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Archive for 2. Juli 2017


Das Ehepaar Klaus und Doris Höhle schickte am Freitag an den Blog einen Reisebericht mit Bildern, der sicher nach der Rückkehr der beiden in nächster Zeit noch ergänzt und erweitert wird. Hier nun schon einmal ein Vorgeschmack:

Insel Swjaschsk, Republik Tatarstan

Unsere Rundreise geht dem Ende entgegen. Zwischenziel, sowie Ausganspunkt zu einer unglaublich weiten Reise sind erreicht. Es war ein Erlebnis der besonderen Art. Bei Astrachan reisten wir nach Kasachstan ein, durchquerten die Wüste, trafen auf freundliche Menschen und lernten eine Natur kennen, die uns Europäern fremd ist. Wir erlebten Sandstürme, fuhren zeitweise auf extrem schlechten Straßen, viele hunderte Kilometer neben der Straße – und dann das Unglaubliche: feinster Asphalt auf Autobahn.

Impressionen aus Kirgistan

Kirgisistan, das krasse Gegenteil zu Kasachstan; schneebedeckte Berge, tiefblaue Seen und Canyons durch Wasserläufe geprägt. Die Bergstraßen führten uns weit über die Schneegrenzen hinauf. Die Strecken dort waren nicht ganz ungefährlich zu befahren, da sich durch die schlechten Witterungsverhältnisse in diesem Jahr viel Stein und Geröll von den steilen, nicht gesicherten Berghängen gelöst hatte. Oft mußten wir abenteuerliche Ausweichmanöver fahren. Dafür war jeder abendliche Stellplatz ein Naturerlebnis mit unbeschreiblich schönen Sonnenuntergängen. Auf ca. 2.000 m über dem Meer wechselten wir von Kirgisistan zurück nach Kasachstan – bei Sturm und peitschendem Regen. Wir waren die einzigen an dem Grenzkontrollpunkt, und die Beamten freuten sich über unser Eintreffen. Uns fiel ein Stein vom Herzen, daß der Grenzübergang überhaupt geöffnet war und wir nicht wieder zurück mußten.

Impressionen aus Kasachstan

Dann durchkreuzten wir Kasachstan mit seiner menschenleeren Weite zum zweiten Mal, um zurück nach Rußland, in den Altai, zu kommen.

Impressionen aus dem Altai

Das Gebirge überwältigte uns mit einer grandiosen Landschaft und zieht Urlauber aus aller Welt an. Es ist mit seiner Bergwelt, seinen Tälern und Flüssen eines der schönste Gebiet des Landes. Auch ist das Altai ein begehrtes Ziel von Geologen und Forschern um Erkenntnisse zur Erdgeschichte zu gewinnen.

Impressionen aus der Mongolei

Mit Taschanta erreichten wir die Grenzregion zur Mongolei. Wir verabschiedeten uns aus der Bergwelt des Altai mit Übergang in die Hochebenen der Mongolei zwischen 1.500 m und 2.500 m. Bis auf wenige asphaltierte Abschnitte fährt man hier im Gelände und sucht sich unter vielen Möglichkeiten die beste Piste heraus, um vorwärts zu kommen. Gewässerdurchfahrten sind keine Seltenheit. Mit viel Geduld und starken Nerven, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen 25 km und 40 km steuert man das geplante Ziel an. Die Mongolei ist ein tierreiches Land. Der Besitz der Nomaden sind Kamele, Pferde, Schafe, Ziegen, Kühe und Yacks, die, von Reitern bewacht, durch die Landschaft ziehen. Eine langsame Veränderung tritt auch hier ein, der Staat versucht die Nomaden seßhaft zu machen, doch noch leben sie in großen Weidelandschaften in ihren Jurten oder Gers. Die Herden bewacht man immer öfter mit Kleinmotorrädern. Meist nächtigten wir im Bereich dieser Jurten, die irgendwo in der Landschaft standen. Die Gastfreundschaft dieser Menschen ist groß. Ein besonderes Highlight sind die vielen frei fliegenden Adler. Zu fressen gibt es genug, irgendein Tier liegt verendet immer in der Landschaft. Im weiteren Umkreis von Ulan Bator gibt es durch die erhebliche Bevölkerungsdichte auch gut befestigte Straßen und Tourismus. Trotzdem ist die Mongolei ein fast menschenleeres Land: Zwei Drittel der vier Millionen Einwohner leben in der Hauptstadt. Das Land ist dreimal so groß wie Deutschland.

Impressionen aus der Mongolei

Und wieder zurück nach Rußland. Wir wurden überrascht: Am Grenzübergang in Kjachta half uns eine junge Beamtin, die perfekt Deutsch sprach, beim erneuten Ausfüllen des Zollformulars für das Auto. Sie hatte einen zweiten Beruf als Deutsch- und Englischlehrerin. Ihr größter Traum: einmal nach Deutschland kommen. Auf unserer Rückfahrt haben wir am Baikalsee natürlich alte Freunde besucht und es uns nicht nehmen lassen, im See eine Runde zu schwimmen, obwohl das Wasser noch sehr frisch war. Auf dem Weg durch die Weiten Sibiriens besichtigten wir Sehenswürdigkeiten, die wir bei unserer Radtour hatten auslassen müssen. Wir waren sehr erstaunt, wie stark sich die Infrastruktur innerhalb der letzten drei Jahre verbessert hat. Viele Straßen, die wir noch als Holperstrecken kannten und teilweise nicht befestigt waren, sind jetzt asphaltiert. Es entstanden viele neue Umgehungsstraßen im Bereich der früheren Ortsdurchfahrten. Auch der Auto- und Lkw-Verkehr hat sehr stark zugenommen.

Iwolginsk

Nach einer langen Fahrt sind wir wieder in Wladimir angekommen. Wir werden hier bei Freunden einige Tage bleiben bevor wir die Heimreise antreten.

Hier geht es zum Beginn der Reise: https://is.gd/AAm1Hu

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