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In ihrem 70. Lebensjahr verstarb am 15. Februar die ehemalige Stadträtin und Kreisvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Erlangen-Höchstadt, Jutta Helm. Ihr politisches und soziales Wirken in der Heimat ist weithin bekannt, weniger schon kennt man ihr Engagement in und für Wladimir. Nach einem ersten Kennenlernbesuch der Partnerstadt 1999 kehrte sie drei Jahre später, begleitet von Ruth Sych, zurück, um sich die sozialen Einrichtungen Wladimirs genauer anzusehen. Ganz ihrem karitativen Credo verpflichtet, beließ es die Kommunalpolitikerin nicht dabei, Einblick in das russische Fürsorgesystem zu nehmen, sondern sie startete eine eigene Aktion zur Anschaffung von Rollstühlen und Gehhilfen für ein Pflegeheim und empfing natürlich auch in den Räumen der AWO Delegationen aus Wladimir, die sich über das hiesige Sozialwesen informieren wollten.

Jutta Helm und das Quartett von Igor Besotosnyj im Dezember 2011

Ihre große Liebe galt allerdings dem Quartett von Igor Besotosnyj, das Jutta Helm immer wieder – auch in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Seniorenbeirats – zu Auftritten in Begegnungsstätten einlud. Und dann ist da noch etwas, von dem kaum jemand weiß. Als Ende 2000 der Jungunternehmer, Alexander Juswik, mit einem großen Auftrag und wenig Geld, aber ausgestattet mit einem Empfehlungsschreiben seines Oberbürgermeisters, Igor Schamow, nach Erlangen kam, um bei den Stadtwerken gebrauchte Busse für den maroden ÖPNV in Wladimir zu kaufen, war es Jutta Helm, die einen Zahlungsaufschub bei der Sparkasse vermittelte. Dank ihr rollte das erste Dutzend gebrauchter Busse der ESTW AG schon wenige Wochen später, Anfang 2001, gen Wladimir und fuhr dort Rubel für Rubel ein, bis die Schuld nebst Zinsen nach Jahresfrist vereinbarungsgemäß getilgt war. Der Vertrauensvorschuß hatte sich ausbezahlt.

Jutta Helm hat sich um die Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir verdient gemacht. Ihr gebührt ein ehrendes Andenken.


Im vergangenen Jahr zählte die offizielle Statistik 2,3 Millionen Einreisen aus der Volksrepublik China in die Russische Föderation, davon anderthalb Millionen Touristen. Zahlen, die heuer wegen des Corona Virus sicher nicht erreicht werden, denn Peking hatte bereits Ende Januar touristische Reisen seiner Bürger ins Ausland begrenzt, und seit Anfang Februar gelten verschiedene Beschränkungen. Moskau schloß seine gut 4.000 km lange Landgrenze zum Reich der Mitte, an den Übergängen wurden Gesundheitsüberprüfungen verstärkt, und die Zugverbindung zwischen den Hauptstädten ist unterbrochen; nur der Warenverkehr rollt weiter. Flugreisende werden zentral an einem Moskauer Terminal Scheremetjewo abgefertigt, die Anzahl ist Flüge reduziert.

Doch nun gilt seit gestern nacht ein generelles Einreiseverbot für alle Staatsbürger Chinas, die aus touristischen oder privaten Gründen, zur Bildung und Ausbildung sowie zur Arbeit ins Land hätten kommen wollen. Ausgenommen sind nur Geschäftsleute, Bürger anderer Staaten und Transitreisende.

Russisch-chinesische Begegnung in Susdal

Ein kleines Stück von diesem Fremdenverkehrskuchen landete auch in der Region Wladimir. In den letzten fünf Jahren wuchs die Zahl chinesischer Touristen beständig. 2016 zähle man 16.000, 30% mehr als im Vorjahr. Damals startete man das Wohlfühlprogramm „China Friendly“, betonte die freundschaftlichen Beziehungen zum großen Nachbar im fernen Osten und lud sogar eine Gruppe von chinesischen Bloggern ein, die in ihrer Heimat Wladimir und Susdal bekannter machen sollten. 2018 lief das Projekt des Landesmuseums an, wonach man plante, die Besucherzahlen zu verdoppeln – mit einer Adaption der Homepage, Wegweisern, Audi-Guides und speziell geschulten Fremdenführern. Im vergangenen Sommer machte der Gouverneur der Region diese Frage sogar zur Chefsache. Doch just sein für Tourismus zuständiger Stellvertreter goß nun Wasser in den Wein. Zwar seien in den ersten neun Monaten 2018 die Zahlen der chinesischen Reisenden erneut gestiegen, doch deren Beitrag zur Wirtschaft werde überschätzt. Wörtlich, wie bei Zebra-TV nachzulesen:

