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Archive for 25. Februar 2016


Unter dem Titel, „Märchenhaftes Susdal“, stellte gestern das Team von „Lestniza“ sein neues Kunstwerk vor: zweieinhalb Minuten lang ein magischer Ritt durch Raum und Zeit über und durch die Museumsstadt bei Wladimir, unterlegt mit einer Musik wie aus einer verzauberten Wundertüte und einem hellen Kinderlachen, wie es fröhlicher und süßer nicht erklingen könnte. Alles ohne Worte, weshalb wir lieber Artjom Prudentow von der Projektgruppe zu Wort kommen lassen wollen, der Gubernia 33 ein Interview zum jüngsten Geniestreich gab.

Märchenstadt Susdla

Märchenstadt Susdal

Wichtig vor allem bei Dreharbeiten ist es, die Zeit und Umstände richtig zu wählen. Dies ist von größerer Bedeutung als noch der virtuoseste Schnitt. Wir haben deshalb zwei Monate lang auf die passenden Bedingungen gewartet. Einen derartigen Tag gab es nur ein einziges Mal den ganzen Winter über. Dabei war die eigentliche Zeit für die Aufnahmen noch kürzer, drei Stunden nur, die reichen mußten, um, koste es, was es wolle, das Material für einen vollwertigen Clip aufzunehmen.

Artjom Prudentow

Artjom Prudentow

Die Bearbeitung des Materials dauerte dann ungefähr zwei Wochen, einschließlich der schwierigen Arbeit, die Illusion einer Spielzeugstadt zu erschaffen. Diesen Effekt hatten wir bereits beim Schnitt und während der Dreharbeiten erreicht. Märchenhaft sieht die Stadt hauptsächlich wegen der absichtlich oben wie unten verschwimmenden Bildrändern, was es dem Betrachter ermöglicht, sich auf das jeweils zentrale Objekt zu konzentrieren. Eine zusätzliche Rolle spielen die speziellen Farben, die den allgemeinen Stil des Clips unterstreichen. Überdies verdankt jedes Video seinen Erfolg immer zur Hälfte der Vertonung. Die klangliche Gestaltung erlaubt es, den Film rund und abgeschlossen zu machen. Sie zieht den Zuschauer noch stärker in die Atmosphäre hinein. Man muß hier das Niveau der Imagination bis an die äußersten Grenzen führen. Nehmen wir die Vertonung des Teils mit den Bäumen und Kirchen. Auf den ersten Blick ist da Glockengeläut vonnöten. Tatsächlich aber darf man aber auch nicht vergessen, dem Publikum das leise Geräusch der Straße, die Klänge des Windes, die Stimmen verschiedener Vögel und die menschlichen Schritte im Schnee zu vermitteln. Um beispielsweise den passenden Ton eines Autos zu finden, muß man sich mehr als 30 Varianten anhören, um die richtige Musik mit der Stimmung für den ganzen Clip auszuwählen reichen oft nicht einmal 300 Stücke.

Susdal

Susdal

Vorgesehen sind weitere Arbeiten in den Städten der Region Wladimir, aber auch das Großprojekt, mit Unterstützung der Verwaltungen und der Fremdenverkehrsämter einen Film über den Goldenen Ring zu drehen. Einen Verbündeten hat das Team bereits in Sergej Sacharow, dem Stadtdirektor von Susdal, der sich begeistert von der Meisterschaft des Teams zeigte und gleich zu einem Treffen einlud, um die weitere Zusammenarbeit zu besprechen.

Und, wer weiß, vielleicht schickt der Altoberbürgermeister von Wladimir die Künstlergruppe auch einmal nach Rothenburg, Erlangen und Jena, um da ein deutsch-russisches Märchen erzählen zu lassen.

Hier nun aber der Link zum Träumen mit hellwachen Sinnen: http://is.gd/5BTuud – und weil es gar so schön ist, geht es auch noch einmal zurück zu den beiden anderen, im Blog bereits vorgestellten Arbeiten von Lestniza: http://is.gd/1lFW9s

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