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Archive for 22. August 2016


Pawel Martynow, der Vater der Dozentin Natalia Dumnowa vom Erlangen-Haus, ist ein Feuerwehrmann aus Kameschkowo im Wladimirer Gouvernement. Er hatte beim Besuch seiner Tochter in Erlangen nur einen einzigen Geschenkwunsch: „Besorge mir bitte deutsche Feuerwehrhandschuhe“. Auf meine Frage „Warum ausgerechnet deutsche, gibt es in Rußland denn keine?“ antwortete er mir: „Ja, schon, aber die deutschen sind qualitativ die besten.“ Eigentlich kein einfaches Ding für einen Laien auf dem Gebiet, das Gewünschte zu besorgen. Zum Glück aber gibt es in Erlangen eine große Feuerwache. Dort wird man mir sagen können, wie ich daran kommen kann. Ein kurzer Anruf bei der Kleiderkammer der Wache, und schon stand der Besuchstermin fest. Andreas Färber, ein für die Ausrüstung zuständiger Feuerwehrmann, wußte sofort Bescheid: Für den Löscheinsatz kommen nur die Handschuhe der Marke Rosenbauer, Typ Safe Grip 2 in Frage. In Erlangen sind alle Feuerwehrleute mit diesen Einsatzhandschuhen ausgerüstet. Etwas Besseres gibt es im Moment nicht. Klare Sache also, Größe 11 geht nach Kameschkowo – und einige Paare gebrauchter Arbeitshandschuhe mit dazu.

Georg Kaczmarek und Färber

Georg Kaczmarek und Andreas Färber

Bei meinem Russischunterricht im Erlangen-Haus im Juli dann die nette Überraschung: die Einladung der Familie Martynow, einen Samstag mit auf der großelterlichen Datscha zu verbringen, verbunden mit einem kurzen Abstecher nach Susdal, der unerklärten Hauptstadt des Goldenen Rings. Der samstägliche Kurztrip dorthin vom Busbahnhof aus entpuppte sich autoparkmäßig allerdings sehr bald als eine harte Nuß.

Busbahnhof

Busbahnhof

Trotz mehreren Rundreisen durch die mit überzahlreichen Bussen und Autos total verstopfte Stadt war leider kein Parkplatz in Sicht. Alles total dicht. Dann doch, was für ein Glück, eine kleine Parklücke an der Kamenka, die durch Susdal fließt. Direkt an der Anlegestelle des Ausflugsschiffchens.

Handschuhe 10
Ein Zufall, der für uns sehr attraktive Folgen hatte. Anstatt eines Stadtbummels mit Besichtigung der Sehenswürdigkeiten stand die Entscheidung sofort fest. Diesen Ausflug lassen wir uns nicht entgehen.

Handschuhe 11

Es wurde ein Genuß sondergleichen daraus, gemütlich vorbei am Kreml, an unzähligen Kirchen und Klöstern zu schippern. Sagenhaft.

Handschuhe 7
Es blieb dennoch ein wenig Zeit für den Stadtbummel. Man mußte dazu allerdings ein schmales Brückenbauwerk über die Kamenka überqueren. Ein kleines Abenteuer, wie man auf den Bildern sehen kann.

Natalia Dumnowa

Natalia Dumnowa

Für einen Bauingenieur wie mich eigentlich unverständlich, wie man eine nicht einmal durch beidseitige Geländer gesicherte, unfertige Brücke für den Durchgangsverkehr von Touristen freigeben kann. Man kann, wie man sieht. Bei uns total undenkbar.

Handschuhe 4

Natalia Dumnowa hatte bei ihrem letzten Besuch als Begleiterin der Wladimirer Jugendgruppe ein Geschenk ihres Vaters, Pawel Martynow, für Andreas Färber übergeben wollen: Wladimirer Lebkuchen, eine Martjoschka und Embleme der russischen Feuerwehr. Aus Urlaubsgründen von Andreas Färber, habe ich stellvertretend die Präsente gerne überreicht.

Georg Kaczmarek

Handschuhe 9

Mit diesen Eindrücken endet die kleine Folge von Reiseberichten, zusammengestellt von Georg Kaczmarek, der Anfang Juli einen zweiwöchigen Russischkurs am Erlangen-Haus absolvierte. Aber wir dürfen uns auf weitere Reportagen aus der Partnerstadt freuen, denn Anfang September geht es schon wieder nach Wladimir, dieses Mal in Begleitung. Aber davon sicher bald mehr in Ihrem Blog.

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