Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for 5. September 2015


Die vierjährige Amtszeit von Sergej Sacharow endet nach den Kommunalwahlen am 13. September und der für eine Woche danach anberaumten konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrats, der aus seiner Mitte ein neues Stadtoberhaupt bestimmt, das gemeinsam mit einem City-Manager bis 2019 die Geschicke der Partnerstadt lenken soll. Der 1968 in Wladimir geborene Ingenieur und Geschäftsmann, der bereits vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister drei Amtsperioden lang im Regionalparlament politische Erfahrung gesammelt hatte, sah sich immer in der guten Tradition seiner Vorgänger, Igor Schamow und Alexander Rybakow, und widmete der Entwicklung der Städtepartnerschaft seine ganz besondere Aufmerksamkeit.

Albrecht Schröter, Sergej Sacharow und Siegfried Balleis

Albrecht Schröter, Sergej Sacharow und Siegfried Balleis

Besonders am Herzen lag ihm stets die vor sieben Jahren geschlossene Dreiecksverbindung Erlangen – Jena – Wladimir, weshalb er in den so kurzen drei Tagen seines Abschiedsbesuchs vorgestern auch gern die Einladung seines Amtskollegen, Albrecht Schröter, annahm, ihn zusammen mit Erlangens Altoberbürgermeister, Siegfried Balleis, zu besuchen. Gerade dieses Trio nämlich ist es, das in der deutsch-deutsch-russischen Städteachse entscheidende Akzente setzte, vor allem im Bereich des Jugendaustausches, aber auch im Rettungswesen oder in der medizinischen Zusammenarbeit.

Sergej Sacharow und Wolfgang Morell

Sergej Sacharow und Wolfgang Morell

Selbst aufgewachsen in einem Haus, das von deutschen Kriegsgefangenen gebaut worden war, und beruflich gestartet im Traktorenwerk, wo tausende von ihnen arbeiteten, fühlte sich Sergej Sacharow immer ganz innig mit den Veteranen verbunden. Seine Freundschaft mit Wolfgang Morell, der bereits Anfang 1942 als einer der ersten Gefangenen überhaupt nach Wladimir gekommen war, hat schon etwas von einem Sohn-Vater-Verhältnis. Mehr noch: Der Gast überbrachte wieder einmal die besten Grüße der Veteranen aus Wladimir, nahm selbst Post für diese mit, erlebte ein weiteres Mal, wie beglückend gelungen die Aussöhnung der Generation der einstigen Feinde ist.

Dietmar Hahlweg, Dirk Krüger und Sergej Sacharow

Dietmar Hahlweg, Dirk Krüger und Sergej Sacharow

Und wie vollendet damit das 1983 begonnene und so staunenswerte Friedenswerk von Altoberbürgermeister Dietmar Hahlweg ist, der sich gestern zwei Stunden Zeit nahm, um Sergej Sacharow per Fahrrad durch Erlangen zu führen. Mit vielen kleinen Zwischenhalts, nicht nur, um die Verkehrspolitik zu erläutern und Stationen der Geschichte zu zeigen, sondern weil da immer wieder Menschen am Weg waren, die mit der Städtepartnerschaft verbunden sind, so wie Dirk Krüger vom Eigenbetrieb Stadtentwässerung, der Mitte des Monats wieder nach Wladimir reisen wird.

Sergej Sacharow und Dietmar Hahlweg

Sergej Sacharow und Dietmar Hahlweg

Bevor es gestern schon wieder nach Hause ging, besuchte der Gast auf eigenen Wunsch zusammen mit Oberbürgermeister Florian Janik noch das Erstaufnahmelage für Flüchtlinge. Ein aufwühlender Eindruck für Sergej Sacharow, der sich als Freund Erlangens angesichts der Herausforderungen durch diese Migration ernste Sorgen um den Zusammenhalt der Europäischen Union macht, der seinem Amtskollegen und Freund aber auch zusagen kann: „Gleich in welcher Funktion, Erlangen und der Städtepartnerschaft bleibe ich verbunden, und ich werde meine so guten Erfahrungen mit Euch weitergeben an alle, die nach der Wahl Verantwortung für unsere Zusammenarbeit tragen. Für immer verabschieden will ich mich deshalb auch nicht von Euch. Ich komme bestimmt wieder und bleibe Erlangen in Freundschaft erhalten.“

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: