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Mit ‘Günther Allinger’ getaggte Artikel


Tief bewegt zeigte sich Alexander Bersenjew, Chefpsychiater der Region Wladimir, als er vorgestern gemeinsam mit Wladimir Besrukow, dem Chef der regionalen Gesundheitsbehörde, in Gremsdorf vor dem Denkmal für die etwa 300 behinderten Menschen stand, die während der NS-Diktatur aus “rasse- und volkshygienischen” Gründen in Vernichtungslager geschickt wurden. Anerkennung und Respekt für diese Erinnerungskultur sprachen denn auch die Gäste dem Gesamtleiter der Behinderteneinrichtung, Günther Allinger, aus, der die grausam-inhumanen Spuren der Geschichte nicht verwischen will, sondern den Erlanger Künstler Dieter Erhard beauftragt hat, ein Mahnmal für die Opfer der “Herrenmenschen” zu schaffen, das mit seinen Gleisschwellen und den abgesägten Schienen an den längst verschwundenen Bahnhof an der stillgelegten Bahntrasse erinnert, von wo aus die Todestransporte begannen.

Wladimir Besrukow, Alexander Bersenjew und Günther Allinger vor dem Denkmal für die ermodeten Heimbewohner.

Das dunkelste Kapitel in der Geschichte der Einrichtungen, 1895 vom Orden der Barmherzigen Brüder gegründet. Aber die Besucher aus Wladimir verbindet mit Gremsdorf eine ganz andere Geschichte: human, weltoffen, bunt und vielfältig. Das Projekt Lichtblick, Ende 1999 aus der Taufe gehoben und bereits 2002 von Bundespräsident Johannes Rau mit dem 1. Preis für bürgerschaftliches Engagement in Rußland ausgezeichnet, ist von einer einzigartigen Dynamik geprägt, die bis heute Anstoß gibt für eine Vielzahl von gemeinsamen Initiativen: Deutschkurse für Fachkräfte aus der Psychiatrie in Wladimir, Praktika, Kunstausstellungen, Fachaustausch – bis hin zum Blauen Himmel. Eine fortwährende Erfolgsgeschichte mit immer neuen Fortsetzungen.

Alexander Bersenjew und Wladimir Besrukow vor Einblicke-Plakat in Gremsdorf.

Vor allem aber hat diese Geschichte viele Figuren und Helden, Schauplätze und Episoden. Wenn man allein versuchen wollte festzuhalten, wer da alles mitspielt, vom BRK Erlangen-Höchstadt bis zur Erzdiözese Bamberg, von der WAB Kosbach bis zur Laufer Mühle, vom Bezirksklinikum am Europakanal bis zum Bayerischen Rundfunk mit seiner Aktion Sternstunden. Und es kommen immer mehr dazu: die Georg-Simon-Ohm-Hochschule sowie das Klinikum Nord in Nürnberg, die Psychiatrische Klinik in Erlangen oder die deutschlandweit agierende und international ausgerichtete gemeinnützige Organisation Erlebnistage, um eine Auswahl der deutschen Projektpartner zu bieten.

Gruppenbild mit Betreuerinnen und der Schutzheiligen St. Lucia in der KWAK, der Kleinen Werkstatt für Arbeit und Kreativität.

Und alles zur Verbesserung der Therapie von Menschen mit psychischen und psychiatrischen Behinderungen. Und da gab und gibt es noch immer viel zu tun, voneinander zu lernen. In Theorie wie Praxis. Als Leiter einer Klinik mit 700 Betten hat Alexander Bersenjew einen besonderen Blick fürs Praktische. Abgeschaut hat er sich etwa schon vor zwölf Jahren beim ersten Besuch in Gremsdorf die eigene Wäscherei. Seither spart er nach Anfangsinvestitionen für die vier Waschmaschinen und zwei Schleudern viel Geld, das er nun lieber für die Behandlung seiner Patienten einsetzt, von denen einige im Rahmen der Arbeitstherapie sogar in der Wäscherei helfen können. Aber, so klagt er, noch immer fehle es in Rußland an Einrichtungen für Menschen, die austherapiert sind, allerdings noch nicht auf eigenen Beinen stehen können. Noch immer gebe es nicht genug Angebote, um auch bei schweren psychischen Beeinträchtigungen allmählich an Beschäftigung und Kreativität herangeführt zu werden, wie etwa in der KWAK, wo man übrigens auch fleißig köstliche Elisenlebkuchen bäckt, die eigentlich erst am kommenden Sonntag beim ganztägigen Werkstattfest zu probieren sind.

Günther Allinger, Wladimir Besrukow, Alexander Bersenjew mit Sibylle Menzel im Gespräch.

Statt dessen viel zu viele behördliche Einschränkungen. So dürfen Behinderte unter keinen Umständen Lebensmittel verpacken, weil man ihnen die notwendige Hygiene nicht zutraut, und die Produkte der Werkstätten haben auf dem russischen Markt so gut wie keine Absatzmöglichkeiten, wenn überhaupt Aufträge hereinkommen. So entsteht Behinderung, so beweist sich der Satz: “Menschen sind nicht behindert, sie werden behindert.” Aber auch in Rußland soll das nicht so bleiben. Schon am 29. November wird Alexander Bersenjew in der Staatsduma zu Moskau bei einer Anhörung unter dem Vorsitz von Walentina Matwijenko, der Präsidentin des Föderationsrats, zum Thema Behinderte und Arbeit sprechen und dabei seine Eindrücke von dem Besuch in der Metropolregion Nürnberg schildern. Besser hätte man die Reise ja gar nicht terminieren können.

Wolfram Howein, Michael Kleiner, Jürgen Üblacker, Günther Allinger, Wladimir Besrukow, Alexander Bersenjew und Jürgen Ganzmann.

Bei allem Drang nach vorne ist die Stiftung Lichtblick nach wie vor das Rückgrat der Zusammenarbeit. Hier werden die Mittel gemeinsam verwaltet, hier fallen die Entscheidungen über die Schwerpunkte der Zusammenarbeit, hier stellt man die Weichen für die gemeinsame Zukunft mit Wolfram Howein als Projektkoordinator, Michael Kleiner für die Erzdiözese Bamberg, Jürgen Üblacker und Jürgen Ganzmann für das BRK Erlangen-Höchstadt, Günther Allinger für die Barmherzigen Brüder und Peter Steger (nicht im Bild, dafür am Auslöser) für die Stadt Erlangen. Was aus der internen Sitzung unter Leitung von Alexander Bersenjew und Günther Allinger nach draußen dringen darf und soll ist eine gute Botschaft: Die Mission ist erfüllt. Der Blaue Himmel, das vor drei Jahren eröffnete Zentrum für Natur- und Erlebnispädagogik, ist nun dank der administrativen Unterstützung von Wladimir Besrukow dem Psychiatrischen Krankenhaus in der Partnerstadt angegliedert, und es kommen ausschließlich Kinder zu der zweiwöchigen Reha-Therapie, die von Psychiatern dafür ausgewählt wurden, möglichst in Gruppen mit ähnlichen Krankheitsbildern wie etwa Autismus oder ADHS. Umso wichtiger, gerade jetzt den Fachaustausch und die Deutschkurse fortzusetzen.

