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	<title>Erlangen-Wladimir</title>
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	<description>Im Jahr 2002 von Bundespräsident Johannes Rau in vier Kategorien mit dem "1. Preis für bürgerschaftliches Engagement in Rußland" ausgezeichnet und von Gabriele Krone-Schmalz als "leuchtendes Beispiel" einer Städtepartnerschaft gelobt. Siehe auch www.erlangen.de/wladimir</description>
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		<title>Und keiner kennt den letzten Akt</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 04:46:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wladimirpeter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern nahmen Verwandte, Freunde und Mitglieder der Altstädter Gemeinde Abschied von Reiner Hesse, der bereits am 16. Januar, fast siebzigjährig, seinem heimtückischen Krebsleiden erlegen ist. Mit ihm ist jemand gegangen, dem die Partnerschaft mit Wladimir viel verdankt, sehr viel. Der Abschied von ihm begann schon mit dem Sterben seiner Frau Margarete, die den gleichen Tod erlitt wie [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erlangenwladimir.wordpress.com&amp;blog=4977110&amp;post=12446&amp;subd=erlangenwladimir&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_12447" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/reiner-hesse.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12447" title="Reiner Hesse" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/reiner-hesse.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Reiner Hesse</p></div>
<p>Gestern nahmen Verwandte, Freunde und Mitglieder der Altstädter Gemeinde Abschied von Reiner Hesse, der bereits am 16. Januar, fast siebzigjährig, seinem heimtückischen Krebsleiden erlegen ist. Mit ihm ist jemand gegangen, dem die Partnerschaft mit Wladimir viel verdankt, sehr viel. Der Abschied von ihm begann schon mit dem Sterben seiner Frau Margarete, die den gleichen Tod erlitt wie er. Doch all die Jahre dazwischen, geprägt von dem Verlust der so lebensfroh-heiteren Gefährtin und der unaufhaltsam einsetzenden eigenen Erkrankung, war er, wenn auch zurückgenommen, immer noch da, gehörte er zum Gesamtensemble des Zusammenspiels zwischen Erlangen und Wladimir, war seine Stimme vernehmbar.</p>
<div id="attachment_12448" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/img.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12448" title="IMG" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/img.jpg?w=150&#038;h=89" alt="" width="150" height="89" /></a><p class="wp-caption-text">Margarete und Reiner Hesse bei Familie Wladimir Filimonow. Aus dem Archiv von Karin Günther.</p></div>
<p>Nun ist er nicht mehr unter uns, nun fehlt er uns unsagbar, bleibt uns nur noch in der Erinnerung &#8211; und in dem vielen Guten, das er getan und geschaffen. Es bleibt seine tastend-trostspendende Gedankenlyrik, die er gemeinsam mit Lehramtsstudenten an der Pädagogischen Universität Wladimir analysierte. Es bleibt sein Wissen, das er als Unternehmensberater ohne Honorar Wirtschaftsstudenten in der Partnerstadt vermittelte. Es bleibt die Musik, die er hier wie dort aufführte, besonders mit der Aufzeichnung des Konzerts des Wladimirer Kammerorchesters unter Leitung von Alexander Tichonow in der Altstädter Kirche vom 21. Februar 1998, als er anläßlich des 15. Partnerschaftsjubiläums gemeinsam mit seinem Bruder Christof und seinem Schwiegersohn Christian Schöffel auftrat.</p>
<p>Vor allem aber bleibt die Erinnerung an eine sanfte Seele, an einen Menschen, in dessen Nähe es einem warm ums Herz wurde, an jemanden, der ebenso stetig wie still den Gedanken der Völkerverständigung in die Tat umzusetzen verstand. Wann immer Rat bei der Vorbereitung von Begegnungen gefragt war, konnte man auf Reiner Hesse zählen, wann immer es galt, Gäste unterzubringen und zu betreuen, durfte man sich darauf verlassen, daß es in seinem Haus in der Rudelsweiherstraße viele Wohnungen gab. Und wenn die nicht genügten oder schon anderweitig vergeben waren, suchte er selbst andernorts Obdach.</p>
<div id="attachment_12449" class="wp-caption alignleft" style="width: 122px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/reiner-hesse-1.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12449" title="Reiner Hesse 1" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/reiner-hesse-1.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Grabstätte Reiner Hesse, Altstädter Friedhof.</p></div>
<p>Reiner Hesse hat die Mahnung zur Brüderlichkeit in Kapitel 6 des Briefes an die Galater vorgelebt; im sanftmütigen Geist trug er des andern Last und erfüllte so das Gesetz Christi. Dabei blieb er stets bescheiden, sich der eigenen Schwäche bewußt. Niemand könnte das besser zum Ausdruck bringen als er selbst in seinem Haiku &#8222;Biographie&#8220;, wo es heißt: &#8222;Berge meinte er zu versetzen, / aber ach, / nur mühsam hat er eine Schwelle erklommen.&#8220; Ja, auch Reiner Hesse hat keine Berge versetzt, aber er hat alle, die ihn kannten, in eine Schwingung und Stimmung von schwebender Harmonie und feinfühliger Menschenliebe versetzt, woraus jene Kraft wuchs, der eigenen Schwäche und Begrenztheit gewachsen zu sein. Und das vergessen wir ihm nie &#8211; gleich ob hier in Erlangen oder in Wladimir oder andernorts. Wer immer ihn kannte, wird dankbar bleiben für immer, dankbar für immer und dafür, daß es ihn gab, wenn er uns allen auch viel zu früh wieder genommen wurde.</p>
<p>Als Reiner Hesse zu Grabe getragen wurde, setzte Schneefall ein. Doch Abschied von ihm zu nehmen, das fiel auch da nicht leichter:</p>
<blockquote><p>Flocken der Zeit</p>
<p>Die Zeit fällt in stillen Flocken / und breitet ihr weißes Haar / über die klaffende Erde.</p>
<p>Das Leben paßt in keine Worte, / und der Tod schweigt / tief in sich hinein.</p>
<p>Die Menschen werfen / traurige Schatten / und lassen Blumen fallen / in jenes tiefe Dunkel, / hinunter auf den Grund, / von dem wir genommen, / zu dem wir zurückkehren, / der uns nicht losläßt.</p>
<p>Es ist kalt geworden / von den Flocken der Zeit / auf dem einsamen Mund, / an dem das Lächeln zerbrochen / am Ende der Zeit. (Peter Steger)</p></blockquote>
<p>Reiner Hesse hat vor fünf Jahren einen Bericht über seine Erfahrungen mit der Partnerstadt Jena geschrieben, der einen weiteren Einblick in sein breites Schaffen gibt:  <a href="http://is.gd/ZHkQ2k">http://is.gd/ZHkQ2k</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/erlangenwladimir.wordpress.com/12446/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/erlangenwladimir.wordpress.com/12446/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/erlangenwladimir.wordpress.com/12446/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/erlangenwladimir.wordpress.com/12446/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/erlangenwladimir.wordpress.com/12446/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/erlangenwladimir.wordpress.com/12446/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/erlangenwladimir.wordpress.com/12446/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/erlangenwladimir.wordpress.com/12446/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/erlangenwladimir.wordpress.com/12446/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/erlangenwladimir.wordpress.com/12446/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/erlangenwladimir.wordpress.com/12446/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/erlangenwladimir.wordpress.com/12446/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/erlangenwladimir.wordpress.com/12446/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/erlangenwladimir.wordpress.com/12446/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erlangenwladimir.wordpress.com&amp;blog=4977110&amp;post=12446&amp;subd=erlangenwladimir&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Nach der Wahl ist vor der Wahl</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 05:05:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wladimirpeter</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist nicht mehr weit hin bis zu den Präsidentschaftswahlen am 4. März. Gerade einmal sechs Wochen vor dem Termin hat sich nun in Wladimir eine Initiativ-Gruppe von Jurastudenten formiert, die bis zum Wahltag möglichst viele junge Leute dafür gewinnen will, als Beobachter beim Urnengang ein wachsames Auge auf den behördlichen Umgang mit dem Ausdruck des Volkswillens zu werfen. &#8222;Saubere Wahlen&#8220; nennen die Studierenden des Juristischen Instituts ihre Aktion und auf die Einhaltung des Rechts wollen sie achten. Eine Mißachtung desselben wie bei den Dumawahlen am 4. Dezember soll nicht mehr möglich sein.</p>
<div id="attachment_12437" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/prc3a4sidentschaftswahlen-2012.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12437" title="Präsidentschaftswahlen 2012" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/prc3a4sidentschaftswahlen-2012.jpg?w=150&#038;h=118" alt="" width="150" height="118" /></a><p class="wp-caption-text">Präsidentschaftswahlen in Rußland 2012</p></div>
<p>Der Europarat fordert derweil die Neuzusammensetzung der russischen Wahlkommissionen und liegt damit auf einer Linie mit der Opposition in Wladimir, die auf der Entlassung des obersten Wahlbeauftragten der Region, Wladimir Komatowskij, besteht. Sogar Wladimir Tschurow, der Landeswahlleiter, hat seinem Kollegen vom Goldenen Ring gemaßregelt und bei einem Besuch in der Partnerstadt Konsequenzen im Fall der verbrannten Wahlunterlagen gefordert: &#8222;Wenn man es nicht schafft, die Dokumente in einem Keller aufzubewahren, soll man sie sich halt unters Bett legen. Als Rattenfutter jedenfalls taugen sie nicht.&#8220; Indes ist das Bauernopfer bereits dargebracht: Der für die Sicherung der Listen und Scheine zuständige Wahlleiter, Roman Jegorow, ist zurückgetreten.</p>
