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Frühjahr. Ein Wolf, ein Fuchs und ein Bär teilen ihre Eindrücke vom Winter. Fuchs und Wolf sehen ganz zerzaust und abgerissen aus, der Bär hingegen strotzt vor Kraft. Der Fuchs erzählt, er habe den Winter in einem Hühnerstall zugebracht und pro Woche ein Henne verspeist. Aber der Bauer habe sein Federvieh gezählt, gemerkt, daß zehn fehlen und eine Falle aufgestellt. Der Wolf klagt, er habe in einem Schweinestall überwintert und pro Woche eine Sau gefressen, was aber nicht lange unbemerkt blieb, mit Hunden habe man ihn vertrieben. Nun ist der Bär an der Reihe. Die beiden anderen meinen, er habe die kalte Jahreszeit wohl schlafend in seiner Höhle verbracht. „Nichts da“, gab der Braune zurück. „Ich zog mich auf eine Baustelle zurück. Da gibt es viele Gastarbeiter, und die zählt keiner.“

Eine Russischlehrerin gibt Erlebnisberichte zum Thema „Wie verbrachte ich meine Sommerferien“ auf. Anstelle von Noten vergibt sie nach der Korrektur Altersempfehlungen 16+, 18+…

Die Schwiegermutter zu ihrem Schwiegersohn: Hör endlich auf, an dem Handy rumzuwischen, geh runter und gieß die Blumen. – Aber es regnet doch! – Na und, dann zieh dir halt was über.

Kurz vor der Niederkunft erscheint der werdenden Mutter ein Engel und versprach ihr nach dem Motto „geteiltes Leid ist halbes Leid“, der Vater ihres Kindes werde die Hälfte der Schmerzen zu spüren bekommen. Als ihr Mann sie nach der Geburt im Krankenhaus besucht, fragt sie, wie er die letzte Nacht geschlafen habe. „Kein Auge konnte ich zutun, der Nachbar brüllte die ganze Zeit wie am Spieß.“

Warum stinkst du so nach Schnaps? – Das ist nur zu Vorbeugung. – Wozu? – Na, um mir keine Erkältung zu holen. – Warum solltest du dich erkälten? – Aber ich war doch im Meer baden, und das Wasser war saukalt. – Und wozu bist du baden gegangen? – Um wieder nüchtern zu werden.

Der Polizist fragt den betrunkenen Fahrer: Wie konnten Sie sich nur in diesem Zustand ans Steuer setzen? – Meine Freunde halfen mir beim Einsteigen.

Daß seine Frau ihn betrog, bemerkte er, als er im Schrank einen Hocker und ein Heft mit ausgefüllten Kreuzworträtseln fand.

Jelissej, du hast so einen ungewöhnlichen Namen. Veralbert man dich nicht im Kindergarten? – Nein, gar nicht. Warlaam ist krank, Jermolaj hat die Gruppe gewechselt, Onissim und Prokofij sind meine Freunde, und Swetosar und Fedot kann ich selber veräppeln. Vielleicht noch Lukerja und Jewrosinja, aber das sind beide blöde Kühe.

Papa, wie ist das eigentlich, wenn man einen so klugen und schönen Sohn hat? – Weiß ich doch nicht, frag deinen Opa!

Mama, warum landen alle meine Mails bei dir im Spam? – Das fragst du noch, wenn im Betreff schon steht: Kauf mir eine Jacke; ich brauche mehr Geld; kann ich ein neues Handy haben?

Mama, warum bekomme ich keinen Zugang zu WiFi? – Du sollst jetzt deine Hausaufgaben machen. – Aber wenn ich jetzt verrate, wo du den italienischen Käse versteckt hast?

Ich sah meinen Ex mit seiner neuen Flamme. Jetzt bin ich beruhigt. Das Schicksal nahm Rache für mich.

Neulich war ich wieder einmal auf der Post. Ich habe ein Puzzle mitgenommen und ein paar Zeitschriften. Auf das Paket warte ich noch immer.

Hast du gehört, die beiden wollen heiraten. – Na und? – Aber die waren doch ganz verrückt nacheinander.

Putin will den Winter abschaffen, weil die Regierung sonst  in den Winterschlaf fällt.

Felix Edmundowtisch, ich vermisse einen Bleistift. – Keine Sorge, wir werden der Sache nachgehen. – Felix Edmundowitsch, der Bleistift ist wieder aufgetaucht. – Schade, gerade haben zwei ein Geständnis abgelegt.

Wenn du dir nicht die TV-Nachrichten ansiehst, wirst du nie begreifen, wie gut es uns geht.

Zwei Politologen: Der entwickelte Sozialismus war genau so eine Krankheit wie der jetzt herrschende wilde Kapitalismus. Beides braucht Zeit zum Auskurieren. – Schon, aber im Sozialismus waren die Kuren wenigstens kostenlos.