Alexander Bersenjew und Jekaterina Wachromejewa an der Ohm-Hochschule in Nürnberg.

Besonders wichtig auch, weil die Zusammenarbeit mit der Georg-Simon-Ohm Hochschule in Nürnberg nun so richtig in Fahrt kommt. Bei den International Days vom 21. bis 22. November, an denen Referenten aus aller Welt teilnahmen, dominierten gestern die Beiträge aus Wladimir. Der Lehrstuhl für Psychologie der Staatlichen Universität war prominent vertreten durch dessen Dekanin, Olga Filatowa, die Dozentin Irina Tscherkassowa, sowie Jekaterina Wachromejewa, zuständig für internationale Zusammenarbeit, sowie die Studentin, Natalia Popkowa, und bot in vier Vorträgen Einblicke in Forschungsergebnisse auf der Grundlage der Kooperation mit dem Blauen Himmel.

Alexander Bersenjew, Olga Filatowa, Wolfram Howein, Irina Tscherkassowa, Natalia Popkowa, Wladimir Besrukow und Jekaterina Wachromejewa.

Alexander Bersenjew, seit September auch Inhaber des neugeschaffenen Lehrstuhls für Psychiatrie, wird dabei nicht müde, auf die Bedeutung der Arbeit mit Kindern hinzuweisen. “Was wir in der Kindheit versäumen, rächt sich später unerbittlich”, lautet sein Credo, wenn er darauf hinweist, daß fast 30% der Wehrpflichtigen wegen psychischer Störungen nicht einberufen werden. Wenn er beklagt, wie viele psychiatrischen Erkrankungen viel zu spät behandelt werden. Doch immerhin, führt er als Antwort auf eine Frage aus dem Auditorium aus, sei das Thema nicht mehr tabuisiert wie noch zu Sowjetzeiten. 1992 hatte Boris Jelzin, Rußlands erster Präsident, einen Erlaß unterzeichnet, der Zwangseinweisungen in die Psychiatrie nur unter strengen richterlichen Auflagen erlaubt. Seither sei auch in der Gesellschaft vieles besser geworden. Psychisch Kranke grenze man nicht mehr aus, abwertende Begriffe wie “Irrenhaus” tauchten nicht mehr in den Medien auf, die Stigmatisierung sei vorüber. Noch nicht überall, noch nicht in allen Köpfen, aber es habe sich viel geändert. Zum Guten.

Wladimir Besrukow, Thomas Fehn und Alexander Bersenjew.

Da ist es nur gut und richtig, nach dem Antrittsbesuch in der Erwachsenenpsychiatrie am Montag, nun auch noch die Kinderabteilung zu besuchen, wo sich Oberarzt Thomas Fehn die Zeit nimmt, die Station zu zeigen. Zu sehen gibt es da einiges. Der Gastgeber beklagt zwar die beengten Räumlichkeiten für seine 30 jungen Patienten, doch dafür gibt es hier ein Betreuungsverhältnis, von dem man in Wladimir nur träumen kann. Während im Universitätsklinikum an der Schwabachanlage sieben Fachärzte auf 30 Kinder kommen, sind es im Wladimirer Psychiatrischen Krankenhaus gerade einmal zwei Mediziner, die für die Therapie von 50 Jungen und Mädchen zuständig sind. Dafür sind die Verweildauern in Erlangen viel länger, im Schnitt drei Monate, während Alexander Bersenjew die Kinder nach der Behandlung der akuten Symptome seine kleinen Patienten gleich wieder in die Familien zurückschickt und sie weiter in der Tagesklinik therapieren läßt. Ansonsten gleicht sich das meiste bis hin zu den Medikamentengaben, wenn auch die Präparate unterschiedliche Bezeichnungen haben. Zwei Dinge freilich würden die beiden Gäste lieber heute als morgen noch bei sich einrichten, den Time-Out-Raum, wo sich die Kinder buchstäblich austoben können (oder müssen), und das Ruhezimmer, wo ein Wasserbett, besondere Beleuchtung und meditative Musik die Patienten zur Besinnung bringen.

Alexander Bersenjew, Elisabeth Preuß, Wladimir Besrukow.

Als dann am Abend Bürgermeisterin Elisabeth Preuß für die Gäste ein Essen gibt, herrscht Aufbruchstimmung. Noch nie konnte so vieles als gelungen gewertet werden, noch nie gab es so viele neue Pläne. Von denen soll hier erst wieder berichtet werden, wenn sie Gestalt annehmen. Helfen soll dabei weiter auch die Stadtverwaltung, ein Ersuchen, dem die Gastgeberin gerne entspricht. Und so darf sicher verraten werden, daß die Partnerschaftsarbeit mit Wladimir im Jahr 2013 vom Schwerpunktthema “Menschen mit Behinderungen” geprägt sein wird. Mit der ausgesprochen kompetenten Unterstützung durch Elisabeth Preuß, wie Wladimir Besrukow und Alexander Bersenjew anerkennend hervorheben.

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Zum vierten Mal ist Irina Arschanych bereits als Praktikantin bei den Barmherzigen Brüdern in Gremsdorf tätig, doch erst jetzt hospitiert sie in der Abteilung, wo sie immer schon hin wollte, wo sie sich so richtig am Platz fühlt und all das lernen kann, was sie für ihre eigene praktische wie theoretische Arbeit zu Hause braucht.

Irina Arschanych im Holzeck der KWAK

Irina Arschanych lehrt an der Staatlichen Universität Wladimir Psychologie und hat als Photographin einen geschulten Blick für alles Künstlerische. Wie nahe diese Bereiche einander sein können, wie sehr sie Fachleuten helfen, Patienten zu analysieren und zu therapieren, stellt keine neue Erkenntnis dar. Dennoch hat die Besucherin aus Wladimir nie zuvor eine derart intensive und gelungene Kombination erlebt wie hier in der KWAK, der Kleinen Werkstatt für Arbeit und Kreativität. Sicher auch dank dem Teamgeist, den sie gar nicht genug loben kann, sicher auch wegen der so freundschaftlichen Aufnahme im Kollegenkreis und sicher nicht zuletzt, weil ihre verbesserten Deutschkenntnisse mittlerweile auch therapeutische Gespräche ermöglichen.

Irina Arschanych im Modeatelier der KWAK

Die etwa zwölf zumeist männlichen Bewohner, die hier betreut werden, sind wegen spezifischer psychischer Erkrankungen und Symptome nicht geeignet für den Einsatz in den Behindertenwerkstätten. Sie brauchen eine persönliche Zuwendung und haben einen besonderen Zugang zum Gestalterischen. Sieht man sich in der - geschlossenen – Abteilung um, entdeckt man ein Kleinod nach dem anderen: von Einladungskarten über Lesezeichen bis hin zu hübsch Tragbarem aus Filz oder Holzartikel. Eine Vielfalt der Angebote, die jedem individuellen Bedürfnis nach schöpferischem Ausdruck gerecht wird. Eine Vielfalt der Möglichkeiten, die Irina Arschanych in den russischen Behinderteneinrichtungen vermißt. Noch. Denn sie will nach Kräften mithelfen, die Situation weiter zu verbessern. “Es hat sich schon vieles zum Guten gewandt”, sagt sie, “vor allem auch dank der intensiven Zusammenarbeit mit den Barmherzigen Brüdern und dem so erfolgreichen Praktikantenprogramm Lichtblick. Aber wir müssen auch noch viel lernen in der Therapie, die jahrzehntelang fast ausschließlich auf Psychopharmaka gesetzt hat.” Wie gelungen das Konzept der KWAK ist, zeigt die Reaktion der Bewohner, die übrigens ganz unterschiedliche Verweildauern haben: “Es gibt sogar Tränen, wenn urlaubsbedingt die Werkstatt nur eingeschränkt nutzbar ist”, weiß Irina Arschanych bewegt zu berichten.