Was stellten die chinesischen Touristen bei uns dar? Massen, die im Bus Instantnudeln aus ihren eigenen Schüsseln essen. Sie ließen kein Geld da, nur Müll. Es gab auch einen geringen Anteil von reichen Chinesen, die kamen, um Geld auszugeben. Die Delle wird sich wieder ausgleichen, sie werden wieder gesund und kommen zurück. Der Hauptstrom reiste an, vergnügte sich, flanierte, warfen ihren Müll weg und fuhren wieder davon. Wirtschaftlich bleibt da leider wenig hängen. Der Bus fährt durch, der Fremdenführer – wenn er denn ein richtiger ist – verdient sein Geld. Wir erwarten deshalb keinen großen Einbruch, so schlimm wird es schon nicht.

Unterdessen gehen russische Fachleute davon aus, daß sich COVID-2019 nicht von selbst erledigt, sie rechnen vielmehr mit einer veritablen Epidemie. Derlei Atemwegserkrankungen treten nämlich wellenartig auf. Und im Herbst könnte ein zweiter Ausbruch auch Rußland treffen, zumal sich das Virus noch immer weltweit ausbreitet. Wenn dann epidemiologisch alles überstanden ist, wird man sehen, wie sich nicht eben chinesenfreundliche Einlassungen wie oben auf das Miteinander von Einheimischen und Fremden auswirkt.


Die Vergangenheit ist nicht abgeschlossen, und erst recht nicht gilt, was ein gewisser Herr einer faschistoiden Partei wider besseres Wissen über die Periode des Dritten Reiches im Rahmen der deutschen Geschichte absonderte. Die Folgen der Nazi-Diktatur sind längst nicht überwunden, und selbst wenn es immer weniger Zeitzeugen gibt, bleiben Fragen und Wunden bei uns allen zurück, besonders aber bei Hinterbliebenen. Vor allem dann, wenn, wie im Falle von Arthur Biedermann, keine Gewißheit über ihr Schicksal herrscht.

Seit Jahren schon versuchen die Enkelin und ihr Mann, Klarheit über Leben und Tod des Wehrmachtssoldaten zu gewinnen, dessen Spur sich in Wladimir verliert. Zunächst mit Hilfe des Roten Kreuzes, dann über die Städtepartnerschaft. Doch alles, was mit viel Geduld und Warten gelang, war, neben der Akte des Kriegsgefangenen folgende Auskunft des Zentralen Militärarchivs in Moskau zu erhalten:

Auf Ihre Anfrage an das Russische Zentrale Kriegsarchiv können wir Ihnen mitteilen, daß es einen Vorgang und einen Vermerk zu einem polnischen Soldaten der deutschen Armee mit Namen Arthur Otto Biedermann, geb. 1904 in Konkolewo, Polen, gibt. Nach seiner Gefangennahme am 18. April 1945 in der Nähe von Cottbus befand er sich im Kriegsgefangenenlager Nr. 190, Abteilung 29, in der Region Wladimir. Am 9. September 1945 wurde er vom Lager Nr. 190 in das Sonderhospital Nr. 2989 in Kameschkowo, Region Wladimir, verlegt. Am 15. November 1945 wurde er in die Heimat entlassen. Es liegt ein Verzeichnis von kriegsgefangenen Deutschen vor, transportfähig für die Überstellung aus dem Sonderhospital in das Repatriierungslager Nr. 69 in Frankfurt / Oder zur Rückkehr in die Heimat im November 1945 eingestuft. In dem Verzeichnis sind deutsche Kriegsgefangene (aber keine polnischen, wie in Ihrer Anfrage aufgeführt) aufgelistet. Der gesuchte Pole, Arthur Otto Biedermann, geboren 1904, findet sich nicht in dem Verzeichnis. Er fehlt auch im Verzeichnis der Kriegsgefangenen, die aus dem Lager Nr. 190 im November 1945 in die Heimat abtransportiert wurden. Andere Informationen sind nicht vorhanden.

