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Aus vielen deutschen und russischen Städten machten sich in diesen Tagen diejenigen auf den Weg nach Krasnodar, die in den Begegnungen von Schülern, Sportlern, Künstlern, in Gesprächen, Diskussionen, bei Feiern, bei Treffen in der Natur und in der Banja einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung sehen.

Elisabeth Preuß, Schirmherrin der Partnerschaft mit Wladimir

Es geht um viel mehr als nur einen nüchternen Beitrag: Die schier unerschöpfliche Themenvielfalt, die engen Freundschaften, die Seminare, aber sicher auch die Schwierigkeiten und Stolpersteine auf dem Weg zu so manchem Austausch zeigen einen Weg auf, wie auf der menschlichen Ebene das erreicht werden kann, worum auch in Sitzungen in Ministerien oder Botschaften gerungen wird, stabile und ausdauernde Freundschaft zwischen unseren Ländern, zur Zeit wahrlich ein großes Ziel.

Denkmal für Alexander Newskij in Krasnodar, den Großfürsten von Wladimir seit 1252 und russischen Heerführer: „Nicht in der Stärke wohnt Gott, sondern in der Wahrheit“.

Die persönliche Begegnung, das persönliche Gespräch, das auf dieser Konferenz in der Realität Erlebte ist umso wertvoller, als in verschiedensten Medien, seltsamerweise „soziale Medien“ genannt, Nachrichten in die Welt gesetzt und per Klick gedankenlos weitergegeben werden, die nicht der Kenntnisnahme von Fakten dienen, sondern eher dem Verbreiten von Lüge, Neid und Angst.

Elisabeth Preuß vor dem Denkmal für Kaiserin Katharina II, die das einst nach ihr benannte Krasnodar gründen ließ

Da es kaum schlechtere Ratgeber gibt als Neid und Angst, hat die Konferenz in Krasnodar eine große Aufgabe: Alle Teilnehmer aus 50 deutschen und fast 100 russischen Städten werden zu Botschaftern. Zu Botschaftern in den Kommunalverwaltungen, Partnerschaftsvereinen oder Freundeskreisen – mit einer Mission: Unsere beiden Länder sind Geschwister, – nicht immer einer Meinung, aber im Wissen um die vielen gemeinsamen Aufgaben, die unter dem Dach der gemeinsamen Verantwortung für den Frieden anstehen.

Das Programm der Konferenz ist vielfältig und reicht von praktischen Aspekten wie Beteiligung bis hin zu zukunftsgerichteter Erinnerungskultur, ein Füllhorn an Ideen für alle, die das Denken und Handeln nicht anderen überlassen, sondern selbst anpacken.

Elisabeth Preuß auf dem Weg zur Konferenz

Elisabeth Preuß, Verfasserin dieser Einführung ins Thema, gehört zu jenen, die selbst anpacken bei der deutsch-russischen Verständigung, doch Erlangens Bürgermeisterin macht sich keine Illusionen: Der Weg ist noch weit, den ihr Kollege Wolfram Jäger aus Karlsruhe, Gastgeber des Kongresses vor zwei Jahren, bei der Eröffnung der 14. Partnerschaftskonferenz in Krasnodar vorzeichnet. Er baut an einer Dreieckspartnerschaft Krasnodar – Nancy – Karlsruhe und träumt von einem engen bürgerschaftlichen Netz der Kontakte zwischen deutschen und russischen Kommunen – ganz nach dem Vorbild der deutsch-französischen Aussöhnung, die übrigens auch Altoberbürgermeister Anfang der 80er Jahre ermunterte, die Verbindung zu Wladimir nach dem Beispiel mit Rennes aufzunehmen.

Die Philharmonie Krasnodar in Konferenzlaune

Matthias Platzeck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, das gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften und der Stiftung West-Östliche Begegnungen die Konferenz ausrichtet, ruft in der Philharmonie von Krasnodar die ca. 500 Delegierten aus beiden Ländern sogar dazu auf, ihren Beitrag dazu zu leisten, die Zahl der Partnerschaften zu verdoppeln. Denn: „Wir brauchen einander mehr denn je!“

Folklore für die Gäste

Doch die Zahlen lassen da wenig Hoffnung aufkommen. Den gut 2.200 deutsch-französischen kommunalen Freundschaften stehen gerade einmal knapp einhundert deutsch-russische Partnerschaften gegenüber. Konstant, seit Jahren – ungeachtet aller Bemühungen, neue Gemeinden für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Zu groß scheinen die Vorbehalte vor allem auf Seiten der deutschen Lokalpolitiker zu sein, die wohl befürchten, derlei Kontakte seien zu personalaufwendig, könnten zu teuer werden, wären schwer mit Leben zu erfüllen.

Sergej Siwajew, Elisabeth Preuß und Sergej Sacharow

Welch ein Irrtum, wenn man sich die vielfältigen Aktivitäten der Partnerstädte ansieht, welch ein Irrtum, wenn man weiß, was dank den zivilgesellschaftlichen Verbindungen an konkreter Arbeit für Frieden und Verständigung geleistet werden kann.

