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Archive for 16. September 2010


Es war klar, daß Wladimir Putin sich nicht mit der Videoüberwachung der Bauarbeiten für die Häuser der Brandopfer zufrieden geben würde. Gerade die Katastrophe dieses Sommers hatte er ja von Beginn an zur Chefsache gemacht. Die Visitation des Premierministers war aber besonders auch wegen der vielen Klagen über die  Qualität und die Größe der neuen Häuser unausweichlich, Klagen, die ja auch in freilich gelenkten und gesteuerten Briefen an den Regierungschef und sogar den Präsidenten herangetragen wurden. Mit Spannung durfte man deshalb erwarten, was Wladimir Putin zum Baufortschritt in Iwatino bei Melniki sagen würde.

Wladimir Putin im Gespräch mit Brandopfern in Iwatino

Rußlands Premier kam gestern nachmittag per Regierungsjet aus dem Nachbargouvernement Nischnij Nowgorod, wo es wegen der Waldbrände sogar Todesopfer gegeben hatte. Jetzt entstehen in Fertigbauweise 68 Häuser in Iwatino und zeigen in Sachen Wärmeschutz aber auch Wohnkomfort viel bessere Eigenschaften als die früheren Stein- oder gar Holzhäuser. Die Anschlüsse für Wasser, Gas und Strom sind bereits verlegt, sogar Glasfaserkabel sind vorgesehen, in den früheren Dörfern undenkbar. In einigen Häusern beginnen bereits die Innenarbeiten. Schön und gut. Aber was ist mit den Klagen über zu wenig Wohnraum? Von den 56 Familien wurden zwölf zu der Besichtigung eingeladen. Die Auswahl hatte man bewußt getroffen, um allen die Gelegenheit zu geben, mit Wladimir Putin zu sprechen, und ausgewählt hatte man just diejenigen, die sich benachteiligt gefühlt hatten. Doch siehe da, angesichts des Mannes aus dem Kreml verstummte alles Murren, machte niemand mehr einen Mucks, keiner klagte mehr über die angeblichen „Bruchbuden“. Da mußte der hohe Gast schon selber nachfragen. Was ist denn nun mit den Irritationen wegen zu wenig Wohnfläche und schlechter Bauqualität?

Zusammenfassend läßt sich nun sagen: Insgesamt entstehen 4.000 m² Wohnfläche, um 1.300 m² mehr als die Brandopfer vor der Katastrophe zur Verfügung hatten. Gouverneur Nikolaj Winogradow konnte nachweisen, daß die sozialen Normen für Wohnungsbau damit sogar übertroffen werden. Nur ganze vier Familien werden in Zukunft etwas beengter leben müssen, ihnen fehlen zwischen vier und fünf Quadratmetern. Doch das wird ausgeglichen durch höheren Wohnkomfort. Aller Voraussicht nach dürfte sogar Geld übrigbleiben, Mittel, die man zur Umsiedlung der Familien verwenden will, deren Häuser in den Dörfern Kamenka und Juschnyj von den Flammen verschont blieben, die aber dennoch dort nicht bleiben können, weil die ganze Infrastruktur zerstört ist.

Allem Anschein nach zeigte sich Wladimir Putin mit dem zufrieden, was er zu sehen und zu hören bekam, und bedankte sich sogar bei Nikolaj Winogradow für dessen kluges Krisenmanagement und den gelungenen Wiederaufbau. Die politischen Gegner des Gouverneurs, die den roten Landesvater hatten anschwärzen wollen, werden sich nun überlegen müssen, wem ihre Kampagnen genutzt haben. S.: https://erlangenwladimir.wordpress.com/2010/09/07/ein-gefalschter-brandbrief.

Hier geht es rund um die Uhr zur Online-Beobachtung der Bauarbeiten in Iwation: http://premier.gov.ru/build/10.html

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