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Noch während des Konzertes am 23. Dezember 2012 in München notierte Nadja Steger einen ganzen Fragenkatalog, an Nikolaj Litwinow, den künstlerischen Leiter des Staatlichen Tanz- und Gesangsensembles RUS, der gleich nach dem Auftritt mit seiner Truppe die Heimreise antrat. Hier nun das Interview in voller Länge, gefolgt von einem kurzen abschließenden Gespräch mit dem Partnerschaftsbeauftragten, Peter Steger:

RUS

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N.S.: Eure Tänze und Lieder sind einfach mitreißend. Handelt es sich dabei tatsächlich um alte Weisen oder doch zumindest teilweise um moderne Arrangements?

N.L.: Unsere Lieder und Tänze, die wir im Programm haben, stammen wirklich aus alter Zeit, allerdings interpretieren wir sie auf eher moderne Weise. Möglich, daß so etwas von ihrem historischen Wert verloren geht, andererseits werden so Lexik und Bild des Tanzes in ihrer Klarheit und Lakonie dem heutigen Publikum vielleicht erst richtig zugänglich.

RUS August 2010 in Erlangen.

RUS August 2010 in Erlangen.

N.S.: Wie sind Sie zu RUS gekommen? Wann und warum? Sie sind vor genau 25 Jahren zum ersten Mal in Erlangen aufgetreten. Welche Gefühle verbinden Sie heute damit? Spüren Sie diesen Abstand von 25 Jahren? Hat sich das Erlanger Publikum verändert? Und sind Sie nach so vielen Jahren nicht der Auftritte, Konzerten und des ewigen Lebens aus dem Koffer überdrüssig? Gibt es vielleicht den Wunsch, einmal alles sein zu lassen, ein anderes Leben zu beginnen, ruhig und ausgeglichen wie bei den anderen?

N.L.: Ich bin 1977 zu RUS gekommen, nachdem ich das Uraler Konservatorium abgeschlossen hatte. Anfangs wollte ich mich nur als Musiker am Bajan, dem russischen Knopfakkordeon, vervollkommnen, doch mit der Zeit packten mich die neue Arbeit und die einzigartige russische Musik. Ich lerne viele Musiker im Genre russischer Volksmusik kennen, hörte ihre Art zu spielen, wobei manche nicht einmal Noten lesen konnten. Aber ihre Interpretationen verzauberten mich. Dergleichen, das wurde mir klar, bringt man einem im Konservatorium nicht bei. Bei diesen wahrhaft begabten Musikern habe ich eine Meisterschaft gelernt, die in der Volksweisheit und den Traditionen gründet.

RUS August 2010 in Erlangen.

RUS August 2010 in Erlangen.

Das Erlanger Publikum zeichnete sich immer durch eine besondere Aufmerksamkeit aus, ebenso anspruchsvoll wie wohlmeinend und entgegenkommend. Man spürt die hohe Bildung im Saal, was nicht verwundert, gibt es hier doch viele Institute, die Universität. Jede Menge Konzerte ganz unterschiedlicher Richtung werden hier gegeben, Festivals und Foren finden hier statt. Ich war selbst auch schon in Erlangen bei einem Symphoniekonzert.

Natürlich ermüden uns die Konzerte und Tourneen, zumal die Reisen und deren Umstände immer wieder andere sind. Doch an jedem Morgen kommt die Flut neuer Kräfte, und wieder erklingt die Musik in der Seele, alles ist vergessen, und wieder ist da diese Lust auf Arbeit und Kreativität.

RUS im August 2010 in Erlangen.

RUS im August 2010 in Erlangen.

N.S.: In Erlangen ist überall zu hören: „RUS hat sich wieder neu erfunden, ist interessanter geworden, lebendiger, offener.“ Diese Entwicklung ist ohne Zweifel auch Ihr Verdienst. War es schwierig, die Nachfolge von Michail Firsow anzutreten? Viele haben sich doch bestimmt gefragt, ob Sie das wohl schaffen? Wie fühlen Sie sich in der Rolle des künstlerischen Leiters?

N.L.: Diese Rolle zu übernehmen, ist schwierig. Es geht ja nicht nur um das Repertoire und die Inszenierung von neuen Nummern. Es geht vor allem auch um Menschen, die im Ensemble arbeiten, deren Arbeitsbedingungen und Alltagsleben ich gerne verbessern möchte. Da sind wir ziemlich auf uns alleine gestellt. Wenn es mir aber gelingt, die Künstler in der Liebe zur Musik, zum Lied, zum Tanz, zu den Volkstraditionen zu vereinen und ihnen dabei zu helfen, in ihrem Beruf möglichst perfekt zu werden, dann habe ich wahrscheinlich meine Aufgabe erfüllt.

RUS im August 2010 in Erlangen.

RUS im August 2010 in Erlangen.

N.S.: Heute mäkeln alle an der Jugend herum. Sie interessiere sich für nichts, habe keine Werte. Früher sei das alles ganz anders gewesen. Aber bei RUS kann man hinsehen, wo man will: überall junge, schöne und talentierte Künstler. Haben Sie Probleme mit dem Nachwuchs, mit dem Generationenwechsel?

N.L.: Nachwuchsprobleme kennen wir auch. Zum einen liegt das an den niedrigen Gehältern, zum anderen gibt es nicht genug Jugendlichen, die bereit sind, sich ernsthaft mit der Volkskunst auseinanderzusetzen. Gut nur, daß die Ausbildung bei uns bisher noch kostenlos ist. Sollte sich das ändern, werden wir in echte Personalnöte geraten. Schon jetzt fehlen in den weiterführenden Fachschulen für Musik Lehrkräfte.

RUS im August 2010 in Erlangen.

RUS im August 2010 in Erlangen.

N.S.: Wie wichtig ist es für Sie, jenen kulturellen Reichtum, den Sie auf der Bühne zeigen, weiterzugeben? Wollen Sie überhaupt diese Rolle spielen?

N.L.: Das kulturelle Erbe eines Volkes ist ungemein wichtig für die jüngere Generation. Es wäre zum Schämen und Jammern, wenn das russische Liedgut oder die russische Musik nicht mehr erklängen. Unsere Kultur ist in Jahrhunderten gewachsen, und wir haben kein Recht, sie zu vergessen oder zu verlieren. Ohne Kultur kein Volk. Es gibt jede Menge Wettbewerbe, wo immer wieder neue Namen auftauchen, darunter viele hochbegabte. Mit ihnen zusammen wird sich auch in Zukunft die Sing- und Tanztradition in meisterhafter Form entwickeln und erhalten.

RUS im August 2010 in Erlangen.

RUS im August 2010 in Erlangen.

N.S.: Wer auch nur einmal gesehen hat, was RUS auf der Bühne „anstellt“, fragt sich, woher nur die Kraft für die zum Teil schlichtweg akrobatischen Nummern kommt. Wo schöpfen die Künstler Kraft? Wie oft wird geprobt?