Matthias Platzeck und Elisabeth Preuß

Man weiß dies längst auch in den Außenministerien beider Länder und würdigt dies auch mit der Teilnahme von Sigmar Gabriel und Sergej Lawrow an der Konferenz. Beide kommen übrigens nicht nur mit Worten und Gesten, sondern mit konkreter Unterstützung für diese bürgerschaftliche Arbeit, indem sie unter ihrer Schirmherrschaft das „Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften“ zwischen unseren Ländern ausrufen.

Die Plätze sind reserviert – und werden übrigens später von den Politikern getauscht

Zukunftsprojekte in der deutsch-russischen Kooperation auf lokaler Ebene will man fördern und nach Möglichkeit die Gründung neuer Partnerschaften anregen. Vor allem Sigmar Gabriel, der heute seine Gespräche in Moskau fortführt, will nicht verhehlen, wie sehr im die Sache am Herzen liegt, wohl auch weil er die „Völkerverständigung von unten“ aus eigenem Erleben kennt.

Sigmar Gabriel bei der Konferenz

1980 nämlich nahm der spätere Außenminister an einem Jugendaustausch teil und besuchte Moskau und Leningrad just und gerade wegen des Olympia-Boykotts. Dabei kam bei Sigmar Gabriel wohl schon etwas in Gang, das ihn heute noch so leidenschaftlich für die Verständigung kämpfen macht, auch wenn er gerade gestern bei der späteren Pressekonferenz mit seinem russischen Kollegen wegen Syrien und Nato-Fragen durchaus uneins blieb.

Elisabeth Preuß und Sergej Sacharow

Sein Credo lautet: „Nur Dialog schafft Vertrauen!“ Deshalb auch sein spontaner Vorschlag, ein Institut für Frieden und Verständigung zu schaffen. In Leningrad. Ein Versprecher ohne Manuskript, aber desto glaubwürdiger, denn hier spricht jemand, der gerade den Bogen von der Erinnerung in die Zukunft schlägt und betont: „Je schwieriger die politische Lage, desto wichtiger die kommunalen und bürgerschaftlichen Kontakte.“ So wie das Erlangen und Wladimir seit 34 Jahren praktizieren und fortsetzen wollen, auch wenn Oberbürgermeisterin Olga Dejewa aus dienstlichen Gründen nicht an der Konferenz teilnehmen kann. Aber ihr Vorgänger im Amt, Sergej Sacharow, mittlerweile Stadtdirektor in Susdal, und Sergej Siwajew, in den 90er Jahren erster stellv. Bürgermeister von Wladimir und Förderer des Erlangen-Hauses und jetzt als Professor für Urbanistik in Moskau tätig, werden sicher in der Partnerstadt berichten, was in Krasnodar gestern besprochen und heute vielleicht schon entschieden wird.

Dietrich Möller und Elisabeth Preuß

Wie wichtig die Konferenz auch für die Wirtschaft ist, beweist etwa die Teilnahme von Dietrich Möller, dem Präsidenten der Siemens AG in der Russischen Föderation und Zentralasien, oder von Vertretern der Deutschen Bahn, der Beratungsfirma Röld & Partner oder der Knauf Gips KG, die immer wieder auch die Partnerschaft Erlangen – Wladimir unterstützt. Die Anwesenden haben begriffen, worum es geht. Nun gilt es, neue Verbindungen herzustellen und die bestehenden zu festigen. Wie das geht, erlebt man in Krasnodar. Aber der Weg ist noch weit, und es braucht viele weitere Sternfahrer.


Ganz so schlimm ist es noch nicht, aber tatsächlich abonnieren in der Region Wladimir nur noch 64 Personen auf 1.000 Einwohner eine Zeitung oder Zeitschrift. In der Statistik liegt das Gouvernement damit auf Platz 65 aller 85 Subjekte der Russischen Föderation. Im Landesdurchschnitt werden die Blätter noch an 113 von eintausend Adressen zugestellt, am meisten in der Region Kursk, wo noch jeder dritte Einwohner ein Zeitungsabonnement hat. Ganz vorne dabei in der Statistik Nordossetien und Tschetschenien sowie die ebenfalls muslimisch geprägte Teilrepublik Tatarstan. Schlußlicht sind Moskau und Sankt Petersburg. In der Hauptstadt gibt es gerade einmal noch elf Abonnenten auf tausend Einwohner. Da auch der Straßenverkauf rückläufig ist, schließen immer mehr von den früher das Straßenbild prägenden Zeitungskiosken. Allein 2016 machten 5.100, etwa 17% von ihnen, dicht. In Wladimir findet man kaum mehr einen, obwohl immerhin noch neun Zeitungen erscheinen. Die Nische haben Kleinhändler eingenommen, die Getränke und billige Elektronik verkaufen oder einen Imbiß betreiben.


