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Archive for 9. Juli 2013


Angelika Balleis sah es bei ihrem Besuch zum dreißigjährigen Partnerschaftsjubiläum kommen: Die Radfahrer werden in Wladimir bald das Straßenbild mitprägen. Damit meinte sie nicht die Teilnehmer an der Rennstrecke durch die Stadt, angeführt von ihrem Mann, der mit seinem Kollegen, Sergej Sacharow, die Leidenschaft für den Radsport teilt. Damit meinte sie auch nicht jene Langstreckler vom Schlag eines Peter Smolka oder des Ehepaars Doris und Klaus Höhle, die von Erlangen aus bis nach Wladimir geradelt waren. Auch nicht Gennadij Stachurlow oder Wladimir Panow, die mit ihren Zweirädern schon die Strecke in umgekehrter Richtung zurückgelegt haben.

Radwegmarkierung in Wladimir

Radwegmarkierung in Wladimir

Die Gattin des Erlanger Oberbürgermeisters hatte vielmehr die wachsende Zahl junger Leute im Auge, die das Rad offensichtlich zum Trendobjekt machen, damit auch Fakten schaffen und Forderungen nach geeigneten Wegen stellen.

Radler auf dem Fußweg, Fußgänger auf dem Radweg...

Radler auf dem Fußweg, Fußgänger auf dem Radweg…

Ob es nun an dem Vorbild Erlangens lag – während des Jubiläums immer wieder von den Medien thematisiert -, oder ob auch hier, wie in vielen anderen Fragen, die kommissarische Gouverneurin, Swetlana Orlowa, den Ausschlag gab, von der man sich erzählt, sie visitiere die Straßen in ihrer Wahlheimat Susdal vom Fahrradsattel herab, werden künftige Velohistoriker zu untersuchen haben. Jedenfalls ist dieser Tage in Wladimir der erste Kilometer eines Radweges freigegeben worden.

Kombinierter Rad- und Fußweg in Wladimir

Kombinierter Rad- und Fußweg in Wladimir

Und damit nicht genug. Bis Ende des Sommers soll ein sechseinhalb Kilometer langer Rundweg entstehen, der die Universitätsstandorte verbindet. Ein Anfang immerhin nach Jahren der totalen Ausrichtung auf den motorisierten Individualverkehr mit allen bekannten Folgen.

Mit dem Strom der Autos auf dem Rad in Wladimir

Mit dem Strom der Autos auf dem Rad in Wladimir

Bis freilich – wie in Erlangen – ein ganzes Radwegenetz entstanden ist, das auch die Altstadt durchzieht, mag noch einige Zeit hingehen, wird man noch lange und immer mehr über die Verkehrsstaus klagen. Zumindest so lange, wie die allermeisten in der wunderlichen Welt der Automobilisten noch nicht glauben, daß Gott Fahrrad fährt, wie wir bei Maarten ‚t Hart so wunderschön lesen können.

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