In den Nachrichten: In Nikolajewo verprügelten drei Weihnachtsmänner einen Lokalpolitiker. – Offenbar ist doch jemandes Brief angekommen.

Putin fragt in Peking: Warum stellt ihr ballistische Raketen an unserer Grenze auf? – Erstens stimmt das nicht. Zweitens tun wir das ausschließlich zu friedlichen Zwecken. Drittens wollen wir damit die in der Russischen Föderation lebende chinesischsprachige Bevölkerung schützen.

Eine Mutter in einer Fragestunde: Ich habe zwei kleine Söhne, Herr Präsident. Was kann ich da vom Staat erwarten? – Wenigstens zwei Einberufungsbescheide.

 


Wer am Donnerstag Abandoned Land auf der Kellerbühne des E-Werks erlebt hatte, war vorgewarnt: Aus Wladimir kam zum neunten Mal in Folge eine Band, die zu hören und zu sehen ein Erlebnis ist. Aber auch unvorbereitet begriff das Publikum im vollen Clubsaal gestern zum Abschluß des 41. Newcomer Festivals vom ersten Song an: Die Russen spielen Metal so, als hätten sie diese harte Gangart der Rockmusik erfunden.

Und so brauchte denn Jewgenij Golowin zu Beginn des Auftritts seine Frage „Erlangen, can you hear me?“ nicht zu wiederholen. Dem Frontmann der Band aus der Partnerstadt schallte dröhnende Zustimmung entgegen. Und, das sei vorweggenommen, am viel zu frühen Ende forderte – und bekam – der tobende Saal „one more song!“.

Andrej Trubin, Jewgenij Golowin, Andreas Küchle und Anton Goldow

Der Besuch war freilich auch gut vorbereitet. Die Erlanger Band Repellent hatte sich nicht nur während ihrer Wladimir-Tournee im Oktober mit Abandoned Land angefreundet, man war auch übereingekommen, sich musikalisch auszuhelfen. Nachdem nämlich klar war, daß der Schlagzeuger Pjotr Ragusin nicht mit nach Deutschland würde reisen können, heuerte man Andreas Küchle an, der nur zwei Wochen Zeit bekam, die Stücke alleine zu proben.

Andrej Trubin war aber dann schon vor dem Auftritt voll des Lobs: „Unser Freund hat die Songs so gut drauf wie unsere eigener Mann, so gut, daß wir nur eine einzige Probe brauchten, bei der jeder Taktschlag stimmte.“ Wie das stimmte, war dann auch beim Konzert zu hören: Als gehörte Andreas Küchle tatsächlich zur Stammbesetzung des Quartetts.

Andreas Küchle

Und dann, ganz gegen Ende des Konzerts, nahm auch noch Jonas Hack die Stöcke in die Hand, der ganz spontan schon am Donnerstag die Lücke am Schlagzeug bravourös gefüllt hatte. So klingt Partnerschaft, das ist der Sound, aus dem die musikalische Freundschaft zwischen Erlangen und Wladimir gemacht ist.

Andrej Trubin und Anton Goldow

Überhaupt, liest man all die Berichte aus neun Jahren Austausch im Rahmen des Newcomer Festivals, gibt es keinen Zweifel: Diese Begegnungen gehören zum Wertvollsten der Städtepartnerschaft, bringen vor allem junge Menschen zusammen, die sich ansonsten nie getroffen hätten und die nun oft nicht nur musikalische Freundschaften fürs Leben schließen oder zumindest Erfahrungen machen können, die ihr Leben reicher machen.

Sänger und Gitarrist Jewgenij SLAYER Golowin nach dem Konzert

Als denn auch Stephan Beck, Leiter des Amtes für Soziokultur und von Beginn an guter Geist dieses Austausches, in Vertretung der erkrankten Bürgermeisterin, Susanne Lender-Cassens, verkündet, wer den begehrten Publikumspreis gewonnen hat – die Progressive Metalcore-Band Impvlse -, gratuliert Repellent: „Ihr werdet es nicht bereuen, nach Wladimir fahren zu können!“

Abandoned Land 21

Stephan Beck und Moderator Claudio Großner

Fahren zu können, das bleibe hier nicht unerwähnt, verdanken die Siegerbands dem Amt für Soziokultur, das diesen Austausch großzügig unterstützt, nicht nur finanziell, sondern mit großem Aufwand auch organisatorisch – mit Herzblut.

Stephan Beck, Abandoned Land und Impvlse

Aber auch die russische Seite genießt diesen Austausch. Gitarrist Andrej Trubin war schon bei der allerersten Band, No Trouble, 2009, in Erlangen und freut sich nun wie ein kleiner Junge, seine „deutsche Heimat“ wiederzusehen mit all dem Bekannten und Neuen.

