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Archive for 1. Februar 2014


Sergej Schtschedrin kennt den Weg von Wladimir nach Erlangen mit dem Auto. Die ganze lange Strecke, einfach 2.500 km immer geradeaus gen Westen. Nach einem Zwischenhalt in Hirschberg, der polnischen Partnerstadt, und einer staubedingten Verspätung von gut zwei Stunden, traf der Pressesprecher des Wladimirer Stadtrats am frühen Abend im Rathaus ein, wo er schon von seinem Kollegen, Peter Gertenbach, erwartet wurde. Von da ging es für den russischen Journalisten, der vor seinem Seitenwechsel bei dem seinerzeit recht liberal-aufmüpfigen Sender TV 6 gearbeitet und eine Vielzahl von Reportagen über Erlangen und die Partnerschaft gedreht hatte, gleich weiter zu einem Kennenlernen mit Markus Hörath, dem Leiter der Redaktion der Erlanger Nachrichten.

Lach- und Sachgeschichten der Erlanger Nachrichten: Peter Gertenbach, Markus Hörath und Sergej Schtschedrin

Lach- und Sachgeschichten der Erlanger Nachrichten: Peter Gertenbach, Markus Hörath und Sergej Schtschedrin

Drei Zunftbrüder unter sich: Da tauscht man nicht nur aktuelle Zahlen über leider hier wie dort weiter sinkende Auflagen und zurückgehende Erlöse des Anzeigengeschäfts aus, da kommt das Gespräch auch auf die immer wieder und allüberall unterschiedlich bedrohte Pressefreiheit. Sergej Schtschedrin sieht dabei die größte Gefahr für die russischen Medien gar nicht in den gottlob mittlerweile seltener gewordenen tätlichen Übergriffen und tödlichen Anschlägen auf einzelne Journalisten, sondern in deren struktureller Abhängigkeit von Staatsorganen, mit denen Verlagshäuser und Sender Verträge über die honorierte Publizierung von amtlichen Verlautbarungen abschließen. Bei Unbotmäßigkeit kappt die jeweilige Behörde einfach das Informationskabel und stellt seine Zahlungen ein. Und schon ist der Ofen aus. Da hilft auch die relative Freiheit im kostenlosen Internet nicht weiter, denn, so der freimütige Gast mit seinem am Fränkischen geschliffenen Deutsch: „Die Journalisten müssen ja auch von etwas leben.“ (Der letzte landesweit funkende unabhängige Sender, Doschd, erlebt übrigens gerade die Macht der Politik: s. http://is.gd/JzHG5E) Aber das schreibende Trio beläßt es nicht bei Jereminaden, sondern gebiert eine zündende Idee, die hier noch nicht verraten werden soll. Nur so viel: In der Rubrik „Neues aus den Partnerstädten“ werden demnächst einige Straßeninterviews zu einem nicht ganz nebensächlichen und nicht nur tagesaktuellen Thema von Sergej Schtschedrin erscheinen. Keine Ente! Und hoffentlich auch keine Eintagsfliege, denn etwas mehr an Stoff,  aus dem die Träume der Partnerschaft sind, darf es in der Erlanger Leib- und Magenblatt schon sein.

Igor Krotter und Sergej Schtschedrin mit einem Teil des Boxteams

Mit geballten Fäusten: Igor Krotter und Sergej Schtschedrin inmitten des Boxteams

Einen solchen Traum hat das Boxteam um Igor Krotter, das Anfang Mai ein Turnier veranstaltet, zu dem auch junge Faustkämpfer – beiderlei Geschlechts – aus Wladimir erwartet werden. Und schon träumt man auch von einer Reise in die Partnerstadt, denn, so der aus dem russischen Orenburg stammende Trainer: „Das würde uns alle richtig begeistern. Von so einem Austausch können meine Mädels und Jungs nur profitieren.“ Er weiß, wovon er spricht, denn immerhin ist Alexander Powetkin Ehrenmitglied des Boxverbands der Region Wladimir, und von da kommen Sergej Kusmin, der amtierende Europameister im Superschwergewicht, Nikolaj Bubnow, Weltmeister im Schnellboxen, der Profi Denis Sergejew und nicht zuletzt Xenia Sinjawina, frischgebackene Jugendeuropameisterin in der Gewichtsklasse bis 69 kg. Zur Einstimmung alle über die Suchmaske im Blog zu finden, ebenso wie sicher bald mehr zu dieser nach Schwimmen, Laufen, Fußball u.v.m. ganz neuen Disziplin dieser Partnerschaft, die schon in den ersten Tagen des 31. Jahres ihres quicklebendigen Bestehens wieder volle Fahrt aufgenommen hat, den Totmannknopf unbeachtet in weiter Ferne lassend.

Mehr zu den Boxern um Igor Krotter unter: http://www.box-team-igor.de

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