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Trau schau wem


Mit dem Vertrauen in die Medien ist das überall so eine Sache. In Wladimir wollte man der Sache einmal auf den Grund gehen und befragte 1.100 Personen in der Partnerstadt dazu, inwieweit sie den Informationen im Fernsehen mehr als denen im Internet vertrauen. Und siehe da, 51% der Wladimirer verlassen sich lieber auf die Nachrichten im TV, nur 43% halten die Informationen aus dem Netz für glaubwürdiger. Warum das? Weil im virtuellen Raum zu viel an Meldungen unterwegs sei, um sie alle überprüfen zu können. Außerdem arbeiten, so ein Argument, bei den staatlichen Medien Fachleute, während im Internet jeder seine eigene Wahrheit verbreiten könne. Aber es gibt auch die Meinung:

Ja, im Netz ist viel an Information unterwegs, aber das ist auch ein Vorteil. Man kann selbst wählen und sortieren. Es gibt jede Menge seriöse Plattformen und Seiten, wo man sich rasch mit überprüfter Information versorgen kann.

Die Wladimirer Zahlen entsprechen weitgehend den landesweiten Proportionen, zeigen aber ein etwas höheres Vertrauen gegenüber dem Internet als im Schnitt. So vertrauen laut dem renommierten Lewada-Zentrum 54% der Befragten dem Fernsehen und nur 22% dem Internet, während die Stiftung Öffentliche Meinung zu einem Verhältnis von 35% vs. 20% kommt. Bei aller Differenz der Zahlen bleibt also immer der Abstand zwischen beiden Medien in etwa gleich. Erklärt wird das mit dem Umstand, die ältere Generation schenke den klassischen staatlichen Nachrichten mit ihrer überschaubaren Meinungsfülle traditionell mehr Vertrauen als dem ausdifferenzierten und durchaus unübersichtlichen Angebot des weltweiten Netzes. Eine Frage der Zeit also, wann das Internet auch als Informationsquelle die TV-Kanäle ablösen dürfte. Zumal ja längst alle Sender auch im Internet präsent sind…

Bleibt nur noch, die Vertrauensfrage für den Blog zu stellen.


Zwei Kenner des Landes machen sich gemeinsam mit ihren Ehefrauen im September 2019 auf den Weg und ergänzen sich:

Blick vom Patriarchengarten auf die Altstadt von Wladimir

Der Experimentalphysiker, Andreas Magerl, emeritierter Professor der Friedrich-Alexander-Universität, betreut schon seit Jahren einen Austausch deutscher und russischer Studenten, wobei er in engem Kontakt mit verschiedenen russischen Universitäten steht. Der ehemalige Leiter des Gymnasiums Fridericianum, Gerhard Hammer, wiederum kennt die Erlanger Partnerstadt gut und hat einen bis heute funktionierenden Austausch mit einer Schule in Wladimir begründet. Er stellte auch den Kontakt mit der Universität Wladimir für den Wissenschaftler her. Diese beiden Projekte der Zusammenarbeit bildeten den organisatorischen Rahmen für eine hochinteressante Reise nach Moskau, Wladimir und Kasan.

Ludmila Suschkowa, Gerhard Hammer, Andreas Magerl, Ansor Saralidse und Olga Chochlowa

Was Moskau für eine pulsierende Weltstadt ist, wissen wohl die meisten. Beeindruckend sind das reibungslose Funktionieren des öffentlichen Verkehrswesens und der ausgezeichnete Zustand der touristischen Attraktionen. Insbesondere die religiösen Stätten werden aufwendig restauriert und blitzen mit zahlreichen frisch vergoldeten Kuppeln. Eine umfangreiche international bestückte Ausstellung zum Thema „The coming world: Ecology as the new Politics“ zeigt, wie das Umweltproblem auch hierzulande sehr wohl erkannt worden ist.

