In den nächsten Wochen wird für die Region Wladimir eine der wichtigsten Entscheidung für die Entwicklung von Wirtschaft und Infrastruktur getroffen. Nicht in Wladimir, nicht in Moskau, sondern in Wolfsburg. Volkswagen will seine Produktion in Rußland weiter ausbauen und hat dazu in den letzten Monaten landesweit Standorte auf ihre Tauglichkeit hin geprüft. Zwei sind übrig geblieben, einer davon in der Region Wladimir. Die geht nun nach Kräften in Vorleistung und stellt 25 Mio. Rubel für die Kaufoption eines 100-Hektar-Grundstücks bereit. Im Falle einer Zusage des deutschen Autobauers.
Noch ist es aber für Euphorie zu früh, denn der zweite mögliche Standort für das neue Werk liegt im Gouvernement Kaluga, just in dem Landesteil, der schon einmal Wladimir ausgestochen hat, als es vor fünf Jahren um die Erstansiedlung des deutschen Konzerns ging. Wladimir war damals so nahe dran und hatte dann doch das Nachsehen. Nun könnte man am Goldenen Ring aber doch den Zuschlag bekommen, denn in der Partnerstadt punktet man mit der guten Infrastruktur und vor allem der verkehrstechnischen Lage zwischen den Metropolen Moskau und Nischnij Nowgorod. Vielleicht überzeugt die Wolfsburger auch die vielgelobte Ansiedlungspolitik der Wladimirer und der Umstand, daß schon viele ausländische Unternehmen erfolgreich in der Region tätig sind. Nennen wir nur einmal einige der großen Investoren wie Globus und Lauscha Fibre aus Deutschland, Wienerberger aus Österreich, Vestel und Beco aus der Türkei, Kraft Foods und Dow Chemical aus den USA oder Atac aus Frankreich.
Und so hoffen wir denn, daß es auch bald in Wladimir heißt: Er rollt und rollt und rollt. Sicher nicht mehr der Käfer, aber vielleicht der Polo, Golf, Passat oder ein anderes VW-Modell – und ganz bestimmt der Rubel. Denn im vergangenen Jahr konnte der Konzern seine Verkaufszahlen auf dem russischen Markt gegenüber 2010 mit gut 80.000 Fahrzeugen verdoppeln. Nur, das gehört auch zur Wahrheit: VW hat gerade einmal 3% Marktanteil auf Rußlands Straßen. Da ist noch viel zu tun. Und Wladimir will es anpacken!
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