Giuseppe Arcimboldo hätte sicher seine helle Freude am Carving gehabt, einer traditionelle Kunst, die aus Fernost kommend auch das Abendland erreicht hat. Es geht darum, Obst und Gemüse möglichst dekorativ zu gestalten, eine hochästhetische Form des Auftragens, die den Spruch “das Auge ißt mit” besonders ernst nimmt und dabei die allerköstlichsten Spielarten von Zubereitung und Darreichung der Speisen auf den Tisch bringt.
In dieser hohen Kunst der Obst- und Gemüseschnitzerei haben es die Legumiers, Entremetiers und Kaltmamsells aus Wladimir zur wahren Meisterschaft gebracht. Wer in der Partnerstadt je zu einem Bankett geladen war, weiß, was es da an ach so vergänglichen Kleinodien zu bestaunen und zu verspeisen gibt, zu schön, um sie einfach nur zu essen und doch just dafür geschaffen.
Nun hat sich ein dreiköpfiges Team aus der Partnerstadt in Moskau die Weihen im Fach der Speisenornamentik erworben und den dritten Platz bei den Offenen Russischen Carving-Meisterschaften belegt. Wie verdient, das werden sicher bald die nächsten Gäste in Wladimir zu sehen und zu schmecken bekommen.
Vielleicht bei einem Chefkoch Kirill Sinitschkin, dem Küchenmeister des Restaurants Wosnesenskaja Sloboda in der Altstadt am Steilufer der Kljasma. Er nämlich hat von den Kulinarischen Weltmeisterschaften in Rumänien die Goldmedaille und den Goldpokal nach Wladimir geholt. Niemand wird ernsthaft erwarten, der Blog könne unter die Deckel sehen und das Erfolgsrezept verraten, und der Meister selbst gibt sich da naturgemäß wortkarg. Nur so viel. Es war eine traditionelle Ucha, eine Fischsuppe mit viel Hechtanteil, von der sich die Jury einmündig überzeugen ließ. Preis gibt er auch noch, das Kochen eher zufällig in seiner Armeezeit gelernt zu haben und sein Faible für die Küche des Nahen Ostens. Alles andere muß man selbst erkosten.
Ansonsten sollten Feinschmecker einfach nach ihm oder Anna Schukowa fragen, der Präsidentin des Wladimirer Gastronomenverbands. Essen und Trinken halten eben nicht nur Leib und Seele zusammen, sondern machen auch die Partnerschaft mit Wladimir zu einem Leckerbissen.






