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Archive for November 2015


Es ist wie eine Ankunft daheim, wenn man nach elfstündiger Reise in frostklarer Nacht im Erlangen-Haus anlangt. Wie Advent eben. Herzerwärmend, heimelig. schön.

Fensterschmuck im Erlangen-Haus

Fensterschmuck im Erlangen-Haus

In den nächsten drei Tagen wird hier wieder reges Kommen und Gehen herrschen, wenn die Gäste aus Erlangen alte Freunde treffen oder neue Kontakte knüpfen und die Deutschkurse noch einmal Anlauf nehmen, bevor es in die Winterferien geht.

Prüfungszentrum Erlangen

Prüfungszentrum Erlangen

Erst vor kurzem hat das Goethe-Institut Moskau das Sprachlernzentrum Wladimir auf Herz und Nieren geprüft und dabei besonders auf die Qualität des pädagogischen Teams geachtet. Das Ergebnis: 94,4 von 100 möglichen Punkten. Ganz unglücklich sei man gewesen, berichtet Irina Chasowa, die Geschäftsführerin des Erlangen-Hauses, denn es hätten ja noch mehr sein können… Doch der Dichterfürst selbst hätte dazu wohl, gesagt: „Den lieb‘ ich, der unmögliches begehrt…“

Goethe wie er leibt und lebt im Erlangen-Haus

Goethe wie er leibt und lebt im Erlangen-Haus

Wie auch immer: Gratulation für diese herausragende Leistung! Der Großmeister der deutschen Sprache hätte sein Lob gezollt.

Bildhafte Sprache

Bildhafte Sprache

Und er hätte seine Freude gehabt an dem Streben und Bemühen hier, denn „wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen“. In diesem Sinne ist und bleibt das Erlangen-Haus Mittler zwischen den Kulturen und Menschen. Dafür danke und спасибо!

 

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„Für uns ist eine Bühne zu klein, und wir haben es auch schon einmal in Moskau erlebt, daß tatsächlich nur zwei Leute im Saal standen.“ Anatolij Andrianow, Gründer der Round Hill Band, weiß, was es bedeutet, als unbekannte Nummer vor dem Publikum zu stehen. Aber er weiß auch, wie man das Publikum gewinnt.

Round Hill Band auf der Keller-Bühne im E-Werk

Round Hill Band auf der Keller-Bühne im E-Werk

Das Quartett aus Wladimir mit seinem treibenden Grunge hätte am Donnerstag bei „Umsonst und Drinnen“ ein paar Leute mehr vor der Keller-Bühne des E-Werks verdient. Doch wer gekommen war, wurde nicht enttäuscht. Ein Song schneller als der andere, das nächste Riff immer noch ein wenig schärfer und Sprünge, die Jumping Jack Flash alle Ehre gemacht hätten. Eine Band, der man die mehr als zehn Jahre Erfahrung anmerkt. Aber ob das wirklich stimmt mit dem Lampenfieber, das, wie der Frontmann versichert, niemand aus der Gruppe vor dem Auftritt hat?

Round Hill Band 3

Maxim Kisseljow, Schamil Chabibullin, Roman Kolesnikow (in der Hocke), Jewgenij Sergejew, Pawel Porizkij, Elisabeth Preuß, Karin Lippert, Anatolij Andrianow und Stephan Beck

Szenenwechsel. Am Freitag Empfang bei Elisabeth Preuß im Rathaus, zusammen mit Karin Lippert und Stephan Beck vom Amt für Soziokultur, die seit fünf Jahren diesen einzigartigen Austausch mit ihrer Förderung erst möglich machen. Einen Austausch, den auch die beiden Politiker in der Runde unbedingt erhalten wollen, Erlangens Bürgermeisterin ebenso wie Stadtrat Schamil Chabibullin, der im Vorjahr schon am Newcomer Festival mit seiner Band Metamorphis teilgenommen hatte. Gerade auch in seiner neuen Funktion – er sitzt erst seit September im Wladimirer Stadtparlament – will er den Rockband-Austausch weiter ausbauen. Nicht von ungefähr, denn als Organisator eines Metal-Festivals und Gitarrist weiß er, was man alles voneinander lernen kann.

