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Archive for 9. November 2017


Das Jahr ist noch nicht um, doch Jena zeigt, wie sich, geht man die Sache zielstrebig an, auch in gerade einmal neun Monaten ein neues Kapitel der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Wladimir schreiben läßt. Nach einem Erkundungsbesuch von Norbert Hebestreit, Leiter des Bereichs Pflegebildung am Universitätsklinikum Jena, und Iwan Nisowzew, dem ehrenamtlichen Koordinator des Austausches, Ende Februar und zwei über Erlangen arrangierte Begegnungen mit Fachbesucherinnen aus Wladimir in Jena hielt sich nun vom 23. bis 27. Oktober eine dreiköpfige Wladimirer Delegation aus dem Gesundheitsbereich an der Saale auf. Zusammenfassend schreibt das Presseamt der Stadtverwaltung, von der Blogredaktion leicht bearbeitet, zu dem Besuch:

Gegenseitiger Austausch und voneinander Lernen bringt einen voran – unter dieser Prämisse ist derzeit eine Delegation aus der russischen Stadt Wladimir in Jena. Ziel des Besuches ist es, eine Zusammenarbeit im Pflegebereich auszuloten. Denn auch wenn 2.200 Kilometer zwischen den beiden Städten liegen, sind die Herausforderungen im Pflegebereich doch sehr ähnlich: Der Fachkräftemangel macht sich verstärkt bemerkbar, und dadurch wird es immer wichtiger, den Berufszweig wettbewerbsfähig zu halten. Ein Austausch über mögliche Lösungsansätze sowie über den Pflegealltag, die Pflegeorganisation und die bestehenden Prozesse im allgemeinen kann einen Mehrwert in Form von neuen Lösungsansätzen für beide Seiten bringen. Für Jena ist zum Beispiel das Berufsbild des sogenannten “Feldschers” interessant, einer Position, die zwischen den Ärzten und dem Pflegepersonal angesiedelt ist. Wladimir will mehr über die Freiwilligenarbeit in Jena erfahren, die es so in Rußland nicht gibt.

Das Gastgeberteam mit der Wladimirer Delegation, flankiert von Iwan Nisowzew und Norbert Hebestreit vor dem Universitätsklinikum

Zu der Delegation gehörten Inna Morosowa, Leiterin der medizinischen Fachschule Wladimir, Natalia Uschakowa, Abteilungsleiterin für Krankenpflege an der Fachschule, und Julia Arsenina, stellvertretende Direktorin vom Department für Gesundheitswesen der Region Wladimir. Sie trafen sich während ihrer Zeit in Jena mit Arne-Veronika Boock, Pflegedirektorin der Universitätsklinik Jena, Norbert Hebestreit, Leitender Pflegewissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena, und Iwan Nisowzsew, Vorstand des Vereins Eurowerkstatt e.V. und selbst aus Wladimir stammend. Das  Programm des Besuches wird auch von dem Institut für Slawistik der Friedrich-Schiller-Universität unterstützt. Martina Berrocal leitet die Gruppe aus drei Slawistik-Studierenden, die schriftlich und mündlich die Sprachbarriere fallen lassen.

Albrecht Schröter mit Gästen und Orgateam am Eingang zum Rathaus

Oberbürgermeister Albrecht Schröter ließ es sich nicht nehmen, die Delegation persönlich zu begrüßen. “Rußland hat ein hochentwickeltes Gesundheitssystem. Von einem kontinuierlichen Dialog können beide Städte profitieren. Eine Zusammenarbeit ist also wünschenswert”, betonte er.

Wie diese aussehen kann, wurde in Sondierungsgesprächen ausgelotet. Daneben standen auch der  Besuch des Universitätsklinikums, eine Unterrichtshospitation sowie ein Treffen mit der Eurowerkstatt auf dem Programm.

Im nächsten Jahr soll eine Vereinbarung über den Fachaustausch geschlossen werden. Dann besteht die Kooperation zwischen Jena und Wladimir seit 10 Jahren. Die Besonderheit ist, daß Jena und Wladimir mit Erlangen dieselbe Partnerstadt pflegen. Diese Dreiecksbeziehung ist geprägt von regelmäßigem Austausch und Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Gebieten wie der Jugend- und Frauenarbeit, in der Verwaltung sowie auf kultureller Ebene.

Mehr zum Thema unter: https://is.gd/Z3iyD1 und https://is.gd/f8IBKQ sowie hier mit einem Bericht der Ostthüringischen Zeitung: https://is.gd/rR6VtZ

P.S.: Wer hätte sich heute vor 28 Jahren – als die Mauer fiel – vorstellen können, was heute selbstverständlich und doch so großartig ist. DDR und BRD wurden eins, die UdSSR zerfiel, aber die deutsch-russische partnerschaftliche Zusammenarbeit hält alle zusammen.

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