Irina Arschanych und ihr Dank an Günther Allinger

Vielleicht werden das aber auch bald Tränen der Freude, wenn eine Idee umgesetzt wird, von der auch Günther Allinger, Gesamtleiter der Einrichtungen in Gremsdorf, begeistert ist. Es soll nämlich zum dreißigjährigen Jubiläum der Partnerschaft – 29. Mai bis 2. Juni – auch eine Ausstellung mit Arbeiten von Bebinderten geben. Das klingt fast schon nach einem künsterlischen Großauftrag für die KWAK und macht auf jeden Fall Vorfreude.

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Detlef Troll, Wolfram Howein, Günther Allinger. Photo: Johannes Salomon

“Tätig ist man immer mit einem gewissen Lärm, Wirken geht in der Stille vor sich”, sagte einmal Peter Bamm, jener scharfsinniger Autor, aus dessen Feder die nachschlagenswerten Reisebeschreibungen “An den Küsten des Lichts” stammen. Die Stiftung “Lichtblick” bestätigt dieses Diktum, denn sie tritt kaum an die Öffentlichkeit, hat aber wirklich viel Großes bewirkt: den Austausch von Fachkräften im Bereich Psychiatrie, den Aufbau des Blauen Himmels, regelmäßig wiederkehrende Themen im Blog und unverzichtbare Bausteine der Städtepartnerschaft Erlangen – Wladimir. Noch weniger im öffentlichen Bewußtsein bekannt ist die entscheidende Rolle der Barmherzigen Brüder Gremsdorf bei diesen segensreichen Initiativen. Daher heute einmal wieder im Rampenlicht des Blogs die stillen Akteure, denen Wladimir so viel verdankt: Detlef Troll, Leiter der Werkstatt, überreichte vorgestern Projektkoordinator Wolfram Howein und Gesamtleiter der Barmherzigen Brüder Gremsdorf, Günther Allinger, in dessen Eigenschaft als Vorsitzender der Stiftung “Lichtblick” einen Scheck in Höhe von  1.592 Euro zugunsten des Zentrums für Natur- und Erlebnispädagogik in Penkino bei Wladimir. Der Betrag ist das stolze Ergebnis des alljährlich veranstalteten Werkstattfestes der Barmherzigen Brüder, das in der Unterstützung für Wladimir eine gute Tradition pflegt. Wofür das Geld verwendet wurde, darüber kann der Blog gewiß schon bald ausführlich berichten. Zunächst aber DANKE nach Gremsdorf für das wunderbare Weihnachtsgeschenk!

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Sozialpädagogisches Zentrum

One night in Paris is like a year in any other place, heißt es in einem der unvergessenen Songs von 10cc. Die Rockband aus Manchester war offenbar nie in Wladimir, denn hier in der Partnerstadt gibt es noch ganz andere Dimensionen der Zeit. Die beiden Tage, die Bürgermeisterin Elisabeth Preuß mit ihrem Kollegen Sergej Sacharow verbracht hat, kommen den beiden wie zwei Ewigkeiten vor, wie sie beim Abschiedsabend im Garten des Erlangen-Hauses einmütig-einträchtig bekennen. In jedem Fall aber ist in dieser auch nach irdischen Maßstäben so kurzen Zeit eine Freundschaft der Herzen entstanden, die verspricht, mindestens zwei Menschenleben lang zu halten.

Elisabeth Preuß und Anna Makarowa

Der gestrige Besuchstag von Elisabeth Preuß stand ganz im Zeichen ihrer kommunalpolitischen Profession. Schon am Morgen traf sie ihren neuen Kollegen, Roman Wlassow, erst wenige Wochen in Amt, um mit ihm über das weitere Schicksal des Roten Kreuzes zu sprechen. Auch wenn er sich noch nicht in alle Details der Vorgeschichte einarbeiten konnte, weiß er doch genug über die segensreiche Arbeit der gemeinnützigen Organisation, um den Gästen im Beisein von Irina Sokolowa und Pjotr Ponassenko, zwei verläßlichen Streitern für die Sache des Roten Kreuzes, versichern zu können: Wladimir braucht ein starkes Rotes Kreuz, um wichtige soziale Aufgaben zu übernehmen. Peter Steger berichtet in seiner Eigenschaft als zweiter Vorsitzender des Fördervereins Rotes Kreuz, die Mitglieder stünden bereit, um die Neugründung und die Durchführung von Projekten zu begleiten. Der bisherige Vorsitzende, Michail Wladimirow, dem es in seiner Amtszeit nicht gelungen war, das Rote Kreuz auch nur zu registrieren, ist mittlerweile zurückgetreten, seine Position nimmt Irina Sokolowa zunächst kommissarisch ein, bis im September eine Mitgliederversammlung stattfinden kann, wo sie sich als Kandidatin aufstellen lassen will. Bis dahin ist auch zu entscheiden, wo der Sozialfonds untergebracht werden kann, der noch immer die Räume des Roten Kreuzes belegt. Zunächst aber muß Irina Sokolowa einen Geschäftsplan vorlegen, damit Roman Wlassow Entscheidungen über eine mögliche Förderung treffen kann. Daß er auf das Rote Kreuz zählt, daran läßt er keinen Zweifel, wenn er von denkbaren künftigen Aufgaben wie der Einrichtung einer Kurzzeitpflege spricht oder die Bedeutung von Erste-Hilfe-Kursen lobt. Fragen von Obdachlosigkeit, häuslicher Gewalt oder der Förderung von Kindern aus sozial benachteiligten Familien werden darüber hinaus Elisabeth Preuß und Roman Wlassow in der Zukunft noch zu besprechen haben. Die Zeit drängt, und die Gäste wollen das Vertrauen in die deutsche Pünktlichkeit nicht zu sehr erschüttern.