N.L.: Unsere Künstler kommen nach Abschluß der weiterführenden oder höheren Fachschulen für Kultur zu uns, sie tanzen von Kindesbeinen an. Physische Kraft und die Bereitschaft, schwierige und teilweise auch akrobatische Nummer zu tanzen, gehören dazu. Wir proben täglich fünf Stunden, manchmal auch länger. Angefangen wird mit dem Gesang, und dann wenden wir uns den Tanzübungen zu. Am Ende steht immer eine Gesamtprobe des Programms.

N.S.: Bei allem Reichtum im Bereich der Kultur findet man in Deutschland wohl kaum derartig meisterhafte Künstler. Wollen Sie nicht vielleicht auch einmal eine Meisterklasse für Ihre Erlanger Kollegen geben?

N.L.: Zu Meisterklassen reicht es bei mir noch nicht. Ich lerne selbst mein ganzes Leben bei den großen Meistern und Zeitgenossen. Allerdings würden unsere Künstler sicher gern einmal den einen oder anderen Kniff zeigen.

RUS im Jahr 2009 vor dem Erlangen-Haus in Wladimir.

RUS im Jahr 2005 vor dem Erlangen-Haus in Wladimir.

N.S.: Nun sind in all den Jahren schon so viele Ensembles und Gruppen aus Wladimir nach Erlangen gekommen. Alle mit großem Erfolg. Doch sobald bekannt wird, daß RUS auftritt, vergessen die Erlanger praktisch alles, und man hört nur noch: „RUS kommt“. Worin liegt Ihrer Meinung nach das Erfolgsgeheimnis in Erlangen?

N.L.: Ich denke, der Erfolg von RUS hat zu tun mit der Vielschichtigkeit, der Authentizität, der Ursprünglichkeit und dem Professionalismus der Truppe. Wir sind näher dran an den spirituellen Wurzeln des russischen Volkes, an seinen Traditionen und seiner Eigenheit.

N.S.: Wenn man Ihre Konzerte besucht, ist das wie der Eintritt in ein Märchen. Es stockt einem der Atem. Sogar der deutsche Zuschauer spricht gleich von den russischen Märchen, auch wenn er nie welche gelesen haben sollte. Um das Publikum so für sich einzunehmen, muß man selbst aus diesen Traditionen heraus leben, an sie glauben. Fühlen Sie sich als ein Teil dieses Märchens, dieser Traditionen, oder sind die Auftritte für sie nichts als eine Arbeit, die man möglichst professionell ausführt?

N.L.: Musik ist in sich selbst Zauberei. Die Traditionen gleich welchen Volkes sind dabei nicht Zeugnis dessen, was verschwindet, sondern im Gegenteil jene Kraft, aus der die Gegenwart Kraft schöpft, aus der heraus sie sich bildet, mit deren Hilfe sie sich entwickelt. Eine gute Tradition ist nicht die Wiederholung dessen, was war, sie ist vielmehr wie ein Erbe, das auf einen gekommen ist und das man aufgefordert ist, zu mehren, um es dann an die Nachkommen weiterzugeben. In diesem Sinne wird die Tradition immer reicher durch den ununterbrochenen kreativen Prozeß. Wir folgen unseren Traditionen, studieren sie und lassen sie auf der Bühne auferstehen, wobei wir versuchen, die Grundlagen zu erhalten. Aber das ist nicht so einfach, wie es sich anhört, und, um eine gute Nummer ins Programm aufnehmen zu können, will viel und lange hin- und herüberlegt und vieles immer wieder neu be- und überarbeitet sein.

RUS im Dezember 2012 in Erlangen. Peter Steger und Nikolaj Litwinow bei Geschenkübergabe an Swetlana Marusjak.

RUS im Dezember 2012 in Erlangen. Peter Steger und Nikolaj Litwinow bei Geschenkübergabe an Swetlana Sawina.

N.S.: Besucht man ein Konzert von RUS, gewinnt man den Eindruck, das Ensemble spiele mit dem Publikum, fordere das Publikum heraus. Fast in jeder Nummer gibt es ein Element der Überraschung. Wenn die Künstler beispielsweise nach einem Abgang noch einmal unerwartet auf die Bühne kommen, schauen sie dem Publikum keck in die Augen als wollten sie sagen: „Vergiß uns nicht!“ So meint man, in ein endloses Märchen geraten zu sein. Sehe ich das richtig?

N.L.: Idealerweise wollen wir natürlich, daß jede Nummer interessant und möglichst perfekt über die Bühne geht, daß ihr Klang der echten Volksmusik entspricht, etwas Einmaliges hat und lange im Gedächtnis des Publikums haften bleibt. Gelingt das, haben die Besucher unsere schlichte und aufrichtige russische Kunst verstanden.

RUS im Dezember 2012 in Erlangen.

RUS im Dezember 2012 in Erlangen.

N.S.: Russische Weihnacht und Bach. Wie geht das zusammen?

N.L.: Das eine wie das andere gehört zu einer Klassik, die alle verstehen. Hier treffen sich Einfachheit und Genialität. Und die Stücke sind alle schon vor langer Zeit entstanden, was es möglich macht, sie zusammenzubringen. Bach liebe ich ganz besonders. Seine Musik ist so fundamental wie unser Universum, und sein Scherzo ist ein kleiner Teil seiner großen Musik, die in jedem Programm erklingen kann. Würde man mich fragen, mit welcher Musik man das Universum vertonen könnte, fiele mit nur die Musik des genialen Johann Sebastian Bach ein.

Anmerkung von P.S.: Die Raumsonde Voyager ist gerade dabei, unser Sonnensystem zu verlassen. An Bord hat sie eine goldene Schallplatte. Als es kurz vor dem Start 1977 darum ging, welche Musik als Botschaft für andere Zivilisationen man ins All schicken sollte, einigte man sich gewissermaßen per Akklamation auf eben diesen Johann Sebastian Bach.

RUS im Dezember 2012 in Erlangen.

RUS im Dezember 2012 in Erlangen.

N.S.: München ist sehr verwöhnt. Das Publikum dort setzt man nicht so leicht in Erstaunen. Und dann dies: Am 23. Dezember um 11.00 Uhr ist der Saal voll, es erklingen Bravo-Rufe. Am Ende des Konzerts stehende Ovationen. Sogar Nonnen sind im Publikum. Als dann auch noch Stille Nacht erklang, sangen alle mit, und viele hatten Tränen der Begeisterung und Rührung in den Augen. Ist das ein Geschenk ans Publikum, eine Verbeugung vor der deutschen Tradition, eine Taktik oder etwas anderes? Warum plötzlich ein Lied in deutscher Sprache?

N.L.: Das war wirklich ein besonderer Tag. Alle waren in Erwartung des Weihnachtsfestes, und alles war darauf ausgerichtet, alle waren darauf eingestimmt. Ich bin sehr glücklich, daß wir dem anspruchsvollen Publikum in München gefallen haben. Stille Nacht ist schon lange zu einem internationalen Lied geworden und erklingt auch bei uns in Rußland. Wir singen das Lied gerne, fürchten aber manchmal, ihm wegen unserer Aussprache Schaden zuzufügen, seinen Zauber zu zerstören…

RUS im Dezember 2012 in Erlangen.