<p>Damit die Präsidentschaftswahlen ehrlich verlaufen, sind mittlerweile von den 926 Wahllokalen der Region 720 mit Web-Kameras ausgestattet. Überall soll es darüber hinaus gläserne Urnen geben. Und &#8211; die Zahl der provisorischen Wahllokale wird drastisch vermindert. Sie sollen nur noch an Bahnhöfen und in Krankenhäusern eingerichtet werden, geleitet von Vertretern der Opposition.</p>
<div id="attachment_12438" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/prc3a4sidentschaftswahlen-2012-1.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12438" title="Präsidentschaftswahlen 2012 1" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/prc3a4sidentschaftswahlen-2012-1.jpg?w=150&#038;h=150" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Wahlgang</p></div>
<p>Auch die juristische Auseinandersetzung mit den Fälschungsvorwürfen nimmt Fahrt auf. Erste Anhörungen sind bereits gelaufen, Prozesse dürften bald folgen, und dann wird Recht gesprochen über jene Wahlen, bei denen nun wahrlich nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein kann, wenn sogar die Staatsanwaltschaft von landesweit 3.000 Manipulationsfällen spricht. Vertrauen zurückgewinnen ist in Deutschland derzeit das wichtigste Thema für den Bundespräsidenten. Das eint ihn bei allen politischen Unterschieden mit dem russischen Premier, der wieder Präsident seines Landes werden will. Als Mahnung wird Wladimir Putin dabei nicht nur die unüberhörbaren Stimmen der Opposition und die wechselmütige Stimmung der Wähler verstehen, sondern er wird auch alles tun, um zu verhindern, was ein Witz vermittelt, der über ihn kursiert:</p>
<p>Nach der Präsidentschaftswahl wird Wladimir Putin gefragt, ob er zuerst die gute oder die schlechte Nachricht hören wolle. Er bittet zunächst um die gute: &#8211; Sie haben die Wahl gewonnen! &#8211; Und die schlechte? &#8211; Keiner hat Sie gewählt.</p>
<p>Wer die Geschichte von den hungrigen Ratten und dem Brand noch nicht kennt, sei auf den Link <a href="http://is.gd/4nQS2Y">http://is.gd/4nQS2Y</a> verwiesen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/erlangenwladimir.wordpress.com/12435/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/erlangenwladimir.wordpress.com/12435/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/erlangenwladimir.wordpress.com/12435/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/erlangenwladimir.wordpress.com/12435/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/erlangenwladimir.wordpress.com/12435/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/erlangenwladimir.wordpress.com/12435/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/erlangenwladimir.wordpress.com/12435/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/erlangenwladimir.wordpress.com/12435/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/erlangenwladimir.wordpress.com/12435/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/erlangenwladimir.wordpress.com/12435/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/erlangenwladimir.wordpress.com/12435/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/erlangenwladimir.wordpress.com/12435/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/erlangenwladimir.wordpress.com/12435/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/erlangenwladimir.wordpress.com/12435/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erlangenwladimir.wordpress.com&amp;blog=4977110&amp;post=12435&amp;subd=erlangenwladimir&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Sungir oder Reise in die Steinzeit von Wladimir</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 04:51:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wladimirpeter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„The description that follows was made possible by the generous sharing of unpublished contextual and frequency data and free access to the Sungir artifacts granted by N. Bader, L. Mikhailova, and the curators of the Vladimir-Suzdal State Museum.” Mit diesem unscheinbaren Satz beginnt eine Reise in die Vergangenheit. Eine Reise nach Wladimir und zur Besiedlung [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erlangenwladimir.wordpress.com&amp;blog=4977110&amp;post=12411&amp;subd=erlangenwladimir&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>„The description that follows was made possible by the generous sharing of unpublished contextual and frequency data and free access to the Sungir artifacts granted by N. Bader, L. Mikhailova, and the curators of the Vladimir-Suzdal State Museum.”</em></p>
<p>Mit diesem unscheinbaren Satz beginnt eine Reise in die Vergangenheit. Eine Reise nach Wladimir und zur Besiedlung dieser Region während der Altsteinzeit. Studierenden der Archäologie ist der Name Sungir nicht unbekannt, denn in keiner Vorlesung über die Altsteinzeit fehlt diese Ausgrabungsstätte, die weltweit für ihre außergewöhnlichen Funde und die daraus gewonnenen Erkenntnisse bekannt ist. Indes wird die Lage Sungirs meist nur mit „ca. 200 km östlich von Moskau“ angegeben, wodurch sie sich in der anonymen Weite des russischen Staatsgebietes verliert.</p>
<div id="attachment_12412" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-a.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12412" title="Sungir a" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-a.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Auf dem Weg nach Sungir</p></div>
<p>Als ehemaliger Schüler des Reichsstadtgymnasiums in Rothenburg o. d. Tauber horchte ich bei der Lektüre dieses  Satzes aus einem Fachartikel über Elfenbeinschmuck auf: „Susdal? Ist das nicht die Partnerstadt Rothenburgs? Befindet sich Sungir gar in der Nähe von Susdal?“ Tatsächlich, Sungir liegt nur wenige Kilometer von Susdal entfernt. Näher noch liegt die nach einem Flüßchen benannte Fundstelle jedoch an Wladimir, der Partnerstadt Erlangens. Aus mittelfränkischer Verbundenheit, ja weil Erlangen aus Rothenburger Sicht fast um die Ecke liegt, nahm ich kurzerhand Kontakt mit den Erlangern, Hans Gruß und Peter Steger, auf. Ermuntert und unterstützt durch den Partnerschaftsbeauftragten stand für meine ebenfalls begeisterte Mitstudentinnen, Nina Schlösser und Yvonne Völlmecke, schließlich fest: Wir reisen nach Sungir!</p>
<p>Am 15. August 2011 war es schließlich soweit. Das Flugzeug brachte uns nach Moskau, ein Auto nach Wladimir, und am späten Abend konnten wir unsere Zimmer im Erlangen-Haus beziehen, wo wir, der russischen Sprache nicht mächtig, mit warmen deutschen Worten empfangen und beherbergt wurden.</p>
<div id="attachment_12413" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-b.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12413" title="Sungir b" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-b.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Hinweisschild auf Sungir</p></div>
<p>Nach einer kurzen Orientierung in der Stadt und dem Besuch der weithin sichtbaren Sehenswürdigkeiten, nahmen wir unseren GPS-Empfänger zur Hand, den wir zu Hause mit den Koordinaten der Fundstelle gefüttert hatten, und machten uns zu Fuß auf den Weg. Erstes Hindernis war die schier endlos scheinende Straße, die uns vor die östliche Stadtgrenze bringen sollte. Doch konnten wir uns noch mit einer Vielzahl sehenswerter Holzhäuser über die brennende Sonne bei 40° Außentemperatur hinwegtrösten. Auch hielten wir stets unsere Augen auf, ob wir nicht irgendwo den Namen Sungir entdecken könnten, da wir außer den GPS-Koordinaten keinen Anhaltspunkt hatten. Und tatsächlich: Irgendwann konnten wir den Namen lesen – auf einem mit Rost überzogenen Schild, dessen volle Bedeutung sich uns zwar nicht entschlossen hat, uns aber die Gewißheit gab,  auf dem richtigen Weg zu sein.</p>
<div id="attachment_12414" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-d.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12414" title="Sungir d" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-d.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Am Ziel - Nina Schlösser und Mathias Probst in Sungir</p></div>
<p>Dies bestätigte auch das GPS. Schließlich waren wir da und standen vor einem wild mit Gräsern überwucherten Gelände. Nachdem wir uns kurz orientiert hatten, war klar: Hier liegt Sungir, ein absolutes Highlight der Altsteinzeit – und wir standen direkt darauf! Wer nicht weiß, was hier lange Zeit verborgen lag, kann sich unsere Freude angesichts einer ungemähten Wiese nur schwer vorstellen. Uns störte das aber wenig – wir schafften es sogar, die Reste der ehemaligen Grabung auszumachen und dokumentierten alles ausführlich mit Fotos.</p>
<div id="attachment_12415" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-c.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12415" title="Sungir c" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-c.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Sungir im Sommer 2011</p></div>
<p>Touristisch ist der Ort jedoch gar nicht erschlossen, was aus unserer Sicht natürlich in keinster Weise seiner eigentlichen Bedeutung gerecht wird. Zwar weist ein Plakat in der Nähe auf Pläne für eine Erschließung des Geländes mit Museum und Parkanlagen hin, doch sind diese Pläne offensichtlich nie in die Realität umgesetzt worden. Es stellt sich auch die Frage, ob eine solche Investition am Stadtrand von Wladimir lohnenswert wäre – denn ganz ohne Wirtschaftlichkeit kommt auch eine Kultureinrichtung heute kaum mehr aus. Einige Text- und Bildtafeln, welche die Fundstelle in mehreren Sprachen näher beschreiben und auf ihre Bedeutung hinweisen, wären aber sicher ein guter Kompromiß. Dazu noch einige Hinweisschilder für den Weg aus der Innenstadt und der ein oder andere Hinweis in Prospekten sowie auf Internetseiten und Wladimir hätte dank seinen archäologischen Sensation auch ein touristisches Highlight mehr. Immerhin gibt es im Museum der Stadt einen Raum, der einzig der Fundstelle Sungir gewidmet ist. Leider war dieser während unseres Besuchs zwecks Restaurierung geschlossen, und obwohl wir beim Vizedirektor höchstselbst vorgesprochen haben, konnten wir leider keinen Blick auf das spannende Fundmaterial werfen.</p>