 

Ganz wie mittlerweile überall auf der Welt gilt als einer der Hauptgründe für das Phänomen das Abwandern der einstigen Werbekunden von Verlagen zum Fernsehen und Internet. So nahmen die Sender im Vorjahr gut 150 Mrd. Rubel, die Internetkonzerne 136 Mrd. Rubel (ein Plus von 21%) für Reklame ein, während der Etat der Presse bei knapp fünfeinhalb Mio. Rubeln lag, 16% weniger als 2015. Kein Wunder, wenn da immer mehr Zeitungen nur noch digital erscheinen oder ganz aufgeben. Verschwinden wird damit auch eine Lebenskultur, die besonders den russischen Alltag einst prägte.


Ihn im Bekanntenkreis zu empfehlen, hätte wohl eher etwas von schwarzem Humor, aber unter Kollegen wird Mark Furman als führender Kopf gehandelt. Nun wurde der Gerichtsmediziner aus Wladimir beim Allrussischen Ärztewettbewerb sogar mit dem Titel „Bester Experte“ ausgezeichnet. Und das angesichts staatlicher Konkurrenz, denn eingereicht wurden 653 Bewerbungen aus 29 Fachgebieten und 62 Regionen des Landes.

Mark Furman

Der 1936 geborene promovierte Wissenschaftler trägt bereits den Titel „Verdienter Arzt der Russischen Föderation“ und arbeitet seit 1968 in unterschiedlicher Funktion bei der Wladimirer Gerichtsmedizin. Wenn er zwischen all seinen Expertisen noch Zeit findet, schreibt es Sachbücher zu seiner Arbeit, von denen zwei sogar verfilmt wurden. Zur Ruhe setzen will sich Mark Furman übrigens noch nicht, er plant sogar noch einen Besuch in Erlangen, wo er in den 90er Jahren erstmals seine Kollegen besucht hatte. Die waren damals übrigens auch schon beeindruckt von Wissen und Erfahrung des Kollegen aus der Partnerstadt.


In Erlangens Partnerstadt am frühen Morgen angekommen, folgte eine etwas längere Wanderung zum Hostel. Wladimir bot bereits auf den ersten Blick einen deutlichen Kontrast zur Metropole Sankt Petersburg. Viele Häuser sind einfach und von der Sowjetarchitektur geprägt. An vielen Fassaden kann man auch noch Hammer und Sichel oder rote Sterne als Ornamente entdecken. Nach dem Einchecken, Frühstück und Erholungspause machte sich die Gruppe per Bus zur Universität auf. Auf dem Weg dorthin konnten wir weitere Eindrücke der Stadt gewinnen, so passierten wir beispielsweise eine weitere Lenin-Statue.

Willkommen in der Welt des Wissens

An der Universität angekommen, wurden wir in einen prachtvollen Konferenzraum geführt, wo eine Delegation russischer Studenten auf uns wartete. Da Wladimir die Partnerstadt von Erlangen ist und auch die Universitäten eine Kooperation pflegen, hatten wir die Möglichkeit, uns auszutauschen und einander anzunähern. So gewannen wir viele Erkenntnisse über den Alltag der russischen Kommilitonen, beispielsweise liegt die zu erwartende Bezahlung für angehende Akademiker hier weit niedriger als in Deutschland. Andererseits war zu erkennen, wie eng an russischen Hochschulen das Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden zu sein scheint. Trotz einiger Anfangsschwierigkeiten entfaltete sich eine lebhafte Diskussion über die Revolution, Geschichtspolitik und Geschichtsunterricht in beiden Ländern. Nach der Diskussionsrunde bot eine längere Mittagspause die Möglichkeit, sich mit den Gastgebern in kleinerem Kreis zu unterhalten. So wurden uns einige Hörsäle gezeigt, und wir probierten die Mensa aus. Außerdem machten wir nähere Bekanntschaft mit dem Erlanger Austauschstudenten Max Firgau, der ebenfalls bei der Diskussion anwesend war und uns für den Rest unserer Exkursion begleitete. Moritz Florin und Julia Obertreis hatten zudem die Gelegenheit, sich mit ihren russischen Kollegen über weitere Pläne zur Zusammenarbeit auszutauschen.