RUS im Dezember 2012 in Erlangen.

N.S.: Im Westen führt man schon seit Jahrhunderten Diskussionen über die geheimnisvolle russische Seele. Was RUS auf die Bühne bringt, ist eher die farbenfrohe und lebenslustige Seite der russischen Seele. Es ist wohl nur das Lied von der Troika des Postalions, mit dem das Ensemble auch die Tür zur anderen, zur melancholischen Seite im Leben der Russen ein Stückchen aufmacht. Oder verstehen Sie unsere russische Seele als Inbegriff von Fröhlichkeit und Freude?

N.L.: Fröhlichkeit und Freude ebenso wie Melancholie, alle Schattierungen der Seele des russischen Volkes würden wir gerne vorstellen. Wenn wir nur genug Talent und Meisterschaft besäßen. 

RUS im Dezember 2012 in München.

RUS im Dezember 2012 in München.

N.S.: Wie fühlen Sie sich auf der Bühne?

N.L.: Wenn ich mein Instrument auf dem Schoß habe und mit meinen Musikern ein Stück spiele, lebe ich in einer anderen Welt, in einer besonderen Welt, wo jedes Lied eine besondere Geschichte erzählt… Wenn ich im Saal sitze und den Künstlern zusehe, achte ich darauf, daß das Bild, die Idee richtig und gekonnt umgesetzt werden.

N.S.: Wie lange wollen Sie noch auftreten?

N.L.: So lange es noch neue Möglichkeiten gibt. Material (Lieder und Tänze) gibt es viele. Wichtig ist, alles richtig aufzuführen und zu interpretieren, dem Original nicht zu schaden.

RUS im Dezember 2012 in München.

RUS im Dezember 2012 in München.

N.S.: Was ist für Sie die größte Auszeichnung?

N.L.: Die größte Auszeichnung ist es, schöpferisch tätig sein und vor Publikum auftreten zu können. Es ist die Fähigkeit, kreativ zu bleiben. Unser Geist fordert ebenso wie unser Körper ständiges Training, es kommt zu Mangelerscheinungen, wenn wir nicht beide ständig kultivieren.

N.S.: Bei einem solchen Arbeitsrhythmus ist es doch sicher schwierig, Familie und RUS unter einen Hut zu bringen.

N.L.: Ich kann nicht klagen. In der Hinsicht gelingt mir bisher alles.

N.S.: Was wünschen Sie den Erlangern zum Neuen Jahr?

Ich möchte allen auf der Welt Frieden wünschen. Mögen die Völker in Freundschaft leben und ihre friedlichen Errungenschaften und Freuden miteinander teilen. Ich wünsche mir die weitere Entwicklung und Festigung unserer gutnachbarschaftlichen Beziehungen zwischen den Städten, denn heuer werden es ja schon 30 Jahre, seit die Partnerschaft besteht. Und allen einfach alles Menschenglück!

Und nun noch einige Fragen an Peter Steger

Peter Steger, Swetlana Marusjak und Nikolaj Litwinow nach dem Auftritt in München, 23.12.2012.

Peter Steger, Swetlana Sawina und Nikolaj Litwinow nach dem Auftritt in München, 23.12.2012.

N.S.: Peter, Deine „russische Karriere“ begann doch 1987, als RUS erstmals in Erlangen auftrat? Wie kam es dazu, daß ausgerechnet Du mit dem Ensemble arbeitetest? Welche Gefühle hattest Du damals?

P.S.: Tatsächlich hat mit RUS für mich alles erst so richtig begonnen. Ich studierte damals noch in Bamberg Slawistik. Dort fehlte mir aber der Umgang mit leibhaftigen Russen, und es gab kaum Möglichkeiten, Russisch zu sprechen. Als ich in der Zeitung las, in Erlangen suche man Betreuer für die Wladimirer Kultur- und Sporttage meldete ich mich und wurde von Dagmar Paliwal, damals mit Herbert Lerche für die Partnerschaften zuständig, vom Fleck weg engagiert. Allerdings hatte ich mich, meinem literarischen Interesse folgend, für die Schriftstellergruppe beworben. Warum ich dann doch für RUS eingeteilt wurde, weiß heute niemand mehr zu sagen. Meine anfängliche Enttäuschung wich dann aber rasch heller Begeisterung für die Truppe. Unmittelbar vor dem Auftritt erst bat mich dann die Co-Betreuerin, die eigentlich dafür vorgesehen war, mit Michail Firsow, dem künstlerischen Leiter, auf die Bühne zu gehen. Was ich damals nicht wissen konnte: Diese Bretter der Stadthalle, heute Heinrich-Lades-Halle genannt, sollten bestimmend für meinen weiteren Lebensweg werden. Zum ersten Mal als Dolmetscher vor einem großen Publikum. Ohne jede Erfahrung. Mit noch keineswegs perfekten Russischkenntnissen. Und dann dies: Michail Firsow sprach eine gefühlte Ewigkeit ohne Punkt und Komma über sein Ensemble, die russischen Volkstraditionen, das Programm, seine Freude, erstmals in Deutschland auftreten zu können – und schien vergessen zu haben, daß sein überquellender Wortschwall ja auch noch übersetzt werden sollte. Die Spannung im Publikum war mit Händen zu greifen. Geraune, Getuschel, vereinzelte Lacher angesichts meiner hilflosen Blicke zum Redner mit der flehentlichen Bitte um eine Gelegenheit zu übersetzen. Als der Gast aus Wladimir schließlich doch zum Ende kam, schlug mir aus dem Saal eine Welle des Bedauerns entgegen, aber auch der Erwartung: Was macht der arme Kerl da jetzt daraus? Ich entschied mich dafür, eine gewisse Überforderung einzugestehen, indem ich meine Übersetzung mit dem Satz einführte: „Sie verstehen sicher, daß ich Ihnen nicht alles Wort für Wort wiedergeben kann, bitte begnügen Sie sich deshalb mit einer kurzen Zusammenfassung.“ Verständnisvolles Lachen bedeutete mir, den richtigen Ton getroffen zu haben. Da war mir klar, die Feuertaufe überstanden zu haben. Von da an konnte mich nichts mehr schrecken.

Erinnerungstafel an RUS aus dem Jahr 1989 im Kosbacher Stadl.

Erinnerungstafel an RUS aus dem Jahr 1989 im Kosbacher Stadl.

N.S.: Wolltest Du damals gleich mit Wladimir weiterarbeiten, oder entwickelte sich dieser Wunsch erst mit der Zeit?

P.S.: Es gab für mich von da ab keinen Zweifel daran, daß ich an Wladimir dranbleiben würde. Wladimir hatte mich gepackt. Schon anderntags erfüllte ich Michail Firsow heimlich – er setzte sich dazu regelrecht von der Delegation ab und hatte strenge Sanktionen zu fürchten – seinen Herzenswunsch und zeigte ihm München. Gleichzeitig lernte ich auch in Erlangen Menschen kennen, die unerwartet offen für die russischen Gäste waren, vor allem aus dem Stadtverband Kultur und der Folkloregruppe Ihna, die mich alle auf meinem weiteren Weg unterstützten.