<div id="attachment_12416" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-e.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12416" title="Sungir e" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-e.jpg?w=150&#038;h=150" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Blick auf die Ausgrabungen</p></div>
<p>Sungir, benannt nach einem kleinen Zufluß der Kljasma, ist vor allem für seine reichen Bestattungen bekannt. Im Jahr 1955, während Arbeiten in einer Tongrube entdeckt, wurde die Fundstelle von 1957 – 1977 ausgegraben und ist aufs engste mit dem Namen des deutschstämmigen Moskauer Archäologen, Otto N. Bader, verknüpft, der die Arbeiten leitete. Dabei konnte über die Jahre eine Fläche von 4.500 m² untersucht und dokumentiert werden.</p>
<div id="attachment_12417" class="wp-caption alignleft" style="width: 118px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-f.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12417" title="Sungir f" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-f.jpg?w=108&#038;h=150" alt="" width="108" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Sungir 1</p></div>
<p>Insgesamt gibt es in Sungir Überreste von neun Individuen, doch sind die Individuen Sungir 1, Sungir 2 und Sungir 3 die bekanntesten. Das nicht vollständige Skelett von Sungir 1 gehört zu einem etwa 60 Jahre alten Mann, der ausgestreckt auf dem Rücken liegend bestattet wurde. Typisch für altsteinzeitliche Bestattungen wurde der Tote mit rotem Ocker bestreut. Daneben wurden etwa 3000 Elfenbeinperlen entdeckt, die aufgrund ihrer Anordnung wohl an der Kleidung des Bestatteten aufgenäht waren, sowie etliche durchbohrte Fuchszähne,  Armringe aus Mammutelfenbein und ein Anhänger aus Stein.</p>
<div id="attachment_12418" class="wp-caption alignleft" style="width: 112px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-g.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12418" title="Sungir g" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-g.jpg?w=102&#038;h=150" alt="" width="102" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Sungir 1, Rekonstruktion</p></div>
<p>Erst 2010 konnte die Todesursache des Mannes geklärt werden. In seinem ersten Brustwirbel stellte man eine Verletzung fest, die durch ein dünnes, scharfes Objekt entstanden sein muß. Da der Knochen keine Spuren von Heilungsprozessen zeigt, liegt es nahe, daß der Mann durch diese Verletzung gewaltsam getötet wurde, wofür die Gründe jedoch vielfältig gewesen sein können. Die Wissenschaftler, die sich damit beschäftigten, vermuten am ehesten einen Jagdunfall oder zwischenmenschliche Gewalt innerhalb der eigenen Gruppe. Für den Zeitpunkt des Todes gibt es zwei unterschiedliche Untersuchungsergebnisse – etwa 21.000 v. Chr. und 25.500 v. Chr.</p>
<div id="attachment_12419" class="wp-caption alignleft" style="width: 124px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-h.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12419" title="Sungir h" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-h.jpg?w=114&#038;h=150" alt="" width="114" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Doppelbestattung</p></div>
<p>Sungir 2 und Sungir 3 wurden zusammen in einem Doppelgrab bestattet, das ebenfalls durch roten Ocker durchsetzt war. Die Toten, ein etwa 12 – 13 Jahre alter Junge und ein etwa 9 – 10 Jahre altes Mädchen, wurden auf dem Rücken liegend Kopf an Kopf beigesetzt. Die dabei gefunden Objekte werden von der Doppelbestattung jedoch sogar noch übertroffen. Der Junge wurde mit fast 5.000 Perlen aus Elfenbein und über 250 Zähnen vom Eisfuchs zu Grabe gelegt. Dazu kommen eine Pferde- und Mammutfigur aus Elfenbein und eine 2,5 m lange Lanze, ebenfalls aus Elfenbein. Einige weitere Objekte aus Elfenbein wurden ebenfalls neben dem Skelett entdeckt.</p>
<div id="attachment_12420" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-i.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12420" title="Sungir i" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-i.jpg?w=150&#038;h=73" alt="" width="150" height="73" /></a><p class="wp-caption-text">Rekonstruktion der Doppelbestattung</p></div>
<p>Das Mädchen hatte fast 5.300 Elfenbeinperlen auf ihrer Kleidung aufgenäht, jedoch keine Fuchszähne oder Figuren. Neben einigen weiteren Objekten aus Elfenbein lagen auch kleine Steinwerkzeuge neben der Bestatteten. Während bei dem Jungen keine Besonderheit am Skelett zu bemerken war, weist das Mädchen verkürzte und gebogene Oberschenkelknochen auf. Wissenschaftler führen diesen Befund auf eine Erkrankung der Mutter an Diabetes zurück. Die ermittelte Altersspanne ist sehr ungenau und variieren zwischen 30.000 und 26.800 v. Chr. Obwohl sich die Ergebnisse der einzelnen Skelette unterscheiden, wird durch sie klar, daß der Mann von Sungir 1 mehrere tausend Jahre später bestattet wurde.</p>
<div id="attachment_12421" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-j.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12421" title="Sungir j" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-j.jpg?w=150&#038;h=102" alt="" width="150" height="102" /></a><p class="wp-caption-text">Steinartefakte Sungir</p></div>
<p>Neben den Bestattungen gibt es jedoch auch Hinterlassenschaften von an der Kljasma siedelnden Menschen, darunter Feuerstellen, Gruben, Bereiche mit den Überresten verschiedener Tätigkeiten und Knochenansammlungen. Die Tierknochen stammen u.a. vom Hirsch, Mammut, Pferd und Eisfuchs. Die gefundenen Steinartefakte gehören zur sogenannten Kostenki-Streletskaya-Kultur. Deren charakteristische Steinwerkzeuge sind Blattspitzen, dreieckige Spitzen mit konkaver Basis, kurze Kratzer und einfache Schaber, während es nur wenige Klingen und Stichel gibt. Geographisch konzentriert sich diese Erscheinung am Mittellauf des Don, sie tritt jedoch neben Sungir auch am Unterlauf des Donez und der Kama auf.</p>
<div id="attachment_12422" class="wp-caption alignleft" style="width: 149px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-k.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12422" title="Sungir k" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-k.jpg?w=139&#038;h=150" alt="" width="139" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Schmuckobjekte Sungir</p></div>
<p>Von besonderer Bedeutung sind die Bestattungen von Sungir vor allem für die Rückschlüsse auf das Leben und die Gesellschaft in der Altsteinzeit. Zunächst lassen sich anhand der vielen Perlen Kleidungsstücke wie Hosen und Mützen gut rekonstruieren, die aus der Altsteinzeit nicht erhalten sind und über die sonst wenig bekannt ist. Vor allem stellt sich aber bei der Doppelbestattung der Kinder die Frage, warum sie in ihrem Alter bereits so prachtvoll bestattet wurden. Die benötigte Arbeitszeit für die Herstellung der Perlen und anderen Objekte muß enorm gewesen sein (Wissenschaftler gehen von ein bis zwei Stunden für eine Perle aus), was bei einer mobilen und nicht-seßhaften Lebensweise noch mehr erstaunt.</p>
<div id="attachment_12423" class="wp-caption alignleft" style="width: 123px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-l.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12423" title="Sungir l" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/sungir-l.jpg?w=113&#038;h=150" alt="" width="113" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Sungir-Publikation von Otto N. Bader</p></div>
<p>Folglich wurde bereits oft ein hoher sozialer Status der Bestatteten vermutet, für welche die Gemeinschaft viel Zeit und Energie investiert hat. Während dies für den alten Mann noch plausibel erscheint, verwundert es bei den beiden Kindern. Wie konnten sie in ihrem Alter bereits ein so hohes Ansehen genießen? Die Vorstellung eines vererbten Standes ist für die Epoche der Altsteinzeit eher ungewöhnlich. Eine weitere Frage ist: Warum sind die beiden Kinder gleichzeitig gestorben, und was ist die genaue Todesursache? Und: Warum werden in Sungir – wie auch anderswo – oft „Sonderfälle“ bestattet, also ein Opfer eines gewaltsamen Todes und ein Mädchen mit einer abnormen Beinform? Schon durch diese kurzen Überlegungen wird klar, welchen potenziellen Reichtum an Information die Fundstelle Sungir neben dem Reichtum der eigentlichen Funde bietet. In jedem Fall bietet Sungir mit seinen eindrucksvollen Zeugnissen der kulturellen Blüte der Menschen vor 23.000 bis 30.000 Jahren einen faszinierend Einblick in die Grundlagen unserer heutigen Kultur. Was für die gesamte Menschheit gilt, gilt hier natürlich erst recht für die Region um Wladimir, deren Besiedlungsgeschichte viel weiter zurückreicht als manchen vielleicht bewußt ist.</p>
<p>Zur Einführung in die älteste Geschichte von Bestattungen und mit Verweisen auf weitere Publikationen zu Sungir: P. Pettitt, The Palaeolithic Origins of Human Burial (London/New York 2011).</p>
<p align="right"><em>Mathias Probst</em></p>
<p style="text-align:left;" align="right">Nachbemerkung: Fast zeitgleich mit dem Eintreffen des Reiseberichts von Mathias Probst konnte Peter Steger mit Wladimirs Oberbürgermeister Sergej Sacharow über Sungir sprechen. Man ist sich in der Partnerstadt dessen bewußt, daß diese einzigartige Fundstätte auch touristisch attraktiv gestaltet werden sollte. Ein Beispiel dafür könnte Erlangens Partnergemeinde Umhausen mit seinem Ötzi-Dorf sein. Der wissenschaftliche Berater dieses wirtschaftlich florierenden und inhaltlich eindrucksvollen Steinzeitparks, Walter Leitner, Chef des Instituts für Archäologie und Frühgeschichte an der Universität Innsbruck, hat bereits Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet. Da könnte eine ferne Vergangenheit schon in naher Zukunft einiges zusammenführen, was offensichtlich zusammengehört. Mehr zu dem Projekt des österreichischen Wissenschaftler unter: <a href="http://is.gd/w0NY03">http://is.gd/w0NY03</a></p>
