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Archive for 20. August 2016


Amstelveen gilt als eine der beliebtesten Wohnstädte der Niederlande. Wen wundert’s, wenn man die gepflegten Häuserzeilen durchfährt, die das einstige Bauerndorf, fast in Rufweite von Amsterdam gelegen, durchfährt und diese Atmosphäre aus ländlicher Idylle und großstädtischem Flair erlebt! Da versteht man auch rasch, warum Jelena und Iwan Paponow vom betriebsamen Haarlem hierher gezogen sind: näher an der Arbeit des Familienvaters in der Hauptstadt dran, mit dem Fahrrad erreichbar, und zugleich in einem Umfeld, wo Tochter Eva zwischen Metropole und Moorlandschaft heranwachsen kann – mit der Muttersprache Russisch.

Familie Paponow: Jelena, Iwan und Eva

Familie Paponow: Jelena, Iwan und Eva

Russisch hört man zumindest in dem Stadtteil fast an jeder Ecke, und wer von den Emigranten gut Englisch spricht, macht sich oft gar nicht erst die Mühe, Niederländisch zu erlernen. Ohnehin für Ausländer wohl eine der schwierigsten Sprachen im Erdenrund, denn kaum versucht man, seine Anfängerkenntnisse an den Einheimischen zu erproben, antworten die zungenfertig auf Englisch oder Deutsch. Nicht eben ermutigend.

Nadja Steger und Jelena Paponowa

Nadja Steger und Jelena Paponowa

Fünf Jahre sind ins Land gegangen, Jelena und Iwan fühlen sich nach wie vor wohl hier, einmal zumindest im Jahr geht es aber für ein paar Tage zurück nach Wladimir zum Verwandtenbesuch, zurück in die Stadt, wo die beiden aufgewachsen sind und einander kennengelernt haben, wo Iwan als Computerfachmann von einer niederländischen Firma angeworben wurde, für die er bis heute arbeitet, wo Jelena zusammen mit ihrem Vater, Witalij Gurinowitsch, hingebungsvoll ungezählte Gäste aus Erlangen betreute, Jugendliche wie Kriegsveteranen, wo sie – auch dank den vielen Besuchen in der Partnerstadt – Deutsch lernte, das ihr später den Zugang zum Holländischen erleichtern sollte. Auch wenn die beiden das so wohl nicht sagen würden, sind sie doch ein kleiner niederländischer Vorposten von Wladimir, wo Erlanger wie Wladimirer in der Ferne ein wenig Heimat tanken können.

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