Abandoned Land mit Andreas Küchle in der Mitte

Damals hatte der Leadgitarrist von den deutschen Freunden eine Platte geschenkt bekommen – „Back in the USSR“ -, noch in der UdSSR erschienen, die er jetzt zurückbringt. Eine lange Reise hin und zurück für die LP und hoffentlich ein gutes Omen für das weitere Hin und Her der Rockgruppen aus Erlangen und Wladimir.


Ende Juli reihten sich die ersten Maschen aneinander, als die Gruppe aus dem Erlangen-Haus an der Volkshochschule der Partnerstadt beim Abschiedsabend die Stricknadeln auspackte. Seither wird der Friedensschal mit jedem Besuch aus Erlangen ein Stück länger. Wir wissen nicht, wer ab welcher Länge das Gemeinschaftswerk für vollendet erklärt. Vielleicht kommt dieser Moment ja auch gar nicht, weil nach menschlichem Ermessen nicht absehbar ist, wann endlich Frieden auf Erden einkehrt. Gleichviel, kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen, wo andere schon ankündigten, ein Apfelbäumchen zu pflanzen, selbst wenn anderntags die Welt untergehen sollte.

Doris Lang, stehend, und Swetlana Makarowa mit Julia Obertreis am Schal

Aber so weit ist es ja gottlob noch nicht, zumal es Menschen gibt, die unsere Welt besser machen wollen. Im Jahr 2001, zur Gründung von Soroptimist Wladimir, besuchte Doris Lang zum ersten Mal die Partnerstadt und begleitet seither die gemeinsamen Aktionen dieses weltweit tätigen Serviceklubs, der sich für die Rechte und Chancen von Frauen und Mädchen einsetzt. Nun konnte die Steuerberaterin im Kinderkrankenhaus mit eigenen Augen sehen – Swetlana Makarowa, selbst Mitglied bei Soroptimist International, machte die Führung persönlich -, was beispielsweise aus dem vom Erlanger Klub finanzierten gynäkologischen Behandlungsraum für jugendliche Patientinnen wurde. Und – mit der Historikerin Julia Obertreis als Gast – es war endlich auch Gelegenheit, mit den russischen Klubschwestern ins Gespräch zu kommen. Daß darüber der Schal wieder ein Stück länger wurde – nur gut so. Und bestimmt gibt es auch bald wieder etwas über neue Initiativen von Soroptimist Erlangen-Wladimir zu berichten.


In der vorvergangenen Nacht verabschiedete sich Fritz Wittmann für immer von seiner Frau Elisabeth und Tochter Johanna. Seinen 92. Geburtstag, den er am kommenden Sonntag noch einmal richtig groß hatte feiern wollen, erlebte der Weltkriegsveteran nicht mehr, mit dessen Tod das vielleicht bemerkenswerteste Kapitel der Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir zu Ende geht. Der ehemalige Leiter der Volksschule Möhrendorf schrieb nämlich Geschichte mit seinem Leben für die Versöhnung zwischen Deutschen und Russen. Dabei hatte alles, wie den Stationen seiner Autobiographie zu entnehmen, ganz anders begonnen:

