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Archive for 14. April 2012


Morgen feiert die orthodoxe Christenheit Ostern, das zentrale Fest der Gläubigen, das sich stützt auf das Paulus-Wort:  „Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus von den Toten auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden“ (1. Kor. 15:14-17).

Ostersegen für Kulitsch

Auch wenn an diese Frohe Botschaft kaum mehr als zehn Prozent der Russen noch glauben, dürften heute nacht die Kirchen wieder voll sein mit Menschen, die in der Ostermesse nicht nur für sich den Segen empfangen, sondern auch für ihren Kulitsch, den russischen Osterkuchen. Früher war es Ehrensache für jede Hausfrau, den im eigenen Ofen zu backen, heute ist es bequemer, ins Regal zu greifen. Und da hat man die Auswahl nicht nur der Größe nach, auch die Geschmacksrichtungen lassen keinen Wunsch offen. Am besten freilich schmeckt – nicht nur der Kulitsch -, wenn er mit eigenen Händen gemacht wurde. Einen Versuch ist es wert!

Christ ist erstanden!

Man braucht dazu: 700 bis 1.000 g Mehl; eineinhalb Gläser Milch; ein Eßlöffel Zucker, sechs Eier; 150 bis 200 g Butter; zwei Gläser Zucker; 50 g Hefe; Prise Salz; je 50 g Rosinen, Mandeln, Orangeat; Vanillezucker. Für die Glasur: ein Eiweiß, ein halbes Glas Puderzucker, einen Teelöffel Zitronensaft.

Und schon kann es losgehen: In der warmen Milch einen Eßlöffel Zucker und die Hefe auflösen und unter ständigem Rühren das Mehl zugeben, keine Klumpen entstehen lassen. Dann mit einem sauberen Tuch abdecken und für etwa eine Stunde an einem warmen Ort abstellen.

Kulitsch als Geschenk

Eiweiß vom Dotter trennen, Eiweiß in den Kühlschrank stellen, die Dotter mit Zucker verschlagen, Butter zergehen und wieder abkühlen lassen. Wenn der Teig gut gegangen ist, die mit Zucker verschlagenen Dotter zugeben, wobei ein Dotter aufbewahrt bleiben sollte. Nun die zerlassene Butter (Handwärme), Salz und Vanillezucker vermischen, das abgekühlte Eiweiß zu Schaum schlagen und vorsichtig in den Rest des Mehls unterheben. Dann den Teig mit der Maschine rühren bis Luftblasen entstehen. Der Teig sollte nicht zu fest werden, darf aber auf keinen Fall kleben. Seiner Konsistenz nach ist er flüssiger als Kuchenteig, aber fester als Pfannkuchenteig. Jetzt wieder mit Tuch abdecken und gehen lassen.

"XB" steht für Christ ist erstanden

Wenn der Teig deutlich an Volumen zugelegt hat, kommen die Rosinen (am besten gewaschen, getrocknet und in Mehl gewälzt) hinzu, ebenso das Orangeat und die feingehackten Mandeln. Alles etwa fünf Minuten lang gut verrühren, dann wieder an einem warmen Ort gehen lassen.

Derweil bereitet man die Backform vor: Man legt ein mit Butter beschmiertes Backpapier unter, fettet den Rand aus und bestreut ihn mit Mehl. Ist der Teil fertig, kommt er in die Form, darf dort nochmals gehen und wird mit dem restlichen Dotter bestrichen. Hat sich der Teig bis zu den Rändern der Form erhoben, kommt er bei 180 Grad für 40 bis 60 Minuten (je nach Größe) ins Backrohr.

Geschenktasche für Kulitsch

Während des Backens muß man die Form mit dem Kulitsch vorsichtig stürzen, ohne große Erschütterungen, damit er nicht verbrennt. Wenn er Farbe angenommen hat, sollte er abgedeckt werden mit einem angefeuchteten Papier. Ob der Kultisch fertig ist, überprüft man mit einem dünnen Holzspieß, den man in den Teig steckt. Bleibt nichts daran hängen, ist der Kulitsch fertig.

Vorsicht beim Herausnehmen! Am besten auf die Seite legen, auf ein Tuch oder gar auf ein Kissen, zudecken und immer wieder drehen, bis der Kulitsch von allen Seiten abgekühlt ist. Erst dann die Glasur aufbringen und ihn schmücken. Dann nochmals gut abdecken und über Nacht an einem warmen Ort gehen lassen. An Ostern schmeckt er dann am besten!

Mehr zum Kulitsch und anderen Osterbräuchen hier im Blog unter: https://erlangenwladimir.wordpress.com/2009/04/18/weise-ostern/

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