Elisabeth Preuß, Olga Gontscharowa, Anna Makarowa

Olga Gontscharowa hat schon in den 90er Jahren, als Stadt und Land noch tief in der politisch-sozialen Krise lebten, als sich neben den wirtschaftlichen Strukturen auch viele Familienbande auflösten und eine ganze Generation verlorenzugehen drohte, ein Zentrum für sozialpädagogische Betreuung von Kindern, Jugendlichen und Eltern gegründet. All das unter einem Dach, was in Erlangen von verschiedenen Stellen des Jugendamtes geleistet wird, einem Dach das in den knapp zwei Dekaden seines Bestehens oft hat umziehen und ums Überleben hat kämpfen müssen, das aber auch in den schwersten Zeiten, wie die Gründerin anerkennt, von der Kommunalpolitik getragen wird. Mehr noch: Erst kürzlich wurden in dem Zentrum alle Schulpsychologen der Stadt aufgenommen, eine große zusätzliche Aufgabe für den kommunalen Haushalt. Aber offensichtlich ist die Einrichtung das den Stadträten wert. Denn hier werden nicht nur verhaltensauffällige oder lernbehinderte Kinder betreut, sondern man bezieht Eltern und Lehrer ganz eng ein in die pädagogischen Maßnahmen. Autismus und Aggression bei Kindern ist so ein Problem, das immer mehr Sorgen bereitet. Mögliche Themen für weiterführende Gespräche im Jugendamt Erlangen, zu denen Elisabeth Preuß einlädt, denkbarer Anlaß auch für einen Abstecher nach München zu Anton Hergenhan, Leiter einer heilpädagogischen Tagesstätte in der Landeshauptstadt, dessen Ansatz bei diesen Fragen in seinem Blog erhellend diskutiert werden:
http://anton-hergenhan.blog.de

Gesprächsrunde im Rathaus

Um die Mittagszeit dann stellt Elisabeth Preuß sich und die Stadt Erlangen einem großen Kreis von Interessierten aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft vor. Komprimiert und kompetent zeichnet sie das Bild der Medizinstadt mit ihrem Integrationsleitbild, wo Universität und Siemens eine herausragende Rolle spielen und vorbildliche Umweltpolitik betrieben wird, wo es aber auch Probleme zum Beispiel auf dem Wohnungsmarkt gibt, die bis heute nicht gelöst sind. Das Interesse ist gewaltig, die Fragen vielfältig, die Wünsche nach Zusammenarbeit bunt gemischt, darunter Wladimirs Absicht, die wirtschaftliche Zusammenarbeit auszubauen, wenig verwunderlich, wenn man die erfolgreiche Vergangenheit von Oberbürgermeister Sergej Sacharow als Geschäftsmann kennt. Nun soll geprüft werden, ob es sinnvoll ist, in Erlangen ein Büro zu eröffnen, das die Interessen der Wladimirer Wirtschaft in Franken und darüber hinaus vertritt. All die vielen anderen Anregungen lassen sich hier gar nicht aufzählen, aber sie bieten gewiß jede Menge Stoff aus dem nicht nur die Träume der Partnerschaft sind, sondern die bestimmt so oder anders einmal Gestalt annehmen. Noch nie war der Wunsch nach Zusammenarbeit greifbarer.

Swetlana Makarowa mit den Dankbriefen und Geschenken

Eine kurze Atempause zwischen den Terminen muß genügen, um Swetlana Makarowa, ärztliche Leiterin des Kinderkrankenhauses, Spenden in Höhe von 1.400 Euro zu überbringen. Wie diese Summe zusammengekommen ist, hat den Blog immer wieder beschäftigt, und schon bald wird von einer Aktion zu berichten sein, die in Tennenlohe zu Gunsten der Krebsstation der Klinik geplant ist. Da entwickelt sich etwas, das langfristige Hilfe verspricht. Aber wir wollen das hier noch nicht beschreien und uns lieber auf die konkrete Ankündigung beschränken, daß Prof. Wolfgang Rascher, Direktor der Erlanger Kinderklinik, mit seinem emeritierten Kollegen, Dieter Wenzel, Ende Juli nach Wladimir kommt, um den Medizineraustausch fortzusetzen.

Sergej Sujew und Elisabeth Preuß

Besonders bewegt ist Elisabeth Preuß von der Begegnung mit Sergej Sujew. Der Priester der Rosenkranzgemeinde versteht es fast im Handumdrehen, die Besucherin für sich und seine Sache einzunehmen. Es ist nicht nur die Jugendarbeit und der Austausch, der seit Jahren unter Leitung von Rolf Bernard das Erzbischöfliche Jugendamt, zur Partnerschaft wie das buchstäbliche Amen in der Kirche gehört. Die Verantwortliche für den interkonfessionellen und interreligiösen Dialog in Erlangen will lernen von den Erfahrungen der Rosenkranzgemeinde, die seit Jahren als Kommunikationszentrum für Orthodoxe, Altgläubige, Juden, Muslime, Protestanten und Katholiken dient. Sogar Buddhisten und Vertreter von Sekten treffen sich hier zum Austausch. Die Gemeinde darf sich völlig zu Recht als Visitenkarten Wladimirs fühlen, denn es sind gerade ausländische Delegationen, die hier immer wieder Station machen und von dem toleranten Klima in Wladimir erfahren. “Ich habe mich hier als Katholik noch nie als Mensch oder Christ zweiter Klasse gefühlt”, kann Sergej Sujew bezeugen. So etwas würde Elisabeth Preuß auch gerne von den Muslimen in Erlangen hören. Große Pläne hat die Gemeinde übrigens auch: Ein Pilgerheim, eine Art Kulturzentrum, soll entstehen, aus dessen Einnahmen die Gemeindearbeit finanziert werden könnte. Renovabis und Kirche in Not haben bereits zugesagt, die Hälfte der veranschlagten Kosten zu übernehmen, ein weiteres Drittel soll aus den USA kommen. Nun wird man klären, ob auch aus dem Erzbistum Bamberg Hilfe zur Selbsthilfe kommt. Jeden Versuch ist es sicher wert.

Die zweitägige Ewigkeit klingt im Garten des Erlangen-Hauses aus. Die Geschenke werden übergeben, vor allem der Defibrillator, der Russisch spricht, und den Feuerwehr-Chef Pawel Litow dankbar in Empfang nimmt. Er hatte sich bei seinem Besuch im Mai die Funktionen dieses lebensrettenden Geräts, in Erlangen von Corscience entwickelt, erklären lassen. Und nun kann er es - dank einer Gemeinschaftsaktion von Erlangen und Jena – schon selbst einsetzen und Menscben helfen, die ohne diesen Apparat, der sich und seine Funktionen selbst erklärt, sterben müßten. Aber der Abend, der erst gegen Mitternacht endete, als endlich auch die Professoren Werner Michl aus Nürnberg und Ulrich Lakemann aus Jena eingetroffen sind, die gemeinsam mit Wolfram Howein und Günther Allinger anderntags an dem von Alexander Bersenjew ausgerichteten Kongreß zu Fragen der Erlebnispädagogik als Referenten teilnehmen, dieser Abend nach einer zweitägigen Ewigkeit hat noch viele Menschen zusammengeführt, die in der Partnerschaft noch von sich reden machen werden.

Witalij Gurinowitsch und Wolfgang Morell

Wir wollen hier der Versuchung des Vorausgreifens nicht erliegen und uns einfach an dem freuen, was 70 Jahre nach Beginn des Unternehmens Barbarossa dank der Versöhnungsbereitschaft der Russen und des ehrlichen Umgangs der Deutschen mit ihrer Geschichte zwischen diesen einst so gegeneinander aufgehetzten Völkern möglich ist. Wolfgang Morell und Witalij Gurinowitsch – beide hier im Bild – machen es möglich. Und Sergej Sacharow ist noch immer tief beeindruckt: “Ich habe mir nicht vorstellen können, wie mächtig diese Kraft der Freundschaft und der Verständigung ist!” Nun ist er selbst ein Teil von diesem Friedenswerk, und er wird sicher seinen Teil, einen großen Teil, dazu leisten.