Demetrius-Kathedrale

Nach der Mittagspause folgte eine Stadtbesichtigung, bei der uns die kenntnisreiche Stadtführerin Jelena Ljubar die Sehenswürdigkeiten von Wladimir präsentierte. Zunächst besichtigten wir die Demetrius-Kathedrale, einen von außen reich mit Reliefs geschmückten Kreuzkuppelzentralbau aus dem 12. Jahrhundert. Der Innenraum ist sehr schlicht, allein einige wenige Fresken aus der Erbauungszeit und ein Dachkreuz, das nun am Altar steht, schmücken das Innere der Kirche. Dann gingen wir zur nahe gelegenen Mariä-Entschlafens-Kathedrale, die ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert und der Zeit des Großfürstentums Wladimir – Susdal stammt. Im Inneren befinden sich eindrucksvolle Fresken von Andrej Rubljow aus dem 15. Jahrhundert, die unter anderem eine Darstellung des Jüngsten Gerichts zeigen. Der letzte Programmpunkt war dann die Besichtigung der Anlage des Goldenen Tors, das aus derselben Zeit wie die anderen Sehenswürdigkeiten stammt und eine Ausstellung beherbergt. Am Abend traf sich die Gruppe wieder mit einigen der russischen Studenten vom Vormittag, um gemeinsam essen zu gehen. Dabei legten sich vor allem die männlichen Exkursionsteilnehmer mächtig ins Zeug, um bei den russischen Studentinnen einen guten Eindruck zu machen, natürlich nur aus Gründen der Völkerverständigung…

Den letzten Tag unserer Exkursion verbrachten wir im kleinen, ländlichen aber historisch wichtigen Ort Susdal. Neben Max begleitete uns hier auch eine russische Studentin und wieder unsere Städteführerin Jelena Ljubar. Die Reise von Wladimir nach Susdal gestaltete sich als ein kleines Abenteuer an sich, denn der Bus war brechend voll, und eine chinesische Touristengruppe schien, sich uns anschließen zu wollen. In Susdal angekommen, besichtigten wir zunächst das Erlöser-Euphemius-Kloster. In der dortigen Erlöser-Verklärungs-Kathedrale aus dem 16. Jahrhundert durften wir einem fünfköpfigen Männerchor bei der Interpretation eines Abendgebets in Altrussisch zuhören. Der sphärische Klang des Gesangs vor der Kulisse der bunten Fresken im reich ausgemalten Innenraum war ein einmaliges Erlebnis. Eine weitere Sehenswürdigkeit stellte der Glockenturm der Anlage dar. Um 12 Uhr hörten wir dem dort per Hand intonierten Glockenspiel zu, das überraschend dynamisch und rhythmisch klingt. Außerdem legten wir einen kurzen Halt am Mausoleum des Fürsten Dmitrij Poscharskij ein. Vom Kloster aus liefen wir dann zum Susdaler Kreml. Dort besichtigten wir die innerhalb der Kremlmauern befindliche Mariä-Geburts-Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Ihre blauen Zwiebeldächer muten durch ihre Verzierung an wie ein Sternenhimmel.

Mariä-Geburts-Kathedrale

Im Inneren der Kirche kann man ein goldenes Tor bestaunen, das in der Art auch einmal in Wladimir vorhanden war, bevor es geraubt wurde. Eine weitere Besonderheit im Inneren ist die archetypische Ikonenwand, die durch ihr üppiges Gold beeindruckt. Vom Kreml aus spazierten wir durch den Ort über weite Wiesen und über einen Markt, der allerhand Souvenirs und russische Spezialitäten bot. Die letzte Station in Susdal war das Freilichtmuseum für Holzarchitektur, das Bauernhäuser und Holzkirchen aus dem 18. und 19. Jahrhundert ausstellt. In der Holzkirche konnten wir im Vergleich zu den bisher besichtigten Kircheninnenräumen eine sehr einfach gehaltene Ikonenwand sehen. Schnitzereien setzten die Ikonen stimmungsvoll in Szene und handgewebte Läufer sorgten für ein familiäres Gefühl. Verschieden große Bauernhäuser auf dem Gelände veranschaulichten die Lebensweise der Bauern unterschiedlicher sozialer Schichten. Im Inneren konnte man sehen, wie die Menschen früher lebten: mit dem Ofen als wichtigstem Einrichtungsgegenstand, den Bänken entlang der Wand und dem großen Tisch in der Stube, über dem in der rechten Ecke des Raums die Ikonenecke schwebte.

Gruppe in Susdal

Nach diesem ereignisreichen Vormittag in Susdal kehrten wir am Nachmittag zurück nach Wladimir. Dort besuchten wir noch das Erlangen-Haus als zentralen Ort der Städtepartnerschaft. Dann ging es zum Abendessen in ein aserbaidschanisches Restaurant. Ein Teil der Gruppe besuchte zuvor jedoch noch einen orthodoxen Gottesdienst in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale. Auch dies war ein faszinierendes Erlebnis, da die Art und Weise, wie der Gottesdienst in der orthodoxen Kirche abgehalten wird, so stark von den katholischen und evangelischen Riten abweicht. Die Gläubigen stehen und können umhergehen. In der Mitte des Raums vor dem Altar stehen die Priester mit der heiligen Schrift und halten im Sprechgesang den Gottesdienst ab, während die Gläubigen sich wiederholt bekreuzigen und verbeugen. Da die Orthodoxie so allgegenwärtig ist und Religiosität in ganz Osteuropa immer noch einen hohen Stellenwert besitzt, war es interessant, während dieser Exkursion auch einen Einblick in die spirituellen Traditionen und Praktiken des Landes zu erhalten. Insgesamt kann man sagen: Die Städte Wladimir und Susdal bilden einen enormen Kontrast zur Millionenmetropole Sankt Petersburg mit ihrer westlichen und imposanten Architektur. Wir erhielten so einen vielseitigen Blick auf das Land mit all seinen Facetten.