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		<title>Rotes Kreuz &#8211; Reprise</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 02:28:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wladimirpeter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humanitäre Hilfe / Rot-Kreuz-Zentrum]]></category>
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		<category><![CDATA[Russisches Rotes Kreuz]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_12406" class="wp-caption alignleft" style="width: 122px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/rk-4.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12406" title="RK 4" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/rk-4.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Olga Dejewa</p></div>
<p>Auch wenn es wieder viel von vielen anderen Begegnungen zu berichten gäbe, vom Kinderkrankenhaus oder von der Universität, von Umweltfragen, von der Übergabe weiterer Spenden &#8211; insgesamt fast 6.000 Euro - oder von der Planung für das dreißigjährige Partnerschaftsjubiläum 2013, bleiben wir noch einmal beim Roten Kreuz, das, wie berichtet, kurz vor seiner Neugründung steht und nun in Olga Dejewa auch eine Frau an der ehrenamtlichen Spitze hat, der alle das Zeug dazu attestieren, aus der Organisation wieder das zu machen, was ihrer Bedeutung entspricht. Es wird sicher nicht leicht für die ebenso energische wie charmante Vorsitzende, denn ihre leitende Funktion beim Städtischen Sozialwerk erfordert allein schon Einsatz mehr als genug. Andererseits gibt ihr Brotberuf auch unmittelbaren Einblick in menschliche Notlagen, die möglicherweise mit Hilfe des Roten Kreuzes erträglicher werden.   </p>
<div id="attachment_12407" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/rk-6.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12407" title="RK 6" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/rk-6.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Rot-Kreuz-Zentrum Wladimir</p></div>
<p>Das Rote Kreuz hat in Rußland noch immer nicht seine frühere Bedeutung wiedergewonnen. In allen Staaten der Erde vertreten, übernimmt es überall ganz unterschiedliche Funktionen. In der Sowjetunion gab es fast so etwas wie eine freiwillige Zwangsmitgliedschaft, und vor allem der Blutspendedienst ging unter dem Vorzeichen des Roten Kreuzes vonstatten. Als Anfang der 90er Jahre die staatliche Unterstützung wegfiel, löste sich oft binnen Wochen und Monaten ein Ortsverband auf. Nicht so in Wladimir, weil da gerade in jener schwierigen Zeit das BRK Erlangen-Höchstadt gemeinsam mit dem Ortsverband Wladimir des Russischen Roten Kreuzes die vielfältigen Hilfsaktionen durchführte und ab 1999 dann auch die Arbeit an Sozialprojekten finanzierte und einen Förderverein gründete. In der ganzen Region Wladimir gibt es nur noch einen einzigen weiteren Ortsverband, in dem Städtchen Raduga, unweit von der Partnerstadt gelegen. Das alleine zeigt, vor welchen Herausforderungen beim Wiederaufbau der Organisation man steht.</p>
<div id="attachment_12408" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/rk-5.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12408" title="RK 5" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/rk-5.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Olga Dejewa und ihr gemischtes Team</p></div>
<p>Olga Dejewa ist sich sicher, dazu beitragen zu können. Sie setzt auf ihr Präsidium, dem Irina Sokolowa angehört, die schon in der Vergangenheit eine Stütze des Roten Kreuzes war, sie setzt auf die Lokalpolitik, der an einem starken Sozialpartner gelegen ist, sie setzt auf die Mitgliederwerbung und Sponsoren, besonders aber setzt sie auf die weitere fachliche Unterstützung aus Erlangen und die Ko-Finanzierung der Projekte &#8222;Häusliche Pflege&#8220; und &#8222;Erste-Hilfe-Kurse&#8220; durch den Erlanger Förderverein. Dessen Mitgliedern sei an dieser Stelle wiederum herzlich gedankt für ihre Geduld, für ihr Durchhaltevermögen über all die schweren Jahre der Ungewißheit und Stagnation in Wladimir hinweg. Nun darf man sagen, es hat sich gelohnt, nicht aufzugeben. Nun, wo es schon bald wieder so richtig losgehen kann mit der Projektarbeit ist aber auch die Zeit gekommen, neue Mitglieder zu werben. Eine Sache, der sich gerade auch der Blog immer wieder zuwenden wird. Interessenten mögen sich aber schon jetzt an den 2. Vorsitzenden des Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir wenden: <a href="mailto:peter.steger@stadt.erlangen.de">peter.steger@stadt.erlangen.de</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/erlangenwladimir.wordpress.com/12404/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/erlangenwladimir.wordpress.com/12404/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/erlangenwladimir.wordpress.com/12404/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/erlangenwladimir.wordpress.com/12404/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/erlangenwladimir.wordpress.com/12404/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/erlangenwladimir.wordpress.com/12404/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/erlangenwladimir.wordpress.com/12404/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/erlangenwladimir.wordpress.com/12404/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/erlangenwladimir.wordpress.com/12404/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/erlangenwladimir.wordpress.com/12404/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/erlangenwladimir.wordpress.com/12404/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/erlangenwladimir.wordpress.com/12404/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/erlangenwladimir.wordpress.com/12404/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/erlangenwladimir.wordpress.com/12404/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erlangenwladimir.wordpress.com&amp;blog=4977110&amp;post=12404&amp;subd=erlangenwladimir&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Dank und Urkunde für Hilfe und Unterstützung</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 01:57:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wladimirpeter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humanitäre Hilfe / Rot-Kreuz-Zentrum]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Makarowa]]></category>
		<category><![CDATA[Förderverein Rot-Kreuz-Zentrum Wladimir]]></category>
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		<category><![CDATA[Stefan Müller MdB]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_12396" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/rk-1.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12396" title="RK 1" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/rk-1.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Sergej Sacharow, Anna Makarowa, Jürgen Üblacker, Irina Chasowa</p></div>
<p>Seit seinem Amtsantritt vor einem dreiviertel Jahr ist kein Monat vergangen, wo Sergej Sacharow nicht Gäste aus Erlangen empfangen hätte. Da läßt es sich Wladimirs Oberbürgermeister denn auch nicht nehmen, Jürgen Üblacker, den soeben in den Ruhestand verabschiedeten Direktor des BRK Erlangen-Höchstadt, und Peter Steger, den Partnerschaftsbeauftragten,  zu einem Gespräch ins Rathaus einzuladen. Und, wer ihn kennt, weiß, daß er es nicht beim Gespräch beläßt, sondern immer konkrete Absprachen trifft. So auch gestern bei dem Treffen: Er persönlich und die Stadtverwaltung insgesamt werden alles daran setzen, den Neustart des Roten Kreuzes in Wladimir - nach Jahren der Stagnation &#8211; erfolgreich zu gestalten, ganz wie es sich die Gäste als Vertreter des Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir wünschen. Vor allem mit der Bereitstellung von Räumlichkeiten und dem Angebot, an Ausschreibungen für Sozialprojekte teilzunehmen. Und schließlich möchte Sergej Sacharow möglichst bald nach Erlangen kommen, vielleicht schon im Juni, um u.a. die Arbeit des BRK vor Ort kennenzulernen. Immerhin war er nun schon zehn Jahre nicht mehr in der Partnerstadt, die er überhaupt erst einmal besucht hat, zur Tausend-Jahr-Feier 2002, damals noch als Abgeordneter der Gouvernementsduma. Prächtig hat es ihm damals gefallen. Desto mehr wundert er sich übrigens darüber, daß man diesen Stadt-Geburtstag nicht alljährlich mit einem großen Volksfest begeht, wie in Wladimir üblich. Aber zum Feiern hat Erlangen ja seine Bergkirchweih.</p>
<div id="attachment_12397" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/rk-2.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12397" title="RK 2" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/rk-2.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Sergej Sacharow, Jürgen Üblacker</p></div>
<p>Aber da ist noch etwas, das Sergej Sacharow loswerden möchte: Seinen aufrichtigen Dank an Jürgen Üblacker, der seit 1990 wie kaum ein anderer für die Aktion &#8222;Hilfe für Wladimir&#8220; steht und über zwei Jahrzehnte hinweg den Menschen in der Partnerstadt unschätzbare Unterstützung in schwerer Zeit gegeben hat. Das ist schon eine veritable Dankurkunde wert, zumal der Rentner bereit ist, auch im Ruhestand weiter für das Rote Kreuz in Wladimir tätig zu bleiben. Und so beläßt auch er es nicht einfach beim Gespräch, sondern verspricht, schon bald für länger zurückzukehren, um seine Erfahrungen für die Kollegen vom Wladimirer Roten Kreuz zur Verfügung zu stellen. Kein Ende also einer Ära, wie Stefan Müller MdB, Präsident des BRK Erlangen-Höchstadt, bei der Verabschiedung von Jürgen Üblacker meinte, sondern der Beginn einer neuen Phase der Zusammenarbeit &#8211; zumindest für und mit Wladimir.</p>
<div id="attachment_12398" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/rk-3.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12398" title="RK 3" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/rk-3.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Jürgen Üblacker, Jewgenij Jaskin, Irina Chasowa, Olga Dejewa, Peter Steger</p></div>
