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Archive for 11. August 2016


Auch wenn das „Pilger- und Begegnungshaus“ der Rosenkranzgemeinde ausschließlich von katholischen Hilfsorganisationen und Diözesen sowie dem Förderverein Nadjeschda finanziert und als rein kirchliche Aktion zu verstehen ist, liegt Pfarrer Sergej Sujew viel daran, die Partnerstädte eng in das Projekt eingebunden zu wissen, denn erst im Rahmen dieser einvernehmlich-vertrauensvollen Zusammenarbeit wurden Anfang der 90er Jahre die Voraussetzungen für den Wiederaufbau des katholischen Lebens in Wladimir geschaffen. Zunächst waren mit Unterstützung aus Erlangen die Rückgabe von Kirche und Pfarrhaus, über Jahrzehnte durch Stadt und Staat zweckentfremdet, zu bewerkstelligen, dann galt es, einen ausländischen Pfarrer mit Russischkenntnissen zu finden – erst seit Mitte der 90er Jahre werden im Land katholische Geistliche ausgebildet -, und als vor zwölf Jahren Sergej Sujew, studierter Kirchenmusiker und Absolvent des Priesterseminars in Sankt Petersburg, die Diasporagemeinde mit ihren etwa 500 Mitgliedern übernahm, rückte immer mehr das Bestreben in den Vordergrund, die finanzielle Abhängigkeit von der Spendenbereitschaft ausländischer Katholiken zu vermindern.  So kam schon 2009 die Idee auf, ein Kultur- und Begegnungszentrum einzurichten, das sich durch Zuwendungen von Pilgern und anderen Gästen nicht nur selbst trägt, sondern auch für die schon Ende des 19. Jahrhunderts gegründete Rosenkranzgemeinde ein Auskommen erwirtschaftet. 2012 dann wurden die Baupläne dank verschiedenen Finanzzusagen konkret, und nun ist die zweite Bauphase – nach den wegen statischer Probleme unerwartet aufwendigen Arbeiten am Fundament – fast abgeschlossen. Der Geistliche, als Dekan nicht nur für Wladimir, sondern auch für die Gemeinden in Perm, Kirow, Nischnij Nowgorod, Jaroslawl und Iwanowo zuständig, konnte denn auch beim gestrigen Empfang im Rathaus Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens erfreut mitteilen, man werde wohl noch im Herbst das Dach auf das Gebäude setzen und dann im nächsten Jahr mit dem Innenausbau beginnen können. Wenn alles gut weiterläuft – und dafür wollen vor allem Michael Kleiner vom Erzbistum Bamberg, Jutta Schnabel, Koordinatorin des Jugendaustausches, und Wolfram Howein als Projektberater sorgen -, wäre dann die Eröffnung im Winter 2017/18 zu erwarten.

Jutta Schnabel, Wolfram Howein, Michael Kleiner, Susanne Lender-Cassens, Sergej Sujew und Alexander Koslow

Jutta Schnabel, Wolfram Howein, Michael Kleiner, Susanne Lender-Cassens, Sergej Sujew und Alexander Koslow

Parallel zu dem Besuch des Priesters, der per Pkw mit dem Gemeindemitglied Alexander Koslow angereist ist, traf heute nacht per Flugzeug eine zwanzigköpfige Studentengruppe aus der Partnerstadt  ein, die im Rahmen des seit 2004 bestehenden Austauschprogramms vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend betreut wird. Und am Sonntag, den 14. August lädt St. Sebald, von Beginn an eng verbunden mit der Rosenkranzgemeinde, auf Initiative von Kurt Reiter, in der Gemeinde zuständig für Weltkirchen, Interkulturelle Kontakte und Umwelt, um 9.30 Uhr zu einer Konzelebration mit Raimund Reinwald und Sergej Sujew sowie anschließendem Informationsgespräch mit dem Gast aus Wladimir in die Kirche und ins Pfarrzentrum an der Egerlandstraße 22 ein. Willkommen zu diesem weiteren Introitus der Zusammenarbeit zwischen Erlangen und Wladimir!

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