Gruppe in Wladimir

Nach einer spannenden Woche machten wir uns am 28. Mai wieder auf den Weg zurück nach Deutschland, was sich ein wenig anstrengender gestaltete als die Hinreise. Zunächst hatten wir drei Stunden in einem eiskalten Zug bis nach Moskau auszuharren, der von Kleinwarenverkäufern und einer in Tarnanzügen gekleideten Gesangsgruppe frequentiert wurde. In Moskau konnten wir dann auf dem Weg vom Bahnhof zum Flughafen einen flüchtigen Blick auf die reich verzierten U-Bahn-Stationen erhaschen. Letztlich kamen wir jedoch alle pünktlich und wohlbehalten wieder in Nürnberg bzw. Erlangen an. Die Exkursion hat uns viele neue und lehrreiche Einblicke in die russische Geschichte und Gegenwart eröffnet, an die wir während unseres weiteren Studiums sicher noch oftmals denken werden.

Jessica Wengel


Die WAB Kosbach ist aus dem Partnerschaftsleben Erlangen – Wladimir nicht wegzudenken. Und offensichtlich findet Leonhard Hirl, der Gründer der WAB, am Organisieren von Austausch oder – besser – am Zusammenbringen von Menschen so viel Freude, daß er seine Aktivitäten auf die benachbarten Oblast Nischnij Nowgorod ausgedehnt hat.

In der Stadt gleichen Namens, unvergleichlich schön gelegen am Zusammenfluß von Oka und Wolga, gibt es eine Gehörlosenschule mit einer beeindruckenden Theaterabteilung, die Pantomime vom Feinsten bietet. Diese Truppe war nun Mitte Mai einige Tage in Erlangen und Umgebung und zeigte ihr Können. Begleitet von Xenia, der Organisatorin, Wladimir, dem Regisseur und einem weiteren Lehrer aus Kanada, kamen die Schüler auch im Rathaus zum Empfang vorbei.
Das Bürgermeisterbüro wurde zur Künstlergarderobe aufgewertet, und die Kinder präsentierten, ganz entsprechend dem Motto: „Eine Geste sagt mehr als viele Worte“, im sonst eher „trockenen“ Kleinen Sitzungssaal eine Kostprobe ihres Könnens. Die Geschichten, die sie erzählten, waren nicht nur klar verständlich, sondern vor allem einfühlsam dargestellt und berührten sowohl die wenigen Besucher im Rathaus, als auch das Publikum im brechend vollen Saal von St. Xystus in Büchenbach.

Mehr zu dem Ensemble im Blog „Von Stuttgart und Erlangen nach Nischnij Nowgorod“ von Hans-Joachim Preuß unter https://is.gd/KjxBFN sowie hier: https://is.gd/RRGIf1

Elisabeth Preuß


Einhundert Jahre ist die Russische Revolution nun her, die jene alte Ordnung des Zarenreichs aus den Angeln hob und den Beginn einer Zeit der Veränderung markierte. Vor dem Hintergrund dieses Jubiläums reisten 14 Studenten, zwei Doktoranden und ein Gasthörer gemeinsam mit Moritz Florin und Professorin Julia Obertreis nach Sankt Petersburg, dem zentralen Ort der Revolution, sowie nach Wladimir, Erlangens russische Partnerstadt.

Die Gruppe in Susdal

Zur Vorbereitung trafen sich die Exkursionsteilnehmer an zwei Wochenenden, um sich im Rahmen eines Blockseminars in die Thematik einzuarbeiten. Das innovative Konzept eines Rollenspiels, bei dem man jeweils in die Rolle einer relevanten historischen Persönlichkeit schlüpfte und ihre Ansichten zu den verschiedenen Phasen der Revolution präsentierte, bereitete nicht nur viel Spaß, sondern ermöglichte auch einen einprägsamen Zugang zur Materie. Gut vorbereitet startete die Gruppe also am 21. Mai ihre Reise.

In Petersburg checkte die Gruppe im Cuba Hostel ein, nicht nur vom Namen her zur Thematik passend, sondern auch durch seine offene Innenarchitektur das Gemeinschaftsgefühl ganz im Sinne des sozialistischen Geistes fördernd. Den ersten Tag ließen alle zunächst im georgischen Restaurant auf der anderen Straßenseite bei gutem Essen ausklingen. Dann machten sich die Studenten alleine auf den Weg durch das Zentrum hin zum Newa-Ufer, von dem aus sie gemeinsam eine Bootstour unternahmen. Vom Wasser aus konnte man die imperiale Schönheit der Stadt bewundern. Das einzigartige Licht der „weißen Nächte“ hüllte die imposanten Gebäude in ein blau-orangenes Leuchten und ließ das Wasser der Newa wie flüssiges Kristall erscheinen.