Ein pünktlicher und schneller Zug bringt die Reisenden in zwei Stunden nach Wladimir, das sich als muntere Stadt mit Straßenfest, wunderbaren Parkanlagen und vielen netten Restaurants und Cafés von seiner besten Seite zeigt. Überall sind junge Leute engagiert beim Arbeiten zu sehen, und im gastronomischen Bereich gibt es innovative Konzepte, wie z. B. ein Familiencafé mit angeschlossenem Spielzimmer für kleine Gäste. Untergebracht sind die beiden Ehepaare im Erlangen-Haus, in dem neben einem kleinen Hotelbetrieb (man muß sich dort wohlfühlen!) vor allem Deutsch unterrichtet wird. Dabei sind das Niveau der Lehrkräfte und ihr Engagement beeindruckend. Den Höhepunkt der Reise bildet der durch Peter Steger, den Partnerschaftsbeauftragten Erlangens, vorbereitete Besuch in der Universität, wo die deutschen Gäste vom Rektor, Ansor Saralidse, und der Bildungsbeauftragten der Regionalduma, Olga Chochlowa, mit einem offiziellen Empfang sehr freundlich aufgenommen werden.

Andreas Magerl, Ludmila Suschkowa, Ansor Saralidse, Olga Chochlowa, N.N. und Gerhard Hammer

Der Zug zur 800 km langen Weiterreise nach Kasan fährt pünktlich vom Bahnhof Wladimir zur Fahrt in Richtung Sibirien ab und bietet einen höchst angenehmen Service.

In der Hauptstadt der halbautonomen Republik Tatarstan fällt das offensichtlich einvernehmliche Zusammenleben der muslimischen und christlichen Bevölkerung auf: Prächtige Kirchen und ebensolche Moscheen stehen in Kasan nebeneinander, und auch sonst macht die betriebsame Stadt einen offenen und wirtschaftlich aufstrebenden Eindruck.

Kasan

Insgesamt war es eine sehr bildende Reise, sowohl touristisch als auch unter dem Aspekt der Begegnung mit der Bevölkerung ein voller Erfolg. Die große Freundlichkeit, mit der wir Deutsche überall behandelt werden, steht im Gegensatz zu manchen bestehenden Vorurteilen.

Besonderer Dank gebührt Herrn Steger, ohne dessen kompetente Hilfe diese Reise nicht so erfolgreich verlaufen wäre: Man konnte deutsch-russische Partnerschaft im besten Sinn und auf verschiedenen Ebenen erleben.

Eva-Maria Hammer


Die Band Impvlse setzte gestern auf Facebook einen Post in englischer Sprache ab, der hier in behutsam redaktierter deutscher Übertragung erscheint, weil eindrucksvoll zeigt, was da auf der Bühne und hinter den Kulissen des Rockbandaustausches zwischen Erlangen und Wladimir seit zehn Jahren wächst und gedeiht. Aber lesen Sie selbst:

Impvlse

Im November 2018 nahmen wir an der Endausscheidung des Newcomer-Festivals in Erlangen teil. Wir erinnern dieses Datum als einen unserer wohl außergewöhnlichsten Auftritte, denn es waren all unsere Fans, Freunde und Familien gekommen, um für uns zu stimmen, damit wir die Reise nach Wladimir gewinnen. Jetzt, fast ein Jahr später, haben Eure Stimmen die allerunglaublichste Sache möglich werden lassen, die wir je als Band vollbrachten.

Wir stehen noch immer ganz unter dem Eindruck des vergangenen Wochenendes und der unglaublichen Zeit, die wir in Rußland verbrachten. Es war ein Wochenende mit drei Shows in drei Städten und ungezählten neuen Freundschaften. Wir sind noch immer überwältigt von den Erinnerungen an all die großartigen Leute, die wir trafen, und von den unvergeßlichen Momenten, die wir erlebten.

Dieser Post ist als Dankeschön an die ungezählten hilfreichen Hände gedacht, an all die Organisatoren, die anderen Bands und an alle, die zu unseren Shows kamen und Spaß mit uns hatten. In erster Linie möchten wir Peter Steger und dem Team vom Amt für Soziokultur dafür danken, diese Reise möglich gemacht zu haben. Wir sind voll des höchsten Respekts für die Verbindung, die sie mit Erlangens Partnerstadt Wladimir aufgebaut haben, für ihr Werk, das für Bands aus beiden Städten die Türen zum Kontakt öffnet. Dann möchten wir unseren großartigen russischen Freunden danken, die uns das Gefühl gaben, als wären wir zu Hause bei ihnen, für die Organisation dieser unglaublichen Konzerte und für die Zeit, die sie sich nahmen, um uns ihre schönen Städte zu zeigen. Ganz besonders rufen wir unseren Dank unseren Freunden Andrej und Ilja zu. Wir bleiben Euch für immer verbunden für Euer gastfreundliches Wesen und die Freundschaft, die wir schlossen.

