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Archive for 28. April 2017


Eigentlich hat in der Russischen Föderation seit einigen Jahren jedermann das Recht auf palliative Versorgung. Aber so wie es da auch in ländlichen Gegenden der Bundesrepublik mancherorts noch Mängel gibt, fehlt es in der Region Wladimir noch an der ambulanten Palliativversorgung und einem Hospiz.

Margarita Makarowa, Marina Krylowa und Anette Christian

Nachdem Marina Krylowa, die ärztliche Direktorin, und Oberschwester, Margarita Makarowa, vom einzigen Wladimirer Krankenhaus mit einer fünfzehn Betten zählenden Palliativstation drei intensive Tage lang bei ihren Erlanger Kollegen am Universitätsklinikum hospitiert hatten, blieb noch Zeit, mit Stadträtin Anette Christian über die spezialisierte ambulante Palliativversorgung für Stadt und Landkreis zu sprechen. Etwas in der Art könnte man auch bald schon in Wladimir aufbauen, so Marina Krylowa, denn – nicht anders als hierzulande – die Pflege findet größtenteils zu Hause statt, wo es an fachkundiger Unterstützung fehlt.

Marina Krylowa, Susanne Lender-Cassens und Margarita Makarowa

Schwieriger werde es dann schon, wie die Besucherinnen bei einem Treffen mit Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens einräumen, mit dem Aufbau eines ehrenamtlichen Dienstes. Dafür seien die gesellschaftlichen Voraussetzungen noch nicht geschaffen. In diese Bresche springt ja das Wladimirer Rote Kreuz dank der Unterstützung des Erlanger Fördervereins mit seinem Programm „Häusliche Pflege“.

Ute Schirmer, Kristina Kapsjonkowa, Marina Krylowa und Margarita Makarowa

Tief beeindruckt waren die Gäste schließlich vom Besuch der Diakonie am Ohmplatz mit ihrem Hospiz. Begleitet von Ute Schirmer, dem Hospizverein von Beginn an eng verbunden, und Kristina Kapsjonkowa aus Wladimir, die derzeit eine Ausbildung am Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde macht, konnten die beiden nicht nur die Einrichtung besichtigen, sondern auch viel über Struktur und Organisation erfahren. Genug jedenfalls, um sich sicher zu sein: „Wir brauchen auch in Wladimir ein Hospiz!“ Bis dahin wird es noch ein weiter Weg sein, aber schon im Juni will zu den Themen „Palliativmedizin und Hospiz“ eine Erlanger Delegation in die Partnerstadt reisen und die russischen Fachleute kollegial bei den nächsten Schritten begleiten. Übrigens unterstützt auch aus Jena, wo Marina Krylowa und Margarita Makarowa gestern die Palliativstation des Universitätsklinikums besuchten, bevor sie heute wieder den Heimweg antreten.

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