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Archive for 11. Juni 2017


Im Russischen verwendet man lieber die Lehnübersetzung aus dem Englischen – ein Skelett im Schrank haben -, wenn man von einem unschönen Geheimnis spricht, das gehütet werden soll. Nach einem Vorfall im Kreiskrankenhaus Kirschatsch, an der Grenze zur Region Moskau gelegen, könnte es sein, daß die deutsche Redeweise mehr Verwendung findet, da ein eigener Ausdruck in der russischen Sprache fehlt.

Da sieht man gleich, daß es ein altes Ding ist

Trauriger Hintergrund: In einem abgelegenen Kellertrakt des Hospitals fand ein Handwerker bei Reparaturarbeiten an den Stromleitungen den schon stark verwesten Leichnam eines Mannes. Wie sich herausstellte, handelt es sich um einen 40jährigen Patienten, der seit September vergangenen Jahres als vermißt gilt. Er war damals wegen Atemnot, Herzrhythmusstörungen und Schwächegefühl mit dem Rettungswagen eingeliefert worden, ist dann aber nach einiger Zeit mit unbekanntem Ziel aus seinem Krankenzimmer verschwunden. Zimmernachbarn meldeten den Abgang dem diensthabenden Arzt, der wohl eine allerdings erfolglose Suche einleitete, dann aber darauf verzichtete, die Polizei hinzuzurufen. Das übernahmen schließlich die Angehörigen, freilich auch ohne Ergebnis. Nun also der ebenso zufällige wie grausige Fund. Eine erste Untersuchung ergab immerhin, daß der Tod nicht durch Gewalteinwirkung eintrat, also kein Verbrechen vorliegt. Was sich freilich das Krankenhaus zuschulden hat kommen lassen, will nun die Staatsanwaltschaft herausfinden. Womit wir wieder bei der sprichwörtlichen Leiche im Keller wären, die übrigens auf den katholischen Brauch zurückgeht, ungetaufte Kinder zum Schutz vor bösen Mächten heimlich im Elternhaus beizusetzen, da sie ja nicht auf dem Friedhof begraben werden durften.

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