Wenn heute Wladimir Putin mit Pomp und Prunk für zunächst sechs – statt früher vier – Jahre in sein altes und neues Amt des Präsidenten der Russischen Föderation eingeführt wird, tauchen bestimmt wieder Schlagzeilen der Art auf, die “Schneerevolution” sei dahingetaut. Besonders auch nach den gestrigen Festnahmen, provoziert von “Anarchisten”, von denen sich sogar die friedlichen Organisatoren des Protestmarsches distanziert hatten. Zu der Frage aber, ob Rußland kurz vor einer Revolution stehe, findet man im Blog des Wladimirer Politologen, Roman Jewstifejew einen erhellenden Eintrag folgenden Wortlauts:
Neulich nahm ich die Zwischenprüfung ab. Ein junger Mann hatte in seiner Arbeit etwas über soziale Revolutionen geschrieben. Ich frage ihn: “Was ist denn eine Revolution?” – “Na ja, das ist, wenn Unzufriedenheit…” – “Wenn ich also mit Ihnen unzufrieden bin, ist das dann eine Revolution?” – “Nein, das ist wohl eher keine Revolution…” – “Ja, was ist denn dann eine Revolution? Haben wir bei uns in Rußland jetzt eine Revolution?” – Schweigen. – “Wodurch unterscheidet sich ein Machtwechsel durch Wahlen von dem durch eine Revolution?” – Schweigen. – “Gibt es einen Unterschied oder nicht?” – (Nach einigem Überlegen, unsicher.) “Nein…”
Nach zehn Minuten spricht mich der Student nochmals im Vertrauen an: “Ich hätte da eine Bitte an Sie: Ich studiere hier mit meinem Bruder, und er mußte ins Krankenhaus. Könnte man ihm nicht die Zwischenprüfung anrechnen?” Aus lauter Gehässigkeit stellte ich die Gegenfrage: “Ja weiß denn der Bruder, was eine Revolution ist?” Darauf folgte (Achtung!) die geniale Antwort: “Aber natürlich! Er ist doch mein großer Bruder! Der weiß das!” Vorhang.



