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Archive for 11. Juni 2014


Kaum zuvor wußten wir so früh im Jahr schon so viel über unsere Austauschgruppe – 16 jungen Leute von der Wladimirer Universität und der katholischen Rosenkranzgemeinde werden im Sommer nach Erlangen kommen, vor allem Studenten der Sozialarbeit, um hier mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Erlangen zehn Tage „Jugendlich sein“ in Deutschland kennenzulernen. Nun machten wir uns also zu dritt aus dem Vorbereitungsteam des BDKJ nach Wladimir auf, um die Gruppe kennenzulernen und unseren gemeinsamen Sommer vorzubereiten. Wir Erlangerinnen, Sabrina Pfau und Jutta Schnabel aus dem Erlanger BDKJ-Team, hatten dieses Mal Begleitung von oben dabei: Claudia Gebele, Diözesanvorsitzende des BDKJ Bamberg und seit neuestem unsere Unterstützerin nicht nur in Sachen Jugendaustausch, wagte sich mit uns auf die Fahrt ins für sie Unbekannte.

Trotz der guten Vorbereitung fuhr dieses Mal allerdings ein kleines nagendes Fragezeichen mit: Wird durch die Ukraine-Krise, die so ein klammes Gefühl von Kaltem Krieg wiederaufleben ließ, jetzt etwas anders werden? Kann die Ukraine zu einem Streitpunkt werden zwischen Freunden?

Treffen mit den Freunden auf dem Gelände der Rosenkranzgemeinde

Treffen mit den Freunden auf dem Gelände der Rosenkranzgemeinde

Angekommen im katholischen Pfarrheim in Wladimir, war allerdings alles erst einmal wie zuvor: ein herzlicher Empfang, ein Teller Borschtsch und freundliche Worte zum Tee – und viele Themen, die wesentlich näher lagen als die Ukraine: Wie nett die neue Austauschgruppe wäre, was es Neues in der Erlanger und Wladimirer Lokalpolitik gibt, ein Bericht über unsere Erlanger Vorbereitungen. Schon am nächsten Tag holte uns dann allerdings die Tagespolitik ein. An der Uni stellten wir in einem kurzen Vortrag zusammen mit Prof. Jewgenij Arinin unseren Austausch Studenten vor und erzählten über die verschiedenen Schwerpunkte wie Jugendarbeit, Geschichte, Religiöses, Soziales und Begegnung. In der Diskussionsrunde schließlich war die Frage da, allerdings ganz anders formuliert als erwartet: „Müssen wir als Russen jetzt Angst haben in Deutschland? Werden die Leute unfreundlich sein?“

Hat sich für unsere Begegnung etwas verändert durch die Ukraine-Krise? Laut den Tageszeitungen bestimmt! Aber wird es anders sein, wenn wir nach Nürnberg ins Doku-Zentrum fahren oder abends zusammen am Lagerfeuer sitzen? Werden wir weniger Spaß zusammen haben als letztes Jahr? So betrachtet war die Antwort nun gar nicht mehr so schwierig zu beantworten: Nein, an unserer Zeit zusammen wird das nichts ändern, auch nicht daran, wie wir einander begegnen. Vielleicht hören wir dann ein wenig genauer hin, wenn es um manche Themen geht. Aber Angst? – Die braucht bestimmt niemand voreinander haben, weder hier noch dort.

Denn auch wir drei Vorbereiter haben die fünf Tage in Wladimir genossen, weil wir Freunde besuchten: In dem Sonntagsgottesdienst der katholischen Gemeinde konnten wir Spenden, die aus Sammlungen in den katholischen Gemeinden in Erlangen und vom Förderverein Nadjeschda stammten, an Pfarrer Sergej Sujew übergeben. Deren Projekt, der Bau eines Pilgerhauses auf dem ideal gelegenen Grundstück der Kirche im Zentrum Wladimirs, konnte somit wieder etwas weiter unterstützt werden, und im Anschluß an den Gottesdienst konnten wir uns auch selbst ein Bild von dem aktuellen Stand der Baumaßnahmen machen.

Empfang bei Oberbürgermeister Sergej Sacharow mit Pfarrer Sergej Sujew mit den Wladimirer Freunden für sss und Sabrina Pfau (links im Bild) sowie Jutta Schnabel (ganz rechts im Bild)

Empfang bei Oberbürgermeister Sergej Sacharow mit Pfarrer Sergej Sujew mit den Wladimirer Freunden für Claudia Gebele und Sabrina Pfau (links im Bild) sowie Jutta Schnabel (ganz rechts)

Freundlich war auch der Empfang bei Bürgermeister Sergej Sacharow, dem wir zusammen mit Teilnehmern des diesjährigen Austausches über die geplante Begegnung berichten und neben unseren Erlanger Gastgeschenken auch Grüße aus Bamberg als Sitz der Erzdiözese übermitteln konnten. Eine lange Freundschaft verbindet uns schließlich auch mit dem dritten Partner im Jugendaustausch, der orthodoxe Jugendgemeinde St. Georgij, die dieses Jahr zwar keine Teilnehmer nach Deutschland schicken wird, doch unsere Begegnung in Wladimir weiterhin begleiten will, wie wir bei unserer Zusammenkunft erfuhren.

Nach Treffen mit allen unseren Partnern sind nun also die Weichen gestellt: Unsere deutsche Gruppe steht in den Startlöchern, um von 7. bis 17. Juli die Gäste aus Wladimir aufzunehmen, gemeinsame Ausflüge nach Nürnberg, Bamberg und Weimar zu unternehmen und auf unserem „Äktschn-Wochenende“ in der Fränkischen Schweiz das gemeinsame Zeltlager-Feeling zu testen. Nur ein paar Gastfamilien suchen wir noch, aber die haben sich in Erlangen noch immer gefunden. Und schließlich werden wir uns selbst vom 12. bis 22. August aufmachen nach Wladimir und uns von unseren Partnern in den russischen Sommer entführen lassen. Zwei Plätze haben wir noch frei. Wer also die Abenteuerlust mitbringt, dem garantieren wir unvergeßliche Erlebnisse und neue Freunde!

Spendenübergabe an Pfarrer Sergej Sujew: Sabrina Pfau und Cornelia Gebel

Spendenübergabe an Pfarrer Sergej Sujew: Sabrina Pfau und Claudia Gebele

Wir drei Vorfahrer jedenfalls kommen auch diesen Sommer wieder nach Wladimir, denn was auch immer die Tagespresse sagt über das Verhältnis zwischen Deutschen und Russen, wir kommen zurück zu Freunden.

Weitere Infos zu unserem Austausch findet man auf Facebook unter: http://is.gd/29sHKF und Angebote wegen Gastfamilien oder Fragen zu den Begegnungen sind zu richten an: russland@kj-erlangen.de

Jutta Schnabel

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