<p>Für diesen Neubeginn stehen Olga Dejewa, Direktorin des Wladimirer Sozialwerks und seit November Geschäftsführerin des Wladimirer Roten Kreuzes, und Jewgenij Jaskin, leitender Chefarzt des sogenannten Rot-Kreuz-Krankenhauses, der ehrenamtlich dem Vorstand der gemeinnützigen Organisation angehört. Denk beiden darf man dank ihrer Berufserfahrung und Verbindungen in Politik und Gesellschaft zutrauen, das Rote Kreuz in der Partnerstadt wieder auf die Erfolgsspur zu bringen und selbständig zu machen, weitgehend unabhängig von Finanzleistungen aus Erlangen. Die sollen in Zukunft nur für konkrete Projekte fließen, nicht mehr für die Infrastruktur und das Personal des Ortsverbands Wladimir. Wie das alles en detail vonstatten gehen soll, steht heute auf der Tagesordnung. Gestern ging es bei einem Abendessen im engen Kreis darum, einander näher kennenzulernen, Vertrauen zueinander und in eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Und das ist voll und ganz gelungen. Da wird das andere fast von selbst gelingen.</p>
<p>Was sonst noch alles gestern gelungen ist, mag Gegenstand späterer Einträge hier im Blog sein. Heute nur so viel: Schon in den nächsten Wochen kommen Läufer und Strafvollzugsbeamte, Fußballer, Radfahrer, Psychologiestudenten und Schüler nach Erlangen. Eine Kunstausstellung steht an. Der Blaue Himmel wird ab dem 1. Februar unter der neuen Leitung des Psychiatrischen Krankenhauses firmieren. Und vieles mehr, versprochen!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/erlangenwladimir.wordpress.com/12394/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/erlangenwladimir.wordpress.com/12394/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/erlangenwladimir.wordpress.com/12394/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/erlangenwladimir.wordpress.com/12394/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/erlangenwladimir.wordpress.com/12394/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/erlangenwladimir.wordpress.com/12394/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/erlangenwladimir.wordpress.com/12394/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/erlangenwladimir.wordpress.com/12394/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/erlangenwladimir.wordpress.com/12394/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/erlangenwladimir.wordpress.com/12394/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/erlangenwladimir.wordpress.com/12394/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/erlangenwladimir.wordpress.com/12394/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/erlangenwladimir.wordpress.com/12394/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/erlangenwladimir.wordpress.com/12394/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erlangenwladimir.wordpress.com&amp;blog=4977110&amp;post=12394&amp;subd=erlangenwladimir&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Laßt, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 02:25:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wladimirpeter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Landeskunde]]></category>
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		<category><![CDATA[russische Landeskunde]]></category>
		<category><![CDATA[russische Sauna]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_12375" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-2.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12375" title="Mossino 2" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-2.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Die Brücke von Mossino</p></div>
<p>Lassen wir heute einmal all die Arbeitstreffen beiseite, die einen Wintersonntag in Wladimir füllen können. So interessant es sein kann, über die Zukunft des Austausches von Religionswissenschaftlern zu berichten, so viel Vorfreude die Planung der Konzertreise des Kammerchores Raspew nach Erlangen Anfang März bereiten mag, so viel sich auch in der Rosenkranzgemeinde mit dem Bauprojekt eines Pilgerheims &#8211; in Zusammenarbeit mit der Erzdiözese Bamberg und anderen Partnern &#8211; anbahnt, all das soll uns zu einem späteren Zeitpunkt beschäftigen, dann nämlich, wenn die Worte Tat geworden. Alles eben zu seiner Zeit. </p>
<div id="attachment_12376" class="wp-caption alignleft" style="width: 122px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-1.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12376" title="Mossino 1" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-1.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Tatjana und Witalij Gurinowitsch</p></div>
<p>Lassen wir also die Stadt eine halbe Autostunde hinter uns und folgen der Spur von zwei erholungsbedürftigen Herren, die in dem erst vor kurzem eingemeindeten Dorf Mossino, nordwestlich von Wladimir gelegen, einem stets gleichen und doch immer wieder ganz anderem Ritual erliegen. In dem Vorort leben jetzt im Winter gerade einmal noch 20 Familien, alle übrigen Einwohner haben hier in Form einer Datscha ihren Zweitwohnsitz. Die freilich schätzen die Siedlung wegen ihrer Nähe zur Stadt, der Anbindung an den Busverkehr und seiner Lage am Ende einer Straße. Anders gesagt: In der einen Richtung geht es nach Wladimir, alle anderen Wege führen ins Nirgendwo und Überall der weiten russischen Felder und der tiefen russischen Wälder. Das bukolische Ende der Welt, zumindest von Wladimir aus gesehen.</p>
<div id="attachment_12377" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-3.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12377" title="Mossino 3" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-3.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Datscha in Mossino</p></div>
<p>Eine Datscha ist nicht einfach nur eine Laube mit einem Flecken Land drum herum. Eine Datscha ist ein Lebensprojekt, eine Aufgabe, die nie abgeschlossen ist, so etwas wie eine Versicherung auf die Unwägbarkeiten des Schicksals. Keines der malerischen Häuschen wird je fertig, bestenfalls gibt es Abschnitte, mit denen man durch ist, bevor sich neue Baustellen auftun. Ganz wie im richtigen Leben. Warum dann nur tut man sich das an? Wozu der unaufhörliche Aufwand? Müßige Fragen, die sich selbst beantworten, wenn man die Ruhe genießt, wenn man das selbst eingeweckte Gemüse und Obst aus dem Keller holt, wenn man den Geruch des frisch gespalteten Holzes einatmet und dabei zusieht, wie es im Ofen seine Wärme aushaucht und den Raum im Nu von jenseits des Gefrierpunktes zu einem bullig gemütlichen Ort der Heimeligkeit macht.</p>
<div id="attachment_12378" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-8.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12378" title="Mossino 8" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-8.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Banja in Mossino</p></div>
<p>Die wahre Wärme freilich wird einem nur zuteil, wenn man die Banja heizt, wo der Russe erst so richtig Russe sein kann. Nicht jede Datscha hat einen solchen Anbau, nur unzureichend mit &#8222;Sauna&#8220; umschrieben, aber wer es irgend vermag, leistet sich diesen gar nicht so teueren Luxus, legt selbst Hand an, beauftragt einen Usbeken, die neuen Baumeister Rußlands, kauft einen Holzofen. Und dann schürt er und schürt er und schwitzt er und schwitzt er. Und wenn er nicht gestorben ist, dann heizt und dampft er noch heute.</p>
<div id="attachment_12387" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-5.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12387" title="Mossino 5" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-5.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Am Ende der Welt</p></div>
<p>Aber wer geht denn auch schon zum Sterben in die Banja. Andererseits könnte man manchmal schon meinen, der Spruch mit Neapel sei auch auf das Schwitzbad anwendbar, etwa in der Art: Einmal noch die Banja und dann mit Martin Luther einträchtig und sinnmächtig gesungen: &#8222;Mit Fried&#8217; und Freud&#8217; ich fahr&#8217; dahin / in Gottes Willen; / getrost ist mir mein Herz und Sinn, / sanft und stille, / wie Gott mir verheißen hat: / Der Tod ist mein Schlaf worden.&#8220;</p>
<div id="attachment_12379" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-6.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12379" title="Mossino 6" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-6.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Wasser vom Brunnen</p></div>
<p>Soweit ist es aber noch nicht: Erst einmal muß Wasser aus dem Brunnen geholt werden, der &#8211; o Wunder der Natur &#8211; noch nicht eingefroren ist. Eimer um Eimer, denn sauber soll es ja zugehen, und Wasser braucht man in allen Temperaturabstufungen, wie noch zu erleben, bevor der Tod mein Schlaf worden. Unterdessen wandert Scheit um Scheit in den unersättlichen Schlund des Ofens, der die für maximal gemütliche vier Personen ausgelegte Banja schließlich auf gefühlte 100° C bringen soll. Die Birkenreise, die Schwämme, Schrubber und Waschlappen liegen längst bereit, gehören zum Inventar. Die Vorbereitungen können sich hinziehen, bis zu zwei Stunden. Aber das ist keine vertane Zeit, zumal man immer wieder Pausen machen kann in der Datscha, wo die treusorgende Hausfrau stets bereit ist, die Schwerstarbeit mit gar köstlichen Happen zu vergüten.</p>
<div id="attachment_12380" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-9.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12380" title="Mossino 9" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-9.jpg?w=150&#038;h=99" alt="" width="150" height="99" /></a><p class="wp-caption-text">Zwei Schattenfreunde in Mossino</p></div>
<p>Hat die Banja die vom Gastgeber für geeignet erachtete Temperatur erreicht, lautet der Sinnspruch: &#8222;Laßt, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!&#8220; Zumindest alle Hoffnung auf vertraute Gewißheiten wie die Aussagekraft von Thermometern etwa, die drinnen, auch wenn alles glüht und brüht kaum über 60° C klettern wollen, während sie draußen der 20-Grad-Minus-Marke entgegensinken, obwohl man meint, nackt einen Nachtlauf mitmachen zu können. Man überlasse sich lieber dem eigenen Gefühl für Wärme und Kälte und vor allem der Intuition des Fährmannes durch die Schwaden von Dampf und die Wellen von Hitze. Obwohl man nicht einmal ihm immer und in allem trauen sollte, wie wir noch erfahren werden.</p>