Der darauffolgende Tag stand ganz im Zeichen ebendieser Sehenswürdigkeiten, denn er war gefüllt mit einem straffen Programm an Besichtigungen. Zunächst ging die Gruppe zur Kasaner Kathedrale, die ganz in der Nähe des Hostels liegt. Dort war ein Referat über den hier befindlichen Newskij Prospekt zu hören. Während sich unsere Professorin dann auf die beschwerliche Suche nach einer geldwechselnden Bank machte, ging die restliche Gruppe zur ersten katholischen Kirche der Stadt, gegründet von der polnischen Minderheit. Dies war nicht nur im Hinblick auf die Position der Minoritäten und ihrer Möglichkeit der eigenen Entfaltung im Vielvölkerstaat interessant, sondern auch hinsichtlich des Gegensatzes vom Katholizismus gegenüber der dominanten Orthodoxie.

Kasaner Kathedrale

Wieder vereint, machte die Gruppe dann einen Abstecher zum Winterpalais, von wo aus es dann zur Isaakskathedrale ging, die durch ihre wuchtig-klassizistische Architektur beeindruckt. Nach der Besichtigung des Ehernen Reiters spazierten wir an der Newa entlang in Richtung der Peter-und-Paul-Festung und hörten ein weiteres Referat zu den Ursprüngen der Stadt. Bei einem Abstecher auf eine Art Steg außerhalb der Festungsmauern konnte die Gruppe älteren russischen Herren in viel zu knappen Badehosen beim Bräunen zusehen. Nach kurzem Genießen dieses Anblicks gingen wir zur umstrittenen Statue von Peter dem Großen aus den 1990er Jahren, die ihn auf angeblich realistische Weise mit einem absurd kleinen Kopf darstellt.

Peter I

Anschließend führte der Weg zur Petersburger Moschee, die als erstes islamisches Gotteshaus der Stadt einen weiteren wichtigen Aspekt bei der Betrachtung nationaler und religiöser Minderheiten im Land repräsentiert. Es folgte der Panzerkreuzer Aurora, der als Symbol der Revolution hinsichtlich des Seminarthemas eine besonders wichtige Sehenswürdigkeit darstellte. Ein leidenschaftlich vorgetragenes Referat über die Rolle des Schiffs tröstete die Gruppe darüber hinweg, das Museum leider geschlossen vorzufinden. Die letzte Sehenswürdigkeit des Tages war die Auferstehungskirche, die durch ihre russische Architektur nach Moskauer Art deutlich aus dem sonst dominant klassizistischen Stadtbild heraussticht. Den ereignisreichen Tag beendete die Gruppe dann bei einem wenig beeindruckenden eurasischen Essen, von dem vor allem die Verständigungsprobleme mit dem Kellner und die Frage, ob der Borschtsch nun aus war oder nicht, in Erinnerung blieben. Der Großteil der Gruppe ließ den Abend noch in einer Bar in der Nähe des Hostels ausklingen, wo selbstverständlich der russische Wodka getestet und mehr oder weniger genossen wurde.

Panzerkreuzer Aurora

Der dritte Tag begann mit einem fast zweistündigen Marsch durch die Stadt, der das Smolnyj-Institut zum Ziel hatte. Dadurch ergab sich die Möglichkeit, die Stadt auch außerhalb des unmittelbaren Zentrums zu erleben. So kamen wir an einigen interessanten Gebäuden und Denkmälern vorbei, wie dem Taurischen Palais. Zunächst besichtigten wir die Kathedrale des Smolnyj-Klosters, die durch ihre weiß-hellblaue Fassade und ihren hohen Bau schon von weitem beeindruckt. Der Innenraum ist dagegen eher schlicht und ganz in Weiß gehalten. Allein die reich mit Gold verzierten Ikonen, die dort ausgestellt sind, bilden einen Kontrast. Lohnenswert war der Aufstieg auf den Kirchturm, von wo aus man einen weiten Blick auf die Dächer der Stadt hat. Von außen besichtigen konnten wir das Smolnyj-Institut als zentralen Ort der Revolution: mit Lenin-Statue und Denkmälern für Karl Marx und Friedrich Engels.

Smolnyj

Am Nachmittag fuhren wir mit zwielichtig aussehenden Taxis zur Historischen Akademie wo ein Treffen mit russischen Geschichtswissenschaftlern stattfand. Besonders interessant hierbei, wie die Historiker ihre unterschiedlichen Forschungsmeinungen einander gegenüberstellten, so zum Beispiel hinsichtlich der Frage ob eine Revolution langen Prozessen über einen größeren Zeitraum hinweg oder nur kurzen Momenten in der Geschichte entspreche. Dies gab einen Einblick zu der Frage, wie in der Geschichtswissenschaft Forschungsgegenstände auf höchst unterschiedliche Weise interpretiert werden können, zeigte aber auch in eine Debatte über die Revolution, wie wenig abgeschlossen diese Fragen in russischen Fachkreisen bisher bleiben. Denn, so die Historiker auf dem Podium, das öffentliche Interesse für die Revolution in diesem Jubiläumsjahr sei viel größer, als sie es sich je erträumt hätten.

