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Archive for 6. Juli 2013


Eine Woche nach den Jubiläums-Feierlichkeiten reiste ich erneut nach Wladimir, um die bei dem ganzen Trubel liegengebliebenen Dinge aufzuarbeiten. Meine erste Aufmerksamkeit galt dabei der Revision des Erlangen-Hauses. Die Überprüfung des Jahresabschlusses 2012 ergab keine Unstimmigkeiten, so konzentrierte ich mich mit der Leitung des Hauses auf die Durchsprache und Abstimmung der ständig notwendigen Wartungs- und Renovierungsarbeiten, Maßnahmen, die zum Erhalt des mehr als 100 Jahre alte Hauses unverzichtbar sind und die aus den laufenden Einnahmen finanziert werden müssen.

Das Erlangen-Haus in neuem Glanz

Das Erlangen-Haus in neuem Glanz

Das Erlangen-Haus hat sich zum Jubiläum herausgeputzt. Dabei war die Zeit zwischen der Schneeschmelze und dem Partnerschaftsjubiläum sehr, sehr kurz. Die Handwerker waren bestellt, aber die Schneemassen um das Haus wollten nicht weichen. Erst im Mai konnte mit den Arbeiten begonnen werden, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Frische Farben und ein neues, großes Schild am Eingang machen das Haus am östlichen Ende der Altstadt zu einem Blickfang, den kein Hotelgast mehr übersehen kann. Bisher  war nämlich das 2012 zum besten kleinen Hotel Wladimirs gewählte Erlangen-Haus für späte und ortsunkundige Gäste nicht immer leicht zu finden. Immerhin ist es dem Team des Erlangen-Hauses gelungen, durch intensive Werbung auch im Internet die Auslastung des Hotels auf fast 60 % zu steigern. Für ein Hotel mit insgesamt nur 12 Betten ist dies ein ausgezeichneter Wert. Dazu beigetragen hat auch die seit drei Jahren konsequent vorangetriebene Modernisierung der Einrichtung. Stammgäste des Erlangen-Hauses sind in der Mehrzahl Russen, die die Atmosphäre des historischen Ensembles und das täglich frisch zubereitete Frühstück sehr zu schätzen wissen.

Die Modernisierung macht auch vor der Sprachschule nicht halt. Die seit Jahren konstante Zahl von ca. 200 Deutschlernenden aller Altergruppen spricht für die Qualität der Schule. 2012 erhielt das Erlangen Haus die Anerkennung als Sprachlernzentrum des Goethe-Instituts Moskau sowie einer “privilegierten Partnerschaft“ mit dem Hauptsitz in München. Diese Anerkennung gibt Kraft für neue Ziele. Der weitere Ausbau interaktiver Medien ist eine Herausforderung für Dozenten und Schüler, dem sich das Erlangen-Haus mit allen Beteiligten stellen wird. Zur Zeit läuft übrigens wieder die Vorbereitung für die Gruppe von 17 Schülern der fortgeschrittenen Kursgruppen, die im Juli an der Sommersprachschule der Volkshochschule Erlangen teilnehmen werden. Wir suchen übrigens noch Gasteltern für einige aus dieser Gruppe. Meldungen nimmt Gerhard Kreitz unter gerhard@kreitz.de entgegen!

In der Werktstatt des Blauen Himmels

In der Werktstatt des Blauen Himmels

Erfreulich war auch der Besuch des Rehabilitationszentrums „Blauer Himmel“ in Penkino. Seit nunmehr einem Jahr ist die Ärztin Olga Andrijenko als neue Leiterin der Einrichtung tätig. Sie ist gut vorangekommen in ihren Bemühungen, die Lücken in der pädagogischen Arbeit mit den Kindern zu schließen, die ihre Vorgängerin hinterlassen hat. Vier von fünf vorgesehenen Stellen in der Pädagogik sind inzwischen besetzt, und man ist bemüht, wieder zu den methodischen Ansätzen der ersten zwei Jahre aufzuschließen. Dabei hilft die Zusammenarbeit mit der Staatlichen Universität Wladimir, die gerade ihren Kooperationsvertrag mit der Ohm-Hochschule in Nürnberg unter Dach und Fach gebracht hat. Das größte Hindernis für die Zusammenarbeit mit Deutschland ist die Sprachbarriere, ohne Deutschkenntnisse ergibt eine erlebnispädagogische Hospitation in Deutschland keinen Sinn. Aber ein Lichtblick zeigt sich: Das Grundlagenbuch von Werner Michl ist jetzt ins Russische übersetzt, und ein russischer Verlag ist gefunden. In Kürze wird dieses pädagogische Standardwerk also auch auf dem russischen Markt erhältlich sein!