Wir sind auch dankbar, diese Erfahrung mit unseren neuen deutschen Freunden von Meloco geteilt zu haben. Es war ein ausgesprochenes Vergnügen, die Bühne mit Euch zu teilen, wir freuen uns schon darauf, das in nächster Zukunft wieder einmal zu tun. Und dann gilt unser Dank natürlich auch all den russischen Band, die während dieser Tour mit uns auftraten, darunter Bosphorus Night, Abandoned Land, Faтальный Выстрел, Metamorphis und Ragged Jeans! Wir sind stolz, mit diesen professionellen und talentierten Musikern auf einer Bühne gestanden zu sein und hoffen, Euch bald in Deutschland wiederzusehen!

Nicht vergessen möchten wir schließlich bei unserem Dank all die Leute in Wladimir, Murom und Kowrow, die zu unseren Konzerten kamen und uns dieses besondere Gefühl vermittelten, die jene Auftritte zu den besten machten, die wir je spielten, und für ihren endlosen Applaus. Wir werden Euch nie vergessen und wollen unser Möglichstes tun, um wiederzukommen und Euch noch einmal so richtig zu rocken!

Endless love, The IMPVLSE boys

Meloco, Impvlse und die russischen Freunde in Murom

Jetzt ist es aber auch Zeit, auf Ragged Jeans aus Murom hinzuweisen, eine Band, die schon im Namen darauf hinweist, warum richtig guter Rock fetzig sein sollte. Das Quartett fährt schweres Geschütz auf, gehört – wie bisher fast alle russischen Gruppen im Rahmen des Austausches – zu den Auslegern einer robusten Variante des Metal-Genres, die bisher noch immer den Geschmack des Erlanger Publikums traf. Ragged Jeans – bitte schon einmal vormerken! – treten am 14. November bei freiem Eintritt ab 19.00 Uhr in der Nürnberger Cult-Factory Luise, Scharrerstraße 15, im Rahmen der Reihe Open Space auf, bevor sie dann am 16. November als Gastband im Erlanger E-Werk gegen 23.00 Uhr das Newcomer-Festival im Gitarrengewitter enden lassen. Die vier Rock-Gentlemen geben sich sogar die Ehre, das Publikum persönlich einzuladen: https://is.gd/IdkWww


Wenn alles so kommt, wie es die Ausschreibung vorsieht, verläuft die geplante Maut-Autobahn Moskau – Kasan entgegen aller Proteste durch das Landschafts- und Naturschutzgebiet entlang der Kljasma. Immerhin aber zeigt die russische Politik mehr Vernunft in Sachen Ökologie und Sicherheit als hierzulande, indem sie für die Trasse noch vor deren Bau eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h festlegt. Na ja, bevor man in Deutschland ein Limit am Steuer einführt, verteilt man in den USA zur Selbstverteidigung statt teurer Feuerwaffen kostenlose Spritzpistolen.

Straßenbauprojekt bei Nowgorod. So könnte es bald auch in der Region Wladimir aussehen…

Dennoch: Die Entscheidung, auf die Hochgeschwindigkeitseisenbahntrasse zu verzichten und an ihrer Statt eine vierspurige Autobahn zu bauen, bleibt umstritten: Die IHK der Region Wladimir fürchtet, die Streckenführung werde der Wirtschaft nicht die erhofften Impulse bringen, weil sie an den industriellen Zentren vorbeilaufe, und die Umweltschützer zittern um das ökologische Gleichgewicht. Alarm schlägt nun aber auch eine Berufsgruppe, die sich ansonsten aus derartigem Streit eher heraushält. Der Künstlerverband der Region Wladimir, vertreten durch den Maler und Professor an der Universität der Partnerstadt, Wladimir Rusin, wird deutlich:

Wir waren sehr verärgert über die Nachricht. Ich weiß, das wird eine große Straße. Es geht um Infrastruktur, um Rodungen. Diese wunderschönen Orte werden einfach weggebügelt. An ihrer Stelle kommt Lärm, kommt Staub, kommt Gestank. Wir sehen das alles entlang der M7 „Wolga“, die unsere Dörfer durchschneidet. Überall Schutzplanken, Billboards. Die reinste Verhöhnung der Menschen. Man sollte die Strecke besser andernorts verlaufen lassen. Ansonsten gehen unschätzbare Orte verloren.

Anatolij Kuwin. Landschaft, die durch die Autobahn zerstört würde.

