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Archive for 16. März 2017


Es wird wohl nichts mit dem geplanten Wiederaufbau des Anwesens von Wladimir Chrapowizkij in Muromzewo, Landkreis Sudogda, Region Wladimir. Weder gehen die Verantwortlichen davon aus, das einstige Schloß im neugotischen Stil mit seinen weitläufigen Gartenanlagen werde in größerer Zahl Touristen anlocken, noch glaubt man mittlerweile, fest mit den zur Restaurierung notwendigen Milliarden-Zuschüsse aus der Staatskasse rechnen zu können. Zwar hatte man 2015 eine Studie in Auftrag gegeben, um eine Bestandsaufnahme des architektonischen Juwels zu machen und Empfehlungen für dessen Erhaltung zu geben, aber die vierzehnbändige Dokumentation hat man offenbar im Ministerium für Kultur lediglich zur Kenntnis genommen, nie wurde sie Gegenstand von Anhörungen.

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Eine eigens vom Landesmuseum Wladimir einberufene Arbeitsgruppe kam zu keinem eindeutigen Ergebnis und ließ bei ihrer letzten Sitzung im Herbst 2016 die Frage offen, ob man versuchen solle, etwa drei Milliarden Rubel zu beantragen, um den Wiederaufbau anzugehen, oder ob es besser sei, mit einem wesentlich geringeren Aufwand auf weitgehend eigene Rechnung den Status quo zu konservieren. Allein die Kosten für die Erstellung eines Konzepts für die Sanierung veranschlagt man mit 150 Millionen Rubel. Das Objekt bleibt aber dennoch nicht sich selbst überlassen. Allein aus dem Pferdestall hat man bereits 35 Lastwagenfuhren Schutt entfernt, in der Voliere ist inzwischen eine Ausstellung installiert, noch im März will man damit beginnen, die Wasserspiele und große Teile des Parks wieder in Ordnung zu bringen.

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47 Objekte zählt die Anlage insgesamt, wobei zwischen den Behörden noch Eigentums- und Nutzungsfragen juristisch zu klären sind. Dennoch soll es noch in diesem Jahr eine Aussichtsplattform ganz in der Nähe des Schlosses geben, finanziert aus eigener Kraft, denn das Ministerium für Kultur verweigert der Anlage den Status „besonders wertvoll“.

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In jedem Fall fortsetzen will das Wladimirer Landesmuseum die bereits 2011 aufgenommenen Forschungen zur Geschichte des Anwesens. Bis heute weiß man ja nicht einmal, wie die Räume möbliert waren, wohin die Inneneinrichtung verbracht wurde, ob es möglicherweise noch Objekte gibt, die man rückerwerben könnte. Im Sommer erscheint nun schon der vierte Band dieser wissenschaftlichen Studien.

Vielleicht gelingt es nun zumindest, ein Ruinenmuseum in Muromzewo einzurichten. Das wäre zwar nicht ganz das, wovon man noch vor kurzem geträumt hatte, aber ähnliche Objekte gibt es überall auf der Welt, und in den englischen Gärten Europas baute man vor gut einhundert Jahren sogar künstliche Ruinen.

Mehr zur Person von Graf Wladimir Chrapowizkij und seiner Residenz ist hier zu finden: https://is.gd/JNlcD3

 

 

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