Round Hills Band auf der Club-Bühne im E-Werk

Round Hills Band auf der Club-Bühne im E-Werk

Und was auch bei jungen Leuten alles an Vorurteilen in den Köpfen sitzt: „Helfen kann da nur die Mensch-zu-Mensch-Begegnung hier wie dort“, weiß der Nachwuchspolitiker aus eigener Erfahrung.

Round Hills Band auf der Club-Bühne im E-Werk

Round Hills Band auf der Club-Bühne im E-Werk

Die Round Hills Band besteht aus Jungs, die einander seit der Schulbank kennen und über gemeinsame Interessen, vor allem die Musik zueinander gefunden haben. Besonders angetan hat es ihnen der Grundge, dieses „Schmuddel-Rock“, der in Seattle seine Heimat hat. Eben deshalb auch die Texte der Wladimirer in Englisch. Das Russische, so der Sänger, Anatolij Andrianow, sei dafür zu Poetisch, nicht rauh genug. Und außerdem komme es ohnehin nur auf das „Feeling“ an, und dafür stehe die Musik.

Round Hills Band auf der Club-Bühne im E-Werk

Round Hills Band auf der Club-Bühne im E-Werk

Dem Zeitraffer zum Opfer fallen der Ausflug nach Bamberg ebenso wie der Besuch des Musikermekkas in Treppendorf oder die Spaziergänge über die Weihnachtsmärkte. Wir springen auf die Club-Bühne im E-Werk, wo das diesjährige Newcomer Festival verschlankt im neuen Gewand daherkam: Erstmalig gab es vier Vorentscheide auf vier Erlanger Bühnen mit je vier Bands. Pro Vorentscheid kamen zwei Gruppen weiter und erhielten somit die Chance, sich beim Finale im E-Werk ein zweites Mal zu beweisen.  Acht Acts auf drei Bühnen an einem Abend. Da hatte man zu tun, überall reinzuhören und die Stimme für den begehrten Publikumspreis abzugeben. Denn das ist der Clou des Festivals: Die Bands werden nicht nur von der Jury bewertet, sondern vom Publikum, das den Daumen heben kann, um seinen Favoriten nach Wladimir zu schicken. Nach dem Auftritt der Round Hills Band, die auf der Club-Bühne ihre halbstündige Show so mitreißend zelebrierten, daß schon bald sogar die anfangs durchaus steifen Erlanger dem Pogo-Rausch verfielen, nach diesem Gastkonzert war dann die Zeit gekommen, die Wertungen des Abends zu verkünden:

Round Hills Band auf der Club-Bühne im E-Werk

Round Hills Band auf der Club-Bühne im E-Werk

Florian Janik, selbst in früheren Jahren Mitorganisator des Festivals, betrat die Bühne und verteilte an die glücklichen Sieger die Preise. Ganz am Ende aber erst gab Erlangens Oberbürgermeister bekannt, wer im nächsten Jahr dank dem Publikumspreis nach Wladimir darf, in die Partnerstadt, „wo man auch was von Rock versteht, wie ihr gerade hören konntet“.

Schamil Chabibullin

Schamil Chabibullin, Florian Janik, Roman Kolesnikow, Anatolij Andrianow, Paul Schütz und Milan Lukaschek von Variety Show

Es ist Variety Show, ein Trio aus dem Genre des Blues-Rocks, also eher klassischen Zuschnitts. Der Sieg überraschte freilich besonders, weil die Band an dem Abend nur als Duo aufgetreten war. „Der Baßist hat gefehlt, aber nach Wladimir nehmen wir ihn mit“, versicherte freudestrahlend der Sänger und Gitarrist, Milan Lukaschek. Gratulation!

