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Archive for 13. März 2017


Die Russische Föderation gehört zu den Unterzeichnerstaaten der Behindertenrechtskonvention – und nimmt es damit ernst, zumindest in der Region Wladimir, wo im Vorjahr immerhin 24 Millionen Rubel dafür bereitstanden, öffentliche Gebäude und Behörden sowie den öffentlichen Nahverkehr für alle zugänglich und nutzbar zu machen. 3.197 Gebäude wurden im Rahmen des Programms „Erreichbare Umwelt“ nachgerüstet. Dies kann auch Behelfsmaßnahmen einschließen, etwa, wenn es die gegebenen Umstände nicht erlauben, einen Lift einzubauen oder eine Rampe anzubringen und deshalb es nun möglich ist, per Klingelknopf jemanden aus dem Gebäude zu rufen, um die notwendige Hilfe zu leisten, die vorhandenen Hürden zu überwinden. Fast 90% aller Einrichtungen im sozialen Bereich gelten nun als behindertengerecht, eine Zahl die um gut ein Viertel höher liegt als der Landesdurchschnitt.

Sieh mich wie deinesgleichen an!

Größere Probleme in den Bereich bestehen allerdings noch beim Verkehr. Hier hat man erst knapp 53% erreicht; vor allem am Bahnhof ist noch einiges umzubauen, denn da gibt es Treppen, die etwa für Rollstuhlfahrer unüberwindbar bleiben. Hier will man im nächsten Jahr Abhilfe schaffen. Auch an vielen Bushaltestellen steht noch aus, das Ein- und Aussteigen für Gehbehinderte zu erleichtern, gleiches gilt für Ampelanlagen mit akustischen und taktilen Querungshilfen. Besser aussehen könnte es auch in Bildungseinrichtungen, wo gerade einmal 12% den Status „behindertengerecht“ verdienen. Elf Millionen Rubel sind deshalb 2018 hierfür vorgesehen. Vor allem aber: Es hat ein Umdenken in der russischen Politik und Gesellschaft stattgefunden, die bis weit in die postsowjetische Periode hinein das Thema „Behinderung“ hinter den hohen Mauern von Anstalten abhandelte, statt es in die Mitte des Lebens treten und alle teilhaben zu lassen. Dieser ausklammernde Ansatz scheint überwunden. Gut für alle!

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