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Archive for 16. Februar 2010


Seit 1987 hat Dmitrij Lipatow kein einziges Spiel seines Vereins „Torpedo Wladimir“ versäumt. Im Fanklub der Kicker gilt er als der treueste Anhänger der Mannschaft um Jewgenij Durnjew. Doch nun treibt Dmitrij Lipatow der Skandal um die seit fast zwei Jahren nicht ausbezahlten Prämien für dreizehn Spieler (s. Eintrag vom 12. Februar 2010) zu einer extremen Form des Protestes. Er hat vor sechs Tagen einen Hungerstreik begonnen und ist entschlossen, den fortzusetzen, solange seine Gesundheit nicht darunter leidet. Der Fanklub unterstützt das Mitglied und erwartet sogar weitere Streikposten. Man richtet sich auf alle denkbaren rechtlich zulässigen Mittel des Protestes ein. Dem Träger von „Torpedo“ ist die Sache sichtlich unangenehm. Im virtuellen Gästebuch des Vereins hinterließen Mitarbeiter des Sportamtes der Region Wladimir eine Erklärung der Art, das Grundgehalt zahle man pünktlich an alle Spieler, für die Prämien seien allerdings Sponsoren zuständig. Und von denen könne man nicht sagen, wann sie ihren Verpflichtungen nachkommen. Da müssen sich Verein und Fanklub wohl noch so manche Aktion einfallen lassen, um öffentlichen Druck auszuüben.

Während die russischen Athleten in Vancouver bisher auf ganzer Linie enttäuschen – man kann für Wladimir fast froh sein, daß niemand von dort in die Auswahl kam – hat sich eine erst sechzehnjährige Sportlerin aus der Partnerstadt an die Weltspitze geschwommen. Jekaterina Andrejewa wurde dieser Tage in St. Petersburg auf der 200-Meter-Lagen-Distanz mit 2 Min. und 11,42 Sek. russische Meisterin und hat mit dieser Zeit auch den Europa- und Weltrekord eingestellt.

Nadjeschda Alechina

Mit Riesensätzen hat sich auch Nadjeschda Alechina an die Spitze ihrer Disziplin gesetzt. Die Wladimirer Sportlerin ist russische Meisterin im Dreisprung und hat kürzlich in Bordeaux mit einer Weite von 14,03 Metern die Mitbewerberinnen aus aller Welt hinter sich gelassen. Zwei Frauen, an denen sich der gekränkte Stolz der Wladimirer Sportfans wieder etwas aufrichten kann. Aber zwei Frauen machen eben noch keinen sportlichen Sommer.

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Andrej Sirin

Keine Entwarnung kann Andrej Sirin, Leiter des Gesundheitsamtes der Region Wladimir, in Sachen Schweinegrippe geben. Auch wenn es in letzter Zeit eher still um die Seuche geworden ist, gründet sie noch immer tief. 312 Menschen sind aktuell im Gouvernement Wladimir mit seinen eineinhalb Millionen Einwohnern infiziert. 18 Todesfälle sind zu beklagen. Diese führt Andrej Sirin allerdings nicht auf fehlenden Impfstoff – den gibt es seit November in ausreichenden Mengen – oder mangehafte Behandlung zurück; vielmehr sterben wohl vor allem solche, zumeist jüngere Patienten, die bereits geschwächt sind oder an anderen Beschwerden leiden: Lungenerkrankungen, Fettsucht, Diabetes, Alkoholismus oder Herz- und Kreislaufprobleme. 

Immerhin aber sind die schlimmsten Befürchtungen nicht eingetreten, die schon im Herbst zu Diskussionen geführt hatten, ob man nicht öffentliche Veranstaltungen verbieten und sogar den Schüleraustausch mit dem Ausland einschränken sollte. Schließlich waren es just russische Austauschschüler, die aus England in erheblichem Maße die Schweingrippe in ihre Heimat gebracht hatten.

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