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Archive for 23. Februar 2014


Sie tun sich beide schwer, schon jetzt, am Ende ihres zehntägigen Aufenthalts in Erlangen und im Bayerischen Wald, beim gestrigen Abschiedsabend die Frage von Jürgen Ganzmann, dem Vordenker und fachlichen Projektpartner des Blauen Himmels, nach den stärksten Eindrücken und den für sie wichtigsten Anregungen zu beantworten. Olga Andrijenko, die als Psychiaterin mit psychotherapeutischer Zusatzausbildung das Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik in Penkino bei Wladimir leitet, und ihre Chefpädagogin, Marina Goljakowa, wollen und können da noch nicht werten.

Jekaterina Tscherepanowa, Marina Goljakowa und Olga Andrijenko mit Jürgen Ganzmann und Wolfram Howein

Jekaterina Tscherepanowa, Marina Goljakowa und Olga Andrijenko mit Jürgen Ganzmann und Wolfram Howein

Von der Jugendfarm haben sie die Anregung mitgenommen, möglichst bald auch Tiere in die Therapie einzubeziehen. Einen Anfang könnte man mit Hühnern machen, die sich im Sommer auf dem Grundstück an der Kljasma glücklich picken und im Dorf bei einem Bauer überwintern dürfen. Den Gärtner der WAB Kosbach würde man am liebsten gleich morgen einladen, bei der Gestaltung der Außenanlagen in Penkino zu helfen, und in den Werkstätten der Barmherzigen Brüder Gremsdorf haben die beiden gelernt, wie einfach es sein kann,  Beschäftigungstherapie zu organisieren, etwa mit einer Strickmaschine zum Selbermachen, die Marina Goljakowa gleich als Blaupause für eigene Entwürfe mitgenommen hat.

Marina Goljakowa, Olga Andrijenko und Jekaterina Tscherepanowa mit ihrem Schneebären

Marina Goljakowa, Olga Andrijenko und Jekaterina Tscherepanowa mit ihrem Schneebären

Und dann die Winteruniversität: „Eine Woche wie ein ganzes Leben“, so umschreibt Marina Goljakowa die Tage in Haidmühle, wo sie und Olga Andrijenko zum ersten Mal so richtig vor Augen geführt bekamen, was es denn überhaupt mit der Erlebnispädagogik auf sich hat, was sie den Kindern für Angebote macht.

Marina Goljakowa, Olga Andrijenko und Jekaterina Tscherepanowa mit ihrem Schneehasen

Marina Goljakowa, Olga Andrijenko und Jekaterina Tscherepanowa mit ihrem Schneehasen

Wobei ja die beiden einzigen russischen Teilnehmerinnen an der Veranstaltung unter dem Motto „Weiß – Blau – Kalt“ all die Themen wie „Winter und Schnee als Elemente der Erlebnispädagogik“, „Aktuelle Themen der Erlebnispädagogik“, „Problemlösungsaufgaben und Interaktionsübungen“, „Schnee als Baustoff: Iglus, Labyrinthe, Skulpturen“, „Gefahren und Risiken der winterlichen Erlebnispädagogik“ und die Wintertour mit Schneeschuhen und auf Skiern für ihre Kinder mit psychischen Behinderungen adaptieren müssen. Und auch die räumlichen, rechtlichen und personellen Gegebenheiten vor Ort im Blauem Himmel sind zu beachten.

Olga Andrijenko in ihrem Iglu

Olga Andrijenko in ihrem Iglu

Eines haben die beiden aber unbedingt gelernt: Sie müssen noch viel stärker interagieren. Vor Ort im Dorf Penkino mit der ansässigen Bevölkerung – etwa durch einen Tag der Offenen Tür -, mit dem benachbarten Veteranensanatorium, wo die Kinder aus dem Blauen Himmel schon mitunter kleine Auftritte veranstalten, woher man aber auch Gäste einladen könnte, um den jungen Patienten vorzulesen, Geschichten zu erzählen. Und auf jeden Fall will man mehr Studenten der Sozialpädagogik, Psychologie und Psychiatrie von der Universität Wladimir zu Praktika einladen.

Marina Goljakowa in der Schneefestung

Marina Goljakowa in der Schneefestung

Stichwort „Studenten“: An der nicht von ungefähr „Winteruniversität“ genannten Veranstaltung der Gesellschaft zur Förderung der Erlebnispädagogik nahmen in der vergangenen Woche neben Werner Michl, dem wissenschaftlichen Mentor des Blauen Himmels von der Technischen Hochschule Nürnberg (Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule), auch seine Kollegen und Studierende aus halb Deutschland und Österreich teil: von der Universität Augsburg sowie der Hochschulen Braunschweig-Wolfenbüttel, Ludwigsburg, Augsburg und der Fachhochschule Oberösterreich mit ihren Filialen in Linz, Steyr, Hagenberg und Wels. „Alle waren so aufrichtig an uns und unserer Arbeit interessiert“, freut sich Olga Andrijenko, „und wir sind sicher, einige der jungen Leute werden unsere Einladung nach Wladimir annehmen. Alle räumlichen und sonstigen Voraussetzungen dafür haben wir ja. Nicht einmal Russisch müssen die Hospitanten beherrschen, denn wir würden für Dolmetscher sorgen.“

Jekaterina Tscherepanowa und Olga Andrijenko auf der Schneeschuhwanderung

Jekaterina Tscherepanowa und Olga Andrijenko auf der Schneeschuhwanderung

Nun soll eine eigene Homepage des Blauen Himmels entstehen, natürlich in Russisch und Deutsch, und für mögliche Hospitanten will man rasch konkrete Angebote und Informationen zusammenstellen. Es soll ja bald losgehen mit den nächsten Himmelfahrten.

Zimmer für drei für Penkino im Bayerischen Wald

Zimmer für drei aus Penkino im Bayerischen Wald

Die Tür der Erlebnistage bleibt jedenfalls weit offen für Penkino und die Bewohner des Blauen Himmels. Auch und besonders dank Jekaterina Tscherepanowa, die einst als Au pair von Wladimir in die Partnerstadt gekommen, später hier studiert hat und hängengeblieben ist in Erlangen. Zunächst hatte sie nur bei einigen Terminen für die beiden Besucherinnen aus Penkino übersetzt, doch als es dann galt, jemanden zu finden, um die Gäste in den Bayerischen Wald zu begleiten, war es just wieder die russische Wahlerlangerin, die sich diese ganze Woche Zeit und Olga Andrijenko und Marina Goljakowa buchstäblich an der Hand nahm und sie von früh bis spät „wie meine Kinder“ durch das streng strukturierte Programm der Winteruniversität führte. Man darf glauben, daß da auch eine Freundschaft entstanden und, worüber sich Wolfram Howein, Projektberater des Blauen Himmels, besonders freut, eine neue Verbindung gewachsen ist, die im Austausch sicher noch eine tragende Rolle spielen kann.

Mehr zum Thema unter: http://is.gd/Pvk931

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