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Archive for 18. September 2015


„Und dann, mit einem Male, war die Erinnerung da. Der Geschmack war der jener Madeleine, die mir am Sonntagmorgen in Combray…“ Na ja, Sie wissen schon, wie es weitergeht in der „Suche nach der verlorenen Zeit“ von Marcel Proust, wie Geruch und Geschmack, von einem unscheinbaren Gebäck stimuliert, synästhetisch alles, was vergessen geglaubt, wiedererstehen lassen und, vertraut man dem Autor, überhaupt am Anfang seines zehnbändigen Werk stehen.
Quelle: dvorec.ru

Quelle: dvorec.ru

Wir weniger feinsinnige Zeitgenossen brauchen zur Auffrischung unseres Gedächtnisses stärkere Reize: Reiseandenken, eß- oder trinkbare Mitbringsel oder ein Parfum. An Souvenirs herrscht in Wladimir freilich kein Mangel – von Matrjoschkas bis zu Glas- und Porzellanartikeln -, auch Lebkuchen aus Pokrow oder hochprozentigen Genuß aus der Brennerei der Partnerstadt finden sich reichlich in den Koffern der Heimkehrer, aber nun erwartet die Gäste ein ganz neues Erzeugnis: Auf die Idee eines gewissen Michail Samojlow hin, von den Medien als „Wladimirer Aktivist“ bezeichnet, haben Parfumeure in Moskau den besonderen Duft der Stadt an der Kljasma nachempfunden und chemisch rekonstruiert. In drei Varianten – Kirsche, Apfel und frisches Brot. Ab sofort in 30-ml-Flakons im lokalen Handel zu haben, die beiden fruchtigen Noten eher für Damen geeignet. Gegenwärtig tüftelt man übrigens auch schon an einer Kreation für Susdal, das unter anderem mit dem Duft von Heu assoziiert wird. So ist sie sicher einfacher, die Suche nach der verlorenen Zeit.

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