Tag lang von einem verstecken künstlerischen Kleinod zum nächsten, gespickt mit Geschichten über die Menschen und Ideen, die diese Stadt geprägt haben. Nach einem Stop im Museum der Leningrader Blockade durch die Deutschen im Zweiten Weltkrieg (in dem es inzwischen deutsche Audioguides gibt!) schlossen wir den Tag stilecht auf dem Dach eines Petersburger Pendants zum Erlanger E-Werk ab und sagten wieder einmal “Auf Wiedersehen” – denn das ist ziemlich sicher!

Jutta Schnabel

Über den Dächern von Sankt Petersburg

Und hier geht es zum Reisebericht der eingangs erwähnten Erlanger Schülergruppe: https://is.gd/NqsNjw

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