Erinnerungsphoto an RUS im Jahr 1989 im Kosbacher Stadl.

Erinnerungsphoto an die Kindertruppe von RUS im Jahr 1998 im Kosbacher Stadl.

N.S.: In diesen 25 Jahren hat sich RUS doch sicher verändert. Ist die Gruppe besser geworden oder hat sie mittlerweile die „Patina des Antiquariats“ angenommen?

P.S.: RUS erfindet sich ständig neu, und nur RUS ist besser als RUS. Das haben die Erlanger sofort begriffen. Dietmar Hahlweg, der damalige Oberbürgermeister und Vater der Partnerschaft, nahm mich nach dem Konzert mit hinter die Bühne, um noch einmal persönlich für den Auftritt zu danken. Er brachte damals zum Ausdruck, was alle im Saal fühlten: „Wir sind begeistert von Ihrer großartigen Kunst, und wir wünschen uns nichts mehr, als Ihr Ensemble baldmöglichst wieder hier in Ihrer Partnerstadt zu sehen.“ Sein Wunsch sollte mit Hilfe von Eike Haenel, dem Leiter von Ihna, schon zwei Jahre später in Erfüllung gehen, als er, persönlich mit vollem Risiko haftend RUS in Zusammenarbeit mit der Deutschen Jugend in Europa auf die erste Deutschlandtournee schickte, die ich begleiten durfte. Auch in den schwierigen 90er Jahren, als RUS wohl nur dank dem Umstand überlebte, bei der Konzertdirektion Schlote aus Salzburg unter Vertrag gewesen zu sein, versuchte das Ensemble, immer wieder neue Elemente in sein Programm aufzunehmen. Allerdings gab es da auch eine Zeit der Stagnation, später sogar der Spannungen innerhalb der Gruppe und mit ihrem Leiter. Doch aus jeder Krise ging RUS gestärkt hervor, auch nach dem Tod von Michail Firsow im Jahr 2007. Seit Regine Burk aus Rückersdorf bei Nürnberg die Weihnachtsgastspiele des Ensembles organisiert, erlebt RUS eine Neugeburt.

Regine Burk vor dem Auftritt von RUS in Erlangen, Dezember 2012.

Regine Burk vor dem Auftritt von RUS in Erlangen, Dezember 2012.

N.S.: Pflegst Du eine besondere Beziehung zu RUS, oder ist für Dich ein Ensemble wie das andere?

P.S.: RUS war meine erste Liebe – und bleibt es. Es war auch dieses Ensemble – das kann ich im Rückblick bestätigen -, mit dem die Bürgerpartnerschaft erst so richtig begann. Es sind Freundschaften entstanden, die bis heute halten. Aber es ist natürlich keine eifersüchtige Liebe, keine ausschließende Liebe. Ob Rock oder Klassik, ob Chor oder Instrumentalgruppe aus Wladimir, ich empfange sie alle mit der gleichen Liebe, die freilich ihren Ursprung in RUS hat.

Eike Haenel und Nikolaj Litwinow im Dezember 2011.

Eike Haenel und Nikolaj Litwinow im Dezember 2011.

N.S.: Hast Du nach 25 Jahren nicht allmählich genug von Wladimir?

P.S.: Wo denkst Du hin! Ich freue mich auf die nächsten 25 Jahre! Es gibt noch so viel zu entdecken, zu fördern, zu entwickeln. Und dann wächst ja inzwischen schon die dritte Generation der Partnerschaft heran und darf die Früchte der Verständigung und Versöhnung ernten, die wir alle der Voraussicht und Umsicht von Dietmar Hahlweg und seinem Team verdanken. Wie sollte ich mich ausgerechnet da vom Acker machen wollen!

Was erwartet uns an Neuem in diesem Jahr? Womit wird uns unser russischer Peter im Jubiläumsjahr überraschen?

Würde ich das verraten, wäre es doch keine Überraschung mehr. Aber keine Sorge, der Blog wird weiter fleißig berichten – in der Vorausschau wie im Rückblick. Und: Wunderbar an dieser Bürgerpartnerschaft ist, wie sie mit ihrer Eigendynamik und Kreativität, ihrer Lebendigkeit und Vielfalt auch mich selbst jeden Tag wieder neu überrascht.

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“Man konnte es gar nicht besser treffen”, meinte Bürgermeisterin Birgitt Aßmus bei dem kleinen Empfang auf der Bühne der Heinrich-Lades-Halle kurz vor dem gestrigen Konzert. “Denn wir sind am Vorabend zum dreißigjährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft. Und RUS gehört längst fest zu dieser einmaligen deutsch-russischen Freundschaft.”

Vor dem Konzert mit Stadträtin Gabriele Kopper und Bürgermeisterin Birgitt Aßmus sowie dem Partnerschaftsbeauftragten, Peter Steger

Vor dem Konzert mit Stadträtin Gabriele Kopper und Bürgermeisterin Birgitt Aßmus sowie dem Partnerschaftsbeauftragten, Peter Steger

Doch der Symbolik gibt es noch mehr an diesem Abend. Nikolaj Litwinow, künstlerischer Leiter des Staatlichen Tanz- und Gesangsensembles, erinnert daran, daß RUS vor 25 Jahren hier auf diesen Brettern die Bühnenpremiere nicht nur in Erlangen, sondern in Deutschland und Westeuropa überhaut erlebte. Und er selbst dabei, damals noch zuständig “nur” für das Orchester. “In diesen 25 Jahren ist die Sowjetunion untergegangen, aber die russische Volkskunst lebt weiter.” Ebenso wie die Freundschaft zwischen Erlangen und Wladimir, an die er am Ende des großartigen Konzertes dankbar erinnert und die es zu bewahren und an die Jugend weiterzugeben gelte.

Anspannung vor dem Auftritt: Regine Burk.

Anspannung vor dem Auftritt: Regine Burk.

Recht hatte Regine Burk, unter deren umsichtiger Regie RUS nun schon zum zweiten Mal in Folge auf Tournee durch Deutschland und die Schweiz geht. Recht mit ihrer Ankündigung, das Ensemble habe ins Programm ganz neue Höhepunkte eingebaut. Mehr als nur die Farbtupfer der immer prächtigeren Kostüme, mehr als nur die musikalischen Pretiosen mit einer virtuosen Jazz-Improvisation und einer beglückend-schönen Badinerie von Johann Sebastian Bach auf traditionellen russischen Instrumenten, mehr als nur die immer wieder verblüffenden artistischen Sprünge und Drehungen der Tänzer und auch mehr als die mal innig-inspirierten, mal lebensfroh-ausgelassenen Gesangseinlagen der Chorgruppen und Solisten.

RUS: Ausgelassenes Treiben auf der Bühne.

RUS: Ausgelassenes Treiben auf der Bühne.