Fritz und Elisabeth Wittmann

Als Hitler an die Macht kam, war ich sechs Jahre alt. Ich kam in die Schule und lernte „deutsch zu fühlen und deutsch zu denken“. Als ich 23 geworden war, kehrte ich aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Als Kind hatte ich teil an der Illusion der Mehrheit aller Deutschen, der Führer werde Deutschland in eine neue Zukunft führen. Wir sangen schon bald „Deutschland, heiliges Wort“ und von den „Fahnen, die wir fliegen lassen sollten in das große Morgenrot, das uns zu neuen Siegen leuchten sollte oder brennen uns zum Tod“. Daß letzteres so furchtbar wahr werden sollte für Millionen, das dachten wir nicht. Als ich 1944, fünf Tage nach dem Attentat auf Hitler, Soldat wurde, war die Illusion, den Krieg siegreich zu beenden, längst dahin. Daneben blieb aber unvorstellbar, daß wir den Krieg verlieren. Auf dem Weg zur Front an der Oder sagte uns ein Soldat, der von Anfang an an der Ostfront gekämpft hatte: „Wenn wir den Krieg verlieren, dann Gnade uns Gott.“ Zu jener Zeit waren die meisten meiner Kameraden, wie auch ich, überzeugt, daß wir sowieso die Niederlage Deutschlands nicht überleben würden. Zu oft hatten wir gehört, daß es besser sei, „in Ehren zu sterben, als in Schande zu leben“. Anfang Februar 1945 kam ich an die Oderfront. Dort warteten wir bis Anfang März auf den Beginn der russischen Offensive. Nach deren Beginn waren wir drei Tage später in Küstrin-Neustadt schon eingeschlossen. Am Morgen des 11. März wurde mir die erste „Feindberührung“ zu einem Erlebnis, das für mein weiteres Leben von entscheidender Bedeutung wurde. Ich habe diese „menschliche Feindberührung“ in „Der Russe lebt“ 40 Jahre später zu Papier gebracht. In der stundenlangen Nähe dieses Meinesgleichen von der anderen Seite gab ich meiner Mutter das Versprechen, mich auf keinen Fall selbst zu erschießen. (Nach meiner Rückkehr aus der Gefangenschaft erfuhr ich, daß mein Bruder Hans zu dieser Stunde in der Nähe von Danzig gefallen war.) Von da an beschäftigte mich die Vorstellung an ein Leben in Gefangenschaft. Ich fand im Gedanken, daß dort, wo Soldaten herkommen, auch Mütter sind, einen Ausweg in meiner ausweglosen Lage. Wie sehr mir von dieser Mütterlichkeit später Hilfe und Rettung werden würde, ahnte ich damals nicht. Als wir dann in der folgenden Nacht die russische Umzingelung durchbrachen und ich zehn Tage lang mit einer Gruppe von zwölf Mann im bereits von der Sowjetarmee besetzten Westpommern herumirrte, wurde mir klar, daß die Hingabe meines Lebens ein sinnloses Opfer wäre. Als wir am Morgen des 21. März von einer russischen Streife umzingelt waren, ergaben wir uns, ohne Widerstand zu leisten.

1990 verdichtete sich die erste Feindberührung so:

Der Russe lebt

Am 11. März 1945 / rückten wir in unsere Stellung ein / im Waldfriedhof von Küstrin. / Da lag, / das Gesicht mit Tannenreis bedeckt, / ein toter russischer Soldat. / Nur wenige Meter / von unserem Schützengraben entfernt, / ließ er mir keine Ruhe. / Stunde um Stunde kam er mir / in meinen Gedanken näher. / In einer Feuerpause der russischen Granatwerfer / zog es mich zu ihm hin. / Ich hob das Reis und erschrak / über das junge Gesicht. / Ich dachte an seine Mutter und an meine. / Diese Gedanken haben den mir anerzogenen Haß / tödlich verwundet. / Sie retteten mir das Leben. // Nun sind diese erste tote russische Soldat und / seine mir unbekannte Mutter / in meinen Gedanken und Träumen. / Solange ich lebe.

Erlanger und Wladimirer Veteranen, Juni 1995

Aktenkundig ist die Verbindung von Fritz Wittmann zur Städtepartnerschaft seit 1987, als in den Erlanger Nachrichten ein Leserbrief erschien, in dem der im mittelfränkischen Rohr geborene und nun im oberfränkischen Baiersdorf lebende Pensionär Oberbürgermeister Dietmar Hahlweg zu dem mutigen Schritt gratulierte, diesen Kontakt aufzunehmen und davon sprach, Russisch lernen zu wollen, um selbst bei diesen Beziehungen eine aktivere Rolle spielen zu können. Als regelmäßiger Gasthörer im Arbeitskreis Wladimir der Volkshochschule lernte er bald alle entscheidenden Akteure des Austausches kennen und half immer mehr selbst, Begegnungen zu organisieren. Stellvertretend dafür steht das Konzert des Kammerchors Elegie 1990 in Baiersdorf und die Sammlung von Spenden für dessen Mitglieder. Dann, ein Jahr später, der große Schritt, die erste Reise nach Wladimir, zusammen mit der zehnköpfigen ersten Erlanger Veteranendelegation anläßlich des 50. Jahrestages des Überfalls der Wehrmacht auf die Sowjetunion. Bleibend sein Eindruck damals, zum Ausdruck gebracht vom Vorsitzenden des Wladimirer Veteranenverband, Jakow Moskwitin: „Wir wollen uns gegenseitig die Schuld nicht vorhalten.“ Hier, wo er in Nikolaj Schtschelkonogow, der, wie sich herausstellte, dem SS-Mann 1945 in Küstrin unbekannterweise gegenübergelegen hatte, einen zum Freund gewordenen einstigen Feind fand, hier auf dem Platz des Sieges am 22. Juni 1991 in der Partnerstadt muß es wohl gewesen sein, daß Fritz Wittmann seine Friedensmission als persönliche Berufung annahm, gespeist von einer tiefen Spiritualität und einem lebensfrohen Glauben.