Man erkennt zwar unschwer eine russische Variante des Sankt-Florian-Prinzips, aber der Widerstand zeigt doch auch, wie sensibel hier wie dort die Zivilgesellschaft auf Prozesse und Projekte reagiert, an denen sie sich nicht ausreichend beteiligt fühlt. Ob das ausreicht, die neue Autobahn zu verhindern? Eher nicht. Längst ist auch des Russen liebstes Kind – das Auto.

Siehe auch: https://is.gd/NCwhQg

Fernweh nach Wladimir


Trotz Reisen durch Alaska, Grönland, Spitzbergen, Tibet und viele andere kalte Länder: Diese Radtour war die eisigste Fahrt meines Lebens. Als meine Mitradler und ich im März 2013 aufbrachen, ahnte niemand von uns, daß dieses Frühjahr ein Jahrhundertwinter werden sollte! Schnee, Eis und Kälte haben uns begleitet vom ersten bis zum vorletzten Reisetag… Die Radtour begann in Erlangen, führte durch Tschechien, Polen, Litauen, Lettland und Estland nach Rußland.

So beginnt Walter Költsch selbst die Werbung für seinen einzigartigen Film, den er am Donnerstag, den 14. November, um 20.00 Uhr zum Auftakt des Fernwehfestivals im Redoutensaal zeigt. Und der Veranstalter, das Fernwehfestival, ergänzt:

Wir haben es nicht lassen können und einmal mehr den „Fränkischen Indiana Jones“ (O-Ton Frankenfernsehen), Walter Költsch, zu unserem Festival eingeladen. Wer ihn, beziehungsweise seine Multivisionen kennt, weiß auch, was das Publikum im Vortragssaal erwartet. Denn Walter verfolgt bekanntlich das Vortragsmotto: „Meine Zuschauer müssen leiden!“ Sein Vortragsstil ist legendär und unvergleichlich humorvoll.

Walter Költsch in Aktion

Viele echt verrückte Reisen haben Walter schon in alle Teile unseres Welt gebracht, viele Abenteuer galt es in dieser Zeit zu bestehen, vielen Unbillen zu trotzen. Die Hitze der Wüsten, die Feuchtigkeit und Schwüle der Tropen und die Kälte des hohen Nordens. Und dennoch meint er, der Radtrip nach Moskau sei das „Eisigste, was er in seinem Leben jemals erlebt hat“. Aber immerhin war er nicht allein unterwegs. Begleitet wurde der Abenteurer von der Erlanger Extremsportlerin Gertrud Härer, dem Erlanger Fahrradguru Jörg Gruner und vom Weltumradler Peter Smolka, für den diese Tour gleichzeitig die Startetappe zu seiner zweiten Weltumrundung war.

Als diese Mannschaft im März 2013 gen Osten aufbrach, konnte sie nicht ahnen, daß dieses Frühjahr so gar nichts von einem Frühling hatte, sondern mehr den Charakter eines Jahrhundertwinters verkörperte! Schnee, Eis und Kälte waren die Begleiter vom ersten bis zum vorletzten Reisetag!

Die Radtour begann in Erlangen, führte für die Gruppe durch Tschechien, Polen, Litauen, Lettland, Estland und schließlich nach Rußland. Nach einem Umweg über Sankt Petersburg endete die Reise nach 4.000 Fahrradkilometern ein gutes Stück jenseits von Moskau, in Erlangens Partnerstadt Wladimir.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ihr werdet wieder einmal mit Walter leiden müssen und bestimmt während des Vortrags immer wieder den Kopf schütteln, wenn sich die Radler frierend durch Schnee, Eis, Matsch und Schneegestöber quälen. Aber wir versprechen Euch ebenso: Ihr werdet Euch wieder köstlich amüsieren über die in perfektem Hochfränkisch vorgetragenen Anekdoten über Begegnungen mit Menschen, über die vielen Pleiten, Pech und Pannen. Der Film lebt aber auch vom Kontrast aus grandioser, einsamer Natur und weltberühmten Städten wie Riga, Tallinn, Sankt Petersburg und Moskau.

Nadja Steger, die noch keine Vorstellung des Films auslies!

