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Archive for 2. August 2016


Die Deutschen sind noch nicht aus dem Rennen um den Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Moskau via Wladimir nach Kasan. Wie jetzt die Zeitung Kommersant berichtet, bietet das Konsortium „Deutsche Initiative“, zu dem sich neben der Siemens AG, die Deutsche Bank und die Deutsche Bahn mit einer Reihe anderer Firmen zusammengeschlossen haben, seine Teilnahme an der Finanzierung der Bahntrasse an und bringt sogar mehr als zwei Milliarden Euro mit, abgedeckt durch eine Hermes-Bürgschaft der Bundesregierung. Die Bedingungen bleiben die gleichen wie für die bisherigen Alleinbieter aus China, was offenbar bei einem Treffen von Dietrich Möller, Siemens-Chef in Moskau, mit der Leitung der Russischen Staatsbahn Anfang Juli bestätigt wurde: eine Anleihe in Höhe von eineinhalb Milliarden Euro für den Bau der Infrastruktur und von 700 Millionen Euro für den Erwerb der Züge. Zudem ging bei der russischen Eisenbahnzentral ein Schreiben der Sparte Mobilität der Siemens AG ein, wo weitere zwei Milliarden Euro im Rahmen einer Hermes-Exportbürgschaft für den Technologietransfer und die Produktion von Zügen vor Ort in Aussicht gestellt werden.

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Ganz gleich sind die Ausgangsbedingungen freilich nicht: Nach Aussagen von russischen Verhandlungsführern hinken die Deutschen mit ihrem Angebot ein halbes Jahr hinter den Chinesen her, die überdies schon einen Vertrag über den Bau der „Seidenstraße“ von Moskau nach Peking unter Dach und Fach haben. Eine weitere Hürde der Deutschen stellen die Sanktionen dar, von denen dieses Geschäft zwar nicht betroffen wäre. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, befürchten wohl manche in Moskau. Ungeachtet aller möglichen Widrigkeiten haben die Russen nun eine echte Wahl, wenn es um den Bau der 770 km langen Verbindung Moskau – Kasan geht, deren Kosten auf mehr als eine Trillion Rubel insgesamt angesetzt sind und die bereits 2021 befahren und dann in Etappen weitergeführt werden soll bis Jekaterinburg, Perm, Ufa und Tscheljabinsk im Ural. Noch ist der Zug ja nicht abgefahren, aber die Deutschen müssen sich sputen, wenn sie im Lokführerhäuschen sitzen wollen.

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