<div id="attachment_12381" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-7.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12381" title="Mossino 7" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-7.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Alles bereit, allzeit bereit</p></div>
<p dir="ltr" align="left">Zwei Gänge zum Aufwärmen und Öffnen der Poren sollte man sich gönnen, bevor man sich ans Hauptgericht macht und ausgestreckten Rückens die Streichungen mit dem Birkenreiser empfängt, die sich in stetem Crescendo bis zu einem hackenden Staccato auswachsen können, einem unnachgiebigen Peitschen, das doch nur jenen süßen Schmerz verursacht, der sich in wilden Schreien der Lust nach Gusto Luft macht. Und schon steht man selbst mit Filzhut auf dem Kopf über den Gefährten gebeugt und läßt das Reiser niedersausen auf den zuckenden Leib, hingestreckt auf die Bretter, die vielleicht nicht die Welt bedeuten, sicher aber ein russisches Weltkulturerbe darstellen. Vor allem im Winter, wenn man sich im Anschluß an das Schwitzen und Peitschen sich nicht mit einem Tauchbad begnügt, sondern hinausstürmt in den jungfräulichen Schnee und sich gar noch unter Absingen wüster Lieder voller Lebenslust kübelweise mit Eiswasser übergießt.</p>
<div id="attachment_12382" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-11.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12382" title="Mossino 11" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-11.jpg?w=150&#038;h=99" alt="" width="150" height="99" /></a><p class="wp-caption-text">Schneebad</p></div>
<p dir="ltr" align="left">Wieder eine Phase der Ruhe, in der man nur dem eigenen pochenden Herzschlag zuhört, wieder eine Phase der Entspannung, wie dafür gemacht, sich mit einem Happen zu stärken, um dann nach einigen Tassen mit heißem Himbeersaft in die Laken einer fürsorglich vorbereiteten Bettstatt zu sinken, ohne sich freilich den Versuchungen des Schlafs hinzugeben. Denn es fehlt noch der Nachgang, das Dessert, angekündigt als „Drei-Eimer-Prozedur&#8220;. Dazu lege man sich erneut auf die Banjabank, warte geduldig, bis sich wieder ein richtiger Schweißfilm gebildet hat und harre der Dinge, die da über einen kommen sollen:</p>
<div id="attachment_12383" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-12.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12383" title="Mossino 12" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/mossino-12.jpg?w=150&#038;h=99" alt="" width="150" height="99" /></a><p class="wp-caption-text">In die Datscha gerettet</p></div>
<p dir="ltr" align="left">Der erste Eimer enthält heißes Wasser, so heiß, daß es gerade noch – bei viel gutem Willen – zu ertragen ist. Dem zweiten entströmt lauwarmes Wasser, eine wahre Wohltat, die viel zu rasch um ist und in einem Guß frischen Wassers aus dem Brunnen, der kurz vor dem Zufrieren steht, endet – mit wilden Schreien vergeblichen Protestes. Und dann die Gemeinheit, die das letzte Vertrauen auch in den besten Freund – freilich nur für den Bruchteil einer Sekunde, dafür unvergeßlich – zerstört: Am Ende der „Drei-Eimer-Prozedur&#8220; folgt ein vierter Eimer eiskalten Wassers, bevor es durch den Schnee zurück in die rettende Datscha geht, zurück ins pulsende Leben mit all den Köstlichkeiten der russischen Küche – und dann unter die Decke für eine lange Nacht, für einen Schlaf, der mein Leben worden.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/erlangenwladimir.wordpress.com/12371/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/erlangenwladimir.wordpress.com/12371/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/erlangenwladimir.wordpress.com/12371/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/erlangenwladimir.wordpress.com/12371/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/erlangenwladimir.wordpress.com/12371/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/erlangenwladimir.wordpress.com/12371/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/erlangenwladimir.wordpress.com/12371/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/erlangenwladimir.wordpress.com/12371/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/erlangenwladimir.wordpress.com/12371/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/erlangenwladimir.wordpress.com/12371/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/erlangenwladimir.wordpress.com/12371/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/erlangenwladimir.wordpress.com/12371/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/erlangenwladimir.wordpress.com/12371/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/erlangenwladimir.wordpress.com/12371/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erlangenwladimir.wordpress.com&amp;blog=4977110&amp;post=12371&amp;subd=erlangenwladimir&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Mit uns wird man keine Kriege gegeneinander mehr führen können!</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 02:48:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wladimirpeter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veteranen]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch-russische Versöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche in russischer Gefangenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche in sowjetischer Gefangenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[sowjetische Kriegsgefangenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Witalij Gurinowitsch]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Morell]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_12364" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/morell-4.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12364" title="Morell 4" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/morell-4.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Wolfgang Morell vor einem Bild des Hospitals</p></div>
<p>Heute vor 70 Jahren ist der in Breslau geborene Wahl-Erlanger, Wolfgang Morell, vor Moskau als noch nicht zwanzigjähriger in sowjetische Kriegsgefangenschaft geraten. Die ersten Monate davon brachte er in einem Wladimirer Militärhospital zu, wo man ihn gesundpflegte. Dank der Städtepartnerschaft nahm er wieder Kontakt zu Wladimir auf und fand hier Freunde. Sein bisher letzter Besuch fand anläßlich des siebzigsten Jahrestages des Überfalls der Wehrmacht auf die UdSSR am 22. Juni 2011 statt, wo er bei der Gedenkveranstaltung auf dem Platz des Sieges eine bewegende Rede hielt. Doch Wolfgang Morell hat auch schon lange davor in Wladimir gesprochen, etwa am 5. August 2003 vor einer Schulklasse. Diese Rede soll heute als Zeugnis der deutsch-russischen Versöhnung &#8211; sieben Jahrzehnte nach der Gefangenennahme des Soldaten Wolfgang Morell &#8211; im Blog veröffentlicht werden.</p>
<blockquote><p>Liebe Schüler,</p>
<div id="attachment_12365" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/morell-5.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12365" title="Morell 5" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/morell-5.jpg?w=150&#038;h=100" alt="" width="150" height="100" /></a><p class="wp-caption-text">Wolfgang Morell im Gespräch mit Schülern 2003</p></div>
<p>vielleicht haben einige von euch die kürzlich ins Russische übersetzte Broschüre &#8222;Rose für Tamara&#8220; lesen können. Dort habe ich neben anderen deutschen Autoren geschildert, was ich als deutscher Soldat bei meiner Gefangennahme im Januar 1942 vor Moskau erlebt hatte und wie es mir als Krankem in den acht Monaten danach im Wladimirer Militärhospital in der Lunatscharskijstraße 13 &#8211; ganz in eurer Nähe &#8211; ergangen ist. Zusammen mit 16 Kameraden bin ich &#8211; mit gewissen Einschränkungen &#8211; so verpflegt und medizinische so behandelt worden wie die Rotarmisten in den Nachbarzimmern. Schließlich wurden wir alle von russischen Ärzten und Schwestern im Laufe von acht Monaten gesundgepflegt.</p>
<div id="attachment_12366" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/morell-2.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12366" title="Morell 2" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/morell-2.jpg?w=150&#038;h=87" alt="" width="150" height="87" /></a><p class="wp-caption-text">Das ehemalige Hospital heute</p></div>
<p>Mit diesen Erlebnissen möchte ich einige Gedanken und Schlußfolgerungen verknüpfen, die für euch, eine Friedensgeneration, vielleicht von Interesse, sicher aber von Bedeutung sind. Zweifellos bildet das in Wladimir Erlebte einen Ausnahmefall. Die später nach Millionen zählenden Kriegsgefangenen in der Sowjetunion hatten nicht so sorgfältig und individuell behandelt werden können wie wir wenigen. Das widersprach auch den damaligen Vorschriften für den Umgang mit dem Feind. Hätte es in Verwaltung und medizinischem Dienst nicht human denkende, mutige und zum Risiko bereite Menschen gegeben, &#8211; wir hätten das erste Gefangenenjahr kaum alle überlebt&#8230;</p>
<div id="attachment_12367" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/morell-3.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12367" title="Morell 3" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/morell-3.jpg?w=150&#038;h=100" alt="" width="150" height="100" /></a><p class="wp-caption-text">Blick auf das Krankenzimmer von Wolfang Morell heute</p></div>