Es ist ein Mehr an inneren Zusammenhängen, an schlüssigen Übergängen, an gewachsener Harmonie, die aus jeder Nummer des Programms strahlt und den Abend in ein festliches Licht taucht. In ein weihnachtliches Licht, das man frohgemut nach Hause trägt und weiterschenken möchte.

RUS: Pastorale.

RUS: Pastorale.

Immer dann, wenn man meint, RUS habe den künstlerischen Höhepunkt erreicht, erfindet sich das Ensemble neu und beweist: Nur RUS ist besser als RUS. Seit drei Jahrzehnten füllt die Truppe nun die Säle daheim in Wladimir und wo sonst auch immer, wo der Vorhang aufgeht. Nur gestern in Erlangen blieben einige Stühle unbesetzt. Vielleicht weil die Gruppe im Vorjahr schon hier aufgetreten war und manche meinten, sie würden nichts mehr versäumen. Welch ein Irrtum! Wenn sie den Beifall gehört hätten, wenn sie die Begeisterung in den Gesichtern gesehen hätten!

RUS in Erlangen 2012.

RUS in Erlangen 2012.

Die Russische Weihnacht zieht nun weiter in die Schweiz und nach Liechtenstein und endet am Sonntag in München (s. www.burk-artist.de), bevor es für die knapp dreißig Künstler wieder nach Hause geht, nach Wladimir. Wer den Auftritt dieses Mal versäumt hat, sei aber getröstet, denn vom 29. Mai bis 2. Juni 2013 findet in Wladimir das dreißigjährige Partnerschaftsjubiläum statt.

Blumen und ein Geschenkkorb für RUS.

Blumen und ein Geschenkkorb für RUS.

Noch sind Plätze für die Bürgerreise frei. RUS wird da sicher im Festprogramm auftauchen, freilich nicht mit der Russischen Weihnacht, sondern mit Sommerszenen. Also, nicht lange gezögert, Anmeldungen werden unter wladimir@stadt.erlangen.de bis Ende Januar 2013 angenommen.

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Heute beginnt in Mannheim die diesjährige Weihnachtstournee des größten kulturellen Botschafters, den Wladimir aufzubieten hat. Wer das Konzert im Vorjahr aus welchen unentschuldbaren Gründen auch immer versäumt hat, bekommt nun Gelegenheit, noch einmal das Staatliche Tanz- und Gesangsensemble Rus aus Wladimir zu erleben. Und wer dort war, geht bestimmt wieder hin. Die Truppe um Nikolaj Litwinow tritt jedenfalls am Sonntag, den 16. Dezember, dem dritten Advent, um 19.30 Uhr in der Heinrich-Lades-Halle mit dem großartigen musikalischen Panorama “Russische Weihnacht” auf. Mit vielen neuen Elementen bei Tanz und Gesang. Mit farbenprächtigen Kostümen, mit einer begeisternden Choreographie und jener beeindruckenden Meisterschaft, wie man sie eben nur von Rus kennt. Besseres in dem Genre wird man einfach nicht zu hören und zu sehen bekommen.

Rus 1

Frauengruppe von Rus.

Rus kommt wieder nach Erlangen und feiert ein Jubiläum. Es ist jetzt nämlich genau 25 Jahre her, seit das vielfach preisgekrönte Ensemble zum ersten Mal hier aufgetreten ist: anläßlich der Wladimirer Kultur- und Sporttage. Dieses erste Konzert in Deutschland überhaupt sollte zum Auftakt einer beispiellosen Entwicklung werden, die Rus zunächst mit Hilfe der hiesigen Folkloregruppe Ihna 1989, später unter Vertrag bei der Konzertdirektion Schlote aus Salzburg, durch ganz Deutschland und halb Europa führte. Jahr für Jahr – mit stets wachsendem Erfolg. Im Oktober erst hatte das Orchester von Rus übrigens Gouverneur Nikolaj Winogradow nach Paris begleitet, wo sich die Region Wladimir in der russischen Botschaft präsentierte – mit Rus als musikalischer Visitenkarte, als kulturellem Trumpf und Triumph.

Rus 2

Lichterprozession von Rus

Seit drei Jahren hat nun das Burk Artist Managment aus Rückersdorf die russischen Künstler in seinem Tourneeprogramm, das heute am 12. Dezember in Mannheim beginnt und nach Auftritten in der Schweiz, in Liechtenstein und in weiteren deutschen Städten am 23. Dezember in München endet.

Rus 3

Winteraustreiben von Rus

Über Rus ist im Blog schon fast alles gesagt worden. Nur noch nicht alle Zeitungskritiken sind aufgeführt. Schauen wir also heute einmal in die Stuttgarter Zeitung, die schreibt: “Die Alt-Russische Weihnacht hat die Menschen mit ihrer Lebensfreude mitgerissen und bezaubert.” Wer der schwäbischen Presse nicht recht vertraut, lese nach, was im Blog geschrieben steht unter: http://is.gd/UiDfl3. Der komplette Tourneeplan ist zu finden unter: http://is.gd/fGiYMM.

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Wer das Konzert im Vorjahr aus welchen unentschuldbaren Gründen auch immer versäumt hat, bekommt nun Gelegenheit, noch einmal das Staatliche Tanz- und Gesangsensemble Rus aus Wladimir zu erleben. Und wer dort war, geht bestimmt wieder hin. Die Truppe um Nikolaj Litwinow tritt jedenfalls am Sonntag, den 16. Dezember, dem dritten Advent, um 19.30 Uhr in der Heinrich-Lades-Halle mit seinem großartigen musikalischen Panorama “Russische Weihnacht” auf. Mit vielen neuen Elementen bei Tanz und Gesang. Mit farbenprächtigen Kostümen, mit einer begeisternden Choreographie und jener beeindruckenden Meisterschaft, wie man sie eben nur von Rus kennt. Besseres in dem Genre wird man einfach nicht zu hören und zu sehen bekommen.

Rus mit einer Szene aus dem Weihnachtsprogramm

Rus kommt wieder nach Erlangen und feiert ein Jubiläum. Es ist jetzt nämlich genau 25 Jahre her, seit das vielfach preisgekrönte Ensemble zum ersten Mal hier aufgetreten ist: anläßlich der Wladimirer Kultur- und Sporttage. Dieses erste Konzert in Deutschland überhaupt sollte zum Auftakt einer beispiellosen Entwicklung werden, die Rus zunächst mit Hilfe der hiesigen Folkloregruppe Ihna 1989, später unter Vertrag bei der Konzertdirektion Schlote aus Salzburg, durch ganz Deutschland und halb Europa führte. Jahr für Jahr – mit stets wachsendem Erfolg. Heute kehrt das Orchester von Rus übrigens nach Hause zurück, aus Paris, wohin es Gouverneur Nikolaj Winogradow zu einer Präsentation der Region Wladimir in der russischen Botschaft begleitet hat – als musikalische Visitenkarte, als kultureller Trumpf und Triumph.

