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Archive for 25. April 2012


„Nach Angaben des Staatlichen Amtes für Statistik sterben die Russen vor allem daran, daß sie in Rußland leben.“ So lautet ein bitter-schwarzer Witz, der leider sehr nahe an der Wirklichkeit ist. Und der bei uns noch immer so gern gehörte Udo Jürgens würde mit seinem Altershit vor russischem Publikum schlichtweg als Zyniker gelten.
 

Engel Anton: "In meiner Kindheit hatten mich alle lieb, malten Bilder von mir..."

 
Aus den nun für 2011 veröffentlichten Zahlen für die Region Wladimir kann man bei der Demographie immerhin einen Trend zum Besseren ablesen: Die Sterblichkeit fiel von 18,7 im Jahr 2007 auf 17,1 je 1.000 Einwohner. Demgegenüber stieg die Geburtenrate im gleichen Zeitraum leicht von 10,1 auf 10,9 je 1.000 Einwohner. Besonders erfreulich der Rückgang der Kindersterblichkeit, die gegenwärtig bei 6,1 auf 1.000 Geburten liegt. Die Lebenserwartung hingegen beträgt gerade einmal gute 66 Jahre. Dabei ist zu bedenken, daß die Männer oft kaum die 60 erleben, während Frauen mit ihren immerhin 75 Jahren und ihrer Mehrheit den Schnitt nach hoben heben.

Nichts kommt unerwarteter als das Alter.

 
Experten sind sich einig: Die demographische Entwicklung läßt sich nur zum Besseren wenden, wenn das Gesundheitssystem effektiver wird und gleichzeitig vor allem die Männer mehr Fürsorge in eigener Sache betreiben und nicht länger nach dem Motto leben „live fast and die young“.
 

Humor kann sogar das Alter verschönern.

 
Vor allem aber – und den Zusammenhang kennt man ja auch in Deutschland – müssen sich die sozialen Verhältnisse ändern. 70% der Russen sehen sich trotz wachsendem Mittelstand noch immer in Armut oder zumindest von selbiger bedroht. Keine Umstände also, in denen man gern in Ruhe alt wird und wo mit 66 Jahren das Leben erst so richtig anfängt.

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