Es folgte 1992 der Gegenbesuch der Wladimirer Veteranen, ein Jahr später die Gastspielreise des Veteranenchors mit einem Auftritt in Rohr wie in Baiersdorf, immer umsorgt von Fritz Wittmann, der es verstand, einen ganzen Freundeskreis aufzubauen und einen Kreis „Liebe – Friede – Leben“ zu entwerfen, der in Wladimir gestickt wurde. Wladimir sollte ihn nicht mehr loslassen. Reise auf Reise folgte mit Vorträgen, Gesprächen, immer neuen Freundschaften – und schließlich die Idee, seine vier Jahre währende Gefangenschaft, die ihn bis die Kohlenschächte des Ural führte, ohne je geschlagen worden zu sein, niederzuschreiben und in das 2001 erschienene Buch „Rose für Tamara“ auch die Erfahrungen anderer Wehrmachtssoldaten aufzunehmen, nachdem der Autor bereits 1986 und 1990 Teil 1 und 2 seines aphoristischen Werks „Lachen und Weinen unter dem Apfelbäumchen“ und 1999 zusammen mit seinem jüdischen Freund, Percy Gurwitz, in Wladimir seine „Gereimten Kommentare“ publiziert hatte.

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Oberbürgermeister Florian Janik bei der Überreichung des Friedenskreises an Wladimirer Veteranen mit Jelena Owtschinnikowa, Sergej Sacharow, Peter Steger und Birgitt Aßmus im Erlangen-Haus

„Rose für Tamara“, 2003 in der Übersetzung von Nadeschda Jewrassowa auch in Wladimir herausgegeben, erhielt im Jahr 2002 aus den Händen von Bundespräsident Johannes Rau den „1. Preis für bürgerschaftliches Engagement in Rußland“ und erlebte als Wegbereiter des Erinnerungsbandes „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ von Peter Steger vor zehn Jahren eine Neuauflage. 2010 schließlich erfuhr Fritz Wittmann auch in Erlangen die verdiente Auszeichnung mit dem Ehrenbrief für Verdienste auf dem Gebiet der Städtepartnerschaften.

Peter Steger, Alexandra Gräfin von Lambsdorff, Fritz Wittmann, Brüne Soltau, Johannes Rau und Jürgen Ganzmann bei der Preisverleihung 2002 in Berlin

„Land meiner zweiten Geburt“ nannte der Verstorbene Rußland, dessen Schicksal ihn bis in seine letzten Tage beschäftigte und wo man in einer Umarmung „selbst zur Winterszeit noch durch die dickste Wattejacke die Herzlichkeit spürt“. Er teilte diese Erfahrungen mit dem Veteranenkreis um Friedhelm Kröger, trug diese Botschaft aber auch stets auf den Lippen, etwa mit den Zeilen, die er gern rezitierte:

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Fritz Wittmann, Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und Oberbürgermeister Siegfried Balleis bei der Verleihung des Ehrenbriefes 2010

Im Krieg begruben wir / auf beiden Seiten unsere Toten. / Nun gedenken wir ihrer gemeinsam / und reichen uns, Deutsche und Russen, / die Hand zum Frieden.

Thomas Rex, Peter Steger, Fritz Wittmann und Nikolaj Schtschelkonogow mit den Friedensspaten, 2008 in Erlangen

Diese „Hand zum Frieden“ ist nun erkaltet. Es ist an uns, einander, Deutsche wie Russen, Herzen und Hände im Geist von Fritz Wittmann zu wärmen und im seinen Sinne darauf zu trinken, daß es nur noch Veteranen des Friedens geben möge. Wie und daß das geht, hat er uns vorgelebt wie kein zweiter.

Der Veteranenkreis um Friedhelm Kröger mit Fritz und Elisabeth Wittmann beim Empfang mit Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens, 2017

P.S.: Ziemlich genau vor zwei Jahren schrieb Tatjana Parilowa, Mitglied des eingangs erwähnten Chores Elegie bei den Auftritten 1990, Fritz Wittmann zu seinem 90. Geburtstag eine Widmung, die hier im Blog erschien: https://is.gd/N2bakX Nur wenige Tage vor seinem Tod hatte die Musiklehrerin ihren Freund noch besucht – als sein letzter Gast aus Wladimir.


