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Archive for 3. August 2016


Nach dem Super-Erfolg im letzten Jahr (zwei Wochen intensiver Sprachkurs für elf Personen) sollte es heuer, Anfang Juli, eine Neuauflage geben. Leider mußte der Initiator und Organisator des letztjährigen Kurses, Gerhard Kreitz, Sprecher des Freundeskreises Wladimir, aus gesundheitlichen Gründen passen. So bin ich kurzfristig eingesprungen und habe versucht, eine interessierte Gruppe zusammenzustellen. Doch bei fast allen, die ich angesprochen habe, war die sommerliche Urlaubsplanung bereits abgeschlossen. Am Ende der Bemühungen sind nur Ruth Savelsberg und ich übriggeblieben. Im Eiltempo wurde von Irina Chasowa, der Leiterin des Erlangen-Hauses, die Einladung für uns beide bei der Stadt Wladimir erwirkt, wir buchten unsererseits sofort die Flüge, und die Visaformalitäten erledigte Peter Steger, der Partnerschaftsbeauftragte. Am Schluß bin ich dann doch allein geblieben, denn der Pechvogel Ruth hatte sich kurz vor der Abreise den Fuß gebrochen und mußte, sehr enttäuscht, die Segel streichen, nicht ohne zu versichern: „Im nächsten Jahr bin ich aber dabei, hundertprozentig!“

Daniel Schmidt und Georg Kaczmarek am Flughafen Domodjedowo

Daniel Schmidt und Georg Kaczmarek am Flughafen Domodjedowo

Zum Glück stellte mir Wolfram Howein, der „Aufsichtsrat“ des Erlangen-Hauses, einen Begleiter in Person von Daniel Schmidt zur Seite. Der Heizungsfachmann der Firma Pillipp Haustechnik aus Möhrendorf entpuppte sich sehr rasch als ein ausgesprochen angenehmer Reisegenosse. Irina Chasowa hatte noch eine kurze Mail geschrieben: Hallo, Georg, ihr werdet von dem Fahrer Dmitrij mit einem Pkw abgeholt. Nach der Gepäckausgabe, beim Ausgang in der Anflughalle ist gleich rechts ein Schalter von Europcar, da wartet Ihr bitte. Sonst sind in der Anflughalle sehr viele Fluggäste und Abholer. Viele Grüße, Irina.

Rosenkranzkirche in Wladimir

Rosenkranzkirche in Wladimir

Dmitrij war da, wie angekündigt. Der Weg zum Auto und Parkplatz erwies sich allerdings als ziemlich beschwerlich. Aufgrund der Ausbaumaßnamen von Domodjedowo, stand das Auto sehr weit weg. Meine Frage, ob er  wisse, warum der Flughafen noch erweitert werde, obwohl in Moskau erst vor kurzem ein neuer, vierter Flughafen Ramenskoje nahe der Stadt Schukowskij eröffnet wurde, beantwortete er kurz und bündig „Weiß der Teufel warum!“

Gottesdienst in der Rosenkranzkirche mit Pfarrer Sergej Sujew

Gottesdienst in der Rosenkranzkirche mit Pfarrer Sergej Sujew

Die Autofahrt nach Wladimir verlief ohne größere Zwischenfälle, abgesehen von Dmitrijs blitzschnellen und gekonnten Überholmanövern – rechts vorbei an den Lastwagen, auf dem unbefestigten Schotterstreifen. (Das kannte ich schon vom letzten Jahr.) Bei einer längeren Wartezeit vor einem Bahnübergang hatte ich Gelegenheit, mich mit unserem Fahrer über sein gepflegtes Auto zu unterhalten. „Meine Autos,“ so der Mann am Steuer, “kaufe ich alle zwei Jahre in Moskau. Da habe ich meine Leute, die mir immer helfen.“ „Warum in Moskau, und nicht in Wladimir?“ fragte ich. „In Wladimir? Gott bewahre! In Wladimir ist der Zustand der Straßen so schlecht, daß die Aufhängungen bei den Autos nach kurzer Zeit kaputt gehen. Und in Moskau sind die Straßen prima. Dort kannst du bedenkenlos ein gebrauchtes kaufen.“ Einer Baustelle bei Lakinsk sei es geklagt, daß wir erst weit nach Mitternacht in der Partnerstadt ankamen.

Sergej Sujew und Georg Kaczmarek

Sergej Sujew und Georg Kaczmarek

Bevor ich von meinem Individualkurs in russischer Sprache und anderen Erlebnissen in Wladimir berichte, möchte ich auf eine besondere Mission zu sprechen kommen. Meine Erlanger Pfarrgemeinde St. Sebald ist seit Anfang der 90er Jahre bei der Unterstützung der Rosenkranzgemeinde in Wladimir sehr aktiv. Auch in diesem Jahr hat man nach einem Gottesdienst am 26. Juni eine Sonderkollekte abgehalten. Damit wollen die Katholiken der Sebaldussiedlung wieder ihre Verbundenheit mit Wladimir und Pfarrer Sergej Sujew bei der Bewältigung der schwierigen Situation in der russischen Diaspora bekunden. Der Betrag von 600 Euro soll zum Weiterbau des Pilger- und Begegnungshauses beitragen.

Neubau und Rosenkranzkirche

Neubau und Rosenkranzkirche

Ich hatte nun die Ehre, als Mitglied der Pfarrgemeinde die Spende persönlich an Sergej Sujew zu überreichen – mit den besten Segenswünschen aus Erlangen.

Georgij Kromkin an der künftigen Zufahrt zum Pilgerhaus

Georgij Kromkin an der künftigen Zufahrt zum Pilgerhaus

Wie dankbar die Zuwendung bei der Rosenkranzgemeinde angenommen wurde, hat der Geistliche in einem Schreiben zum Ausdruck gebracht.

Georgij Kromkin auf der Baustelle

Georgij Kromkin auf der Baustelle

Das Pilger- und Begegnungshaus, das hinter dem Pfarrhaus an dem Abhang entsteht, wächst stetig. Die Außenwände sollen, wie Pfarrvikar Georgij Kromkin bei der Besichtigung der Baustelle voller Stolz erzählte, bis zum Winteranfang hochgezogen und nach Möglichkeit überdacht werden, so daß bereits während der Wintermonate mit dem Innenausbau begonnen werden könnte.

Georg Kaczmarek

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