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Archive for 17. Oktober 2015


Der Wladimirer Blogger, Michail Igorjewitsch, hat dieser Tage mit zwei Freundinnen eine Tour durch vier Ortschaften in der Region Wladimir unternommen, die sich mit zwei Dutzend weiteren an dem Wettbewerb „Das schönste Dorf“ beteiligen. Wir folgen heute dieser Reise in Wort und Bild mit ganz unerwarteten Einblicken in ein Leben, das den Wladimir-Reisenden aus Erlangen in aller Regel vor allem aus Zeitgründen verborgen bleibt.

По деревням и весям
Unser erster Halt, Golowino, liegt im Landkreis Sudogda. Eine der Sehenswürdigkeiten ist die Kirche St. Ambrosius Optinskij, geweiht im Oktober 2009.
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Bezeichnend, daß hier die Leute sogar zur Kirche mit dem Fahrrad kommen. Hier leben etwa 4.000 Menschen. Ich denke, hier kennt wohl jeder jeden.

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Neben der Kirche befindet sich das Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. Und auf der gegenüberliegenden Seite steht das Frauengefängnis, das der Ortschaft zu einem gewissen Bekanntheitsgrad verhalf. Doch davon wissen fast alle, weshalb wir dieses Thema hier nicht aufnehmen wollen.
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Vor der Kirche liegt ein Spielplatz, der erst vor kurzem eingerichtet wurde. Bisher ist fast alles noch vorhanden, sprich der Vandalismus ist hier praktisch noch nicht in Erscheinung getreten.
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Weiter geht’s in die Schule von Golowino. Gleich neben dem Eingang hängen Gedenktafeln, damit die jüngere Generation die Helden ihres Ortes kenne und nicht vergesse.
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Im Museum der Schule erzählte man uns, wie hier früher unterrichtet wurde, welche Fächer es gab u.s.w.
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Gegenüber der Schule liegt das Haus der Kultur, und auf dem Weg dorthin hat man ein neues Denkmal zum 70. Jahrestag des Sieges errichtet. Es heißt, es habe mehrere Projekte gegeben, doch die Dorfbevölkerung habe sich just für diese Variante entschieden. Im Hintergrund ist ein Bühne zu sehen, wo verschiedene Massenveranstaltungen stattfinden.
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Im Haus der Kultur erwartete uns eine Überraschung in Person des Ehepaars Kunow, bekannt in der ganzen Region – und vielleicht sogar schon darüber hinaus – für ihr Kunsthandwerk und ihre Arbeiten aus Birkenrinde. Sie erzählten von ihren vielen Reisen zu Ausstellungen und Meisterkursen, die sie geben. Ausgesprochen interessante und kreative Leute.
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So sehen ihre Arbeiten aus. Kulturelle Traditionen sollte man schließlich erhalten.
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In einem weiteren Ausstellungsraum sind die Leistungen des Hauses der Kultur zu sehen. Hier kann man auch Schach, Dame oder Darts spielen.
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Und hier sind Taja und Natascha, meine beiden Reisebegleiterinnen, zu sehen.
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Weiter geht es zur Produktion von Holzartikeln, ins größte Werk am Ort. Transportmittel Nummer 1 ist das Fahrrad. Es gibt mehrmals am Tag eine Busverbindung mit der Hauptstadt der Region, im Abstand von einigen Stunden, weshalb das Rad hier unersetzlich für alle die ist, die kein Auto ihr eigen nennen.

 

 