Bei den Verwandten in Frankfurt / Oder bleiben Fragen: Was ist mit diesen Menschen, die nicht in den Listen nach Frankfurt (Oder) aufgeführt sind, geschehen? Wurden die nicht gelistet, oder sind die Listen abhandengekommen? Wohin wurden diese Männer transportiert? Gab es Transporte nach Polen?

Fragen, die vielleicht eine Antwort in Archiven der Partnerstadt Wladimir finden. Fragen, die auch der detaillierte Befragungsbogen (s.u.) des Schützen Arthur Biedermann mit seiner Narbe von einer Blinddarmoperation, den man nachträglich zum Polen deklariert hatte, weil er auf dem Gebiet der jetzigen Republik Polen geboren wurde. Die Vergangenheit ist eben noch lange nicht abgeschlossen. Die Suche geht weiter. Möglicherweise noch lange und mit ungewissem Ausgang.


Zu den Konstanten des Austausches zwischen den Partnerstädten gehört die Teilnahme des 1996 gegründeten Wladimirer Klöppelstudios an Ausstellungen und Wettbewerben in ganz Deutschland. Begonnen hatte alles 1999, als die Leiterin der Werkstatt erstmals an die Volkshochschule Erlangen kam, um ihre Arbeiten zu zeigen. Schon ein Jahr später hatte Kontakt zum Deutschen Klöppelverband aufgenommen, dem sie dann nach einem Besuch in Annaberg und des Museums Abenberg 2002 als erstes und bisher einziges russisches Mitglied beitrat.

Wera Miroschnitschenko und Jekaterina Nowikowa

Seither versäumte die Kunsthandwerkerin keine Gelegenheit zur Teilnahme an Ausstellungen und kam Jahr für Jahr nach Deutschland und zeigte ihre Arbeiten auch schon in Spanien oder Italien. 2015 schrieb der Deutsche Klöppelverband erstmals einen Wettbewerb für Kinder aus, an dem – nicht ohne Erfolg! – der Wladimirer Klöppelnachwuchs teilnahm. Preis um Preis ging in die Partnerstadt, und dieser Tage traf wieder Post vom Verband mit froher Kunde ein. Zum Thema „Unterm Zirkuszelt“ hatten nämlich auch Wera Miroschnitschenko und Jekaterina Nowikowa ihre Arbeiten eingereicht, den „Lustigen Jongleur“ und das „Tapfere  Löwenbaby“, und belegten den dritten und den zweiten Platz.

Wera (elf Jahre) und Jekaterina (neun Jahre) sind Stiefschwestern, deren Mutter, Julia Kasakowa, die selbst als Kind sehr erfolgreich in der Kindergruppe klöppelte. Wieder ein Grund zur Freude für Jelena Gorbunowa, die schreibt:

Schön, wie der kreative Faden weitergesponnen wird und sich von Generation zu Generation zieht und dabei immer auch nach Erlangen zurückkehrt, wo alles begonnen hat.


In der Pause des Konzerts des Universal Ensembles von Rainer Glas und Andrej Schewljakow am Sonntag – ein eher rares Treffen. Jonas Eberlein, einst Erlangens Verbindungsmann in Moskau, lebt nun in Darmstadt und begleitet von dort weiter die Entwicklung des Radverkehrs in russischen Städten. Natürlich verfolgt er auch, was sich da auf den Straßen von Wladimir tut – oder leider noch immer nicht tut. Und überhaupt bleibt er der Partnerstadt, die er schon durch eine musikalische Reise mit dem Ohm-Gymnasium kennengelernt hatte, verbunden und hat einen lesenswerten Artikel der Moscow Times im Gepäck, den für alle zu lesen lohnt, die sich für städtebauliche Themen interessieren: https://is.gd/atwpnc

