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Archive for 26. Oktober 2015


In ihrem ersten großen Interview nach einem Monat der Amtsführung bekennt Wladimirs neues Stadtoberhaupt, Olga Dejewa, gegenüber dem Internetportal Pro Wladimir, ihr Arbeitstag ziehe sich nun noch mehr in die Länge. Denn auch wenn die Oberbürgermeisterin ankündigt, im nächsten Jahr ihr Amt als Leiterin des Ortsverbands des Russischen Kreuzes niederzulegen, bleibt doch neben der – bisher noch – ehrenamtlichen politischen Funktion ihre hauptamtliche Tätigkeit als Chefin des städtischen Sozialwerks. Im Stadtrat werden deshalb die Stimmen immer lauter, die fordern, den Posten des Stadtoberhaupts – wie schon in der Vergangenheit – zu dotieren und nicht länger ehrenamtlich führen zu lassen. Olga Dejewa selbst meint allerdings, man solle da nichts überstürzen, sie komme bisher mit ihren verschiedenen Aufgaben, wozu auch der Vorsitz im Stadtrat gehört, ganz gut zurecht, und in ein paar weiteren Wochen könne man ja immer noch Bilanz ziehen und dann entscheiden.

Olga Dejewa

Olga Dejewa

Auf ihre Verhältnis zu ihrem Vorgänger, Sergej Sacharow, dem jetzigen Stadtdirektor von Susdal, angesprochen, zeigt sich Olga Dejewa ganz in der Tradition der Fortsetzung guter Beziehungen zu Erlangen:

Bis zum Ende seiner Amtsführung ging ich immer in aller Ruhe zu ihm, um Projekte zu besprechen. Wir arbeiteten eng im Bereich der internationalen Beziehungen mit der Partnerstadt Erlangen zusammen. Das Rote Kreuz kooperierte unter seiner Mitwirkung mit den Erlangern bei der Umsetzung von Projekten, die bei Ausschreibungen regelmäßig städtische Zuschüsse erhielten.

Olga Dejewa im Interview

Olga Dejewa im Interview

Zu sich selbst gibt Olga Dejewa zu Protokoll, sie wolle bei Problemen nicht auf den Tisch hauen, sondern lieber taktisch und diplomatisch vorgehen, wenn jemand auf dem Holzweg sei. Als „Arbeitstier“ bezeichnet sie sich und als Kämpfernatur, ausgezeichnet durch Disziplin. Keinen einzigen Arbeitstag in ihrem Leben habe sie bisher blau gemacht, und dank ihrer politischen Tätigkeit in der Partei Einiges Rußland habe sie gelernt, mit Menschen umzugehen und Entscheidungen zu treffen. Beste Voraussetzungen also für die kommenden fünf Jahre ihrer Amtsführung.

Stadtdirektor Andrej Schochin und Stadtoberhaupt Olga Dejewa

Stadtdirektor Andrej Schochin und Stadtoberhaupt Olga Dejewa. Photos: Dmitrij Resnikow

Bleibt nur noch die Frage nach der Familie, die ja nun zu kurz kommen könnte. Aber auch dieses Thema sieht Olga Dejewa entspannt, denn sowohl Tochter als auch Ehemann hätten Unterstützung zugesagt. Nur die Enkelin klagt schon ein wenig darüber, die Oma jetzt seltener zu sehen. Dafür sagt sie stolz: „Jetzt bin ich die Bürgermeisterenkelin.“

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