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Archive for 12. November 2017


Genau einen Monat ist es her, seit in der Region Wladimir ein ganzer See untergetaucht ist. So, wie es im Moment aussieht, wird er wohl auch verschwunden bleiben. Rätselhaft, geheimnisvoll und doch erklärlich ohne Zauberei durch die Geologie. Vor allem in den Landkreisen Murom, Gus-Chrustalnyj, Gorochowez und Wjasniki hat man nämlich Karst unter den Füßen, wodurch sich Relief und Landschaft immer wieder unerwartet verändern können. So tat sich in der Nähe des Dorfes Piwowarowo, Landkreis Wjasniki, im Jahr 1959 mitten im Wald die Erde auf, so tief, daß nach Angaben von Zeitzeugen, ein neunstöckiges Haus in der „Baugrube“ Platz gefunden hätte. Unweit davon hatte sich schon vorher ein Himmelsweiher gebildet, ein Gewässer war in den Landkarten aufgetaucht, das man auf den Namen Sakanzy getauft hatte. Und dann floß der bis zu 20 Meter tiefe See unvermutet ab, im Jahr 1941 und dann wieder 1957. Beide Male sammelte sich wieder Wasser, doch nun, nach 60 Jahren, liegt der Grund wieder trocken.

Sakanzysee

Es muß wohl eine undichte Stelle in der zwei Meter dicken Schlammschicht gegeben haben, die sich unter dem hohen Druck zu einem Trichter öffnete, durch den das Wasser verschwand, hinab auf etwa 80 Meter, wo ein unterirdischer Fluß durch den Karst strömt. Ob und wann sich der See ein drittes Mal bildet, weiß niemand zu sagen. Man wird abwarten müssen – und hat übrigens ein unübersehbares quod erat demonstrandum für die Ablehung der Pläne an der Hand, ein Atomkraftwerk in der Nähe von Murom zu errichten, wo, wie der Blog bereits mehrfach berichtete, auch alles auf Karst gebaut ist.

Wer einen Gleitflug über den verschwundenen See mitmachen möchte, klicke hier: https://is.gd/apd7ht

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