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Es ist die alte Frage, ob man mit der guten oder der schlechten Nachricht beginnen soll. Wir entscheiden uns für die Voranstellung letzterer, um einen versöhnlichen Ausblick zu haben. Da es um unser aller Zukunft, nämlich die Kinder, geht, folgt dieses Vorgehen auch einer inneren Logik.

1. Juni - Tag des Kinderschutzes

Der gestrige Internationale Kinderschutztag bot in Wladimir traurigen Anlaß, die Schlagzeilen der letzten Zeit zu rekapitulieren. Gefüllt hat die vor allem ein Pädophiler aus dem Landkreis Alexandrow, der über zwei Monate hinweg systematisch einen elfjährigen Jungen aus einem Waisenheim in Karabanowo mißbrauchte. Der dreißigjährige Täter hat bereits vier einschlägige Vorstrafen verbüßt und muß nun für vierzehn Jahre hinter Gitter mit einem zusätzlichen Jahr Sicherheitsverwahrung. Im Kreis Petuschki kamen innerhalb einer Woche zwei Mißbrauchsfälle ans Tageslicht, auch hier Wiederholungstäter und die Frage, wie man die Kinder vor ihren Schändern schützt? Das Gefängnis allein wird es nicht richten. Schon schlägt Präsident Dmitrij Medwedjew die chemische Kastration für Täter vor, die als untherapierbar eingestuft werden.

Aber es gibt auch andere Verbrechen gegen Kinder: soziale Verwahrlosung. Ein besonders schlimmer Fall trug sich vor wenigen Monaten im Kreis Gus-Chrustalnyj zu, wo eine alleinstehende Mutter ihre drei kleinen Kinder alleine im Haus zurückließ, um in feucht-fröhlicher Runde Karten zu spielen. Der rund um die Uhr unter Umgehung des Zählers laufende elektrische Heizstrahler lief heiß, brannte durch, und im Feuer kamen nicht nur die Kinder, sondern auch noch eine schon ältere Nachbarin um. Vor Gericht stellte sich heraus, daß die Kinder schon vorher gemartert wurden. Tagelanger Karzer im Keller ohne Essen, Wechselduschen, der Versuch, einen der Söhne zu töten. Vier Jahre auf Bewährung sind dafür der Staatsanwaltschaft zu wenig, die Sache wird wohl in die nächste Instanz gehen. Oder der Casus einer Moskauerin, die sich zu der alternativen Bewegung “natürliche Elternschaft” bekennt und somit auf die ärztliche Heilkunst verzichtet. Auf der Datscha im Kreis Jurjew-Polskij versuchte sie, ihre drei Monate alte Tochter mit Hilfe von Freunden und Ratschlägen aus dem Internet gegen Windpocken und eine anschließende Lungenentzündung zu behandeln. Als die Mutter das Kind dann doch ins Krankenhaus brachte, war es bereits zu spät. 

Die Statistik weist für die ganze Region Wladimir im Vorjahr 36 Fälle von Schwerkriminalität gegenüber Kindern aus. Kein alarmierender Anstieg gegenüber 2009 mit 34 solcher Fälle, mehr ein beunruhigendes Kontinuum des Schreckens.  Doch auch Kinder und Jugendliche verbreiten Angst und Schrecken: Da ist der Enkel, der mit Freunden den Mord an der eigenen Großmutter plant, da ist der Fünfzehnjährige, der auf einer Baustelle einen sechsjährigen Jungen mißbraucht, da ist die Gruppe von Teenagern aus wohlbehüteten Familien, die ohne erkennbares Motiv einen Gleichaltrigen erschlägt. Man fühlt sich an den Schockroman ”Clockwork Orange” von Anthony Burgess erinnert, hilflos gegenüber derartigen Ausbrüchen von Gewalt.

Sport für schwerbehinderte Kinder

Doch nun, wie versprochen, zum Guten: Dutzende von Aktionen fanden gestern in und um Wladimir für Kinder und Eltern statt, Interviews, Auszeichnungen, Spendenübergaben. Das Wladimirer Heim für behinderte Waisenkinder feierte gestern mit seinen Gönnern, die seit Mitte Mai Spielsachen gesammelt haben. Jetzt will man Bastelsachen der kleinen Bewohner an Meistbietende verkaufen, um die Außenanlagen und den Spielplatz herrichten zu können. Auch die Selbsthilfeorganisation “Swet” von Jurij und Ljubow Katz blieb nicht außen vor. 17.200 Wladimirer haben an der Aktion einer Lebensmittelkette mitgemacht und in den letzten zwei Wochen für ein Päckchen Smetana (Schmand), unabdingbar in der russischen Küche, einen halben Rubel extra bezahlt. Die Spenden sollen der Nähwerkstatt für schwerstbehinderte Kinder zugute kommen.

Zu berichten ist auch von Ludmila Werkina, die neben sechs eigenen Kindern und einer Adoptivtochter sechzehn Schützlinge in Pflege hatte. Rekordverdächtig und deshalb schon vor einiger Zeit vom Patriarchen mit dem Orden “Für Mildtätigkeit” ausgezeichnet. Ihr Kredo lautet schlicht: “Ein Kind ist mehr als ein Portrait, das man sich an die Wand hängt, um seine Freude daran zu haben. Ein Kind ist wie Knetmasse, die man formt. In aller Ruhe und mit leichter Hand. Ohne Verletzung, damit nichts in ihm zerbricht. Mit Liebe.”  Eines der einstigen Pflegekinder der heute 63jährigen ist mittlerweile selbst Familienvater und hält auch noch Kontakt zu seinem einstigen Heim. Doch die Hälfte seiner Altersgenossen, die nicht das Glück hatten, in eine Pflegefamilie zu kommen, sitzt jetzt in Haft.

Gennadij Prochorytschew

Nach der Aufbauarbeit von Ljubow Katz als Kinderbeauftragte des Gouverneurs ist das Amt des Ombudsmanns für Familienangelegenheiten in der Region Wladimir seit Mitte April neu besetzt mit Gennadij Prochorytschew. Er stellte sich nun der Öffentlichkeit vor, der seine Aufgabe vor allem darin sieht, die Heime streng zu kontrollieren und kinderreiche Familien bei allen sozialen Fragen zu unterstützen. Ein besonders schwieriger Bereich, dem sich der 40jährige aus Iwanowo, der dem dortigen Jugendparlament angehört hatte, widmen möchte ist das Umgangsrecht für Scheidungskinder. Aber da wären wir schon wieder bei einem zumeist für alle Beteiligten traurigen Thema…

