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Archive for 20. März 2017


Das diesjährige Jahresmotto unseres Austausches mag einem auf den ersten Blick zwar etwas kryptisch erscheinen, dahinter steht allerdings ein ganz simpler Wunsch: trotz der sprachlichen Barriere mehr über sein Gegenüber zu erfahren – über dessen Land, Kultur, Einstellungen, Alltag und Träume. All das, was einen Menschen bewußt und manchmal auch ganz unbewußt prägt und einen zu dem macht, wer man ist.

Dieses Motto – und noch vieles mehr – wurde während der letzten drei Tage im Rahmen unserer alljährlichen Vorfahrt für den Jugendaustausch im Sommer, entwickelt. Von Sonntag bis Mittwoch letzter Woche waren wir – Alice Limmer, Patrick Neubert, Jutta Schnabel und Sabrina Pfau – in Wladimir, um zusammen mit dem russischen Teil des Vorbereitungsteams die Grundlagen für den diesjährigen Austausch auszuarbeiten. Darüber hinaus war es Teil des Seminars, sich gemeinsam auf die Art der Zusammenarbeit in diesem Jahr zu verständigen.

Schon in den Tagen zuvor hatten wir uns zusammengesetzt, um ein grobes Konzept für das Seminar zu entwickeln. Unterstützt wurden wir dabei von Wiktoria Medwedjewa, einer Doktorandin der Staatlichen Universität Wladimir. Sie ist seit mehreren Jahren mit der Leitung des Austausches betraut und gerade für sechs Monate zu einem Auslandssemester hier in Erlangen an der Friedrich-Alexander-Universität.

So ging es dann Sonntag früh endlich los. Als wir abends in Wladimir ankamen, wurden wir am Bahnhof bereits erwartet und von den Studenten in unser Apartment begleitet. Ausgeschlafen starteten wir dann am nächsten Tag mit dem Seminar.

Als Schwerpunkte für den ersten Teil hatten wir uns im Vorfeld für vier Themenblöcke entschieden. Zum Einstieg machten sich alle Teamer Gedanken über ihre eigene Motivation, am Austausch nicht nur teilzunehmen, sondern ihn für andere zu organisieren, und dachten darüber nach, welche Kompetenzen oder Fähigkeiten man dafür mitbringen müsse. Danach ging es um die allgemeinen Phasen der Projektplanung und was dabei im einzelnen zu beachten sei. Nach einer kurzen Verschnaufpause beschäftigten wir uns mit der Überwindung der Sprachbarriere während des Austausches und überlegten uns Strategien und Methoden, erste Hemmungen spielerisch abzubauen, um ins Gespräch zu kommen. Wir schlossen den Tag mit ein paar Kooperations- und Vertrauenspielen ab, damit sich das teilweise neu zusammengesetzte Team noch besser kennenlernen konnte.

Der zweite Tag startete mit dem ersten Treffen der neuen Austauschgruppe. Nach einer kurzen Präsentation über die vergangenen Jahre und einer Vorstellungsrunde sammelten wir ihre Erwartungen an den Austausch. In diesem Rahmen entstand dann auch das Jahresmotto, das auf die Wünsche und Ideen der neuen Teilnehmer aufbaute – „ПРИВLO & HALЕТ!“. Die Vermischung der Grußworte „Hallo“ und „Привет“ ist zum einen als Aufforderung zu verstehen, auf einander zugehen, ohne Scheu davor, Fehler zu machen und einander nicht auf Anhieb verstehen zu können. Zum anderen steht der Sprachmix für das Gemeinschaftsgefühl, das während der letzten Tage und Jahre im Team entstanden ist – eine bunte Mischung von Jugendlichen, die alle Jahre zusammen etwas Aufregendes und Unvergeßliches auf die Beine stellen. Es ist der perfekte Rahmen, um einander als Menschen zu begegnen und spätestens beim Singen am Lagerfeuer zu verstehen: Die Muttersprache ist doch nur zweitrangig für ein wirkliches Verständnis des Gegenübers.

Sabrina Pfau

P.S.: Wie Michael Kleiner, Leiter des Referats Weltkirche im Erzbistum Bamberg, unlängst mitteilte, handelt es sich bei den Treffen des Bundes Deutscher Katholischer Jugend Erlangen mit den Freunden von der Rosenkranzgemeinde, den Orthodoxen und der Universität Wladimir um den landesweit einzigen dauerhaften und regelmäßigen deutsch-russischen Jugendaustausch auf kirchlicher Ebene. Freudiger Dank dafür allen – übrigens ehrenamtlich! – Mitwirkenden.

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