Das ganze Ensemble Rus trauert um unseren Freund, den künstlerischen Leiter der Folkloregruppe Ihna. Lange vor dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Berliner Mauer verstand es Eike Haenel als talentierter Organisator und Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, über den Kulturaustausch die ersten Schritte zur Aufnahme von freundschaftlichen Verbindungen zwischen unseren Völkern zu unternehmen. Wir werden nie vergessen, wie es ihm im Frühjahr 1989, ungeachtet aller seinerzeitigen Einschränkungen, gelang, eine Gastspielreise für das Ensemble Rus durch ganz Deutschland (von Cuxhaven bis München) zu organisieren. Schon der Grenzübertritt von der Tschechoslowakei in die Bundesrepublik Deutschland – wir kamen mit dem Bus aus Aussig an der Elbe, unserer böhmischen Partnerstadt – hatte es damals in sich: Das Umladen des Gepäcks und der Instrumente vom einen in den anderen Bus verlief per Hand und Pkw-Anhänger, weil es keine Einfahrtserlaubnis für die Erlanger Abholer gab. Später spielte unser Freund die entscheidende Rolle bei der Vermittlung des Kontaktes zur Konzertdirektion Schlote, mit der wir viele Jahre unsere Deutschland- und Europatourneen machten. Viel wichtiger aber als all dies: Für immer bleiben in unserem Gedächtnis das sonnige Lächeln und der vorausschauende Blick dieses lichtdurchströmten Menschen lebendig. Wir bewahren ihm ein würdiges Andenken und wünschen ihm die ewige Ruhe.

Nikolaj Litwinow, künstlerischer Leiter des Ensembles Rus

Eike Haenel, Nina Peschkowskaja, Dietmar Hahlweg und Nikolaj Litwinow, November 2017

Wladimirez und Ihna verbindet schon seit mehr als dreißig Jahren, seit 1987, eine enge Freundschaft. Wir sind Eike sehr dankbar dafür, denn er gab damals den Anstoß zu unserem Austausch. Er war ein ausgesprochen guter, anständiger und recht strenger Leiter… Wir hatten immer wieder Gelegenheit bei Proben seiner Ihna anwesend zu sein und konnten sehen, mit welcher Liebe und Warmherzigkeit die Mitwirkenden Eike begegneten. Was mich persönlich an unserem Freund immer besonders berührte, waren seine selbstlose Hingabe und Liebe zur Sache, die er erledigte. Er dachte sich keine Tänze aus, sondern er suchte sie anhand von historischem Material. Alles, was es da in der alten Zeit gab, übertrug er detailgetreu in sein geliebtes Ensemble. Auch unser Lieblingstanz, der „Schwerttanz“ wurde nach historischen Vorlagen rekonstruiert. Und dann war da noch dieser ganz eigene Wesenszug von Eike… Wenn er uns bei einer Probe zusah und ihm ein Tanz besonders gefiel, klatschte er nicht, sondern sagte still: „Noch einmal.“ Die Truppe war noch nicht zum Verschnaufen gekommen, aber er sagte es so, daß wir diese Nummer ohne zu murren wiederholten. Das konnte übrigens nicht nur bei Proben passieren, sondern geschah so sogar einmal bei einem Konzert in Erlangen. Wir werden unseren lieben Freund nie vergessen. Er war ein wirklich guter Mensch.

Mit viel Liebe für ihn, das Ensemble Wladimirez aus Wladimir

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Silvia und Landulf Jäger mit Nina Peschkowskaja, 2015 in Wladimir

Mit Eike Haenel, der einen Monat nach seinem 80. Geburtstag am vergangenen Sonntag verstarb, verliert tatsächlich nicht nur sein Ensemble den Gründer und ehemaligen Leiter, der Ihna vor 61 Jahren – in Worten: einundsechzig – zum tanzenden und klingenden Instrument der Völkerverständigung machte, sondern auch die Partnerschaft Erlangen-Wladimir hat einen Verlust zu beklagen, der schmerzt wie kaum ein anderer. Der aus Pommern stammende Impresario und Gastgeber für Ensembles aus aller Welt zeichnet zum einen verantwortlich für die – wie man heute sagen würde – Willkommenskultur des von ihm geprägten Freizeitamtes des Stadt Erlangen und nutzte zum andern bereits 1984 die Gelegenheit, mit einer Delegation des Stadtjugendrings in die noch unbekannte sowjetische Partnerstadt zu reisen. Zurück aus Wladimir kam Eike Haenel mit einer neuen Freundschaft, die ihn über drei Jahrzehnte mit Nina Peschkowskaja und deren Ensemble Wladimirez verbinden sollte, mit dem Ihna erst in diesem Jahr wieder gemeinsam auf Tournee war, dieses Mal im Baskenland. Welch ein Vermächtnis dieses großen Mannes der Aussöhnung zwischen Ost und West, welch ein Erbe, das wir antreten. Danke dafür, lieber Freund! Wir müssen es freilich erst noch erwerben, um es zu besitzen.

Die Trauerfeier findet am Freitag, den 23. November, um 15.00 Uhr im Bestattungshaus Utzmann, Marie-Curie-Str. 40, statt.


