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Mit ‘humanitäre Hilfe’ getaggte Artikel


Heute ist von einer Aktion zu berichten, die wieder einmal zeigt, was alles in der Partnerschaft möglich ist, wenn man eine gute Absicht verfolgt und seine Ziele mit ein wenig Hilfe von Freunden und Wohlwollenden – von denen gibt es übrigens mehr als man gemeinhin meint – erreichen will. Was im folgenden Eintrag Christine Kozačuk vorstellt, steht in einer langen und aller Ehren werten Tradition der Erlanger Bevölkerung, den Menschen in Wladimir zu helfen und in der Partnerstadt besonders das Kinderkrankenhaus zu unterstützen. 

St. Maria Magdalena in Tennenlohe

Eine Bedarfsliste der Kinderkrebsklinik in Wladimir brachte Manfred Bruchner auf die Idee, die Aktion „Tennenlohe steht Pate für die Kinderkrebsstation in Wladimir“ zu starten. Fehlt es doch an grundlegenden Dingen, die den kleinen Patienten und ihren Familien ihr Schicksal erleichtern könnten. Beispielsweise benötigt die Klinik dringend Medikamente, Kücheneinrichtung, Bettwäsche und Klappbetten, damit die Eltern bei ihren schwerstkranken Kindern bleiben können, die oft monatelang in der Klinik behandelt werden müssen.

Daß die Aktion auf so viel Unterstützung treffen würde, damit hat Manfred Bruchner trotz seiner intensiven Werbung nicht gerechnet. Was mit einem Informationsstand und Spendenaufruf beim Frauenhofer Institut zum 40. Geburtstages der „Sendung mit der Maus“ begann, führt sich weiter in Spendenaufrufen bei politischen, religiösen und öffentlichen Institutionen, Gruppen, Firmen und Vereinen. Offene Ohren fand er vor allem auch bei der Evangelischen Gemeinde St. Maria Magdalena in Tennenlohe, die ihre Einnahmen aus dem Sommerfest vom 3. Juli und der Kirchweih vom 18. August spendete. So geht der Erlös aus dem Bratwurstverkauf, dem Kirchweihkaffee und dem Stand der „Tennenloher Bücherträume“ vollständig nach Wladimir.

Inessa Helwig-Fábián mit ihren beiden Kindern

Inessa Hellwig-Fábián, Vorsitzende des Vereins Brücken, ließ es sich nicht nehmen wieder einmal persönlich ihren Beitrag zu leisten und beantwortete am Informationsstand im Innenhof der Kirche Fragen und führte Gespräche. Als Erinnerung für alle gab es einen Anstecker mit dem eigenen Namen in kyrillischer Schrift. Beeindruckend waren die doch zahlreichen Erfahrungen und Kontakte, die viele Tennenloher und angereiste Besucher mit Rußland und vorwiegend Wladimir verbanden. Ob über einen privaten Austausch oder eine offizielle Bürgerreise, jeder zeigte seine Verbundenheit mit der Partnerstadt und ihren Menschen. Ein Besucher kaufte beispielsweise spontan alle von russischen Kindern gemalten Bilder, die der Verein „Brücken“ zu Dekorationszwecken bereitgestellt hatte.

Russische Heimat

Der Klub „Soroptimist International Erlangen“, eine Vereinigung berufstätiger Frauen, die seit nunmehr gut zehn Jahren mit dem Schwesterklub in Wladimir verbunden ist, stellte Postkarten zur Verfügung. Diese von Schulkindern aus beiden Städten zum Thema „Heimat“ gestalteten kleinen Kunstwerke waren Gegenstand einer Ausstellung vor drei Jahren zum 25. Partnerschaftsjubiläum. In kurzen, einprägsamen Texten haben die jungen Künstler auf die Frage „Was ist Heimat“ ihre eigenen persönlichen Vorstellungen festgehalten. Der Erlös aus dem Verkauf dieser Postkarten kommt ebenfalls vollständig der Kinderkrebsklinik zu Gute.

Auch die aus Tennenlohe stammenden Stadtratsmitglieder von CSU und SPD unterstützen die Aktion. In der „Tennenloher Times“ und im „Tennenloher Boten“ riefen und rufen sie zu Spenden auf. Viele Bürger sind bereits diesem Aufruf gefolgt.

Im Namen von Chefärztin Swetlana Makarowa geht nun ein großes Cпасибо, ein Dankeschön, an alle Spender und Unterstützer der Krebsstation des Kinderkrankenhauses in Wladimir. Dieses Dankesgruß in Form eines Informationsblattes wurde von der Werbeagentur Fischer & Partner aus Heroldsberg kostenlos vervielfältigt und an Interessierte verteilt.

Ein stattlicher Betrag von derzeit über 4.000 Euro wird nun im September persönlich von Peter Steger, dem Partnerschaftsbeauftragten der Stadt Erlangen, an die Kinderkrebsklinik übergeben. Ein Dankeschön kommt da auch von allen, die in tiefer Freundschaft unserer Partnerstadt und ihren Menschen verbunden sind.