Ein Roadmovie der anderen Art. – Freut Euch auf einen weiteren Film aus der Reihe „Walters Verrückte Reisen“. Siehe https://walters-verrueckte-reisen.de

Walter Költsch beim Start in Erlangen

Anzumerken hat die Redaktion freilich schon noch, daß Peter Smolkas Tour de Friends durch sämtliche Partnerstädte Erlangens – ausführlich im Blog dargestellt – den Anlaß für die unfreiwillige Winterfahrt bot. Nach Wladimir, seiner ersten Station, strampelte er über vier Jahre weiter, bevor er via Jena am 10. August 2017 mit 88.000 km auf dem Buckel wieder in Erlangen eintraf.

Walter Költsch, Jörg Gruner, Peter Smolka und Gertrud Härer vor dem Erlangen-Haus in Wladimir

Auch wenn es viele Plätze im Redoutensaal geben mag, sollte man nicht allzu lange mit dem Reservieren warten: https://is.gd/vaxBGz. Karten gibt es ab 10 Euro. Günstiger und unterhaltsamer kommt man nicht nach Wladimir!


Ganz im nördlichen Teil der Landkreises Wjasniki in der Region Wladimir, etwa 130 km von der Partnerstadt entfernt, ruht still und tief im finstern Tann ein 138 ha großer See, dessen Name, Kschtschara, bereits Rätsel aufgibt, geht seine Bezeichnung doch wohl auf ein Wort einer ausgestorbenen finno-ugrischen Sprache zurück. Als sicher gilt aber, daß es sich hierbei mit 65 Metern um das tiefste Gewässer des Gouvernements handelt, über den karstigen Untergrund möglicherweise mit anderen Teichen in der Umgebung verbunden.

Der fischreiche Naturschatz liegt im Kljasma-Luch-Schutzgebiet mit seinem großen Wildreichtum – von der Wasserspitzmaus und den Baummarder bis zum Elch und Wisent, vom Prachttaucher bis zum Auerhahn – und darf nur nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden. Dabei gilt der See als Prototyp für die Legende von der Stadt Kitesch. Zu Olims Zeiten soll am Ufer ein Dorf mit einer Kirche gestanden haben, das beim Anrücken von Feinden mit einem schrecklichen Laut im Wasser versank, um dann andernorts wieder aufzutauchen und die Eindringliche in die Irre zu führen. Sogar eine Geisterinsel soll hier über den Wassern schweben. Alles vielleicht gar nicht so abwegig, denn Karstseen brechen tatsächlich von Zeit zu Zeit ein und nehmen mit in die Tiefe, was in ihrer Nähe steht, und Treibholz kann sich durchaus einmal auch zu einem Eiland zusammenfügen.

Nicht verwunderlich deshalb, wenn hier die sowjetische Verfilmung des Wildtöters von James Fenimore Cooper entstand. Nur darf das Wild hier nicht mehr einfach so getötet werden, und auch der Fischfang ist streng reglementiert, denn noch gibt es hier frei nach dem Anglerlatein: Flußkrebse, Barsche, Quappen, Hechte, Haseln, Silberkarpfen, Alande, Ukeleien, Schleien, Gründlinge oder Karauschen. Das möge auch noch lange so bleiben.

Rock im Doppelpack


Seit zehn Jahren tauschen sich nun schon die Rockbands aus Erlangen und Wladimir aus. Ein Erfolgsprojekt des Amtes für Soziokultur, eine echter Bonus für die Städtepartnerschaft.

Meloco und Impvlse mit Schamil Chabibullin, Mitorganisator der Tournee und selbst Rockmusiker, in Wladimir

In diesem Jahr nahmen erstmals zwei Ensembles aus Erlangen teil: wie üblich die Gewinnerband des vorjährigen Newcomer-Festivals, dieses Mal Impvlse, sowie Meloco, die bereits 2014 Wladimir so erfolgreich rockten, daß die fünf Jungs unbedingt noch einmal zurückkehren wollten.

Jetzt, am vergangenen Wochenende war es so weit. Und es wurde eine Tour durch die ganze Region Wladimir, gute tausend Kilometer lang mit den Transfers von und nach Moskau, mit Stationen in Murom, Kowrow und natürlich in der Partnerstadt.

Dem Blog fehlen Worte und Stimme, um die Atmosphäre wiederzugeben, zumal der Musikkorrespondent der Redaktion leider selbst nicht dabei sein konnte. Also lassen wir die Bilder sprechen – und freuen uns schon auf das nächste Newcomer-Festival im November, wenn Ragged Jeans aus Murom das E-Werk rocken wird.

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