Schon frieren die Gewässer in Wladimir zu, schon kündigt sich eisig der Winter an. Doch wir blicken noch einmal zurück in den Frühherbst, als das Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde seinen Austausch mit der Staatlichen Universität in der Partnerstadt fortsetzte:

Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii, ich war noch niemals in Wladimir. Dementsprechend neugierig war ich auf diese Stadt und allgemein auf das Land. Ich kannte nur wenige Details aus Berichten und Dokumentationen. Dieser Schüleraustausch, ausgehend vom Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde in Erlangen, ermöglichte es, mir mein eigenes Bild zu verschaffen. Schon im Flieger war ich sehr aufgeregt, da ich mich auch noch nie richtig auf Russisch unterhalten hatte und ich mich etwas unsicher fühlte. Wir flogen jedoch zu zweit dorthin, was die Sache für mich erleichterte.

Also ging die Reise nun los, drei Wochen Wladimir, ich war gespannt.

Häuser an der Bolschaja Nischegorodskaja

Nach einem angenehmen Flug wurden wir sehr nett von einer unserer Gastfamilien empfangen und von Moskau nach Wladimir gebracht. Obwohl es schon sehr spät in der Nacht war, verspürten wir keinerlei Müdigkeit und schauten wie Kinder aufgeregt aus dem Fenster des Autos. Moskau mit seinen neuen schicken Hochhäusern zog an uns vorbei. Schon alleine die Luft hatte einen ganz anderen Geruch als zu Hause, wir waren wirklich angekommen, nach sechs Wochen Sommerferien. Vier Stunden Fahrt brachten wir hinter uns, bis wir Wladimir erreichten, eine Stadt von der Größe Nürnbergs. Das Leuchtschild mit der  Aufschrift “Wladimir“ an der Stadteinfahrt begrüßte uns ebenso herzlich wie die Gastfamilien.

Platz an der Bolschaja Nischegorodskaja

Ich wohnte bei einer sehr lieben Oma eines Austauschstudenten. Sie war früher Deutschlehrerin, was die Konversation etwas erleichterte. Es sollten sehr interessante und lehrreiche drei Wochen werden. Wir bekamen auf der einen Seite einen Einblick in den russischen Familienalltag und auf der anderen Seite ein Bild von der Stadt und ihren Sehenswürdigkeiten sowie von der Wladimirer Universität.

Der Bahnhof Wladimir

Ich verbrachte sehr viel Zeit mit der netten Dame, wir frühstückten zusammen Haferbrei und tranken Kaffee, dabei witzelten wir oft in russischen Floskeln. Sie zeigte mir die Stadt bei einem Spaziergang, und danach gab es ein deftiges Mittagessen, wozu manchmal auch ein kleines Schnäpschen serviert wurde. Dieser Kurze sollte vor allem einer Erkältung bei schlechtem Wetter vorbeugen. Genauso wie das sehr heiße Fußbad, was mir auf nette, aber auch sehr bestimmte Weise angeboten wurde.

Man versucht sich hierzulande durch natürliche Hausmittel und alte Weisheiten gesund zu halten, da Medikamente sehr teuer sind. Auch gibt es den einen oder anderen Aberglauben, wie bei uns eben auch. Jedoch ist es sehr interessant, wie dieser in anderen Ländern aussieht. Mir wurde zum Beispiel gesagt, ich solle nicht pfeifen, da ich sonst mein Geld „hinauspfeifen“ würde, oder man solle vor einer Reise eine Minute sitzen und warten, was die Reise begünstigen soll.

Ich lernte sehr viel, und wir gewöhnten uns gut aneinander: Wir verbrachten zusammen den Nachmittag im Gemüsegarten oder auf der Datscha. An den Abenden sahen wir manchmal russisches Fernsehen und diskutierten über die Themen.

Auf der Datscha

An den Vormittagen waren wir unter der Woche für drei Stunden am Pädagogischen Institut im Russischunterricht. Wir waren zu zweit bei einer sehr netten Lehrerin, was den Unterricht intensivierte. Ich brauchte meine Zeit, um mich einzufinden, da die Stunden nur auf Russisch waren und ich das so nicht kannte. Aber nach eineinhalb Wochen funktionierte es besser. Wir bekamen sehr viel Material und übten eine Menge. Nachmittags machten wir oft Ausflüge mit den Austauschstudenten, die uns dann die Stadt zeigten. Wir besuchten Museen, Sehenswürdigkeiten oder durchschlenderten Parkanlagen und Einkaufszentren. Es war jeden Tag etwas geplant. Mit der Zeit kannten wir uns auch ein wenig aus in der Stadt, da man mit dem Bus eigentlich überall hinfahren konnte, wie in Deutschland eben auch. Der Verkehr war auch sehr organisiert, nicht wie wir es immer dachten, chaotisch und ohne Regeln. Doch im Busverkehr war etwas anders als bei uns: Bei einer Frau wird das Ticket gekauft, die im Bus auf- und abgeht und sich genau merkt wer aus- und wer einsteigt. Das ist vielleicht für diese Person etwas belastend, aber dennoch eine gute Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und eine Vermeidung von Schwarzfahrten. Ich fand das sehr interessant zu sehen.