Christine Kozačuk

Nachzutragen ist: Heute feiert Heidi Hahlweg Geburtstag. Das schönste Geschenk für sie wird wohl gerade diese Aktion sein, hat sie doch über Jahre, auch als ihr Gatte, Dietmar Hahlweg, längst schon aus dem Amt des Oberbürgermeisters geschieden war, das Kinderkrankenhaus mit Medikamentenlieferungen unterstützt. Danke nochmals nachträglich dafür und alles Gute zum Geburtstag, liebe Frau Hahlweg!

Wer sich die Zeit nehmen und mehr wissen will über die Aktion und ihre Vorgeschichte, der schlage u.a. nach unter: http://erlangenwladimir.wordpress.com/2009/05/11/vereint-gegen-krebs/, http://erlangenwladimir.wordpress.com/2010/03/22/ihna-unterm-blauen-himmel/, http://erlangenwladimir.wordpress.com/2011/07/04/wenn-hoffnungen-sich-erfullen-2/ und http://erlangenwladimir.wordpress.com/2011/06/03/musik-als-brucke-zwischen-den-kulturen/

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Immer wenn die Schwimmer kommen oder – so wie gestern – wieder die Heimreise antreten, verwandelt sich ihr Bus in einen Post- und Pakettransporter, vollgepackt bis unters Dach mit all dem, was nicht in das Handgepäck von Fluggästen paßt. Und da kommt jede Menge zusammen:

Weihnachtspäckchen für die Freunde, Geschenke für die Lieben in Wladimir. Jahr für Jahr aber auch gebrauchte Kleidung und Schuhe für die Kinderabteilung des Psychiatrischen Krankenhauses in der Partnerstadt. Heuer gab es noch weitere Zuladungen. So hat Larissa Hackler, geb. Mussalejewa aus Gus Chrustalnyj, mit dem Elternbeirat des Kunigundenkindergartens in Lauf a.d. Pegnitz eine Weihnachtsaktion gestartet und für die vierzig Kinder in einem Heim ihres Geburtsortes Wintersachen gesammelt, fast ein Dutzend Säcke und Kartons voll. Die Erlanger Gynäkologin Margot Wortmann hat einen Sterlisator für Pinzetten und Spritzen gespendet, der in einem Wladimirer Krankenhaus zum Einsatz kommen soll.

Inge Seltmann, Angela Dörfler, Brunhild Schneider-Jonietz

Schließlich ist nun auch die Ausstellung “Heimat” der Soroptimist-Klubs beider Städte nach Wladimir unterwegs. Die farbenfrohen und phantasievollen Bilder von Kindern aus beiden Partnerstädten wurden im Oktober vergangenen Jahres beim 25jährigen Partnerschaftsjubiläum im Erlanger Rathaus gezeigt und sollen nun im Juni 2010 in Wladimir zu sehen sein. Während die Exponate gen Osten unterwegs sind, beratschlagten die drei geistigen Mütter der Ausstellung, Brunhild Schneider-Jonietz, Angela Dörfler und Inge Seltmann, auf der gestrigen Weihnachtsfeier des Soroptimist-Klubs in Gremsdorf, wie die Arbeiten in Wladimir am besten präsentiert werden könnten, wie groß die Gruppe im Frühsommer sein sollte, welches Programm man anzubieten hätte…

Holger Schneider

Die Weihnachtsfeier stand übrigens zumindest zur Hälfte im Zeichen von Wladimir – kulinarisch und musikalisch meisterinnenhaft gestaltet von den Köchinnen und dem Frauenchor des Brücken-Vereins, inhaltlich mit einem Vortrag von Nadja Steger über Neujahr und Weihnachten in Rußland – und gab erstmals auch den Partnern, den “Soroptimistern”, Gelegenheit, Einblick in das vielseitige Klubleben zu nehmen und eine Feier mitzuerleben. Daraus dürfte gerne eine Tradition gemacht werden, fördert es doch das Verständnis der Ehemänner für das intensive Engagement ihrer Frauen. Doch nochmals zurück zu Wladimir: Auch dorthin nehmen zur Ausstellung die Klubschwestern ihre Gatten mit. Gut so! Denn einer wird da schon besonders erwartet: Holger Schneider. Der Professor für Psychiatrie leitete von 1982 bis 2006 das Klinikum am Europakanal und hat seit Ende der 90er Jahre federführend am Fachärzteaustausch mitgewirkt. Besonders die von ihm veranstalteten Symposien hier wie dort, aber auch seine Förderung der Kunsttherapie in der Wladimirer Psychiatrie, haben bei seinem Kollegen, Alexander Bersenjew, einen tiefen Eindruck hinterlassen. Da der Erlanger Freund und Partner aus Termingründen nicht an den Feiern zum zehnjährigen Jubiläum des Projektes “Lichtblick” hat teilnehmen können, bekam Holger Schneider die Ehrenplakette aus der Werkstatt der Lackmaler von Mstjora erst gestern abend überreicht. “Die will ich mir mit der weiteren Unterstützung des Projekts erst noch so richtig verdienen”, so die bescheidene Reaktion des Arztes. Man darf jedenfalls sicher sein, daß der Psychiatrieaustausch, der so viel Positives für die Wladimirer Patienten bewirkt hat, bei ihm auch weiterhin in besten Händen bleibt.

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