Rus mit der Kerzenprozession der Frauen

Seit drei Jahren hat nun das Burk Artist Managment aus Rückersdorf die russischen Künstler in seinem Tourneeprogramm, das heuer  am 12. Dezember in Mannheim beginnt und nach Auftritten in der Schweiz und in weiteren deutschen Städten am 23. Dezember in München endet.  

Rus: Tonflötenspiel der Frauen.

Über Rus ist im Blog schon fast alles gesagt worden. Nur noch nicht alle Zeitungskritiken sind aufgeführt. Schauen wir also heute einmal in die Stuttgarter Zeitung, die schreibt: “Die Alt-Russische Weihnacht hat die Menschen mit ihrer Lebensfreude mitgerissen und bezaubert.” Wer der schwäbischen Presse nicht recht vertraut, lese nach, was im Blog geschrieben steht unter: http://is.gd/UiDfl3

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Denkmalschützer und Historiker in Wladimir sorgen sich um den Befestigungswall, ein Zeugnis mittelalterlichen Städtebaus, wie es nur noch selten in russischen Städten anzutreffen ist. Wildes Parken am Fuß des Erdwalls, das Fehlen einer Drainage, vor allem aber das unerlaubte Befahren mit Geländewagen und dem daraus folgenden Verlust der schützenden Grasnarbe setzen dem Baudenkmal derart zu, daß es vom Regen ausgewaschen zu werden und ins Rutschen zu geraten droht. In jedem Fall, so Museumsdirektorin Swetlana Melnikowa in einem TV-Interview, entspreche die Bedeutung dieser aufgeschütteten “Stadtmauer” keinesfalls den fehlenden Bemühungen um ihren Erhalt.

Befestigungswall Wladimir mit Goldenem Tor

Erbaut im 12. Jahrhundert unter Andrej Bogoljubskij als Bollwerk gegen die verfeindeten Fürstentümer der Rus mit einem Umfang von fast sieben Kilometern, hielt der Wall 1238 die Mongolen immerhin neun Tage lang vom Sturm der Stadt ab, bis sie am zehnten Tag dann doch unter der Übermacht der Angreifer fiel und in der Folge ihre Bedeutung als Hauptstadt an Moskau verlor. Von den einst fünf Wach- und Durchfahrtstoren ist nur noch das Goldene Tor erhalten, an dessen östlicher Seite sich heute der letzte Rest des Walls hinzieht bis zum Museum “Altes Wladimir”.

Befestigungswall Wladimir

Schon einmal übrigens drohte Wladimirs Befestigung der endgültige Verfall. Im 19. Jahrhundert nämlich nutzte man die Hänge als Schutt- und Müllkippe. Einem heute weitgehend vergessenen Kaufmann und Mäzen namens Nikolaj Borowezkij, der offenbar viel Zeit und Geld dafür aufwenden mußte, ist es zu verdanken, wenn heute zumindest noch Reste des Walls erhalten sind. Im Juni 1941 gab es dann noch einen Anlauf des Stadtsowjets, die Anlage in ihrem Bestand zu sichern, doch zwei Tage nach der Initiative überfielen die Hitler-Truppen die UdSSR. Lange darf man nach Ansicht der Fachleute jetzt aber nicht mehr  mit den Instandhaltungsmaßnahmen warten - beginnend mit einer Absperrung und der Wiederbegrünung -, wenn man nicht endgültig verlieren will, was noch erhalten ist von dem einst mächtigsten Befestigungswall der Alten Rus.

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Pia Tempel-Meinetsberger. Vor dem Konzert.

Nehmen wir es gleich vorweg: Auf der Bühne der Heinrich-Lades-Halle hat sich 1987 bei den Wladimir Kultur- und Sporttagen für das Staatliche Tanz- und Gesangsensemble RUS die Tür zu den kleinen und großen Konzerthallen Deutschlands und ganz Europas weit geöffnet. Keiner weiß das besser als der künstlerische Leiter, Nikolaj Litwinow, der schon damals mit seinem Bajan im Orchester des Ensembles den Ton angab und sich bei seinen Dankesworten an das Erlanger Publikum an die ersten Begegnungen mit den künftigen Freunden aus der fränkischen Partnerstadt bei einem Auftritt 1986 in Wladimir erinnert. Er wolle keine Namen nennen, meint er vor der zweiten Zugabe, die schon damals und bis heute für den bleibenden Erfolg von RUS in Erlangen und weit darüber hinaus getan haben. Zu viele wären das, wollte man keinen vergessen, um sie alle zu einer solchen Gelegenheit zu nennen, aber zusammengenommen eben doch so viele, daß man sich nirgendwo im Ausland so wohl und zu Hause fühle wie in der Partnerstadt.

RUS: Altrussische Weihnacht.

Nehmen wir es gleich vorweg: Stadträtin Pia Tempel-Meinetsberger hatte schon viel von RUS gehört, sogar in Wladimir war sie vor Jahren einmal. Aber die Truppe auf der Bühne erlebte sie am gestrigen Abend zum ersten Mal, überwältigt und gepackt vom ersten Moment an. Sie wird selten mehr Freude bei einem Vertretungstermin für  Oberbürgermeister Siegfried Balleis und den Stadtrat erlebt haben. Sie wird noch nie so stolz gewesen sein auf die Partnerschaft mit Wladimir. Sie wird kaum mehr besseren Botschaftern der Partnerschaft begegnen.

RUS: Innigkeit.

Und noch eines nehmen wir vorweg: Besser als RUS kann nur RUS sein. Ob es am genius loci lag, von dem man im Russischen sprichwörtlich sagt, daheim helfen einem sogar die Wände, oder ob das Ensemble derzeit ein kreatives Hoch erlebt – gleichviel. Wichtig ist nur eines: Noch nie war RUS besser als beim gestrigen Konzert, und keine russische Folkloregruppe außer RUS selbst könnte je den Beweis antreten, daß es noch besser geht. So das einhellige Urteil aller, die das Ensemble seit nun schon einem Vierteljahrhundert begeistert-bewundernd begleiten. Selbst Stücke, die man längst zu kennen glaubt, kommen buchstäblich in einem neuen Gewand daher, prächtig kostümiert und voller überraschender Einfälle in der Choreographie. Da gerät auch bei den raschesten Schrittfolgen nichts aus dem Tritt, da findet der Chor noch bei den anspruchsvollsten Passagen stets den richtigen Ton, und – mal verhalten im Hintergrund, mal übermütig nach vorn stürmend – das virtuose Orchester reiht Kabinettstück an Meisterwerk und macht vergessen, daß – wohl aus logistischen Gründen, denn das Ensemble ist diese Mal nach Deutschland geflogen gekommen – die so augenfällige Baßbalalaika durch eine Baßgitarre ersetzt wurde. Sei’s drum, so lange auch auf die jederzeit Verlaß ist.

RUS: Solo im Trio.