Erlangen-Haus

Manchmal überrollten mich die Eindrücke, und ich fühlte mich unsicher, wie ich mit manchen Situationen umgehen sollte, doch ich denke das ist ganz normal. Man lernt und wächst an diesen interkulturellen Situationen, und man gewöhnt sich mehr und mehr an die Sprache. Insgesamt war es eine sehr interessante, lehrreiche und schöne Zeit.

Спасибо большое sagt Victoria Zollner

 

 


In einer seiner frühen Erzählungen, „Die stählerne Kehle“, schildert Michail Bulgakow, im Brotberuf Arzt, was einem jungen Mediziner so durch den Kopf gehen kann:
Und so war ich also auf mich allein gestellt. Um mich das Novemberdunkel mit kreiselndem Schnee, das Haus zugeweht, das Heulen des Winds im Kamin. All die 24 Jahre meines Lebens hatte ich in einer riesigen Stadt verbracht und immer geglaubt, Schneestürme heulten nur in Romanen. Nun stellte sich heraus, daß sie tatsächlich heulen. Die Abende sind hier ungewöhnlich lang, die Lampe spiegelte sich unter ihrem blauen Schirm im schwarzen Fenster, und ich kam ins Träumen, als ich so auf den Fleck blickte, der linker Hand von mir leuchtete. Ich träumte von der Kreisstadt, vierzig Werst von mir entfernt. Wie gern wäre ich von hier dorthin entflohen. Dort gab es Strom, vier Ärzte, mit ihnen könnte man sich beraten, jedenfalls wäre es nicht so schrecklich. Aber von hier wegzukommen, war undenkbar, und bisweilen begriff ich auch selbst, daß eine solche Flucht kleinmütig wäre. Schließlich hatte ich ja genau deswegen an der medizinischen Fakultät studiert… „Aber wenn sie jetzt eine Frau mit einer schweren Geburt bringen? Oder, nehmen wir an, jemanden mit einer eingeklemmten Hernie? Was mache ich da bloß? Lassen Sie es mich doch bitte wissen! Vor 48 Tagen habe ich die Fakultät abgeschlossen – mit Auszeichnung, aber eine Auszeichnung ist das eine, ein Bruch etwas anderes. Einmal schaute ich zu, wie ein Professor eine solche eingeklemmte Hernie operierte. Ich saß im Amphitheater. Und nun rann mir beim Gedanken an den Bruch der kalte Schweiß in Strömen das Rückgrat hinunter. Abend für Abend saß ich in der gleichen Pose und goß mir Tee nach: Links von mir lagen alle Handbücher zur operativen Geburtshilfe auf dem Tisch, oben auf der Kleine Döderlein, rechts zehn verschiedene Bände zur operativen Chirurgie mit Zeichnungen. Ich räusperte mich, steckte eine Zigarette an, trank von meinem kalten schwarzen Tee…

Jürgen Zeus, Susanne Lender-Cassens, Natalia Denissowa, Olga Jaschina und Werner Hohenberger

Ganz so dramatisch würden ihren Seelenzustand die Gynäkologin Natalia Denissowa und die Neurologin Olga Jaschina sicher nicht beschreiben, aber die zweiwöchige Hospitation an den Universitätskliniken – wieder dankenswerterweise vermittelt und finanziert vom Serviceklub Rotary – hat schon auch etwas von einem Praxisschock gegenüber dem, was sie aus dem Krankenhausalltag in Wladimir – gleich ob in der Abteilung für Schlaganfälle oder im Kreißsaal – kennen, zumal sie sich ohne Dolmetscherbetreuung auf Englisch verständigen müssen. Eine nützliche und wichtige Erfahrung bekunden die Gäste vom Regionalkrankenhaus der Partnerstadt freilich beim gestrigen Empfang im Rathaus gegenüber Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens, selbst im Brotberuf Krankenschwester, und den beiden Kollegen, dem emeritierten Chirurgen von Weltruf, Werner Hohenberger, und Jürgen Zeus, Internist i.R. und Stadtrat. Und eine Erfahrung, die man gern auch dem Pflegepersonal ermöglichen möchte. Also wieder ein Ergebnis des Austausches, das ausstrahlt auf andere Bereiche. Eben bereichernd.
P.S.: Die „Arztgeschichten“ von Michail Bulgakow sind 2009 in der Sammlung Luchterhand auf Deutsch erschienen. Bei obiger Übersetzung handelt es sich um eine Ad-hoc-Übertragung.

 

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