Deshalb zum Ausklang der Hinweis auf einen landeskundlichen Unterschied. Während am 1. Juni in Rußland die Kinder die Lieblinge der Nation sind – sage und schreibe 550 Kinder aus der Region Wladimir durften gestern in einem Buskonvoi nach Moskau zu einem zentralen Fest -, verbindet man diesen Feiertag hierzulande wenn überhaupt mit dem 20. September, der freilich auch kaum im öffentlichen Bewußtsein – geschweige denn bei den Kindern selbst - Bekanntheit genießt. Anders war das noch zu Zeiten der DDR, wo, ähnlich wie in Rußland heute noch, Kindergärten und Schulen, Heime und Eltern am 1. Juni zum Sommeranfang ganz im Zentrum der öffentlichen und freilich auch ideologischen Aufmerksamkeit standen. Nun überlegt übrigens der Verband der Spielwarenindustrie gemeinsam mit dem Sender Super RTL, wie man aus dem Weltkindertag etwas in der Art vom Muttertag machen könnte. Ob das so ganz uneigennützig ist, nur zum Nutzen und Frommen der Kinder gedacht? Wie auch immer: Ab heute beginnt für die Kinder der Welt wieder der Alltag, und in Deutschland feiern wir den Vatertag. Da und an den übrigen Tagen des Jahres sollte das russische Sprichwort gelten: “Die Welt ohne Kinder ist wie das Paradies ohne Engel.” Wer nun aber weder an das Paradies noch an Engel glaubt, ist auch nicht verloren auf dieser Welt, sondern lese bei Anton Hergenhan nach, wie Eltern und Erzieher die Welt für Kinder lebenswerter machen können:  
http://anton-hergenhan.blog.de/

P.S.: Zufall oder Fügung: Gestern kamen die Mitglieder der Stiftung “Lichtblick” unter Vorsitz von Günther Allinger in Gremsdorf zusammen, um Entscheidungen über die weitere Entwicklung des Zentrums für Natur- und Erlebnispädagogik Blauer Himmel und das Praktikantenprojekt zu treffen. Davon wird es in dem Monat noch viel zu berichten geben – aus dem Alltag einer Einrichtung, die zwar auch nicht das Paradies auf Erden schaffen kann, aber unermüdlich versucht, den Kindern mit unterschiedlichsten psychischen Behinderungen schon auf Erden eine Ahnung vom Himmel zu vermitteln. Einen Versuch ist das wert. jeden Tag.

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Haass-Büste in Moskau

Auch wenn Friedrich Joseph Haass bereits 1853 in Moskau verstorben ist, bleibt sein segensreiches Schaffen in Rußland unvergessen. Wohl kaum ein Deutscher vor oder nach ihm hat mehr Gutes für die Erniedrigten und Beleidigten getan als dieser Arzt aus Bad Münstereifel, zu dessen Beerdigung 20.000 Trauergäste kamen, und über den die Prawda am 27. September 1978 anläßlich des 125. Todestages des Arztes schrieb: ”Sein Name steht in einer Reihe mit den Namen von Albert Schweitzer, mit den Namen von Ärzten, die Helden und Opfer einer dramatischen Medizin gewesen sind. Er hat keine wissenschaftliche Theorie begründet und ist nicht berühmt geworden durch die Entdeckung einer neuen Krankheit; er war ganz einfach nur ein Gefängnisarzt.” Vor allem den Strafgefangenen widmete sich der tiefgläubige “Ritter des Ordens des heiligen Wladimir”, denen er mit seinem gesamten Privatvermögen, verdient durch die Behandlung von Adligen und die Erschließung der Kaukasus-Heilquellen, ein Krankenhaus erbauen ließ und für die er humanere Fußfesseln beim Marsch in die Verbannung durchsetzte, die schließlich nach ihm benannt wurden. Wenn die Deutschen ungeachtete der beiden Weltkriege bis heute in Rußland großes Ansehen genießen, so hat das unbewußt sicher noch viel mit diesem christlichen Philanthropen zu tun, der die Inspiration für sein karitatives Wirken aus den Schriften des Franz von Assisi und Franz von Sales im festen Glauben daran bezog, der Mensch sei, weil von Gott nach seinem Abbild geschaffen, von Natur aus gut. Lew Kopelew widmete dem Doktor der Armen, der seine Ausbildung übrigens in Jena genossen hat, ein lesenswertes Buch unter dem Titel ”Der heilige Doktor Fjodor Petrowitsch”.

Gefangenenkonvoi im Zarenreich

Auf dem Grabstein von Friedrich Joseph Haass ist sein Lebensmotto zu lesen: “Beeilt euch, Gutes zu tun.” Dieses Motto soll nun im Oktober zur Unterstützung des seit 1999 laufenden Seligsprechungsverfahrens in Wladimir Vertreter der katholischen und russisch-orthodoxen Kirche zusammenbringen. Schon seit einigen Jahren finden in der Partnerstadt im Herbst regelmäßig ökumenische Begegnungen statt, zu denen die Öffentlichkeit geladen ist. Heuer haben sogar der deutsche Kurienkardinal, Paul Josef Cordes, und der Wladimirer Erzbischof Jewlogij ihre Teilnahme zugesagt. Mitorganisator der Veranstaltung ist wieder einmal Sergej Sujew, Pfarrer der Rosenkranzgemeinde Wladimir, der das spirituelle Treffen gerne im Blauen Himmel, einem echten Werk der Nächstenliebe, organisieren und dazu auch einen Pater der Barmherzigen Brüder als Referenten einladen möchte, ist es doch just dieser Orden, der, vertreten durch Günther Allinger und Jürgen Ganzmann aus Gremsdorf, seit mehr als zehn Jahren wahrlich viel Gutes in Wladimir tut.

Damit nicht genug: Die Rosenkranzgemeinde plant am 29. und 30 Oktober zum Gedenktag für die Opfer der Repression Vorträge über katholische Geistliche, die ihres Glaubens wegen in der Sowjetzeit in Straflagern verstarben, erschossen wurden. Eine Veranstaltung, zu der bereits die Botschafter Polens, Litauens und der Ukraine ihr Kommen zugesagt haben. In das Bild eines aktiven Gemeindelebens passen auch die vielen Konzerte, die mittlerweile immer mehr Besucher in die Rosenkranzgemeinde locken.

Timofej Iwaschkin, Dmitrij Fisetschko, Sergej Sujew

Sergej Sujew, der heute mit seiner 16köpfigen Jugendgruppe wieder nach Hause fährt, kann zufrieden sein mit dem Besuch. Wieder war die Zusammensetzung ökumenisch ausgerichtet - neun orthodoxe und sieben katholische Jugendliche -, wieder begleitet von zwei orthodoxen Jungpriestern, Dmitrij Fisetschko und Timofej Iwaschkin, und wieder ein Programm der Begegnungen und des Austausches. Besonders gelungen dieses Mal das Zeltlager in der Fränkischen Schweiz. “Es mag ein wenig mysthisch klingen, aber gerade nach dem gemeinsamen Gottesdienst kamen die deutschen und russischen Jugendlichen erst so richtig zusammen”, freut sich der Geistliche. “Schade freilich, daß nur wenige einigermaßen Englisch sprechen, so daß die Kommunikation ohne Dolmetscher schwierig ist.”