Elisabeth Preuß, Getrud Härer, Axel Just und Jonas Eberlein

 


Im Mai vergangenen Jahres erlebte das Universal-Quartett des Baßisten, Rainer Glas, mit Gilbert Yammine am Kanun, dem Holzbläser, Hubert Winter, und der Schlagzeugerin, Carola Grey, bei ihrem ersten Auftritt beim Wladimirer Jazz-Grom-Festival, wie das so klingen kann, wenn man sich ganz spontan verstärkt von dem inspirierten Streicherduo, Andrej Schewljakow und Anastasia Lemper, sieht. Offenbar eine Erfahrung, die eine großartige Idee entstehen ließ, die nun gestern abend im vollbesetzten Markgrafentheater auf schlichtweg meisterhafte Weise künstlerische Wirklichkeit wurde.

Elisabeth Preuß und Rainer Glas

Es ist, als hätte es Rainer Glas, schon am Vorabend nach den beiden Proben geahnt: „Das wird ein ganz besonderes Konzert!“ Recht sollte dieser Schamane des Jazz behalten – und das nicht nur wegen all der Erstaufführungen, sondern weil da zwei Quartette wie magisch miteinander verschmolzen, ineinander aufgingen, einen phantastischen Klangkörper bildeten, nun ergänzt von Wladimirer Seite durch Igor Starowerow und Sergej Suworow, Violine und Cello, sowie Andrej Lobanow und Alberto Diaz, Trompete und Piano, seitens Erlangen.

Rainer Glas

So zurückhaltend man mit Hyperbeln sein sollte, hier ist, warum es nicht vorwegnehmen, kein Superlativ zu gewagt. Sagen wir es mit den Worten eines Mannes aus dem Publikum, das am Ende mit stehenden Zugaben drei Zugaben erklatschte: „Ich habe jetzt schon man ein Konzert des Ensembles Universal besucht, und ich komme ja auch immer wieder gern, aber der heutige Abend war einmalig, war definitiv der beste!“

Andrej Schewljakow, Igor Starowerow, Anastasia Lemper und Sergej Suworow

Die Ehre des Introitus gab sich das Wladimirer Quartett mit der stimmigen Einführung in das Thema des Abends: „Orient meets Russia“. Alexander Borodin und Alexander Glasunow, zwei russische Komponisten, auf deutschen Bühnen eher selten zu hören, ließen ahnen, was da noch kommen sollte. Auch wenn die Gäste da, im 19. Jahrhundert erst Atem schöpften und noch streng-gediegen klassisch zu Werke gingen, bevor es hineinging in den Jazz des 20. Jahrhunderts und den Cross-Over unserer Zeit.

Hubert Winter

Den Jazz-Ton gab dann der Wahl-Nürnberger Andrej Lobanow an, dessen Karriere in Nowosibirsk begonnen hatte. Seine Jazz-Arrangements der drei russischen Volkslieder von der einsamen Birke auf dem weiten Feld, von der unermeßlichen Steppe und einem Kutscher, der dort im Schneesturm umkommt, sowie schließlich von den Moskauer Abenden, die gern bis Mitternacht dauern, blieben immer erkennbar am Original und führten doch schon hinaus in jenes musikalische Universum, das sich nun öffnen sollte und wo man glaubt, es könne nicht mehr weitergehen, wo dann aber doch die Instrumente immer neue Räume entdecken, oft am Rand des noch Spielbaren, manchmal auch schier darüber hinaus.

Rainer Glas und Carola Grey

Nach der Kunstpause, bestens präpariert, der Block, den man insgesamt mit „Oriental Mood“, einem der Arrangements des Saitenzauberers, Gilbert Yammine, überschreiben könnte, der in Andrej Schewljakow sein kongeniales Gegenstück gefunden hatte. Was da an verzaubernden Klangscharaden zu hören war, hörte sich an, als hätten das Doppelquartett schon eine jahrelange gemeinsame Bühnenerfahrung. Dabei handelte es sich um die wichtigste Premiere dieses Abends, wie Rainer Glas voll Vorfreude ankündigte: „Wir hören uns jetzt nach zwei Proben in der Studioenge selbst zum ersten Mal im großen Saal.“ Und was da zu hören war, wird als Meisterstück in die Geschichte des musikalischen Austausches zwischen Erlangen und Wladimir eingehen. Da spielte zusammen, wer zusammengehört!