Die Preisverleihung auf der Club-Bühne im E-Werk

Die Preisverleihung auf der Club-Bühne im E-Werk

Bleibt nachzutragen: Actin Myosin, die ja erst am vergangenen Wochenende in Murom und Wladimir aufgetreten waren, gaben das Abschlußkonzert des Abends, und heute schon reist die Round Hills Band wieder zurück in die Partnerstadt. Aber die Jungs wollen wiederkommen. Ob als Musiker oder einfach als Gäste, Ganz gleich, denn „Erlangen ist mehr als einen Besuch wert“, wie nicht nur das Beispiel von Schamil Chabibullin zeigt…

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„Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich auf diesen Augenblick gefreut habe! Endlich wieder in Erlangen! Das ist doch eine Ewigkeit her, seit ich das letzte Mal hier war!“ Und dann kommt Alexander Tichonow erst so richtig ins Schwärmen, und auf dem Weg vom Bahnhof ins Café über den Schloßplatz vergewissert sich der Gast immer wieder, erinnert diese oder jene Episode aus früheren Besuchen, macht ein Bild nach dem anderen, fragt nach Freunden. Die sind leider bei dem kurzfristig angesetzten Besuchstermin nicht alle greifbar, aber Ute Schirmer kennt sie alle, wird die Grüße weitergeben und kümmert sich bis zum Abend um den Musiker, der noch ein paar Tage zu seiner Tante nach Regensburg reisen will, die er auch schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat, bevor es Ende nächster Woche wieder nach Hause geht.

Alexander Tichonow und Ute Schirmer

Alexander Tichonow und Ute Schirmer

Gekommen ist der Wladimirer Cellist aus Ingolstadt, wo es das Georgische Kammerorchester gibt, dessen Mitglieder er 1984 während seiner Zeit in Tiflis kennengelernt hatte, – und nun Erlangen nach mehr als zehn Jahren endlich wieder. Und mit dem Ziel, vielleicht schon in den nächsten Monaten wiederzukommen, dann als Solist zu Auftritten mit einem Erlanger Orchester. Erste Gespräche laufen bereits. Noch ist nichts gewiß, aber man darf hoffen, Alexander Tichonow bald wiederzusehen und endlich wiederzuhören. Dann freilich mit einer musikalischen Hommage an sein geliebtes Erlangen.

Mehr zu dem Musiker unter: http://is.gd/Uv1ZfQ

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Unter dem Motto von Albert Einstein „Das Spiel ist die höchste Form der Erforschung“ hat im September in Wladimir das „Museum Galileo“ eröffnet. Vor allem Familien mit kleinen Endeckern finden hier alles, was sich erst mit Köpfchen durch Berührung, Experiment, Nachdenken und Selbermachen erschließt.

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Aber natürlich gibt es auch Führungen durch diese kleine Welt der Naturwissenschaften, an deren Ende man nach etwa einer Stunde gern noch bleiben kann, um alles noch einmal auszuprobieren, durchzutesten und Leonardo da Vinci zu begegnen.

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Geöffnet hat das privat eingerichtete Museum der Optik, Mechanik und Physik täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr in der ul Gagarina 5 im zweiten Stock. Hereinspaziert! Und hier gibt es – ganz ohne Worte – einen kleinen Film, der große Lust auf einen Besuch macht: http://is.gd/tkphBZ

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Zum fünften Mal in Folge nimmt nun eine Rockgruppe aus Wladimir am Newcomer Festival teil. The Boys from Wladimir are back in Town! Gestern vormittag eingeflogen, steht die Round Hills Band schon heute abend um 20.30 Uhr in der Umsonst-und-Drinnen-Reihe auf der Keller-Bühne des E-Werks. Zum Warmspielen, denn am Samstag gehört dem Quartett vor dem Finale des Newcomer Festivals ab 21.00 Uhr die Club-Bühne.

Anatolij Andrianow, Maxim Kisseljow, Maxim Kolesnikow, Jewgenij Sergejew, Schamil Chabibullin und

Anatolij Andrianow, Maxim Kisseljow, Roman Kolesnikow, Jewgenij Sergejew, Schamil Chabibullin und Pawel Porizkij

Wenn man einmal von der Ukraine und Weißrußland absehe, so Anatolij Andrianow, sei die Band in ihrer nun schon zwölfjährigen Geschichte noch nie im Ausland gewesen. Da kann man sich vorstellen, mit welcher Spannung die Jungs die beiden Konzerte erwarten. Bange ist ihnen freilich nicht, wenn sie daran denken, wie erst am vergangenen Wochenende die Erlanger Band Actin Myosin in Murom und Wladimir vom Publikum gefeiert wurde. Da will man sich gerne revanchieren. Und dann sind ja auch noch als Verstärkung im Troß der eben erst in den Wladimirer Stadtrat gewählte Schamil Chabibullin, der im Vorjahr schon mit Metamorphis in Erlangen auftrat, und Roadie Pawel Porizkij.