Nikolaj Lichatschjow, russischer Historiker

Nach diesem aufschlußreichen Gespräch folgte ein Besuch des hausinternen Archivs, bei dem uns eine wenig bekannte Sammlung von Archivalien vorgelegt wurden, darunter nicht nur zahlreiche russische Urkunden, sondern auch wichtige, von Nikolaj Lichatschjow im 19. Jahrhundert gesammelte Quellen zur deutschen und westeuropäischen Geschichte. Der Nachmittag dieses Tages stand den Exkursionsteilnehmern zur freien Verfügung. Wie bereits erwähnt, nutzten einige diese Gelegenheit, um die Peter-und-Paul-Kathedrale von innen zu besichtigen. Die Zarengräber, in Form von Sarkophagen im Kirchenraum verstreut, sind durchaus sehenswert, so auch das Grab des Kaisers Nikolaus II und seiner Familie, deren Mitglieder von den Bolschewiki hingerichtet wurden. Andere gingen zum Hostel zurück, um sich von den Anstrengungen der letzten Tage ein wenig zu erholen. Zum gemeinsamen Abendessen beim Georgier kam die gesamte Gruppe dann wieder zusammen.

Peter-und-Paul-Kathedrale

Peter-und-Paul-Kathedrale

Der vierte Tag begann mit einem Besuch der Eremitage. Das Winterpalais beeindruckte nicht nur mit seiner herrschaftlichen Architektur und reichen Innengestaltung, sondern auch mit den darin befindlichen Exponaten. Nach der Mittagspause, die wir gemeinsam in einer modern gestalteten „Stolowaja“ verbrachten, ging es in einen anderen, etwas entfernt gelegenen Stadtteil, der nicht mehr von den imperialen Prachtbauten des Zentrums, sondern von einfacheren Gebäuden geprägt ist. Dort stand die Besichtigung einer so genannten „Kommunalka“ an. Die Wohnungsinhaberin und Gastgeberin begeisterte mit ihrer herzlichen Persönlichkeit und den interessanten und oftmals amüsanten Geschichten, die sich in dieser Gemeinschaftswohnung über die Jahrzehnte hinweg ereignet hatten. So eröffnete sich ein sehr persönlicher Zugang zur Alltagswelt in der Sowjetunion. Dieser Programmpunkt über die russische Alltagsgeschichte im 20. Jahrhundert stand in einem angenehmen Kontrast zur Kunst- und vor allem dominanten Politikgeschichte, die meist im Fokus der Besichtigungen standen. Darauf ging ein Teil der Gruppe in das Michajlowskij-Theater, um sich die Oper „Eugen Onegin“ anzusehen, die durch ihre moderne Inszenierung überraschte und polarisierte. Der andere Teil besuchte das Ballett „Sylvia“ im Marijnskij-Theater, das sehr klassisch inszeniert war und mit aufwendigen Bühnenbildern und Elementen aus der antiken Mythologie faszinierte.

Die Erlanger „Kommunalka“

Am letzten Tag in St. Petersburg besuchten wir zunächst die Higher School of Economics, wo uns Prof. Julia Lajus das dort seit neustem angebotene, englischsprachige Master-Programm „Usable Pasts: Applied and Interdisciplinary History“ vorstellte. Die Universität, die sich in einem ehemaligen Fabrikgebäude befindet, beeindruckte durch seine moderne Innenausstattung sowie fortschrittliche und international orientierte Master-Programme. Danach kehrte die Gruppe ins Stadtzentrum zurück, wo sie erneut den Panzerkreuzer Aurora aufsuchten, um ihn endlich auch zu betreten und von innen zu besichtigen. Das Schiffsinnere bot eine Ausstellung mit einer Vielzahl an historischen Exponaten, die die Geschichte des Schiffs, seine Symbolkraft für die Revolution und die Lebensrealität der Besatzung nachzeichnete. Danach stand der Nachmittag zur freien Verfügung, jedoch entschied sich die Mehrheit dafür, das Russische Museum zu besuchen. Ein spannender Kontrastpunkt zu den bisherigen Besichtigungen war die dort ausgestellte moderne Kunst der berühmtesten russischen Künstler, darunter das schwarze Quadrat von Malewitsch, das bereits während des Blockseminars erwähnt wurde. Bemerkenswert war auch die Ausstellung der Werke von Wasilij Wereschtschagin, von Kriegsszenerien und Reiseimpressionen aus Zentralasien und Fernost geprägt.

Russisches Museum

Ein Teil der Gruppe kehrte dann zur Auferstehungskirche zurück, um sie auch von Innen zu besichtigen. Der dominant blau-goldene Innenraum ist üppig mit eindrucksvollen Ikonen ausgeschmückt und der Altardekor mutet in seinen Formen beinahe orientalisch an. Ebenfalls sehenswert sind die umzäunten Pflastersteine im Inneren der Kirche, die die Stelle markieren, an der Zar Alexander II. einem Attentat zum Opfer fiel.

