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Archive for 3. April 2012


In unseren Landen ist von ihm nur noch die Wiesent in der Fränkischen Schweiz übriggeblieben, an deren Ufer wohl bis ins frühe Mittelalter Wisente gegrast haben. Vor bald einhundert Jahren wurden die letzten noch freilebenden europäischen Bisons im Urwald an der polnisch-weißrussischen Grenze geschossen, bis man in den 20er Jahren mit der gezielten Erhaltung der ausgelöschten Art aus Zooexemplaren begann, die dann erstmals in den 50er Jahren wieder ausgewildert wurden. Heute geht man von etwa 30 Herden aus, die vor allem polnische, ukrainische, weißrussische und russische Wälder durchstreifen.

Wisente

Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre brachte man 25 Exemplare in zwei Nationalparks der Wladimirer Region, die sich dort offenbar wohlfühlen. Aber auch wohl genug, um sich zu vermehren? Um das herauszufinden, machte sich eine kleine Expedition in die noch winterlichen Wälder des Nationalparks Kljasmensko-Luchskij, etwa 100 km östlich der Partnerstadt gelegen, auf, um die Häupter der Wildrinder zu zählen. Genaue Daten liefern heute bei derartigen Untersuchungen spezielle Satellitenprogramme. Aber wie die scheuen Wisente mit der modernen Technik kompatibel machen? Nur mit List.

Wisente

Mäuse fängt man mit Speck, Wisente lassen sich mit Heu anfüttern. Mit viel Geduld und Ruhe, denn zunächst muß die angepeilte Herde, die ein Revier von bis zu 5.000 ha durchstreift, gefunden werden. Dann ging aber wohl dieser Tage alles recht schnell. Ein Beteiligter schildert das Unternehmen wie folgt: „Zuerst machten sich die alten Bullen an das Futter und zogen sich, als sie satt waren, wieder in den Wald zurück. Einige Zeit später folgte eine Herde von Muttertieren mit Kälbern. Aus der Gruppe wählten wir die größte Kuh und betäubten sie mit einem Schuß aus dem Narkosegewehr. Wir legten ihr das Halsband mit dem Sender um, und nach einer Stunde erwachte das Tier wieder, um das sich die Herde erneut sammelte, bevor es in den Wald zurückging.“

Wisent

Erste Ergebnisse zeigen, den Wisenten von Wladimir geht es gut, gut genug, um sich zu vermehren. Schon am ersten Tag der Zählung hatte man 21 Tiere auf dem Schirm, darunter drei ausgewachsene Bullen und vier Kälber, von denen zwei im Vorjahr zur Welt gekommen waren. Mögen sie sich weiter an der Kljasma mehren, wenn sie schon nie mehr zur Wiesent zurückkehren.

Mehr zu dem Thema im Blog unter: http://is.gd/RP8ps8

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