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Archive for 11. November 2017


Gestern betrat er noch hinter dem Vorhang des Puppentheaters die Bühne, um – versteckt vor den Blicken der Kinder im Saal – während der ausverkauften Vormittagsvorstellung die jüngeren Spieler mit seiner Erfahrung zu unterstützen. Das Ende der Aufführung „Fuchs und Bär“ erlebte Pjotr Pitirimow, von seinen Freunden Petja genannt, nicht mehr, im 68. Lebensjahr erlag er einem Herzanfall, unbemerkt vom Publikum, denn das Stück wurde nicht abgebrochen.

Pjotr Pitirimow

Unvermutet kam der Tod, ohne Vorwarnung, ohne Vorerkrankung, der Notarzt konnte nicht mehr helfen. Mit Pjotr Pitirimow geht ein alter Meister von der Bühne, der als Gründungsmitglied des Staatlichen Tanz- und Folklore-Ensembles „Rus“ von 1975 bis 1998 mit seinen choreographischen Harlekinaden das Publikum verzauberte. Nach seiner Pensionierung wechselte der Tänzer zum Puppentheater, wo er auch immer wieder gern als Zauberer auftrat und von der Leiterin als „wohl gutherzigster und liebenswürdigster Mensch in unserer Truppe“ bezeichnet wird.

Pjotr Pitirimow

Pjotr Pitirimow kam vor 30 Jahren zum ersten Mal mit „Rus“ nach Erlangen und fand hier – vor allem in Eltersdorf – Freunde, mit denen er zeitlebens verbunden blieb, auch wenn er in den letzten Jahren nicht mehr aktiv am Austausch zwischen den Partnerstädten teilnahm. Nun ist der Tänzer, Puppenspieler und Zauberer von der Bühne abgegangen, die ihm das Leben bedeuteten, ohne Abschied zu nehmen, ohne Zugabe, für die er immer so gerne aus der Kulisse zurückkehrte ins Rampenlicht. Zurück läßt Petja uns sein zauberhaftes Lächeln, das jeder, der ihn kannte, für immer in sich trägt.

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