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Archive for 8. Mai 2017


Es ist, so berichtet Zebra-TV, als habe sich ein Jahre währender Traum des Landesmuseums erfüllt – und damit auch ein Wunsch der vielen Besucher der Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Wladimir. Ab sofort nämlich lassen sich nachmittags, wenn das Gotteshaus für Führungen öffnet, die Fresken aus dem 15. Jahrhundert, geschaffen von den großen Ikonen-Malern, Daniil Tschjornyj und Andrej Rubljow, im rechten Licht betrachten.

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Gerade erst wurde nämlich die eine Beleuchtung der sakralen Kunstwerke fertiggestellt, die einen hellen Blick auf das Jüngste Gericht erlaubt.

Im vergangenen Jahr waren unter der Leitung von Wladimir Sarabjanow, einem der führenden russischen Kunstwissenschaftler, die Arbeiten an der Restaurierung des Deckengemäldes abgeschlossen worden. Die meisterhafte Farbgebung und Feinzeichnung der Figuren kommen jetzt wieder voll zur Geltung.

Denn frühere Restauratoren hatten es zu gut gemeint mit ihren Nachtönungen und Ergänzungen, hatten den echten Rubljow eher abgedeckt. Jetzt kann man dessen hohe Kunst wieder so erleben, wie vom Wandermönch auf einer Fläche von 100 m² geschaffen.

Wiederentdeckt hatte man frühe Wandmalereien aus dem 12. Jahrhundert und die späteren Fresken von Andrej Rubljow erst im 19. Jahrhundert. Bis zu einer ersten Restaurierung im Jahr 1918 befanden sich die Kunstwerke in einem jämmerlichen Zustand. Erst von 1975 bis 1980 unternahm man umfängliche Anstrengungen einer Erhaltung der Arbeiten.

Doch der Idealzustand wurde auch damals noch nicht erreicht. Vor etwa zehn Jahren begann man damit, das Interieur der Kathedrale und ihr Gesamtbild in Ordnung zu bringen. Viel Geld wurde aufgewendet, um das Eindringen von Feuchtigkeit durch das Dach zu verhindern. 2010 baute man – finanziert durch ungenannt gebliebene Mäzene – ein Luftfiltersystem ein, mit Einverständnis der Geistlichkeit stellte man den Verkauf von Paraphinkerzen ein, und 2014 begannen dann die einjährigen Restaurationsarbeiten, deren Ergebnis nun ins rechte Licht gerückt ist. In Wahrheit würdig und recht für eine Kirche, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

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