Dennoch, der Austausch geht weiter: Schon im August reist eine Erlanger Jugendgruppe unter Leitung von Rolf Bernard nach Wladimir. Ob freilich im nächsten Jahr die Wladimirer wieder nach Erlangen kommen, hängt von der Finanzierung ab, die zunehmend schwierig wird. Andererseits wird die Partnerstadt zunehmen attraktiv auch für katholische Jugendgruppen aus anderen Ländern. Sergej Sujew weiß gar nicht, wie man in Lisieux auf seine Gemeinde gekommen ist, aber er freut sich, schon in zwei Tagen eine zehnköpfige Gruppe aus dem französischen Wallfahrtsort, begleitet von einem Priester und einer Nonne, empfangen zu dürfen, die, ähnlich wie die Gäste aus Erlangen, morgens in der Gemeinde helfen und nachmittags Ausflüge machen.

Eine Sorge allerdings nimmt Sergej Sujew wieder mit zurück in die Heimat. Trotz der Audienz bei Erzbischof Ludwig Schick in Bamberg am Montag ist die Frage der Finanzierung eines Pilgerhauses noch ungeklärt. Ohne Unterstützung aus dem Fränkischen Rom freilich muß das Projekt, so schön und sinnvoll es ist, in der Schublade bleiben. Nun ist zu wünschen, daß Rolf Bernard bis zu seiner Reise im August Klarheit hat. Mehr zu dem Thema im Blog unter:
http://erlangenwladimir.wordpress.com/2009/07/13/erste-schritte

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Auch wenn man den Grund für die Vorverlegung des Sommerfestes der Barmherzigen Brüder Gremsdorf auf den gestrigen garstig-kühlen, aber immerhin regenfreien Frühlingssonntag kennt – morgen erwartet man an die 900 Nachwuchskräfte aus Einrichtungen des Ordens in ganz Bayern und Österreich und will die Infrastruktur, vor allem das Festzelt, dafür nutzen -, hatte die Veranstaltung doch etwas von einem Weihnachtsmarkt im Oktober. Dennoch erbarmte sich der Himmel und schickte den einen oder anderen Sonnenstrahl und Lichtblick.

Günther Allinger, Jelena Bordanowa, Fr. Robert, Andreas Weiß und die Praktikanten aus Wladimir

Im Zeichen des ins elfte Jahr gehenden Projekts “Lichtblick” stand denn auch im Beisein von Frater Robert aus dem Kloster in Regensburg die Übergabe von zwei Rollstühlen durch Günther Allinger, Gesamtleiter der Barmherzigen Brüder Gremsdorf und Vorsitzender der Stiftung “Lichtblick”, an Jelena Bordanowa, Oberschwester in der Kinderpsychiatrie Wladimir und von Beginn der Zusammenarbeit an als Hospitantin und Multiplikatorin kompetente und verläßliche Projektpartnerin. Vor gut zwei Monaten ist sie erneut mit fünf weiteren Praktikanten nach Gremsdorf – eine davon zur WAB Kosbach – gekommen, heute schon geht es wieder zurück – per Linienbus ab Nürnberg und mit den beiden Rollstühlen bepackt. Aber wozu Rollstühle für die Psychiatrie und gar für die Kinderabteilung?

Günther Allinger und Jelena Bordanowa

Bei seinem jüngsten Besuch in Wladimir, Anfang des Monats, besuchte Günther Allinger mit seinem Kollegen, Alexander Bersenjew, Chefarzt des Psychiatrischen Krankenhauses Nr. 1, auch die gerontologische Frauenabteilung, wo es noch an vielem fehlt. Schnell kam die Rede auch auf die mangelnde Mobilität von gehbehinderten Patientinnen. Der Freund aus Gremsdorf, kaum nach Hause zurückgekehrt, setzte alle Hebel in Bewegung, um zu helfen. In seinem Hausverwalter, Andreas Weiß, und in Gert Duske, Inhaber der Orthopädie-Technik Höchstadt, fand er denn auch zwei willige Mitstreiter, die je einen gebrauchten, aber runderneuerten und voll funktionsfähigen Rollstuhl abzugeben hatten. Die Sachspenden, darauf hinzuweisen war gestern Günther Allinger offenbar wichtig, könnten einen neuen Bereich der Zusammenarbeit mit Wladimir in Gang bringen: die Gerontopsychiatrie, bisher aus der Kooperation ausgespart, angesichts der demographischen Entwicklung in beiden Ländern aber von wachsender Bedeutung. Gremsdorf hat da ja eine ganz besondere Kompetenz. Hoffen wir also, daß die Stühle über ihren konkreten Zweck hinaus noch viel mehr ins Rollen bringen! Gute Fahrt!

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Günther Allinger

Heute bricht Günther Allinger, Gesamtleiter der Einrichtungen der Barmherzigen Brüder Gremsdorf, in seiner ehrenamtlichen Eigenschaft als Vorsitzender der Stiftung “Lichtblick” nach Wladimir auf. Mit seinem Besuch geht das Projekt “Blauer Himmel” weitgehend in die Verantwortung des Gouvernements Wladimir über, der finanzielle Abschluß steht unmittelbar bevor, die großzügigen Mittel der Aktion “Sternstunden” sind angekommen und verwendet. Davon überzeugen wird sich dann am 8. Mai eine fast zwanzigköpfige Delegation unter Leitung von Oberbürgermeister Siegfried Balleis im Beisein des Bayerischen Rundfunks und der Erlanger Nachrichten – sowie des Projektberaters Wolfram Howein. Der freilich wird sich auch als Vorhut schon am Dienstag auf den Weg machen. 

Anlaß genug, im Blog endlich eine Dokumentation von Wolfram Howein vorzustellen, die Geschichte, Gegenwart und zukünftige Ziele dieses einzigartigen Projekts zum Gegenstand hat und einen anschaulichen Überblick bietet: Lichtbl-Historie

Damit nicht genug. Im Sommer vergangenen Jahres arbeitete Andreas Bernard, angehender Erlebnispädagoge, mit dem  Team des Blauen Himmels in praktischer wie theoretischer Hinsicht an einer gemeinsamen pädagogischen Konzeption. Seine Überlegungen sind nun in der Fachzeitschrift “praxis” erschienen, kommen aber so anschaulich ausgeführt daher, daß sie sicher auch für die Leser des Blogs von Interesse sind:  Lichtblick Bernard

Beiden Autoren und dem Vorsitzenden der Stiftung Dank und Anerkennung für ihre  gewaltige Leistung, ohne die der Blaue Himmel nicht vorstellbar wäre!

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So könnte man zusammenfassen, wie Lolachon Jermilowa ihre Eindrücke von den Einrichtungen der Barmherzigen Brüder Gremsdorf schildert. Seit dem 19. Januar und noch bis zum 6. März hospitiert sie hier gemeinsam mit Olga Urwanzewa im Rahmen des nun schon seit zehn Jahren laufenden Projekts “Lichtblick”, aus dem das Zentrum für Erlebnis- und Naturpädagogik “Blauer Himmel” entstanden ist.