Bleiben wir beim Orchester: So schnell die Musiker ihre Instrumente wechseln – von der Schalmei zum Knopfakkordeon, von der Okarina zur Flöte – so schnell wechseln sie auch Tempi und Timbre, führen, treiben, begleiten. Nie aufdringlich, nie dominant, fein abgestimmt, man möchte fast sagen abgeschmeckt, geschmackvoll mit einem einzigartigen Gespür für das Vollkommene. Oder, um es mit Victor Hugo zu sagen: “Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.” Welch ein Dilemma: Es fehlen die Worte, und doch drängen sie heraus, so wenig sie auch auszudrücken vermögen, was ihnen zugrunde liegt. Welche Worte sollten auch wiedergeben, mit welch halsbrecherischen Geschwindigkeit die Finger nach den Saiten der Balalaika greifen, welche Begriffe gibt es denn schon, um einen Eindruck von dem rasenden Wettstreit der beiden Bajans zu vermitteln, und wer wüßte schon zu sagen, welche Klangwelten sich auftun, wenn all die vielen Holzblasinstrumente angestimmt werden…

RUS: Chor.

Versuchen wir es einmal so: RUS ist für die Folklore wie ein kostbares Glas voll Wein, gepflegt gereift in einem frisch gefertigten Barrique aus bester russischer Eiche. RUS bringt ein Gesamtkunstwerk auf die Bretter, vollendet und doch stets wieder auf der Suche nach neuer Perfektion. RUS verkörpert das, was Johann Wolfgang von Goethe einmal für die Kunst als arttypisch erkannte, nämlich die Vermittlung des Unaussprechlichen. Dem wollen wir nun nicht länger widersprechen und nur noch ein Wort des Dankes an Regine Burk richten. Nach der Trennung von der Konzertdirektion Schlote aus Salzburg, die über fünfzehn Jahre hinweg die Auslandstourneen für RUS arrangierte, war das Ensemble einige Zeit verwaist, bis sich im Vorjahr die couragierte Managerin aus Rückersdorf der Truppe annahm. Spätestens seit gestern weiß sie, daß sie ihren Entschluß nicht zu bereuen braucht. Und schon plant sie im Geiste die Gastspielreise für RUS im Advent nächsten Jahres. Noch aber ist die aktuelle Tournee nicht abgeschlossen. Deshalb: Wer auch immer wo auch immer in den endlosen Weiten des virtuellen Weltraums auf diese Nachricht stößt, schlage nach unter www.burk-artist.de, wo RUS noch auftritt, bevor es am Dienstag nächster Woche schon wieder nach Hause geht – bis zum nächsten Wiedersehen dank der Partnerschaft Erlangen – Wladimir.

Für alle, die jetzt noch immer nicht genug haben, gilt, was der Blog bereits vor Jahresfrist nach dem Konzert in München zu sagen hatte: http://is.gd/V362zl

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Von erstaunlichen archäologischen Funden – zumeist Artefakten aller Art – war hier schon des öfteren die Rede. Doch was nun gefunden wurde, übertrifft alle Erwartungen: die sterblichen Überreste von fast fünfzig Einwohnern Wladimirs aus dem 13. Jahrhundert, alle auf grausame Weise umgekommen bei der Erstürmung der Stadt durch die Goldene Horde. Regelrecht hingemetzelt wurden sie, Männer, Frauen, Kinder. Bei den Männern, die ihre Stadt verzweifelt verteidigten, finden sich oft sogar Mehrfachverletzungen. Einen von ihnen nannten die Archäologen sogar den “Helden”, weil er offenbar mit einem Pfeil und einer Lanze im Leib noch immer weiterkämpfte, bis er schließlich doch fiel.

Fundstücke aus Massengrab

Gemacht wurde der Fund ganz im Zentrum der Altstadt, in der Slatowratskajastraße, der Straße des Goldenen Tors, wo man das Fundament eines alten Anwesens untersuchen wollte. Dabei geriet den Wissenschaftlern eine Streitaxt in die Hände, Anlaß genug, um an der Stelle weiterzugraben. So stieß man auf das Massengrab, das sich sogar datieren läßt. Denn es war der 23. Februar 1238, als die Hauptstadt der Rus von den Mongolen nach kurzer Belagerung eingenommen wurde, jener Tag, an dem Wladimir für immer seine politische und geistliche Rolle verlieren sollte. Die tatarischen Reiter unter Khan Batu hatten vorher bereits Rjasan in Schutt und Asche gelegt und sich gut auf den Sturm Wladimirs vorbereitet. Man durchbrach die Verteidigungslinien und zielte unmittelbar auf die Mariä-Entschlafens-Kathedrale, wohin sich die Wladimirer geflüchtet hatten. Den Rest sollte man sich in Andrej Tarkowskijs Film “Andrej Rubljow” ansehen, der an Originalschauplätzen gedreht wurde.

Miniatur aus dem 16. Jahrhundert

Die Funde geben aber auch über vieles andere Aufschluß. Bereits archivierte Artefakte lassen sich nun besser einordnen, Gebrauchsgegenstände kommen wieder zu ihren Schöpfern und Verwendern zurück. Und es läßt sich nachvollziehen, wie der Prozeß der Assimilierung der ursprünglich hier siedelnden finno-ugrischen Stämme mit den Slawen vonstatten ging. Auskunft erhalten die Wissenschaftler nun aber auch über den Gesundheitszustand der damaligen Bewohner, und von weiteren Funden erhofft man sich auch, genauere Angaben zur Bevölkerungszahl machen zu können. Man muß ja nicht unbedingt dem Romantiker Novalis folgen, der meinte: “Der Tod – ist das Leben. Durch den Tod wird das Leben verstärkt.” Dem halben Hundert Toter verdanken wir jedoch ein besseres Verständnis des Lebens in einer fernen Zeit.

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13.12. in Erlangen

Nicht, daß man über RUS je genug gesagt haben könnte oder gar von ihnen genug hätte. Mitnichten! Aber im Blog findet sich tatsächlich bereits viel Eigenmaterial zu diesem einzigartigen Ensemble, dem die Partnerschaft so viel verdankt. Da kommt es recht gelegen, wenn man die Begeisterung anderer zitieren kann wie in einer Kritik aus der Heilbronner Stimme: “Wie sich eine solche Supertruppe zu uns verirren konnte, ist geradezu ein Weihnachtswunder, war von etlichen Besuchern zu vernehmen. Und damit ist über die Qualität des Gebotenen so gut wie alles gesagt!”

RUS

Regine Burk aus Rückersdorf bringt nun schon das zweite Jahr in Folge das Gesangs- und Tanzensemble RUS aus Wladimir zu einer Tournee nach Deutschland und in die Schweiz. Und erstmals nach vielen Jahren gibt es – am 13. Dezember um 20.00 Uhr – endlich wieder einen großen Auftritt der Truppe von Nikolaj Litwinow in der Heinrich-Lades-Halle, just auf der Bühne, wo die internationale Karriere von RUS 1987 begonnen hatte. Da sage noch einer: “They never come back.”