<p>Auf den späteren langen Märschen ist uns als Gefangenen von armen, alten Frauen oft ein Stück Brot oder eine Gurke zugesteckt worden. Dabei muß ich an einen Tag im Winter 1940/41 in meiner Heimatstadt Breslau zurückdenken, als mir auf dem Schulweg eine Gruppe französischer Kriegsgefangener begegnete, ein trauriger Anblick! Spontan griff ich in die Schulmappe, holte mein Frühstück heraus und gab es einem ausgehungerten Soldaten. Wahrscheinlich keine große Heldentat, aber ein Zeichen&#8230; Den Kolbenschlag, den mir ein deutscher Wachsoldat daraufhin gab, habe ich gern ausgehalten. Was man anderen Gutes oder Böses tut, fällt oft noch in diesem Leben auf einen selbst zurück. Und Gutes zu tun, dafür ist heute überall auf der Welt reichlich Gelegenheit und Notwendigkeit, &#8211; auch in eurem Land. Hilfsbereitschaft, Barmherzigkeit, Mitgefühl gegenüber dem Nächsten, das sind Eigenschaften, die für die Welt mit dem Adjektiv &#8222;russisch&#8220; fast gleichbedeutend wurden und zwar durch die Werke von Leo Tolstoj, Fjodor Dostojewskij aber auch Lew Kopeljew, einem Freund des deutschen Dichters Heinrich Böll.</p>
<div id="attachment_12368" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/morell-6.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12368" title="Morell 6" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/morell-6.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Witalij Gurinowitsch und Wolfgang Morell, Sommer 2011.</p></div>
<p>Wie im Zwischenmenschlichen, so auch im Verhältnis der Völker: Die Deutschen haben sich unter dem haßerfüllten Einpeitscher Hitler zu Feindschaft und Krieg mit den Nachbarn hinreißen lassen. An allen Mängeln, an allem Elend in Deutschland sollten nur die Ausländer und Juden schuld sein. Gottlob sind diesem Irrweg nicht alle Deutschen gefolgt. Nach der Niederlage hat sich unser Volk aber wie kaum ein anderes mit den unrühmlichen Teilen seiner Vergangenheit kritisch auseinandergesetzt, hat hart gearbeitet, um die materiellen und geistigen Schäden der Gewaltherrschaft zu beseitigen, und hat versucht, die Anerkennung der Völkergemeinschaft wiederzugewinnen. Auch Staaten und Völker, die zu den Siegern des Zweiten Weltkrieges gehörten, könnten vielleicht aus unseren Erfahrungen lernen. Auf einen kurzen Nenner gebracht: ein entschiedenes Nein zu übersteigertem, aggressivem Nationalismus, der die dunklen Flecken der eigenen Geschichte ausklammert und ständig die Hymne &#8222;&#8230; -land über alles&#8220; intoniert; ein überzeugtes Ja aber zur Heimatliebe, zu einem gesunden Selbstbewußtsein im Umgang mit anderen Völkern und zur Bereitschaft, von anderen zu lernen.</p>
<div id="attachment_12369" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/morell-7.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12369" title="Morell 7" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/morell-7.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Wolfgang Morell am 22. Juni 2011 auf dem Platz des Sieges</p></div>
<p>Von dem Gedanken eines friedfertigen und freundschaftlichen Zusammenlebens haben sich auch die vielen Menschen in Rußland und Deutschland leiten lassen, die als erste die Brücke zwischen unseren Städten vor 20 Jahren geschlagen haben, auf beiden Seiten übrigens nicht ohne Widerspruch. Sie haben diese Brücke gangbar gemacht für Tausende von Menschen in westlicher und östlicher Richtung. So sind über Grenzen hinweg zwischen einzelnen Menschen unterschiedlicher Sprache enge und herzliche Freundschaftsbindungen entstanden. Ich denke, persönlicher Umgang von Mensch zu Mensch &#8211; außerhalb offizieller Delegationen &#8211; ist wichtiger als noch so gute Kontakte der Diplomaten und Politiker.</p>
<p>Mit uns wird man keine Kriege gegeneinander mehr führen führen können.</p></blockquote>
<p>Mehr über die Gefangennahme von Wolfgang Morell und die Jahre danach unter: <a href="http://is.gd/PyfP4X">http://is.gd/PyfP4X</a> und <a href="http://is.gd/S87vJr">http://is.gd/S87vJr</a>; über seine Wladimir-Reise im Sommer 2011 unter: <a href="http://is.gd/iXusub">http://is.gd/iXusub</a> und <a href="http://is.gd/p6S8HQ">http://is.gd/p6S8HQ</a></p>
<p>P.S.: Die beiden Photos vom ehemaligen Hospital hat Wolfgang Morells Freund Witalij Gurinowitsch gestern gemacht. Wenn man sie mit einem Klick vergrößert, erkennt man eine kleine Kiefer unmittelbar vor dem Fenster, in dem der deutsche Kriegsgefangene vor 70 Jahren behandelt und geheilt wurde. Im einstigen Land der Feinde, die nun längst schon zu Freunden geworden. Welch eine Gnade der Geschichte!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/erlangenwladimir.wordpress.com/9954/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/erlangenwladimir.wordpress.com/9954/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/erlangenwladimir.wordpress.com/9954/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/erlangenwladimir.wordpress.com/9954/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/erlangenwladimir.wordpress.com/9954/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/erlangenwladimir.wordpress.com/9954/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/erlangenwladimir.wordpress.com/9954/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/erlangenwladimir.wordpress.com/9954/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/erlangenwladimir.wordpress.com/9954/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/erlangenwladimir.wordpress.com/9954/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/erlangenwladimir.wordpress.com/9954/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/erlangenwladimir.wordpress.com/9954/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/erlangenwladimir.wordpress.com/9954/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/erlangenwladimir.wordpress.com/9954/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erlangenwladimir.wordpress.com&amp;blog=4977110&amp;post=9954&amp;subd=erlangenwladimir&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Dem Winter entgegen</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 03:10:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wladimirpeter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlangen-Haus]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Koch]]></category>
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		<category><![CDATA[Wladimir im Winter]]></category>

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		<description><![CDATA[Na bitte, es geht doch. Zumindest bekommen wir jetzt endlich, Mitte Januar, eine flockige Ahnung davon, was der Winter sein könnte, sein sollte. Ansonsten aber ist heuer die weiße Jahreszeit ja eher Anlaß, fluchend aus dem Flachland zu flüchten und sich dorthin aufzumachen, wo Schnee und Eis noch ihres natürlichen Amtes walten. Aber nicht einmal mehr in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erlangenwladimir.wordpress.com&amp;blog=4977110&amp;post=12356&amp;subd=erlangenwladimir&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_12357" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/er-haus-winter-1.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12357" title="ER-Haus Winter 1" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/er-haus-winter-1.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Winterliches Erlangen-Haus</p></div>
<p>Na bitte, es geht doch. Zumindest bekommen wir jetzt endlich, Mitte Januar, eine flockige Ahnung davon, was der Winter sein könnte, sein sollte. Ansonsten aber ist heuer die weiße Jahreszeit ja eher Anlaß, fluchend aus dem Flachland zu flüchten und sich dorthin aufzumachen, wo Schnee und Eis noch ihres natürlichen Amtes walten. Aber nicht einmal mehr in Rußland ist ja so recht Verlaß auf das Wetter. Erst in den letzten Tagen hat es richtig geschneit, und ganz allmählich und stetig sinken nun die Temperaturen dorthin, wo sie hingehören &#8211; in den zweistelligen Minusbereich.</p>
<div id="attachment_12358" class="wp-caption alignleft" style="width: 122px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/er-haus-winter-2.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12358" title="ER-Haus Winter 2" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/er-haus-winter-2.jpg?w=112&#038;h=150" alt="" width="112" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Figurengruppe von Johannes Koch im &quot;Wintergarten&quot; des Erlangen-Hauses</p></div>
<p>Zwei aus Erlangen, von denen hier bald mehr zu lesen sein wird, brechen heute auf nach Wladimir, der weißen Pracht entgegen, in die das Erlangen-Haus sich hüllt. Bilder wie aus dem Märchenbuch oder aus dem erst vor kurzem auf Deutsch erschienenen Roman &#8222;Venushaar&#8220; des zeitgenössischen Autors Michail Schischkin, wo es an einer Stelle heißt: &#8222;Am anderen Morgen ist die Ebene weiß, in schwungvollen Wehenschnörkeln überschrieben, ein Wolkenschattensiegel beglaubigt den Schnee. Durch die vereisten Drähte fliegen die Worte, nur das Schweigen ist nicht zu übermitteln. Kinder bauen einen Schneemann. Hinkende Telegraphenmasten streben im Gänsemarsch bis hinter die sieben Berge. Suchen das Glück da, wo sie es nicht verloren haben – wie den Haustürschlüssel unter der Straßenlaterne, nur weil es dort heller ist.&#8220;</p>
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		<title>Kultur und Religion in Wladimir</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 05:06:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wladimirpeter</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_12348" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/st-sebald-1.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12348" title="St. Sebald 1" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/st-sebald-1.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Udo Zettelmaier und Kurt Reiter</p></div>
<p>Die Reihen waren gut gefüllt im Gemeindesaal St. Sebald, als gestern Pfarrer Udo Zettelmaier auf Einladung von Kurt Reiter, dem Vorsitzenden der Erlanger Ortsgruppe der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV), gegen 19.30 Uhr sein Publikum mit auf eine Lichtbilderreise nach Wladimir nahm. Dramaturgisch gelungen aufgebaut, begann der Geistliche mit den geographischen und landeskundlichen Grundlagen, bevor er mit viel Detailkenntnis auf die Besonderheiten von Kultur und Religion in der Partnerstadt einging. Stets erfolgreich darauf bedacht, die Zuhörerschaft durch unterhaltsame Abschweifungen mit der Informationsfülle zu versöhnen. Immer aber auch bereit, seinen Vortrag ergänzen zu lassen durch kundige Kommentare aus dem Saal, in dem viele mit veritabler Wladimir-Erfahrung saßen. Vorneweg natürlich der partnerschaftskundige Kurt Reiter, als Veranstalter auch für Begrüßung und Schlußworte zuständig.</p>