Maxim, Jewgenij, Anatolij und Roman

Maxim Kisseljow, Jewgenij Sergejew, Anatolij Andrianow und Roman Kolesnikow

Mit richtig krachendem Grunge will man aufwarten, der in den russischen Klubs und Konzertsälen von Moskau bis Magnitogorsk für Pop-Punk-Stimmung sorgt. Manchmal sogar im Wechselspiel mit Bands aus den USA oder Israel – oder eben mit Actin Myosin, deren Scheiben sich Anatolij Andrianow, Frontmann und Gründer der Round Hills Band, in den letzten Tagen als Dauerschleife angehört hat. Bleibt nur noch das Rätsel um den Namen der Gruppe zu lösen. Doch dessen eindeutige Enträtselung würde wohl den metaphorischen Schöpfungsmythos des Ensembles auflösen. Manche sollen ja die Round Hills mit gewissen weiblichen Rundungen assoziieren, aber das, so heißt es mit einem Augenzwinkern, sei nicht beabsichtigt gewesen. Na ja, Thin Lizzy hat ja auch so einen Namen mit einer weiblichen Genese, so hart der Rock auch sein mag: http://is.gd/YcdepR

Und hier gibt’s mehr zu lesen und zu hören von der Round Hill Band: http://is.gd/EIj9QY

 

 

 

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Aus „persönlicher Abneigung“ hat in der Nacht vom 22. auf den 23. November im Wladimirer Regionalkrankenhaus ein Patient seinen Bettnachbarn erstochen. Der 58jährige Täter stammt aus der Kreisstadt Koltschugino und war wegen eines Herzinfarkts in Behandlung. Das Opfer, ein 84jähriger Wladimirer, habe ihn, wie er gegenüber der Polizei angab, mit seinem ständigen Gebrabbel genervt. Mehrere Stiche in Hals und Brust führten offenbar so schnell zum Tod, daß selbst in einem Krankenhaus jede Hilfe zu spät kommen mußte.

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Der genaue Tathergang ist noch nicht öffentlich, deshalb läßt sich in Abwandlung des bekannten Schillerworts nur sagen: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden sterben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Und zeitlos gültig vom gleichen Dichter: „Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken, / verderblich ist des Tigers Zahn, / jedoch der schrecklichste der Schrecken, / das ist der Mensch in seinem Wahn.“

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Nach neuesten Angaben des Staatlichen Amtes für Statistik liegt die Arbeitslosenrate in der Russischen Föderation bei 5,5%. Demnach sind landesweit gegenwärtig 223.000 Menschen ohne feste Beschäftigung. 34,6% von ihnen finden in der Regel innerhalb von drei Monaten eine neue Stelle, 26,4% rechnet man zu den sogenannten Langzeitarbeitslosen, die ein Jahr oder länger auf Arbeitssuche sind. Zum Vergleich: In Deutschland ist deren Anteil mit 44% fast doppelt so hoch.

Ich suche Arbeit

Ich suche Arbeit

Die Region Wladimir weist eine Quote von 5,7% auf; höher liegt sie in den zentralrussischen Gouvernements nur noch in der Oblast Twer. Anders ausgedrückt von den 767.700 Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 62 Jahren werden 43.500 als arbeitslos geführt. Interessant vielleicht noch der Beschäftigungsgrad, also das Verhältnis der Beschäftigten zur Gesamtbevölkerung. Diesen Parameter weisen die Statistiker für die Region Wladimir mit 67,5% aus, etwa fünf Prozent niedriger im Vergleich zum bundesdeutschen Durchschnitt. Aber das ist ja immer so eine Sache mit der Gegenüberstellung von Statistiken.

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