Olga Urwanzewa und Lolachon Jermilowa

Lolachon Jermilowa stammt aus Tadschikistan und ist Anfang der 90er Jahre mit ihrer Familie in die Wladimirer Region übergesiedelt. Die gelernte Kinderkrankenschwester ließ sich in einem kleinen Ort in der Nähe von Penkino nieder und fand Arbeit im Hospital für Kriegsveteranen, dem heute der “Blaue Himmel” angeschlossen ist. Seit einem Jahr also kann die Mutter eines Sohnes wieder in ihrem eigentlichen Beruf arbeiten und sich über erste Erfolge freuen: “Wenn die Kinder nach zweiwöchigem Aufenthalt in Penkino in ihre Einrichtungen zurückkommen oder wieder nach Hause können, spürt man, daß sie die Welt anders wahrnehmen, daß sie eine andere Sicht auf sich selbst haben, daß sich viel in ihnen verändert hat.” Viel verändert hat sich übrigens auch in Schwester Lola, wie sie sich gerne nennen läßt. Fast schämt sie sich dafür, vor ihrem Praktikum in Gremsdorf Vorbehalte gegen Behinderte gehabt und nicht geglaubt zu haben, wie erfolgreich man auch erwachsene Menschen mit psychischen und körperlichen Einschränkungen fördern kann. Traurig stimmt sie freilich, daß sie nicht glaubt, in Rußland noch die Eröffnung einer Einrichtung wie in Gremsdorf  miterleben zu können. “Bis wir auf diesem Niveau sind, wird es noch sehr lange dauern!” Aber der “Blaue Himmel” ist ja schon einmal ein guter Anfang…

Um nicht ganz sprachlos zu sein, besuchten Lolachon Jermilowa und Olga Urwanzewa, die unweit von Wladimir in einem Heim für verhaltensauffällige Kinder als Psychologin arbeitet, ein gutes Jahr die speziell für das Projekt eingerichteten Deutschkurse. An zwei Abenden in der Woche nach der Arbeit. Das kostet Kraft und Zeit vor allem für Lolachon Jermilowa, die dazu fast vierzig Kilometer (einfach) mit dem Bus fahren muß und ja auch noch eine Familie zu versorgen hat. Da wundert man sich nicht, wenn man hört, daß die beiden anderen Kursteilnehmerinnen aus Penkino nach einiger Zeit abgesprungen sind. Anlaß, einmal zu überlegen, ob man nicht im “Blauen Himmel” einen eigenen Deutschkurs anbietet, um dort die Basis für Hospitationen zu verbreitern.

Günther Allinger, Olga Urwanzewa, Lolachon Jermilowa

Günther Allinger, Gesamtleiter der Einrichtungen und Vorsitzender der Stiftung “Lichtblick”, findet rasch Zugang zu den beiden Praktikantinnen, auch wenn die hörbar noch um deutsche Worte ringen und immer wieder dankbar darauf verweisen, wie hilfreich ihnen Sybille Menzel im Arbeitsalltag als Dolmetscherin zur Seite steht. Und ebenso rasch findet er heraus, wer den Besucherinnen den Anstoß für die Teilnahme am Projekt gegeben hat. Olga  Urwanzewa hat erst vor kurzem ihr Studium bei Irina Arschanych abgeschlossen, der Psychologiedozentin, die im vergangenen Sommer (s. Eintrag vom 27. Juli 2009 u.a.) zum wiederholten Male in Gremsdorf war und beim BRK Erlangen-Höchstadt eine Photoausstellung zeigte.  Lolachon Jermilowa arbeitet eng mit Natalia Tarakanowa zusammen, die, von Beginn an dem Projekt eng verbunden, heute als erlebnispädagogische Stütze des “Blauen Himmels” gelten kann und Ende des Monats an der “Winterakademie” der Organisation ”Erlebnistage” teilnimmt. So wächst also das Projekt aus sich selbst heraus, so soll es sein, so kann Günther Allinger ohne Sorgen in die Zukunft der buchstäblich heilsamen Zusammenarbeit mit Wladimir blicken.

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Ausstellungstafel

Unter diesem Titel wurde gestern nachmittag von Herbert Fiederling, dem 1. Vorsitzenden des Freundeskreises der Barmherzigen Brüder, im Brotberuf Leiter der Sparkasse Höchstadt, eine Ausstellung mit Arbeiten von Behinderten aus der Bennedikt-Menni-Werkstatt Gremsdorf eröffnet. Im Beisein seines Stelllvertreters, Brüne Soltau, und natürlich des Gesamtleiters der Einrichtung der Barmherzigen Brüder, Günther Allinger, konnte Herbert Fiederling den zahlreichen Besuchern in den Räumen seiner Bank ein bemerkenswertes Projekt, geleitet von Katja Bachmeier, vorstellen.

Katja Bachmeier

Die diplomierte Kunstpädagogin ist 2002 noch als Studentin im Rahmen des Projekts “Lichtblick” zur Hospitation aus der Partnerstadt Wladimir nach Gremsdorf gekommen, um sich therapeutische Anregungen für die Arbeit mit geistig behinderten Menschen zu holen. Bei dem einen Besuch sollte es nicht bleiben, und schließlich fand sie in Franken auch die Liebe ihres Lebens und lebt seit sechs Jahren in Höchstadt. Seither hat sie immer wieder ehrenamtlich vor allem das Projekt “Lichtblick” unterstützt und sich als freie Künstlerin in Höchstadt einen Namen gemacht, besonders seit sie auch an der Jugendkunstschule unterrichtet. Da konnte es nicht ausbleiben, daß der Freundeskreis der Barmherzigen Brüder, dem etwa 160 Mitglieder angehören, auf die Idee kam, dieses kreative Potential für ein konkretes Projekt zu nutzen.

Brüne Soltau, Günther Allinger, Katja Bachmeier, Herbert Fiederling

Seit Januar 2009 finanziert er deshalb in Gremsdorf einen wöchentlichen Nachmittagskurs, in dem die Bewohner unter Anleitung von Katja Bachmeier lernen, sich und ihre Gefühle künstlerisch auszudrücken. Erstaunliche Eindrücke aus dem Seelenleben dieser Menschen treten da zu Tage, die oft ganz unbekümmert Farbe ins Leben bringen und Sehnsüchten Gestalt geben. Besonders gilt das für einen Bewohner, der sich verbal nicht mitteilen kann, über die Kunst aber einen Weg gefunden hat, in Kontakt mit der Außenwelt zu treten. Und er weiß, was das für ihn bedeutet: Mehrmals geht er während der Vernissage auf Katja Bachmeier zu und umarmt sie dankbar. Da wird augenfällig und spürbar, wie wichtig ist, wovon Günther Allinger in seiner Einführung gesprochen hat: Das Miteinander von behinderten und nicht behinderten Menschen, das Gespräch miteinander – und, wo das nicht möglich ist, die Dialog über die Kunst, diese subtilste Ausdrucksform des Menschen.

Ausstellungswand

Die Ausstellung ist noch bis zum 12. Februar in der Sparkasse Höchstadt zu sehen. Aber damit ist das Projekt noch lange nicht zu Ende. Begeistert von den Erfolgen des Kurses, wird der Freundeskreis die Zusammenarbeit mit Katja Bachmeier fortsetzen. Schöner kann das Alte Neue Jahr (s. vorhergehender Eintrag) doch gar nicht eingeläutet werden, denn wenn das Leben schon kurz, so ist die Kunst doch lang!

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