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Archive for 20. Mai 2017


„Geh nicht nur die glatten Straßen. Geh Wege, die noch niemand ging, damit du Spuren hinterläßt und nicht nur Staub.“ Diese Worte richtet Thomas Grund („Kaktus“), der ehemalige Sozialarbeiter von Streetwork Jena Winzerla, in seinem Bildband an alle, die seit 2004 eine langjährige Tradition des Jugendaustauschs „Mix-Tour“ zwischen Jena und Wladimir unterstützt und bereichert haben. Seine letzte Mix-Tour mit der Rockband „Carpe Noctem“ fand in Wladimir 2014 statt (s. Blogeintrag: https://is.gd/g8lKaV). Nach zweijähriger Pause und trotz vieler Schwierigkeiten überstand der Jugendaustausch seine schweren Zeiten! Schon 2015 übernahm dann die „Eurowerkstatt Jena“ die Trägerschaft über die Mix-Tour und begrüßte die Gäste in Jena.

Bildband von Thomas Grund

Zum Gegenbesuch kam es nun vom 13. bis 24. April 2017. Die achtköpfige Schülergruppe aus Jena unter Leitung von Ricarda Ullmann und Anna Kulakowa erlebte einen herzlichen Empfang in Wladimir. Vielfältige Programmschwerpunkte und spannende Veranstaltungen wurden vom Euroklub Wladimir organisiert, und die deutschen Jugendlichen waren in freundlichen Gastfamilien untergebracht: eine tolle Gelegenheit, russische Kultur und u.a. Ostertraditionen „von innen“ kennenzulernen.

Gruppenbild in Susdal

Die Besucher aus Jena waren von der Gastfreundschaft ihrer russischen Partner einfach fasziniert. Nicht nur das großartige Essen, sondern auch der extra von den russischen Jugendlichen auf Deutsch vorbereitete Rundgang zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt waren nicht selbstverständlich. Auch im gemeinsamen Treffpunkt Euroklub hatten alle immer wieder eine schöne Zeit mit Tee und Kuchen.

Zu Gast im Euroklub Wladimir

Auch gelang es, den deutschen Gästen einen ausführlichen Überblick über das russische Bildungssystem zu vermitteln. Am Pädagogischen Institut organisierten die Dozentin Karina Drosd und die Professorin Irina Plaxina vom Lehrstuhl Pädagogik eine gemeinsame Projektarbeit mit Studenten der Fakultät für Fremdsprachen zum Thema „Wege der Zukunft“. Die jungen Menschen setzten sich mit Begriffen wie „Freiheit“, „Familie“, „Sport“, „Musik“, „Freundschaft“ auseinander und stellten ihre Ergebnisse in Form von kreativ gestalteten Plakaten vor.

Gemeinsam gestaltete Plakate

Die Delegation aus Jena hatte auch Gelegenheit, den schulischen Alltag vor Ort zu erleben. So öffnete die Schule Nr. 15 gastfreundlich ihre Pforten. Deutsche und russische Schüler kamen miteinander ins Gespräch und knüpften neue Kontakte. Im Laufe der Woche besuchten die deutschen Jugendlichen auch noch die Schule Nr. 25, und in der Schule Nr. 36 fand ein gemeinsames Volleyballspiel statt.

Zu Gast in der Schule Nr. 15

Zwei unvergeßliche Tage verbrachten die deutschen Gäste in Susdal. Die Leiterin des Susdaler Euroklubs, Olga Kostina, organisierte eine wunderbare Führung durch den Kreml sowie ins Museum für Holzbaukunst und Brauchtum.

Im Kreml von Susdal

Die Pracht der Muttergottes-Geburts-Kathedrale mit ihren Sakralschätzen und die architektonischen Besonderheiten der Kirchen haben einen starken Eindruck auf die jungen Gäste hinterlassen.

Im Euroklub Susdal

Besonders spannend war der Ausflug ins Department der Kunstwissenschaften der Staatlichen Universität von Sankt-Petersburg, wo Restauratoren in neun verschiedenen Richtungen ausgebildet werden. Die Studenten erzählten den begeisterten Gästen über interessante Spezifika ihres Studiengangs und zeigten zahlreiche Kunstwerke – wie etwa eine alte Ikone oder einen polnischer Säbel -, die gründlich restauriert werden müssen.

Gruppenbild mit Euroklub

Universitätsbesuch in Susdal

Seinen Höhepunkt erreichte der Jugendaustausch mit dem 20jährigen Jubiläum des Euroklubs. Das feierliche Konzert und das landeskundliche Spiel fanden am 18. April im Kulturhaus „ODRI“ statt, an dem Spiel „Traditionen Deutschlands und Rußlands“ beteiligten sich sowohl Mannschaften der Wladimirer Region als auch die deutschen Gäste. Man übte das Übersetzen deutscher Sprichwörter, präsentierte Volkstänze und analysierte historische Epochen beider Länder. Die Ergebnisse des Spiels machten deutlich, beide Nationen haben viel Gemeinsamens in der Sprache und kulturellen Traditionen.

Im Museum für Holzbaukunst Susdal

Elf Tage lang dokumentierten die deutschen und russischen Jugendlichen ihre Eindrücke von der Begegnung. Sie machten Bilder und Videos, Grundlage für ihren ersten Film, der 2018 nach dem Gegenbesuch der russischen Freunde erstellt werden soll. Ein rundum gelungener Austausch, mit vielen neuen und tollen Erfahrungen.

Gefördert wurde das Projekt durch die Stiftung Deutsch-Russicher Jugendaustausch, der Stadt Jena, die Stadt Wladimir und die ECO Stiftung Jena. Vielen Dank an die Geldgeber!

Anna Kulakowa

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