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Archive for 15. November 2017


Man kann seine Anreise noch so gut planen und die besten Absichten hegen, um dann doch nur wieder feststellen zu müssen, wie ausgeliefert der Passagier der Willkür der Umstände bleibt.

Warum, so denkt sich der Reisende, eigens wegen zweier Gäste von Wladimir ein Auto nach Moskau schicken, wenn es doch auch passende Zugverbindungen gibt. Was aber, wenn die Aeroflot-Maschine nicht, wie vorgesehen, um 13.05 Uhr in München abhebt, sondern erst gegen 15.00 Uhr? Und was, wenn dann auch noch bei der Ankunft die Schlangen bei der Abfertigung kein Ende nehmen wollen und einem auch noch der Zubringer in die Stadt vor der Nase wegfährt und man erst den Zug um 21.30 Uhr erreicht? Alles, was sich auf dem Fahrplan so schön ineinandergefügt hatte, ist jetzt dahin: Das Erlangen-Haus – ganz auf Service eingestellt – hatte sogar die Fahrkarten für die „Lastoschka“, die „Schwalbe“, gebucht, die um 21.07 Uhr vom Kursker Bahnhof in zwei Stunden und elf Minuten nach Wladimir saust. Auch der letzte Bummelzug um 21.12 Uhr, der fast drei Stunden bis zur Partnerstadt braucht, war natürlich – bei der notorischen Pünktlichkeit im russischen Eisenbahnwesen – längst weg, denn der „Aeroexpress“ endet am Weißrussischen Bahnhof, von wo aus man mit all seinem Gepäck per Metro auf der „Ringstrecke“ bis zum Kursker Bahnhof fährt, was auch noch einmal alles in allem eine halbe Stunde kosten kann. Das kostet Puste!

Axel Just im zweiten Rang des Liegewagens Moskau – Wladimir – Ischewsk

Gut, wenn man da jemanden wie Jonas Eberlein hat, der einen erwartet, die Fahrkarten umtauscht und noch eine gute Reise wünscht, wenn es dann doch um 22.55 Uhr im Schlafwagen losgeht, der auf dem Weg nach Ischewsk seinen ersten Halt um 1.16 Uhr in Wladimir einlegt. Gut, wenn Jonas Eberlein sich um die Abholung von Axel Just gekümmert hat, der als Mitglied des Erlanger Jugendparlaments die beiden letzten Tage als Gast des Jugendforums „Potsdamer Begegnungen“ in Moskau verbrachte und nun den Rest der Woche Wladimir kennenlernen will.

Axel Just im Erlangen-Haus

Und besonders gut, wenn man dann noch zu später Stunde im Erlangen-Haus freundlich empfangen wird, auch wenn der Taxifahrer – Partnerschaft hin, Partnerschaft her – seinen gepfefferten Nachtzuschlag fordert und für die Kurzstrecke stolze 300 Rubel nimmt. Wir nehmen es sportlich, raten aber vor Nachahmung dieses Reiseplanes ab. Der kann nämlich immer noch schiefer gehen, die Umstände könnten noch widriger sein. Der allerletzte Zug von Moskau nach Wladimir geht zwar um 23.55 Uhr vom Jaroslawsker Bahnhof, aber man muß es ja nicht darauf ankommen lassen…

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