Sergej Suworow, Igor Starowerow, Anastasia Lemper, Andrej Schewljakow, Carola Grey, Hubert Winter, Rainer Glas und Gilbert Yammine

In der dritten und abschließenden, unvorbereiteten Zugabe zeigte sich das besonders. Nichts war vorher abgesprochen, keiner konnte wissen, wann sein Solo kommen würde, und dann erklang doch jede Stimme noch einmal mit unbändiger Kraft genau da, wo sie hingehörte. Weltmusik eben auf unerhörtem Niveau. Schade nur, daß der Blog nichts als dürre Worte zur Hand hat, hoffnungslos der so mit Leben aufgeladenen Musiksprache unterlegen. Aber es gibt ja die famosen Bilder von Othmar Wiesenegger, und bald schon ist das Konzert in voller Länge auf youtube nachzuhören.

Einer muß den Anfang machen: stehende Ovationen für das Ensemble, gesehen von Thorsten Hulke

Jetzt darf man hoffen, daß diese so universelle Zusammenarbeit eine Fortsetzung findet. Es bräuchte halt in Erlangen eine Akademie für Weltmusik, wo sich die Musiker nicht groß um die Finanzierung ihrer Projekte kümmern müssen. Das künstlerische Potential ist, angereichert durch die Städtepartnerschaft mit Wladimir, vorhanden. Bis dahin aber, werden die beiden Formationen sicher wieder andere Wege des Zusammenwirkens finden.

Alberto Diaz

Noch ein Nachsatz zu dem Pianisten Alberto Diaz, mit dem Rainer Glas schon lange zusammenarbeitet. „Was hat ein Kubaner mit Rußland zu tun?“ fragte er denn auch und gab gleich selbst die Antwort: „Ganz einfach, seine Musiklehrerin stammte aus der Sowjetunion, und als sich die auflöste, blieb die Pädagogin in Havanna und strietze ihren Schüler, bis der lernte, so zu spielen, wie er jetzt spielen kann.“ Da schließt sich dann auch wieder der Kreis zu Andrej Schewljakow, dessen Eltern, wie der Sohn ebenfalls Geiger, auch schon auf der Insel unterrichteten und dort die russische Schule vertraten. Besseres kann es eben kaum geben für die Musik, als diese Mischung aus strenger Disziplin und überbordender Spielfreude.


Von Demonstrationen gegen den Müllnotstand in Stadt und Land Wladimir und gegen die Abfallfuhren aus Moskau waren im Vorjahr Demonstrationen fast schon an der Tagesordnung. Seit aber mit Einführung eines neuen Entsorgungssystems Anfang Januar auch die wenigen Container zur Mülltrennung in der Partnerstadt verschwanden, steht das Thema ganz oben auf der Agenda der Menschen und wird zum Objekt der Kunst.

Am Freitag stellte eine Künstlergruppe vor einem Möbelhaus eine Müllinstallation auf, und fanden in der Nähe des Goldenen Tors und auf dem Leninplatz kreative Kunstaktionen unter dem Motto „Müll-Karneval“ statt.

Friede, Arbeit, Mai – beim Abfalltrennen sei dabei!

Sogar ein eigener Hashtag wurde ins Leben gerufen, den man mit #trenndenmuell übersetzen könnte.

Die Proteste richten sich zunehmend gegen der Lokal- und Regionalpolitik, der es bisher nicht gelingen will, der Problematik Herr zu werden. Mit dem Versprechen, bis zum Sommer werde man alles wieder in den Griff bekommen, will man sich nicht mehr abspeisen lassen.

Müllhydra

Auch in Städten der Region, die besonders vom Müllexport aus der Hauptstadt betroffen sind, wachsen Unmut und Widerstand, entstehen immer neue Initiativen, um sich gegen den Mißstand zur Wehr zu setzen, bunt und kreativ, wie hier auf dem Video von TV-Zebra zu sehen: https://is.gd/5PRQg0 Siehe auch: https://is.gd/WtYiJ6

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