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In dem Kleinbetrieb stellt man verschiedene Artikel für Datschenbesitzer her, darunter auch dekorative.
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Und so sieht das Werk aus.
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Eine Produktion mit geschlossenem Kreislauf; sogar die Späne werden wiederverwendet.
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Die nächste Station ist das Kirchdorf Moschok im Landkreis Sudogda.
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Hier erlaubte man uns einen Spaziergang durch den Ort, um zu sehen, wie sich die hiesigen Menschen an das Leben, fern der großen Städte gewöhnt haben. Ich wollte unbedingt sehen, was sich hinter dieser Tür verbarg, aber sie war versperrt.
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Und hier haben wir die Mariä-Entschlafens-Kirche, die 1802 erstmals erwähnt wurde.
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Mitte der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde die Kirche geschlossen. Erst 1980 erlaubt man der Gemeinde, sich ihrer wieder anzunehmen und sie zu renovieren. Man setzte Fenster ein und und nahm die eine oder andere Verschönerungsarbeit in Angriff. Anfang der 90er Jahre wurde die Kirche wiedereröffnet und steht seither den Gläubigen wieder zur Verfügung.
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Moschok ist ein typisches russisches Dorf mit alten, aber noch einsatzbereiten Schleppern.
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Mit einem Weiher voller Enten.
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Und mit vielen ulkigen Tieren, von denen später die Rede sein wird.
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Neben der Kirche steht ein Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs.
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Auch hier ist das am meisten verbreitete Verkehrsmittel das Fahrrad. Auf dem zweiten Platz liegt der Traktor.
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Es geht weiter. Hier haben wir schon die Schule in Butylizy, einem Kirchdorf im Landkreis Melenki.
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Hier gibt es viele Museumsräume, voller Werke von Schülern. Sogar ein eigener Laden findet sich hier, wo jeder die Möglichkeit hat, seiner Hände Werk abzugeben, das ein anderer dann erwerben kann. Die Preise sind zum Lachen.  ,
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Hier gibt es auch den Kinderverband „Rodnik“. Wenn nicht alles täuscht, ist diese Bewegung eng mit der Umwelt verbunden. Schöne Sache.
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Der zweite Stock ist der Dorfgeschichte gewidmet, und hier befindet sich auch der Raum des „Kriegsruhms“ der Dorfbewohner.
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An einer der Wände der Schule hängen motivierende Tafeln: „Sei glücklich in dieser Welt!“
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Es folgt ein Gang durchs Haus der Taxidermie. Gleich am Eingang werden wir von einem präparierten Tier begrüßt.
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Der Hof des Präparators ist einfach malerisch. Hier kann man jede Menge interessanter Objekte finden, daruner auch die Statue einer Göttin.
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Doch vor allem begegnet man hier allen möglichen ausgestopften Vögeln.
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Und so sieht das Alltagsleben dieses Meisters seines Fachs aus. Offenbar läßt er sich hier auch inspirieren.
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An der Ein- oder Ausfahrt steht dieses Plakat mit der Aufschrift: „Lebe und blühe, unser Heimatdorf!“. Sieht recht effektvoll aus. Wäre nicht verkehrt, solche Schilder in allen Dörfern und Orten aufzustellen.
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Wie in den vorhergehenden Ortschaften suchte ich auch hier nach dem Denkmal für die Gefallenen.
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Und hier haben wir die Kirche St. Nikolaj des Gottgefälligen. Heuer feiert sie ihr 180. Jubiläum. Seit vielen Jahren finden hier wieder Gottesdienste statt, renoviert wurde sie mit Hilfe von Bürgerinitiativen und Mäzenen.
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Unsere vorletzte Station war die Kirche Schutz Schelesino, gelegen bei Terenino. Höchst interessant von der Geschichte der Entstehung des Gotteshauses zu hören, aber leider war es zu viel der Information, und nicht alles ist hängengeblieben. Nur noch Fragmente sind in der Erinnerung, etwa, daß die Kirche mehr als 460 Jahre alt sein soll. es heißt, Iwan der Schreckliche sei auf seinem Heereszug nach Kasan hier vorbeigekommen.
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Unterdessen machte sich die Sonne bereits daran, allmählich hinter dem Horizont zu verschwinden.
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Wir wurden noch in die Kirche gelassen. Immerhin wurde ja am 14. Oktober das hohe Fest Mariä Schutz begangen.
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Abschließend besuchten wir noch das Dorf Nadjeschdino im Landkreis Seliwanowo. Hier wurden wir mit Liedern und Tänzen empfangen.
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Traditionsgemäß zeigte man uns das Haus der Kultur und stellte uns die hiesigen Traditionen vor.
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Ich warf einen Blick in die Noten und fand den Text des Liedes „Kein Grund zur Trauer…“ Hier finden auch verschiedene Konzert und Disko-Abende statt. Zu einem Eintritt von 20 Rubeln.
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Das Schild könnte man bei Gelegenheit erneuern, ansonsten gewannen wir hier recht angenehme Eindrücke.
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Während sich meine Begleiterinnen den Genüssen der kulturellen Entwicklung von Nadjeschdino hingaben, machte ich einen Spaziergang. So sieht das Gebäude der Dorfverwaltung aus. Nicht eben super, aber funktional. Ich erinnere daran, daß bei mir daheim das Gebäude der „Russischen Post“ um einiges schlechter aussieht, obwohl es in der Hauptstadt unserer Region steht.
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Wie überall, so auch hier die Suche nach dem Denkmal für die Gefallenen.
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Das einzige Gebäude, das man nach dem Suchbegriff „Dorf Nadeschdino“ im Internet findet, ist das Freizeitzentrum von Nadjeschdino. Dies setzte denn auch den Schlußakkord unserer Reise.
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Jedes Dorf, jeder Ort, jede Siedlung ist auf ihre Weise schön. Überall gibt es etwas von besonderer Art, etwas mit Anziehungskraft. Man sieht die Arbeit einer aktiven Bevölkerungen vor Ort. Ob es nun stimmt oder nicht, daß immer mehr junge Leute zurück aufs Land kommen und die Großstädte verlassen, jedenfalls kann man sagen, daß das Dorf „lebt“. Die Jury, die entscheiden soll, welches Dorf den Zuschlag bei dem Wettbewerb erhält, steht vor einer verdammt schweren Aufgabe. Vielen Dank für die Möglichkeit, diese interessanten Orte unserer schönen Regione kennenlernen zu können.

Und wir schließen mit dem Dank an den Autor, uns an seiner Tour virtuell teilhaben zu lassen.

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