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Archive for 19. Januar 2011


Photo: Sergej Skuratow

Mit der gestrigen Feier der orthodoxen Epiphanie ist der weihnachtliche Festreigen in Rußland unwiderruflich zu Ende gegangen. Das Fest der Erscheinung des Herrn spielt dabei im kirchlichen Jahreszyklus eine besondere Rolle, denn in der „Taufnacht“ – so will es der Volksglaube – kann man sich von seinen Sünden reinwaschen. Und das auch und gerade bei – 28° C in der mit einer 40 Zentimeter dicken Eisschicht bedeckten Nerl in unmittelbarer Nähe der Kirche Mariä Schutz. Nerl und Jordan wurden eins in dieser vergangenen Nacht, die gerne auch noch für allerlei Schabernack herhalten muß, ein letztes Mal und auch nur vor dem Tauch-, pardon, Taufgang.

Aufgetaucht sind gottlob alle wieder. Hunderte waren es an der Nerl, viele Tausende im ganzen Land. Und wer daran glaubt, hat von dem geweihten Wasser einen Vorrat mit nach Hause genommen – als Segensspender solange der Vorrat reicht.

Wer es nicht glaubt, genieße vom heimischen Schreibtisch aus die Bilder des Wladimirer Fernsehens zu dem Schauspiel: www.vladtv.ru/video.php?v=up/video/19_01_2011/kupanie.asf

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Was der Blog mit seiner Spalte „Veteranen“ versucht, unternimmt nun eine Gruppe Jugendlicher in Wladimir mit der Videokamera in der Hand. Das Projekt „Lebendige Geschichte“, das in 22 Regionen Rußlands angelaufen ist, hat zum Ziel, die Erinnerungen von Frontkämpfern des Zweiten Weltkriegs zu bewahren. Die Interviews mit Freiwilligen werden aufgezeichnet und in ein Moskauer Zentralarchiv geschickt.

Weltkriegsveteran Nikolaj Schtschelkonogow und Alt-OB Dietmar Hahlweg, 9. Mai 2010.

Dabei folgen die Gespräche einem strengen Punktekatalog mit 43 Fragen, die ein möglichst genaues Bild jener Zeit zeichnen wollen: Wo und wann wurde man eingezogen, wie war die Verpflegung, wie wurden Festtage begangen, gab es Postverkehr mit der Familie? Fragen, auf die nicht mehr alle antworten können oder wollen. Selbst die jüngsten Zeugen, Opfer und Gestalter jener fernen Zeit sind heute Mitte 80. Nach Angaben des Regionalen Wladimirer Veteranenverbands lebten 2009 im Gouvernement noch etwa 2.000 Frontkämpfer. 300 von ihnen sollen von dem Projekt erfaßt werden. Dabei machen die Freiwilligen ein bis zwei Interviews pro Tag. Nebenbei bekommen sie auch so manche Klage über mangelnde Aufmerksamkeit und gebrochene Versprechen zu hören. So wartet ein heute 87jähriger Veteran noch immer auf das Auto, das ihm von der Politik anläßlich des 60. Jahrestags des Kriegsendes versprochen wurde. Das ist jetzt bald sechs Jahre her. Da kann nicht einmal der russische Volksmund mithalten, der sagt, auf Versprochenes müsse man drei Jahre warten…  

Nicht so lange müssen die Leser des Blogs auf den nächsten Bericht über einen Erlanger warten, dem Wladimirer Ärzte in der Kriegsgefangenschaft das Leben gerettet haben: nur noch drei Tage, bis zum 22. Januar. Warum ausgerechnet bis zu diesem Tag, soll heute noch nicht aufgeklärt werden. Es lohnt sich in jedem Fall, am Samstag wieder Ihren Blog anzuklicken. Versprochen!

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