Das Team in Penkino, die Ärztin Olga, vier pädagogische Fachkräfte, zwei Frauen und zwei Männer sowie fünf Krankenschwestern, arbeiten mit viel Liebe und Engagement mit den Kindern. Die Werkstatt ist nun Dank der im Dezember installierten Elektroheizung das ganze Jahr über, vor allem  bei schlechtem Wetter, eine wichtige Alternative für die Arbeit mit den Kindern. Dabei sind die von den Kulturreise-Teilnehmern  mitgebrachten Materialien und Werkzeuge eine große Hilfe. Die finanzielle Unterstützung durch die Psychiatrie als Betreiber der Einrichtung ist in diesem Punkt immer noch mangelhaft. Größter Wunsch für die Werkstatt ist deshalb die Anschaffung einer kleinen Werkbank. Vielleicht findet sich ja in Erlangen ein großzügiger Spender!

Viel Raum für Kreativität im Blauen Himmel

Viel Raum für Kreativität im Blauen Himmel

Aber die meiste Zeit sind die Kinder im Freien und mit Ballspielen, Wandern, Klettern, Hüttenbauen und Werkeln beschäftigt. Die kleinen, bunten Kunstobjekte, „Land-Art“  aus Holzresten und bunten Plastikverschlüssen, sind Beispiele dieser Aktivitäten. Ich habe das Zentrum „Blauer Himmel“ mit viel Freude und gutem Gefühl zurück gelassen.

Jurij Katz im Erlanger Zimmer

Jurij Katz im Erlanger Zimmer

Besonders am Herzen liegt mir die Elterninitiative SWET, die ihren behinderten Kindern mit ihrer „Schule für´s Leben“ die Inklusion ermöglichen will. Ich habe bereits mehrfach über diese Initiative im Blog berichtet. Mit Ljubow und Jurij Katz traf ich mich zunächst bei dem bereits im letzten Jahr eröffneten Rehabilitationszentrum für Eltern und Kinder. Aus unserer Spendenaktion vom Herbst 2011 konnte das Erlanger Zimmer eingerichtet werden.

Der Spendenbaum im Zentrum von SWET

Der Spendenbaum im Zentrum von SWET

Ein Spendenbaum am Eingang zeigt auf seinen Blättern die Beiträger vieler Unterstützer. Erfreulich, wie inzwischen auch russische Mäzene mit z.T. großen Beträgen dabei sind.

Pflanzaktion von SWET

Pflanzaktion von SWET

An meinem Besuchstag lief gerade eine PR-Aktion von SWET: Behinderte verschönerten die Stadt und bepflanzten an verschiedene Orten Wladimirs bisher brachliegende Blumenbeete. Ich wurde freundlich aufgenommen und durfte für Pressefotos mit aufs Bild.

Pressetermin mit Wolfram Howein in der Bildmitte

Pressetermin mit Wolfram Howein in der Bildmitte

Dann besuchten wir das jüngste Projekt der Initiative, eine Wohnung, in der fünf Behinderte mit Unterstützung durch ein rund um die Uhr besetztes Sozialzimmer eigenständig ihr Leben gestalten werden.

Ortstermin in der Wohnung von SWET mit Wolfram Howein, rechts im Bild

Ortstermin in der Wohnung von SWET mit Wolfram Howein, rechts im Bild

Die Behinderten arbeiten zum Teil selber mit bei der Renovierung, einer von ihnen zeigte mir stolz sein zukünftiges Zimmer.

Wolfram Howein bei der Spendenübergabe an Familie Katz

Wolfram Howein bei der Spendenübergabe an Familie Katz

Bei unserem abschließenden Gespräch konnte ich dann die Spende der Teilnehmer der jüngsten Kulturreise übergeben. Da die Kosten für den Abschiedsabend der Jubiläumsfeiern von der Stadt Wladimir übernommen wurde, kamen die dafür im Reisebudget vorgesehenen 700 € der Initiative SWET zugute, und die ist die Unterstützung durch Erlanger Bürger allemal wert!

Wolfram Howein

Hinweis: Am Donnerstag, den 11. Juli, lädt die WAB um 19.00 Uhr zu einem Russischen Abend nach Höchstadt in die Kapuzinerstraße 7a ein. Auf dem Programm unter anderem ein Vortrag von Jürgen Ganzmann, Leiter der WAB Kosbach und Initiator des Projekts Lichtblick, aus dem der Blaue Himmel hervorgegangen ist. Eintritt frei. Mehr Information unter: Einladung Russischer Abend

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