RUS

“Eine wundervolle Show, die Ihresgleichen sucht”, schwärmt denn auch der Pressetext berechtigterweise und fährt fort: “Verträumte Winterlandschaft, farbenprächtiges Russland, erinnert an den Zauber der Zarenzeit: Mit originalen Kostümen, historischen Bräuchen, besinnlicher Musik und fantasievollen Choreographien gastiert das Tanz- und Gesangsensemble RUS aus Wladimir auch in diesem Jahr wieder in Deutschland und in der Schweiz! Weihnachten in Russland, das bedeutet Tanz, Gesang, ausgelassene Feiern und Freude, aber auch Besinnlichkeit und erwartungsfrohe Zeit vor der Ankunft des Heilands. Draußen fällt der Schnee, in den kerzengeschmückten Kirchen und kleinen Dörfern erklingt traditionsreiche Musik. Mit lyrischen Gesängen, Instrumentalspiel und Artistik versteht es das Ensemble, die alte Kunst ohne falsches Sentiment zu vermitteln.”

Mehr zur Tournee unter www.burk-artist.de/de/de/kuenstler/folklore - und zum Ensemble im Blog beim Klicken auf die Tags “Tanz- und Gesangsensemble RUS” oder “Nikolaj Litwinow”.

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Hoher Besuch in Wladimir. Dmitrij Medwedjew nahm am vergangenen Samstag an einer gemeinsamen Sitzung des dem Präsidialamt zugeordneten Wissenschafts- und Kulturrats teil. Gemeinsam mit dem Präsidenten bereitete das Gremium die Feiern zum eintausendeinhundertfünfzigsten Jubiläum der russischen Eigenstaatlichkeit vor, das 2012 landesweit begangen werden soll. Zurück geht dieser Jahrestag auf die Gründungslegende des russischen Staates, wie man sie in der Nestorchronik findet mit all ihren heute nur noch Historikern bekannten Bezeichnungen von slawischen Stämmen. Im Jahre 862 soll es demnach gewesen sein, daß die Slawenstämme ihre nordischen Herrscher, die Waräger – auch Ruotsi oder Rus genannt – vertrieben und dann doch wieder zurückholten. Die Chronik berichtet aus dem Jahr 862:

Sie verjagten die Waräger über das Meer und gaben ihnen keinen Tribut und begannen, sich selbst zu regieren. Und es gab unter ihnen kein Recht, und Sippe stand auf gegen Sippe, und es waren unter ihnen Fehden, und sie begannen widereinander zu kämpfen. Und sie sprachen zueinander: “Wir wollen uns einen Fürsten suchen, der über uns herrsche und gerecht richte.” Und sie gingen über das Meer zu den Warägern, zu den Rus, denn so hießen die Waräger „Rus“, wie andere Schweden heißen, andere Norweger und Angeln, andere Gotländer: so auch diese. Und es sprachen die Rus, die Tschuden, Slowenen, Kriwitschen und Wes: “Unser Land ist groß und reich, doch es ist keine Ordnung in ihm; so kommt über uns herrschen und gebieten.” Und die drei Brüder wurden erwählt samt ihren Sippen, und sie nahmen alle Rus mit sich und kamen. Rurik, der ältere, ließ sich in Nowgorod nieder, der zweite, Sineus, am Beloosero, der dritte, Truwor, in Isborsk. Und nach diesen Warägern wurde das Land um Nowgorod “Rus” genannt, und die Nowgoroder sind vom warägischen Geschlecht, früher nämlich waren sie Slowenen.

Auf Rurik geht übrigens das Fürsten- und Zarengeschlecht der Rurikiden zurück, das mit Iwan dem Schrecklichen ausstarb und nach einer Zeit der Wirren von den Romanows abgelöst wurde.

Dmitrij Medwedjew und Nikolaj Winogradow

Doch zurück zur Gegenwart: Dmitrij Medwedjew will den Anlaß nutzen, um ein Jahr der Geschichte auszurufen, um in seinen Landsleuten das Bewußtsein für die eigene Herkunft zu wecken. Diesen Aufruf machte er gewiß nicht von ungefähr in Wladimir, von 1243 bis 1389 Hauptstadt des vorzaristischen Russischen Reiches, der “Rus”, ist doch hier die Vergangenheit mit all ihren Prachtbauten allgegenwärtig. Viele Vorschläge wurden gemacht, von der Einrichtung eines speziellen Internetportals für Geschichtsthemen oder die notwendige Inventarisierung aller historischen Gebäude bis hin zur staatlichen Filmförderung. Doch Dmitrij Medwedjew setzt nicht nur auf den Staat, wenn er sagt: “Das Gesicht einer Stadt hängt nicht nur vom Staat ab. Der Staat hat sicher viele Möglichkeiten, aber nicht unbegrenzt. Vieles hängt auch von den Bürgern selbst ab.” Ein kleiner Dämpfer für Gouverneur Nikolaj Winogradow, der im Gespräch mit dem Präsidenten meint, mit mehr staatlicher Förderung ließe sich in Wladimir die Bausubstanz besser erhalten. Andererseits spricht der Umstand, daß Nikolaj Winogradow in das Organisationsgremium für das Jubiläumsjahr aufgenommen wurde für eine besondere Rolle der Region Wladimir bei der weiteren Entwicklung des Tourismus. Und stellt weitere Zuschüsse in Aussicht, auch wenn Dmitrij Medwedjew so seine eigene Sicht der Dinge hat:

Wenn ich so durch unsere Städte gehe – durch Petersburg oder eben gerade durch Wladimir -, wird mir klar, daß ein bedeutender Teil der Baudenkmäler nicht nur inventarisiert, sondern umgehend privatisiert werden müßte. Andernfalls verkommen sie. Der Staat wird aus übergeordneten Gesichtspunkten heraus nie genug Geld dafür finden, anders als ein Investor. Der kann da ein Geschäft einrichten oder etwas anderes damit machen. Wir aber müssen die Fassaden erhalten und Elemente der Innenausstattung.

Wenn das mal so leicht wäre, Denkmalschutz und kommerzielles Interesse zu vereinbaren!

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Andrej Bogoljubskij

Gestern zeigte das 1. Programm des Russischen Fernsehens eine Rückschau auf die Feiern zum 900. Geburtsjahr von Fürst Andrej Bogoljubskij. Doch damit nicht genug: Auch ein Wladimirer Blogger, der sich ein Pseudonym gegeben hat, das man in etwa mit “Europa-Sandler” übersetzen könnte, nimmt sich des Themas an – und zwar auf Deutsch. Bebildert mit Photos, die wladimirpeter nicht zur Verfügung standen, ist der Beitrag in jedem Fall eine gute Ergänzung zu dem bereits hier erschienenen Berichten. Deshalb ohne viele Umstände gleich der Link zu dem Blog und Artikel “Zwei Seiten von Barbarossa” des Historikers und Politikwissenschaftlers, von dem wir sicher noch mehr zu lesen bekommen: http://evrobomz.wordpress.com/2011/07/06/zwei-s/. Und für alle, die noch mehr erfahren wollen, die weiterführenden Verweise unter: http://erlangenwladimir.wordpress.com/2011/07/06/statt-zweien-nur-eine/ und http://erlangenwladimir.wordpress.com/2011/07/03/wladimir-feiert-den-geburstag-von-andrej-bogoljubskij/

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