Die Eremitage

Am Abend traf sich die Gruppe am Hostel wieder, wo sie ihre Koffer abholten und sich dann auf dem Weg zum Bahnhof machten, um per Nachtzug nach Wladimir zu fahren. Nach anfänglicher Verwirrung über die Verteilung auf die gebuchten Zugabteile, nutzte die Gruppe die Zeit, sich zu unterhalten und besser kennenzulernen. Das Schlafen in einem russischen Nachtzug ist ein Erlebnis für sich, jedoch war es für die meisten eine alles andere als erholsame Nacht. Denn bereits gegen halb fünf in der Frühe erreichten wir den Bahnhof in Wladimir.

Jessica Wengel

Fortsetzung folgt.

 

 


Das russische Generalkonsulat in München hatte zum feierlichen Empfang geladen. Der Nationalfeiertag heißt „Tag Russlands“. Der 12. Juni erinnert an die staatliche Unabhängigkeit und wird seit 1994 begangen. In vielen Städten des Landes feiert man der Tag parallel zum Stadtfest, so auch in Nischnij Nowgorod, wo die neue Bürgermeisterin, Jelisaweta Solomon, mich zu den Feierlichkeiten einlud, als ich vor kurzem meinem Vater dort einen Besuch abstattete.

Elisabeth Preuß in Nischnij Nowgorod im Mai 2017

Vielerlei Vergnügungen wurden geplant, so auch ein Auftritt des Theaters der Gehörlosenschule „Piano“. Wir trafen die talentierten Protagonisten bei einer Probe auf der Bühne hoch über der sommerlichen, in der Sonne glitzernden Wolga. Leider konnte ich diese Einladung nicht annehmen, da ich zu dem Zeitpunkt schon wieder seit zwei Tage zuhause im Rathaus sein würde.

Pantomimentheater „Piano“

Die Bevölkerung allerdings begeht mit viel mehr Herzblut den 9. Mai, den Tag des Sieges, jedes Jahr ein großes Fest. Zurecht gedenkt man der mehr als 50 Millionen Toten, die der von den Nationalsozialisten über die Welt gebrachte Krieg allein in der Sowjetunion kostete.

Irina Chasowa und Elisabeth Preuß, die beiden Botschafterinnen der Partnerschaft im Dezember 2015, Bahnhof Wladimir

Am 13. Juni folgten die Vertreter vieler Nationen der Einladung von Generalkonsul Sergej Ganscha nach München in den „Bayrischen Hof“, und ich nutzte diese Gelegenheit, um dem Generalkonsul von dem beeindruckenden Unterfangen „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ zu erzählen. Das Werk von Peter Steger liegt ja seit einigen Monaten auch in russischer Übersetzung vor, der Blog hat über die Präsentation in Wladimir berichtet. Die Erzählungen, Interviews und Bilder der Veteranen unserer beider Völker, die sich einst als Feinde gegenüber standen und sich jetzt im Rahmen der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir treffen: Dieses Buch ist ein Jahrhundertwerk. Ich weiß nicht, ob mir als Laie in Sachen Literatur dieses Wort zusteht, für mein Gefühl aber greift jedes andere Wort zu kurz.

Elisabeth Preuß und Sergej Ganscha

Glücklicherweise (aber nicht zufälligerweise) hatte ich bei meiner Fahrt nach München sogar je ein Exemplar der deutschen und der russischen Ausgabe dabei und konnte dies dem Generalkonsul als Geschenk überreichen. Es ging ihm wie vielen, denen ich von diesem Werk erzähle: Zuerst Staunen, dann Freude steht in den Augen des Beschenkten. Wer dieses Buch liest und verinnerlicht, für den ist Krieg zur Unmöglichkeit geworden.

Elisabeth Preuß

Wjatscheslaw Gadalow

Erlangens Botschafterin in Wladimir, Irina Chasowa, vertrat unterdessen am gestrigen Tag der Erinnerung und Trauer die deutsche Seite, als einige wenige Zeitzeugen zusammen mit vielen Kindern des Überfalls der Hitlertruppen auf die Sowjetunion vor 76 Jahren gedachten.

Gedenkstein

Ort des Gedenkens: der Freundschaftsbaum, ganz in der Nähe vom Platz des Sieges am 22. Juni 2011 im Beisein von Elisabeth Preuß und Wolfgang Morell auf Initiative von Wjatscheslaw Gadalow gepflanzt, der sich bis heute um die kleine Eiche kümmert, dem Frieden zwischen Deutschen und Russen gewidmet. Siehe: https://is.gd/QTIWH5.

22. Juni 3

Gedenken an der Friedenseiche

Hier zumindest und mit diesen Menschen ist Krieg wirklich zur Unmöglichkeit geworden.

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