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Archive for 16. Oktober 2015


Vorgestern feierte die orthodoxe Christenheit das Fest Mariä Schutz. Da bietet es sich an, zumal zum 850. Jahrestags der Errichtung der Kirche Mariä Schutz und Fürbitt an der Nerl, eine Prozession zu machen vom Frauenkloster Bogoljubowo aus bis zu dem Gotteshaus, das zu den Juwelen der altrussischen Baukunst zählt.

Bogloljubowo 1

Fast einen Kilometer lang soll der Zug gewesen sein, berichtet der Sender Zebra, von dem auch die Bilder dieses Berichts entliehen wurden. Nonnen, Wehrdienstleistende, die hohe Geistlichkeit, Gläubige, sie alle wollten dabei sein, wenn es nach dem Festgottesdienst hinaus ging zu dem Gotteshaus, das erst vor wenigen Tagen wieder geweiht wurde.

Bogoljubowo 2

Seit der Sowjetzeit hatte Mariä Schutz und Fürbitt nur als Sehenswürdigkeit gedient und für Touristen offengestanden, die sich für Architektur und Kirchengeschichte interessierten. Nun, 850 Jahre nach seiner Errichtung, erklingen wieder die Gebete und Lieder der orthodoxen Liturgie.

Bogoljubowo 3

Seit 1992 zählt die Kirche zum Weltkulturerbe der UNESCO. Ihr Überleben verdankt sie dabei eher einem glücklichen Zufall denn menschlicher Vorsehung. In den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts wäre der Sakralbau nämlich beinahe abgerissen worden. Aber da sich Auftraggeber und Auftragnehmer nicht über den Preis einigen konnten, blieb das Gotteshaus am Ufer der Nerl stehen. Nicht einmal die alljährlichen Frühlingsüberschwemmungen der Flußauen konnten dem Bau bisher etwas anhaben, denn die alten Meister hatten ihr Werk auf einem aufgeschütteten und befestigten Hügel errichtet, der bis heute den Fluten standhält und das Kunstwerk über den Wassern scheinbar schwerelos schweben macht.

Bogoljubowo 4#

Eine der ersten Kirchen der alten Rus wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt, hat eine spirituelle Anmutung, die zeigt, welchen Platz die Orthodoxie mittlerweile wieder in der russischen Gesellschaft einnimmt. Gleich wie man dazu stehen mag. Die Kirche ist wieder da, – Maria zu Ehren und ad majorem goriam Dei.

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