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Archive for 20. August 2017


Ein neues Denkmal für einen Filmklassiker und dessen weltberühmten Regisseur sind seit fast einem Monat in Susdal zu bestaunen. Damit hat es seine besondere Bewandtnis. Hier nämlich, in der Partnerstadt von Rothenburg, drehte Andrej Tarkowskij 1965 die so eindrucksvolle Abschlußszene von „Andrej Rubljow“ – mit dem Gießen der Glocke, diesem bildmächtigen Symbol für die Kraft der Jugend und Kunst.

Eine stilisierte, vier Meter hohe Glocke, überragt von einer kreuzgekrönten Kuppel, stellt denn auch den mächtigen Hintergrund des Denkmals dar, vor dem der Regisseur und zwei seiner Darsteller, Anatolij Solonizyn als Andrej Rubljow und Nikolaj Burljajew als Boriska, lebensgroß zu stehen kommen, geschaffen in dreijähriger unentgeltlicher Arbeit von der Moskauer Künstlerin Maria Tichonowa zum 85. Geburtstag des bereits 1986 verstorbenen Filmemachers.

Maria Tichonowa

Vor 50 Jahren kam der dreistündige Streifen „Andrej Rubljow“ in den Verleih, freilich von der sowjetischen Zensur einigermaßen zurechtgestutzt und vor allem wegen seiner religiösen Thematik von den Ideologen des Kremls argwöhnisch beäugt. Von Leonid Breschnjew freilich heißt es, die Vorführung habe ihn gelangweilt und schon nach wenigen Minuten sei er ins Billardzimmer verschwunden…

Denkmal für den besten Film aller Zeiten und Völker und dessen Schöpfer, den großen russischen Regisseur A. Tarkowskij

Berufenere Betrachter wie Ingmar Bergman riefen aus, noch nichts in der Art gesehen zu haben, und in der Tat erhielt das Werk mit Szenen, die auch in Wladimir gedreht wurden, Auszeichnung um Auszeichnung bis hin zur Aufnahme in die Empire-Liste der 500 besten Filme aller Zeiten auf Platz 36. Etwas großsprecherisch deshalb, was da die Inschrift des Monuments verkündet, aber im Überschwang der Begeisterung verzeihlich – und nachvollziehbar, wenn man sich wieder einmal der überwältigenden Bildsprache von „Andrej Rubljow“ überläßt und sich mit ihm auf den beschwerlichen Weg zwischen Kunst und Religion durch das spätmittelalterliche Rußland macht, an dessen Ende das göttliche Leuchten der Inspiration wartet.

 

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