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Archive for 19. Mai 2017


Noch bis zum 25. Mai gibt es in Wladimir eine besondere Ausstellung. Igor Tschernoglasow, von dem zwei Arbeiten im Skulpturengarten Tennenlohe zu finden sind, veranstaltet erstmals eine Präsentation seiner Kunst im Heim für sehbehinderte Kinder. Es handelt sich um 15 seiner eher gegenständlichen Werke.

Igor Tschernoglasow

Auch für den Künstler eine ganz neue Erfahrung, wie er gegenüber Zebra-TV bekennt, aber auch ein lange gehegter Wunsch:

Schon als Student in Taschkent besuchte ich eine Ausstellung von Büsten, die der blinde Bildhauer Michail Makarow geschaffen hatte. Ich interessierte mich für seine Weltsicht, seine Arbeiten begeisterten mich. Wenn ein Mensch ohne Augenlicht Skulpturen schaffen kann, sollte es doch auch möglich sein, Menschen, die Probleme mit dem Sehen haben, die Gelegenheit zu geben, meine Werke durch Berührung zu erleben. (…) Hier in der Ausstellung habe ich Arbeiten aus verschiedenen Materialien, damit die Kinder die je ganz anderen Fakturen erspüren: rauher Gips, glatter Stein, faseriges Holz, Bronze. Interessant, wie die Kinder diese Stoffe spüren.

143 Kinder und Jugendliche, darunter 30 vollständig blinde, erhalten in dem Heim ihre Ausbildung – und erfahren in Museen immer wieder eine gewisse Zurückweisung. Fast überall nämlich heißt es „bitte nicht berühren“.
Nun sollen auch erwachsene Sehbehinderte Gelegenheit erhalten, die Kunst von Igor Tschernoglasow – er ist übrigens seit April auch im Vorstand des Erlangen-Hauses – zu ertasten, und der Bildhauer denkt schon über nächste Projekte nach, um seine Welt möglichst allen zugänglich zu machen. Nachahmenswert!

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