<div id="attachment_12349" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/st-sebald-2.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12349" title="St. Sebald 2" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/st-sebald-2.jpg?w=150&#038;h=112" alt="" width="150" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Kurt Reiter und Udo Zettelmaier</p></div>
<p>In eineinhalb Stunden die reiche Kultur- und Religionsgeschichte der Partnerstadt in Wort und Bild ebenso kurzweilig wie lehrreich darzustellen, gelingt nur jemandem, der das in der Ferne Gesehene einzuordnen weiß in bekannte Bezüge. Darin ist Udo Zettelmaier ein Meister, findet er doch immer wieder in der sakralen Kunst, die Wladimir so einzigartig macht, die Verbindungen zu westlichen Stilrichtungen, stellt Zusammenhänge her, erklärt Unterschiede aus der Entwicklung des römischen und des byzantinischen Christentums. Dabei ist leider die Zeit zu knapp, um näher auf das Schaffen des Wandermönchs Andrej Rubljow einzugehen, dessen Fresken die Mariä-Entschlafens-Kathedrale schmücken, dabei ist die Zeit auch zu knapp, um detailliert Geschichte und Gegenwart der katholischen Rosenkranzgemeinde darzustellen. Aber eines kommt nicht zu kurz: Udo Zettelmaier, ehrenamtlich Vorsitzender des Fördervereins Nadjeschda, vermittelt seine Begeisterung für Wladimir so unmittelbar, daß nach dem Vortrag gleich erste Anfragen nach einer Reisemöglichkeit dorthin gestellt werden. Was will man mehr: Der Funke ist übergesprungen.</p>
<p>Über das Faschingswochenende reist der Priester wieder nach Wladimir, um mit seinem Amtsbruder, Sergej Sujew, das Projekt eines Pilgerhauses zu besprechen. Stoff genug für einen neuen Vortrag. Wer mehr erfahren möchte, möge Udo Zettelmaier für einen Vortrag buchen im Pfarramt St. Theresia unter Tel.:  52447. Seine Honorarvorstellung ist bescheiden: eine kleine Spende für die Katholiken in Wladimir, die man übrigens auch jederzeit mit einer Überweisung auf das Konto &#8222;Hilfe für Wladimir&#8220; Nr. 19-000345, Stadtsparkasse Erlangen, BLZ 763 500 00, Stichwort &#8222;Rosenkranzgemeinde&#8220; unterstützen kann.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/erlangenwladimir.wordpress.com/12347/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/erlangenwladimir.wordpress.com/12347/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/erlangenwladimir.wordpress.com/12347/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/erlangenwladimir.wordpress.com/12347/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/erlangenwladimir.wordpress.com/12347/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/erlangenwladimir.wordpress.com/12347/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/erlangenwladimir.wordpress.com/12347/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/erlangenwladimir.wordpress.com/12347/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/erlangenwladimir.wordpress.com/12347/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/erlangenwladimir.wordpress.com/12347/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/erlangenwladimir.wordpress.com/12347/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/erlangenwladimir.wordpress.com/12347/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/erlangenwladimir.wordpress.com/12347/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/erlangenwladimir.wordpress.com/12347/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erlangenwladimir.wordpress.com&amp;blog=4977110&amp;post=12347&amp;subd=erlangenwladimir&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Autonome Kirche ohne Oberhaupt</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 05:47:34 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_12335" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/taufe.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12335" title="Taufe" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/taufe.jpg?w=150&#038;h=103" alt="" width="150" height="103" /></a><p class="wp-caption-text">Taufe im Eiswasser</p></div>
<p>In der vergangenen Nacht stiegen sie wieder zu Tausenden hinab ins Wasser von Flüssen und Teichen, gläubige wie ungläubige Russen, um dem alten Brauch zu folgen, am heutigen Festtag der Taufe des Herrn Schuld und Sünde abzuwaschen und rein an Körper und Seele die Heilige Woche (Swjatki) abzuschließen. Vieles dabei läuft nun schon routiniert ab: Wieder hatte man über die ganze Region Wladimir verteilt 35 &#8222;Taufbecken&#8220; mit der notwendigen Infrastruktur für etwaige Unglücksfälle ins Eis geschlagen, wieder hatte man gewarnt, manche Gewässer könnten verschmutzt sein, wieder der dringende Hinweis, die Tauchprozedur nicht in alkoholisiertem Zustand und nur bei robuster Gesundheit zu vollziehen, wieder die Mahnung der orthodoxen Geistlichkeit, die Sitte nicht zur Unsitte werden zu lassen und nur mit priesterlichem Segen ins Wasser zu gehen, andernfalls die spirituell reinigende Wirkung ausbleibe. Eines aber ist heuer ganz anders: Die sprichwörtlichen &#8222;Tauffröste&#8220; sind ausgeblieben. Der Winter war bisher viel zu mild für zentralrussische Verhältnisse. In den letzten Tagen ist zwar viel Schnee gefallen, aber längst nicht überall gibt es bei einstelligen Minusgraden eine tragende Eisdecke, weshalb vielerorts der Einstieg ins &#8222;Taufbecken&#8220; nur vom Ufer aus möglich ist.</p>
<p>Und noch etwas ist in diesem Jahr ganz anders: Walentin Russanzow, das Oberhaupt der Autonomen Russisch-Orthodoxen Kirche ist dieser Tage im Alter von 73 Jahren in der Wohnung von Freunden, unweit von Moskau, verstorben. Er hatte sich dort behandeln lassen wollte. Der Metropolit von Wladimir und Susdal litt schon lange an Diabetes und war wegen Problemen mit dem Herzen bereits vor Jahren auf Vermittlung der Partnerstadt Rothenburg in Deutschland behandelt worden. Zwanzig Jahre lang war der Geistliche das Haupt einer Abspaltung vom Moskauer Patriarchat, zunächst mit Anbindung an die Russisch-Orthodoxe Auslandskirche, seit 2001 in ihrer autonomen Form.Metropolit Walentin bei seiner Weihe 2001</p>
<div id="attachment_12339" class="wp-caption alignleft" style="width: 138px"><a href="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/walentin-bischofsweihe1.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-12339" title="Walentin - Bischofsweihe" src="http://erlangenwladimir.files.wordpress.com/2012/01/walentin-bischofsweihe1.jpg?w=128&#038;h=150" alt="" width="128" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Metropolit Walentin bei seiner Weihe 2001</p></div>
<p>Schlagzeilen hatte Vater Walentin aber auch gemacht, als man ihn 2001 wegen sexuellen Mißbrauchs von Kindern zu vier Jahren auf Bewährung verurteilte, zu einer Strafe, die kurz vor Ablauf der Frist wieder aufgehoben wurde, weil die Kinder ihre Aussagen zurückzogen. Er selbst freilich dachte nie an Rückzug in seinem Kampf um kirchliche Autonomie. Wie eine feste Burg stand seine Gemeinde in Susdal und einigen umliegenden Dörfern zusammen, &#8211; auch und gerade nachdem die übermächtige Amtskirche den Abtrünnigen fast alle Kirchen abgenommen und dem regulären Erzbistum Wladimir &#8211; Susdal zugeschlagen hatte. Gleich, wer dem Oberbischof im Amt folgen mag, es dürfte ihm kaum gelingen, lange dem werbenden Druck des Moskauer Patriarchats zu widerstehen. Einigkeit ist schließlich nicht nur für die russische Politik von programmatischer Bedeutung, sondern bleibt auch erklärtes Ziel der Orthodoxie, ganz im Sinne des Paulus-Briefes an die Epheser, Kapitel 4, wo es heißt: &#8222;Und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens!&#8220; Wie weit es freilich die Wirklichkeit noch bis zu diesem Ideal hat, ist nachzulesen unter: <a href="http://is.gd/pwsW0a">http://is.gd/pwsW0a</a>, <a href="http://is.gd/waEQtF">http://is.gd/waEQtF</a> und <a href="http://is.gd/kLEixV">http://is.gd/kLEixV</a>.</p>
<p>P.S.: Heute spricht um 19.30 Uhr im Gemeindesaal von St. Sebald Pfarrer Udo Zettelmaier, Vorsitzender des Fördervereins Nadjeschda, über Kultur und Religion in Wladimir. Eintritt frei!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/erlangenwladimir.wordpress.com/12330/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/erlangenwladimir.wordpress.com/12330/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/erlangenwladimir.wordpress.com/12330/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/erlangenwladimir.wordpress.com/12330/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/erlangenwladimir.wordpress.com/12330/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/erlangenwladimir.wordpress.com/12330/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/erlangenwladimir.wordpress.com/12330/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/erlangenwladimir.wordpress.com/12330/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/erlangenwladimir.wordpress.com/12330/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/erlangenwladimir.wordpress.com/12330/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/erlangenwladimir.wordpress.com/12330/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/erlangenwladimir.wordpress.com/12330/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/erlangenwladimir.wordpress.com/12330/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/erlangenwladimir.wordpress.com/12330/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erlangenwladimir.wordpress.com&amp;blog=4977110&amp;post=12330&amp;subd=erlangenwladimir&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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